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Konjunktur-Indikator Deutschland, Thomas Spörer


Forex - Tageskommentar

von Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank

3. Februar 2012

Warten auf die Griechenlandlösung und den US-Arbeitsmarktbericht

Der Euro eröffnet heute (08.00. Uhr) bei 1.3135, nachdem im Verlauf der letzten 24 Handelsstunden Tiefstkurse im europäischen Handel bei 1.3087 markiert wurden. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 76.20. In der Folge notiert EUR-JPY bei 100.05, während EUR-CHF bei 1.2055 oszilliert.

Der Finanzmarkt befindet sich in der Warteschleife. Das ungelöste Problem hinsichtlich des freiwilligen Schuldenschnitts bei Griechenland steht im Fokus. Die Lösung ist jedoch greifbar.
Zusätzliche Forderungen seitens der europäischen Politik scheinen derzeit die Verzögerung zu forcieren. Unterschwellig ist ein leicht optimistischer Grundton erkennbar. Die stabilen und tendenziell freundlichen Aktienmärkte als auch eine stabile Verfassung des Euros gegenüber dem USD sind Ausdruck dieser Grundhaltung.
Weiterer Fokus liegt auf dem US-Arbeitsmarktbericht. Dieser Bericht stellt ein Schwergewicht an der internationalen Datenfront dar.
Analysten unterstellen eine Zunahme der Beschäftigung um 150.000 Jobs. Die Erholung am USArbeitsmarkt
setzt sich sukzessive fort. Das erfreut fraglos. Für Euphorie ist jedoch kein Raum.
Bezüglich der Interventionen, die zur Stabilisierung der US-Wirtschaft erforderlich waren und sind, ist die Traktion am US-Arbeitsmarkt dennoch historisch niedrig. Der Unterschied zu Deutschland könnte nicht dramatischer sein. Der Vergleich mit Reformländern der Eurozone ist nicht zulässig, da die USA sich trotz bitterer Notwendigkeit noch gar keinen Reformen unterworfen haben.
Die Erzeugerpreise der Eurozone sanken im Monatsvergleich um -0,2%. Im Jahresvergleich ergab sich ein Anstieg um 4,3% nach zuvor 5,4. Das Ergebnis entsprach den Erwartungen und hatte keine Marktwirkung.

chart

Der US-Challenger Report per Januar wartete mit 53.486 durch angekündigte Massenentlassungen betroffenen Jobs auf. Im Vormonat stellte sich dieser Wert auf 41.785. Der Blick auf nachstehenden Chart verdeutlicht, dass sich aus den aktuellen Daten keine neuen Trends ablesen lassen.

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Die US-Arbeitslosenerstanträge lieferten in der Berichtswoche per 28. Januar einen Rückgang von zuvor 379.000 (revidiert von 377.000) auf 367.000. Die positive Grundtendenz bleibt damit am USArbeitsmarkt bestätigt.

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Im Gegensatz zu dem Verbrauchervertrauen nach Lesart des „Conference Board“ zeichnet sich im Pendant „Bloomberg Consumer Comfort Index“ in den vergangenen Wochen eine stabile bis freundliche Tendenz ab. In der aktuellen Berichtswoche per 29. Januar ergab sich ein Anstieg von -46,4 auf -44,8 Punkte.

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Die US-Arbeitsproduktivität legte per 4. Quartal 2011 um 0,7% zu. Erwartet waren 0,8% Zuwachs.
Diese Daten werden aus dem BIP abgeleitet. Unsere kritische Haltung zu der Datenqualität setzen wir als bekannt voraus. Entsprechend ist bei der Interpretation Vorsicht geboten. Deutsche Unternehmen, die auf das US-Produktivitätswunder ab 1998 im rahmen von Direktinvestitionen gesetzt hatten/haben, wissen wovon hier die Rede ist.

chart

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den EUR gegenüber dem USD favorisiert. Ein Unterschreiten des Unterstützungsniveaus bei 1.2900 – 1.2930 neutralisiert den positiven Bias des Euros.

 

 

Termine 3.2.2012:

  Daten zuletzt: Konsensus: Bewertung
EU Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen Januar
50,5
50,5
(10.00) Keine neuen Erkenntnisse erwartet.
EU Einzelhandelsumsätze (M/J) Dez.
-0,8%/-2,5%
0,3%/-1,3%
(11.00) Der „Retail-Blues“ bleibt dominant.
USA US-Arbeitsmarktbericht (Nonfarm Payrolls/Quote) Januar
200.000 / 8,5%
150.000 / 8,5%
(14.30) Saisonale Faktoren mit Überraschungspotential.
USA Auftragseingang Industrie Dez.
1,8%
1,5%
(16.00) Fortsetzung des Aufschwungs.
USA ISM-Dienstleistungsindex Januar
53,0
53,0
(16.00) Keine Veränderung unterstellt.

 

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