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Konjunktur-Indikator Deutschland, Thomas Spörer
von Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank
6. Dezember 2011
Merkel und Sarkozy dezidieren Pläne – Standard & Poors mit zweifelhaften Nikolauspräsent
Der Euro eröffnet heute (07.45 Uhr) bei 1.3385, nachdem im Verlauf der letzten 24 Handelsstunden Tiefstkurse im asiatischen Handel bei 1.3363 markiert wurden. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 77.75. In der Folge notiert EUR-JPY bei 104.05, während EUR-CHF bei 1.2350 oszilliert.
Kanzlerin Merkel und Präsident Sarkozy haben gestern ihre Pläne einer Stabilitätsunion erläutert:
Gestern wurde damit deutlich, dass die beiden führenden Wirtschaftsnationen in der Eurozone eine gemeinsame Agenda haben. Die Stabilitätsunion wird umgesetzt. Sie ist wiederum Voraussetzung für eine Fiskalunion.
Diese äußerst positive Entwicklung wird von Standard & Poors bei dem Rundumschlag gegen die Eurozone wie folgt interpretiert: „S&P begründete den Schritt mit einer besorgniserregenden Entwicklung in der von der Schuldenkrise gebeutelten Euro-Zone. In den vergangenen Wochen habe der Druck auf die Kreditwürdigkeit des gesamten Währungsraums zugenommen. Die Agentur bescheinigte der Politik anhaltende Unstimmigkeiten darüber, wie mit der Krise umgegangen werden soll.“
Hier liefert Standard & Poors schlicht weg und ergreifend Unwahrheiten. Bis zu der Ankündigung von S&P kam es zu einer deutlichen Reduzierung der Risikoaufschläge bei Frankreich, Italien und Spanien. Die Ankündigung Merkels und Sarkozys konterkariert die Einlassung seitens Standard & Poors bezüglich unterstellter Unstimmigkeiten vollständig.
Fakt ist, dass Standard & Poors als auch die anderen Ratingagenturen in den letzten knapp 2 Jahren latent eine Politik verfolgten, den Reformprozess in der Eurozone zu unterminieren.
Zunächst wurden per 4. Quartal 2009 Reformen in den europäischen Defizitländern eingefordert.
Das war sachlich richtig und geboten.
Die Reaktionen in den europäischen Defizitländern waren in der Folge in der Reformpolitik nachhaltig und sogar historisch einmalig!
Aus einem solchen Kontext heraus Länder der Eurozone trotz Aufsetzung des EFSF zur Überbrückung kurzfristiger Liquiditätsengpässe in die Kapitalmarktunfähigkeit abzuschreiben oder jetzt rundum herabzustufen, ist entweder Ausdruck eines Mangels an Basiswissen über die Zusammenhänge zwischen Wirtschaft und Fiskallage oder aber Ausdruck einer politischen Agenda.
In der Tat hätten die Einstufungen der Bonität der Defizitländer unter sachlichen Gesichtspunkten unwesentlich herabgestuft oder beibehalten werden sollen.
Das hätte verdiente Kapitalzuflüsse mit sich gebracht, da die Zukunftsfähigkeit der Geschäftsmodelle durch die Reformen der Länder erhöht wurde. Damit wäre der Reformprozess unterstützt worden. Die konjunkturelle Traktion der Reformen wäre deutlich spürbar geworden.
Fakt ist aber auch, dass eine sachliche Politik der Ratingagenturen ohne aggressive
Herabstufungen der europäischen Defizitländer für die USA sehr belastend ausgefallen
wäre.
Wären Kapitalmarktzuflüsse in die Eurozone dank der Reformen geflossen, hätten die
Reformen damit kurzfristige Traktion erzielt. Was wäre dann mit den reformunfähigen USApassiert? Wären genügend Kapitalmarktzuflüsse in die USA gewährleistet gewesen?
Wer sich um diesen Fragenkomplex kümmert, erhält einen voraussichtlich sachlicheren Hintergrund, um die gegenwärtigen Schritte der Ratingagenturen nachvollziehen zu können.
Wir haben uns aus diesem Grunde dazu entschlossen, dem heutigen Report einen Artikel zu dem Thema „Wirtschaftskrieg“ als Anlage beizufügen.
Im Hinblick auf die Dominanz der Krise verzichten wir heute auf eine eingehende Kommentierung der gestern veröffentlichen Wirtschaftsdaten:
Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das eine neutrale Haltung in der Parität EUR-USD favorisiert. Ein nachhaltiger Ausbruch aus der Bandbreite 1.3150 – 1.3710 eröffnet neue Potentiale.
Aus aktuellem Anlass bezüglich des Themas Wirtschaftskrieg erlauben wir uns, den Artikel „Pentagon prepares for economic warfare“ aus dem Politmagazin „Politico“ aus dem Jahre 2009 als Anlage beizufügen. Um den Hintergrund „Politicos“ darzustellen ist eine Beschreibung von Wikipedia beigefügt. Die Gedanken sind sehr frei …
Pentagon preps for economic warfare
Termine 6.12.2011:
| Daten | zuletzt: | Konsensus: | Bewertung | |
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| EU | BIP Revision (Q/J) 3.Q. | 0,2%/1,4% |
0,2%/1,4% |
(11.00) Keine neuen Erkenntnisse erwartet. |
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+0,8% |
(12.00) Raum für Überraschungen. |
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