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Juni 2011
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von Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank
3. November 2011
Griechenland erhält vorerst keine Zahlungen - EUR/USD wieder etwas unter Druck
Nach der gestrigen Erholung eröffnet der Euro heute Morgen (08.15 Uhr) bei 1,3670. EUR/JPY (106,70) und USD/JPY (78,00) zeigen sich wenig verändert. EUR/CHF ist erneut etwas unter Druck (1,2140).
Angela Merkel und Nicolas Sarkozy sind gestern Abend deutlich geworden: Vorerst werden die Hilszahlungen an Athen eingestellt. „Wir lassen uns den Euro nicht kaputt machen“ oder „Wir sind bereit zu helfen, das ist die Basis der europäischen Solidarität, aber das schließt ein, dass auch Griechenland seine Verpflichtungen erfüllt“ oder „Dem Volk die Stimme zu geben, ist stets legitim – aber die Solidarität aller Länder der Euro-Zone greift nur dann, wenn jeder zustimmt, die nötigen Anstrengungen zu machen „ oder“ Wir verteidigen den Euro. Wir wollen das mit Griechenland gemeinsam tun. Aber wir sagen auch, dass wir das große Einigungswerk nicht aufs Spiel setzen. Das sind unsere Prioritäten“.
Durch die Blume wurde Griechenland deutlich gemacht, daß auch ein Austritt Athens aus aus der Euro-Zone denkbar ist. Die genaue Ausgestaltung des Referendums ist noch nicht bekannt.
Merkel und Sarkozy haben Papandreou wohl geraten, die Abstimmung auf einen Verleib in der Euro-Zone zuzuschneiden. Für diese Frage gibt es in Griechenland wohl eine Mehrheit. Aus Griechenland wird allerdings gemunkelt, daß nur das Rettungspaket zur Abstimmung stehen soll.
Dafür gibt es derzeit keine Mehrheit im griechischen Volk. Anfang Dezember scheint sich als Zeitraum für die Abhaltung des Referendums abzuzeichnen.
Die Fed hat die Zinsen gestern gleich gelassen. Gleichzeitig wurde deutlich, daß uns das niedrige Zinsniveau wohl noch einige Zeit erhalten bleibt. Der Arbeitsmarkt bleibt weiter das „Problemkind“. Verbesserungen werden von Bernanke nach wie vor als nur graduell eingestuft.
Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Oktober gesunken Es waren 2,737 Mio. Arbeitslose registriert. Das waren 59.000 weniger als im September und 204.000 weniger als vor einem Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Punkte auf 6,5 Prozent.
Wichtig ist heute natürlich die EZB-Zinsentscheidung. Die Leitzinsen werden wohl nicht verändert.
Überraschungen würden in der derzeitigen Situation sicherlich auch zu starken Kursbewegungen am Devisenmarkt führen. Ferner erwarten wir noch einige US-Daten. Diese sind im einzelnen unten aufgeführt und werden morgen an dieser Stelle ausführlich behandelt.
Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das zunächst eine neutrale Haltung in der Parität EUR-USD favorisiert. Ein Ausbruch aus der Bandbreite 1.3350 – 1.3880 eröffnet neue Opportunitäten.
Termine 3.11.2011:
| Daten | zuletzt: | Konsensus: | Bewertung | |
|---|---|---|---|---|
| EU | Zinsentscheidung und Pressekonferenz Nov. | 1,50% |
1,50% |
(13.45) Wohl keine Veränderung der Leitzinsen. |
| USA | Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe 29.10. | 402.000 |
400.000 |
(13.30) Keine Veränderung unterstellt. |
| USA | Auftragseingang Industrie Sep. | -0,2% |
0,1% |
(15.00) Leichter Rückgang erwartet. |
| USA | ISM-Dienstleistungsindex Okt. | 53,0 |
53,5 |
(15.00) Immerhin über 50 … |
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