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Wirtschaftsindikatoren

Frühindikatoren -
Leading Indicators

Chart ab 1990:

Frühindikatoren

Quelle /URL:

The Conference Board

Veröffentlichung:

monatlich, Ende des Monats, 10:00 EST, 16:00 MEZ

Revisionsfaktor:

gering

Auswirkung:

Nicht besonders; die Finanzmärkte reagieren nicht empfindlich auf den Bericht, da die einzelnen Komponenten schon im vorhinein gemeldet wurden und zudem eine zeitliche Verzögerung besteht.

Worauf ist zu achten:

  • Es existiert die Faustregel, dass drei aufeinander Monate mit rückläufigen Werten ein Anzeichen ist, dass die Wirtschaft in eine Rezession fällt.
Stärken:
  • Der Frühindikatorenindex sagt Rezessionen ordentlich vorher, die acht Rezessionen seit 1950 wurden erfolgreich prognostiziert (Stand - bevor das NBER Ende November 2001 die Rezession seit März 2001 ausgerufen hatte).

Schwächen:

  • Aber obwohl die vergangenen Rezessionen erfolgreich angekündigt wurden, gibt der Index häufig falsche Signale. So geht der Spruch umher, dass die Frühindikatoren 9 der letzten 6 Rezessionen erfolgreich antizipiert haben. ;-)
  • Die Vorlaufzeit von einem Wendepunkt des Index aus kann sehr unterschiedlich ausfallen.

Kurze Beschreibung:

Der Composite-Index ist gewichtet und besteht aus zehn verschiedenen Schlüsselindikatoren, das Basisjahr des Index ist seit dem Berichtsmonat März 2008 das Jahr 2004 (2004 = 100). Er soll die konjunkturellen Bedingungen in nächster Zukunft voraussagen; die Vorlaufzeit soll 6-9 Monate betragen. Grundsätzlich dreht der Index nach unten vor einer bevorstehenden Rezession und dreht nach oben vor einer Phase der Expansion. Bevor man aber von tatsächlichen Wendepunkten spricht, müssen die Veränderungen von signifikantem Umfang und Dauer sein.
Ihrer Bedeutung nach sind dies die einzelnen Komponenten; (Gewichtung April 2008):

  1. Zinsspanne zwischen den 10-jährigen Anleihen und dem Zinssatz der Fed Funds Rate (0,1021)
  2. Die Geldmenge M2, inflationsbereinigt (0,3550)
  3. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit im verarbeitenden Gewerbe (0,2552)
  4. Die Auftragseingänge für Konsumgüter im verarbeitenden Gewerbe, inflationsbereinigt (0,0773)
  5. Der S&P 500 (0,0391)
  6. Die durchschnittlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung (0,0307)
  7. Die "Zulieferer"-Komponente des nationalen Einkaufsmanagerindex (Unternehmen erhalten langsamere Lieferungen der Zulieferer) (0,0668)
  8. Die Anzahl der privaten Baugenehmigungen (0,0271)
  9. Die Komponente "Erwartungen in die Zukunft" des Verbrauchervertrauens der Universität Michigan (0,0284)
  10. Auftragseingänge des verarbeitenden Gewerbes für nicht-militärische Kapitalgüter (0,0183)

Eine einfache Faustregel besagt, dass drei aufeinanderfolgende Monate, in denen der Index rückläufig ist, ein Anzeichen sind, dass die Wirtschaft in eine Rezession fällt. Das Conference Board selber billigt eine so einfache, feste Regel nicht. In der Ausgabe vom Januar 1997 des Business Cycle Indicators wird als verlässliches, aber nicht perfektes Rezessionsanzeichen ein 1%iger Rückgang (2% auf Jahresbasis umgerechnet) gekoppelt mit Abschlägen bei der Mehrzahl der 10 Komponenten diskutiert.
Die Veröffentlichung der Daten beinhaltet zudem noch die "coincident indicators", die die momentane konjunkturelle Situation beschreiben, und die "lagging indicators", die die zurückliegenden wirtschaftlichen Bedingungen widerspiegeln.
Die "coincident indicators" bestehen aus vier Serien wie die nichtlandwirtschaftliche Beschäftigung, die Industrieproduktion, Umsätze im Handel und verarbeitenden Gewerbe und zuletzt die persönlichen Einkommen abzüglich "transfer payments", die die aktuelle, konjunkturelle Situation wieder geben. Der Jahresvergleich dieses Indikators bietet eine gute Annäherung an das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes.
Die "lagging indicators" bestehen aus sieben Zeitreihen, wie den Veränderungen der Lohnkosten im verarbeitenden Gewerbe, der Höhe der industriellen Darlehen, Änderungen des CPI - Dienstleistungen, durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit, Quotient Lagerbestände/Umsätze MTIS, Diskontsatz, Quotient Verbraucherkredite/private Einkommen. Veränderungen dort untermauern Wendepunkte und weisen auf mögliche strukturelle Ungleichgewichte der Wirtschaft hin.
Die "coincident" und "lagging" Indikatoren eignen sich zur Wendepunktvorhersage nicht besonders, aber sie helfen das gesamtwirtschaftliche Bild zu vervollständigen.

Bis 1995 wurde der Index fast 30 Jahre vom US-Handelministerium erstellt; seither wird vom Conference Board, einem privaten Institut, ein Index der Frühindikatoren errechnet, der eine grössere Ansammlung von Daten enthält. Alle bereits erwähnten Indikatoren werden unter dem Titel "Business Cycle Indicators" veröffentlicht.

Termine 2009: 26.1. 19.2. 19.3. 20.4. 21.5. 18.6. 20.7. 20.8. 21.9. 22.10. 19.11. 17.12.
  Dez. Jan. Feb. Mrz. Apr. Mai Jun. Jul. Aug. Sep. Okt. Nov.
Termine 2010: 21.1. 18.2. 18.3. 19.4. 20.5. 17.6. 22.7. 19.8. 23.9. 21.10. 18.11. 17.12.
  Dez. Jan. Feb. Mrz. Apr. Mai Jun. Jul. Aug. Sep. Okt. Nov.

weitere Charts:

Frühindikatoren mtl. % 1 Jahr      
Frühindikatoren, 6-Monatswachstumsrate 1990 1980    
Frühindikatoren (Index) 1995 1980    

 

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