von Jens Rabe
Getreide - CBOT
Eine
unterschiedliche Entwicklung gab es bei den Getreiden in den letzten
beiden Wochen. Während Sojabohnen mit einer leichten
Aufwärtstendenz
aufwarten konnten, verloren sowohl Mais als auch Weizen. Obwohl Weizen
vom saisonalen Muster her eigentlich in den kommenden Wochen tendenziell
eher ansteigen sollte, dürfte die fundamentale Situation dazu
führen, dass die Preise erneut die Tiefs aus dem Mai testen sollten.
Die kommenden Ernten und das sich daraus ergebende Angebot preist der
Markt jetzt schon mit Abschlägen ein. Ganz anders die Situaion
bei den Sojabohnen, hier wird vor allem für die Saison 2008/09
mit einer deutlichen Knappheit gerechnet. Bei Mais schwebt derzeit
die Gefahr über dem Markt, dass die Produktion von Ethanol aus
Mais in den USA zurückgefahren wird. Hierzu gibt es eine Reihe
von politischen Aussagen und Anstrengungen verschiedener Senatoren.
Sollte es zu einem bewussten und gezielten Rückgang der Ethanolgewinnung
aus Mais kommen, drohen dem Markt empfindliche Rückschläge,
da dann eine der Hauptantriebskräfte der letzten Jahre ausfallen
würde.
Fleisch - CME
In den Fleischmärkten scheinen sich langsam wieder die üblichen saisonalen Muster durchzusetzen und diese lauten aktuell abwärts für Schweine und aufwärts für Rinder. Inwieweit sich diese Muster durchsetzen können oder aber die derzeitigen Überlegungen an den Getreidemärkten hier eine Rolle mit spielen, werden die nächsten Wochen zeigen.
Softs - ICE
Während Zucker weiter nach oben läuft, mussten die Händler
bei Kaffee und Kakao empfindliche Rückschläge hinnehmen. Über
die Gründe der zuletzt gesehenen Abwärstbewegung gibt es
vielerlei Spekulationen, aber einer der Gründe dürfte in
starken Verkäufen der Fonds liegen. Ob dies nur eine kurzfristige
Entwicklung ist, oder ob es hier zu einem dauerhaften Wechsel in der
Anlagepolitik gekommen ist, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.
Fakt ist immerhin, dass in dem nach wie vor bestehenden Aufwärtstrend
der Rohstoffe allgemein die Softmärkte noch am weitesten von ihren
historischen Höchstständen entfernt sind und somit aus dieser
Sicht heraus über das größte Potential verfügen.
Bei Baumwolle könnte sich ein doppeltes Tief herausbilden.
Sehr genau sollte man die Seitwärtsphase beim Holz beobachten,
hier baut sich langsam aber sicher ein Ausbruchspotential auf.
Energie - NYMEX
In der abgelaufenen Woche gingen die Energiemärkte auch für
die kurzfristigen Händler wieder in den Bullenstatus über. Öl,
Benzin und auch Heizöl erreichten neue Allzeithochs und brachten
diejenigen in Bedrängnis, welche schon auf einen Trendwechsel
gesetzt hatten. Die Trends sind weiter vollkommen intakt, so dass derzeit
nicht von einer baldigen Trendumkehr auszugehen ist. Beim Erdgas gab
es dagegen in den letzten Tagen einen recht deutlichen Einbruch, der
zwar noch keine Trendumkehr einläutete, aber immerhin den kurzfristigen
Aufwärtstrend erst einmal beendete. In den kommenden Wochen sollte
das
saisonale Muster die Preise für Erdgas allerdings wieder nach
oben treiben können.
Metalle - COMEX/NYMEX
Die erneute Schwäche des USD und die in vielen einzelnen US-Aktien
schon fast crashartigen Verwerfungen trieben Gold als sicheren Hafen
weiter nach oben und Gold notiert jetzt auf dem höchsten Stand
seit März 2008. Die runde Marke um 1.000 USD je Unze dürfte
sich zwar kurzfristig erst noch einmal als Widerstand zeigen, aber
die längerfristige Entwicklung lässt erwarten, dass Gold
auch diese Marke wird erneut überwinden können. Silber sollte
weiterhin jede Entwicklung von Gold in einem verstärkten Ausmaß nachvollziehen.
Kupfer hat erneut einen Versuch unternommen das Allzeithoch zu überwinden,
ist aber auch diesmal gescheitert. Für kurzfristige Händler
mag dieser Markt derzeit interessant sein, Investoren mit einem längeren
Anlagehorizont sollten auf klarere Signale in diesem Markt warten.
| Dieser Beitrag ist bereits vorab im Rohstoff-Spiegel 13/2008
erschienen. Hier kostenloser Download -
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