Bevor es zu den Charts geht, kurz noch eine begriffliche Einordnung:
Margin Accounts sind Kreditkonten bei einem Börsenmakler, damit
lassen sich Aktien und Wertpapiere auf Kredit kaufen und leerverkaufen.
In den USA ist es üblich, dass für eine Transaktion Sicherheiten
oder Bargeld in der Höhe von 50% des Buchwertes hinterlegt sein
müssen. Diese Margin Ratio ist aber abhängig vom jeweiligen
Broker.
Wird dieser Anteil unterschritten, erhält der Kunde die Aufforderung
die Unterdeckung seines Kreditkontos zu beseitigen, der Margin
Call.
Kommt der Kunde diesem nicht nach, z. B. weil er nicht mehr fähig
ist Bargeld nachzuschiessen, dann ist der Börsenmakler berechtigt
Wertpapiere aus dem Depot zu verkaufen.
Debit Balances in Margin Accounts sind der Kreditrahmen für Wertpapierkonten, der von Brokern eingeräumt wird; abgekürzt wird von Margin Debt gesprochen. So wird monatlich von der FINRA (Financial Industry Regulatory Authority) und der NYSE (New York Stock Exchange) das Kreditvolumen in Mrd. USD veröffentlicht. FINRA und NYSE erarbeiten zusammen mit der US-amerikanischen Notenbank Bestimmungen, nach denen die Margin Accounts benutzt werden können.
Seit dem Februar 2010 wird von der FINRA lediglich eine gemeinsame Statistik mit der NYSE publiziert.
die Wertpapierkredite an der NYSE seit 1980:

die Margin Accounts an der NYSE und der NASD seit 1997

Der lange Überblick über die Margin Accounts der NYSE vs. DJIA:

die jährliche Wachstumsrate der Wertpapierkreditrahmen seit 1935
zusammen mit den US Rezessionen:

Hilfreich für die Beurteilung der Wertpapierkredite ist es, nicht nur den nominalen Wert zu betrachten, sondern auch makroökonomische Parameter wie das Bruttoinlandsprodukt, das Einkommen oder die Marktkapitalisierung der New Yorker Börse (NYSE) als Bezugsrahmen heranzuziehen.
Der Anteil der Margin Accounts am nominalen US-Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum DJIA:

Der Anteil der Margin Accounts am frei verfügbaren Einkommen im Vergleich zum DJIA:

Der Anteil der Margin Accounts der NYSE gemessen an der Marktkapitalisierung der NYSE im Vergleich zum S&P500:

A n der NYSE sind die Margin Debts abrufbar.
Weiterführende Informationen sind u.a. vom Financial
Markets Center zu erhalten; hier einige Beispiele:
Zuletzt aktualisiert am 20.8.2011