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| Begründete
Zweifel an der Qualität des US-BIP Wachstums im zweiten
Quartal! |
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der freundlichen Genehmigung von Folker Hellmeyer,
Bremer Landesbank, werden hier seine Einwände
zum Zustandekommen des jüngsten US-Bruttoinlandsproduktes
wiedergegeben und mit Charts ergänzt. |
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Das
Bureau of Economic Analysis hat in der jüngsten Veröffentlichung
der vorläufigen BIP-Daten für das zweite Quartal
2003 die Finanzmärkte positiv überrascht.
Der von 2,4 % auf 3,1 % nach oben revidierte Wert für
das reale US-BIP unterstützt an den Finanzmärkten
das für den USD und die USA positive Marktumfeld.
Auf den ersten Blick ergibt sich eine massive Divergenz
zwischen dem Wachstum in den USA gegenüber dem Wachstum
der Eurozone.
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Gleichzeitig
stellt sich die Frage nach der Qualität des US-Wachstums.
Handelt es sich um selbsttragendes Wachstum und ist das
Wachstum nachhaltig? In dieser Analyse beschäftigen
wir uns von daher bewusst nicht mit den Teilen der volkswirtschaftlichen
Gesamtrechnung, die negative Beiträge geliefert haben.
Dementsprechend liegen die addierten nachfolgenden positiven
Wachstumsbeiträge in der Summe über 100 % des
BIP-Wachstums des zweiten Quartals 2003.
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Anmerk.:
hier trotzdem eine Übersicht, welchen Einfluss auf
das Zustandekommen der Wachstumsrate einzelnen Positionen
haben:
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Wir
bedienen uns in der Analyse der Daten des Bureau of Economic
Analysis (BEA) und stellen Zusammenhänge in der Erfassung
auf Basis Current USD seasonally adjusted
und Chained 1996 USD seasonally adjusted dar.
Der Wert der Current USD seasonally adjusted
stellt das saisonal bereinigte nominale BIP dar. Das saisonal
bereinigte reale BIP wird durch den Ansatz der USD-Preise
von 1996 berechnet.
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Das
nominale Wachstum lag im zweiten Quartal gegenüber
dem Vorquartal bei 105,5 Mrd. USD. Über die Preisbereinigung
ergibt sich ein Wert von 73,5 Mrd. USD, der auf annualisierter
Basis 3,1 % Wachstum entspricht.
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Staatsausgaben
spielen derzeit in den USA eine dominante Rolle. Von den
realen 73,5 Mrd. USD Wachstum entfallen auf die nationale
Verteidigung 40,6 Mrd. USD oder 55 % des Wachstums. Der
konsumtive Anteil der Verteidigungsausgaben liegt bei
35,5 Mrd. USD oder 48 % des Wachstums.
Fakt ist, dass die öffentlichen Defizite in den USA
exponentiell defizitär ausfallen (annualisiert circa
6 % des US-BIP oder per 28.08.2003 nach 11 Monaten des
laufenden Fiskaljahres 563 Mrd. USD) und für maßgeblich
konsumtive Zwecke verwandt werden. Damit erzielte ökonomische
Einmaleffekte können und werden nicht Grundlage einer
nachhaltigen Konjunkturbelebung in den USA sein.
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Anmerk.:
das Ausmass des Verhältnisses Veränderungen
Rüstungsausgaben / Veränderungen reale Gesamt-BIP
im historischen Kontext veranschaulicht folgender Chart: |
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Positiv
fiel das Wachstum des privaten Konsums um reale 62,4 Mrd.
USD oder knapp 85 % des US-Wachstums aus. Die massiven
Cash-Out Refinanzierungen im US-Immobilienbereich
zeichnen für diese Entwicklung im zweiten Quartal
maßgeblich verantwortlich. Der wöchentlich
ermittelte MBA Mortgage Application Survey
belegt für das zweite Quartal im Bereich der Refinanzierungen
einen massiven Anstieg. Der Index stieg von 5.092,0 am
25.4.2003 auf einen Höchstwert von 9.977,8 am 30.5.2003
und schloss das Quartal bei einem Wert von 8.599,1 ab.
Mittlerweile ist der Index auf 2.169,0 per 22. August
kollabiert und belegt damit eindrucksvoll, dass eine weitere
Alimentierung des Verbrauchers über diese Schiene
nicht erfolgen wird. Darüber hinaus ist Konsum auf
Basis von Cash-out Refinanzierungen Konsum
aus der Substanz und nicht aus laufendem Einkommen. Die
Kapitalbasis der privaten Haushalte wurde in den USA in
den vergangenen Jahren merklich erodiert. Die fiktiven,
da nicht realisierten, Bewertungsgewinne bildeten die
Grundlage. Ein möglicher Preisverfall an den USImmobilienmärkten
stellt ein erhebliches Risiko für das weitere Konsumverhalten
in den USA dar. Nachhaltigkeit oder selbsttragendes Wachstum
lässt sich auf Basis von Cash-out Refinanzierungen
nicht kreieren.
Optimisten erklären jüngst, dass die per 01.07.2003
erfolgte Steuerentlastung nun den Konsum verstetigen wird.
Kurzfristig mag das richtig sein. Tatsache ist jedoch,
dass damit über erhöhte Budgetdefizite, im Klartext
Neuverschuldung, konsumtive Ausgaben alimentiert werden,
die sich durch Einmaleffekte auszeichnen und nicht zu
einem sich selbst tragenden Wachstum beitragen. Insbesondere
für asiatische Exportnationen stellt diese Politik
der US-Administration ein Konjunkturprogramm dar.
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Anmerkung
/ Einschub Refinanzierungen:
über das Volumen, das per 'Cash out' in die Wirtschaft
und damit z.T. auch wieder in den Konsum floss, gibt neben
stehender Chart Auskunft:
eine robuste Refinanzierungsaktivität ist weiterhin
unerlässlich, um 'Cash out' money aus den Hypothekenumschuldungen
zu generieren. Lt. Freddie Mac befindet sich allerdings
der Prozentsatz an Umschuldner, die eine mind. 5% höhere
Hypothek aufnehmen, mit 31% auf dem nun niedrigsten Niveau
seit dem vierten Quartal 1993
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| der Refinanzierungsindex
in Korrelation zu den 30-jährigen festverzinslichen
Hypothekenzinsen; erahnen lässt sich, dass steigende
Hypothekenzinsen zu nachlassenden Refinanzierungen führen: |
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Entscheidend ist, nicht nur nach Ansicht von Alan Greenspan,
das Anspringen des Investitionszyklus. Die Finanzmärkte
haben den Anstieg um reale 26,6 Mrd. USD im Bereich Fixed
Investment als Durchbruch gefeiert.
Fakt ist, dass das gesamte private Investment (Gross private
domestic Investment) lediglich um 3,5 Mrd. USD anstieg.
Fakt ist, dass es im Bereich des Industrial Equipment
einen Rückgang um 0,6 Mrd. USD gab. Fakt ist, dass
im Bereich Transportation Equipment ein Rückgang
um 2,3 Mrd. USD zu verzeichnen war.
Auffällig positiv war der Bereich Computers
and peripheral equipmentmit einem Anstieg um reale
38,4 Mrd. USD. Nominal lag der Zuwachs lediglich bei 6,3
Mrd. USD. Dank des hedonischen Ansatzes in der US-Statistik
werden aus einem Zuwachs von 6,3 Mrd. USD ( 8,6 % des
Wachstums) in der Statistik 38,4 Mrd. USD oder circa 52
% des US Wachstums.
Fakt ist, dass lediglich 6,3 Mrd. USD zur Begleichung
von Löhnen, Krediten, Vorprodukten, Marketing etc.
in der US-Wirtschaft zirkulieren. Die Statistik zeichnet
insbesondere im Computerbereich ein Bild, das mit der
Realität des Investitionszyklus nichts zu tun hat.
Phantomdollars dominieren das Bild, so wie Phantomgewinne
das Bild bei Enron und Worldcom bestimmten. Aus obigen
Daten einen Paradigmenwechsel im Investitionszyklus ableiten
zu wollen, erscheint nicht nachvollziehbar. Unverändert
ist ein nachhaltiges Anspringen des Investitionszyklus
in den USA nicht erkennbar.
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Anmerkung:
dass es sich nicht um einen Einmal-Effekt handelt,
verdeutlicht folgender Chart, der den prozentualen Anteil
der 'computer and peripheral equipment' am Zuwachs des
gesamten Bruttoinlandsproduktes entweder in current USD
oder preisgereinigt in '96 USD zeigt:
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Der implizite Preisdeflator für das BIP liefert den
nächsten Ansatzpunkt kritischer Betrachtung. Gegenüber
dem 1.Quartal 2003 ist der Deflator von 2,4 % auf 0,9
%, also um markante 1,5 %, nach Angaben des BEA gefallen.
Je geringer der Deflator ist, desto größer
fällt das Bruttoinlandsprodukt aus.
Die Verbraucherpreise wiesen in den USA in den Monaten
April bis Juni auf Jahresbasis Zunahmen um 2,1 % - 2,2
% aus. Der Employment Cost Index weist für
das zweite Quartal einen Zuwachs um 3,8 % aus. Die Erzeugerpreise
stiegen im 2. Quartal auf Jahresbasis durchschnittlich
um 2,6 % mit steigender Tendenz ( 2,37 %, 2,53 %, 2,89
%). Gleichzeitig fiel der USD im 2. Quartal markant und
hat damit das Risiko importierter Inflation erhöht.
In diesem Umfeld sinkt laut BEA der implizite Deflator
für das BIP in den USA von 2,4 % auf 0,9 % und wirkt
sich auf das Wachstum mit 1,5 % im Vergleich zum Vorquartal
positiv aus. Wir nehmen diese Daten erstaunt zur Kenntnis.
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| Zusammenfassend
können wir feststellen, dass konsumtive Staatsausgaben
militärischer Natur 48 % des Wachstums im zweiten
Quartal ausmachten. Der hedonische Ansatz im Fixed
Investment steuert weitere 43,4 % (52 % - 8,6 %)
des Wachstums bei. Die potentielle Fragilität des
Konsums im Hinblick auf kollabierte Cash-out
Refinanzierungen, Verschuldungsgrad der privaten Haushalte
und Arbeitslosigkeit als auch die Fragen, die sich im
Hinblick auf den impliziten BIP-Preisdeflator stellen,
können wir an dieser Stelle sogar außer Acht
lassen, um klarzustellen, dass die Qualität des USWachstums
im zweiten Quartal unterproportional ausfällt und
nicht ansatzweise die Vermutung eines sich selbsttragenden
Aufschwungs begründen kann. |
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©
Cosa, markt-daten.de
September, 2003
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