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Januar 2010
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November 2009
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von Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank
1. Juni 2010
Fitch/Spanien halb verdaut – Ein Wort zu Ex-Bundespräsident Köhler
EUR/USD eröffnet heute bei 1.2285 (07.40 Uhr), nachdem im asiatischen Handel Tiefstkurse der letzten 24 Handelsstunden bei 1.2246 markiert wurden Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 91.20. In der Folge notiert EUR/JPY bei 112.00, während EUR-CHF bei 1.4190 oszilliert.
Der Euro konnte sich zunächst nicht von den Kursverlusten durch die Herabstufung Spaniens erholen. Das durch die Meldung verursachte Kursniveau obwaltet auch heute morgen.
Im Hinblick auf den „Trackrecord“ der Ratingveranstaltungen in den letzten 10 Jahren ist es erstaunlich, daß der Markt dieser Klientel schlußendlich so viel Einfluß zugesteht.
Damit beschließen wir das Thema Rating Spanien und gratulieren Südeuropa zu den mutigen Reformschritten, die so niemand auch nur vor 12 Monaten sich vorstellen konnte und bedauern gleichzeitig, daß den Ratingagenturen genau dieser Umstand in ihrer Bewertung nichts wert ist.
Gestern trat Bundespräsident Köhler zurück. Sein Rücktritt wurde zum beherrschenden Thema für Politik und Wirtschaft auf medialer Basis und damit sehen wir uns auch veranlaßt, diesem Thema ein paar Worte zu widmen.
Köhler hat dem Amt eine neue, eine sehr lebendige Facette gegeben. Er mischte sich ein, er definierte seine Aufgabe definitiv nicht als Frühstücksdirektor Deutschlands, sondern er sah sich in seiner Funktion als „Erster Mann“ Deutschlands auch immer als intellektueller Katalysator des politischen Hier und Jetzt.
Insbesondere seine Einlassungen zu der Finanzkrise und zu den Finanzakteuren waren erfrischend und auch für mich persönlich ein Stück weit Ermutigung, weiter für die Sache und nicht für Partikularinteressen einzustehen.
Vielen hat er mit seinem neuen ungewohnten Stil immer in angemessener Form und Diplomatie auf die Füße getreten. Ich erlaube mir zu sagen, daß jedoch nur die Füße getroffen wurden, die es nach meinem Verständnis längst verdienten.
Vor diesem Hintergrund stellt seine Entscheidung einen herben Verlust für die politische Kultur Deutschlands dar.
Es griffe aber zu kurz, nur diesen Blickwinkel zu belegen. Das Glas ist eben nach Köhler auch halbvoll. Er hat Akzente gesetzt, an denen sich hoffentlich der oder die nächste Präsident/Präsidentin ausrichten wird.
Fakt ist, wir brauchen die Einmischung von der höchsten Position des Staats nach der Art Köhlers, die nicht nur eine parteipolitische Färbung nach Art von Regierungen hat, sondern die sich an dem Allgemeinwohl und dem Allgemeinbefinden unter Gesichtspunkten des GMv (Gesunder Menschenverstand) leiten läßt!
Kommen wir zu den gestrigen Veröffentlichingen aus der Eurozone:
Die Geldmenge M-3 sank per April im Jahresvergleich um -0,1%. Die Prognose lag bei -0,2%. Im Monatsvergleich ergab sich eine Zunahme um 0,7%. Den dritten Monat in Folge stellen sich im Monatsvergleich damit Zuwächse ein. Das darf als moderater Ausdruck einer Belebung interpretiert werden.
Auch die Tatsache, daß die Kreditvergabe an den privaten Sektor im Jahresvergleich um 0,1% nach zuvor -0,2% zulegte, darf als ermutigende Tendenz gewertet werden.

Der „Business and Consumer Survey“ enttäuschte per Mai mit einem nicht erwateten Rückgang von 100,6 auf 98,4 Punkte. Analysten hatten einen Anstieg auf 100,8 Zähler unterstellt. Bis auf den Industriesektor kam es durchgehend zu rückläufigen Entwicklungen.
Die rückläufige Tendenz muß im Zusammenhang mit der Staatsdefizitdebatte Südeuropas interpretiert werden. Diese Debatte schürt Unsicherheit und wirkt sich entsprechend in der Bewertung durch die Wirtschaftssubjekte belastend aus.
Die unangebrachte Dramatisierung des Problems, das in der Eurozone als einziger großen Zone der westlichen Welt im Gegensatz zu USA, UK und Japan markant adressiert wird, ruft zunächst einen Schaden in der Stimmung aus (Australien, Kanada, Norwegen, Schweden … haben alle keine vergleichbaren Probleme).
Wir gehen unverändert davon aus, daß der Markt die notwendige Nüchternheit entwickeln wird, den nachhaltigen Genesungsprozess der Weltkonjunktur nicht durch unangebrachte Spekulation und Stimmungsmache in Fage zu stellen. Nur eine schwache Weltkonjunktur kann die positiven fiskalischen Folgen, die die Erholung jetzt zeitigt, wieder zunichte machen.
Fakt ist, daß das Steueraufkommen der Konjunkturlage folgt. Wer jetzt den Aufschwung zerredet und durch sein Tun diese Entwicklung konterkariert, muß sich seiner Verantwortung dabei bewußt sein … „Food for thought!“
Der Chart impliziert nach dem stringenten Anstieg der letzten 12 Monate erstmalig eine Korrektur.
Diskussionen über eine Trendwende sind derzeit unangebracht.

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das nach wie vor eine neutrale Haltung in der Parität EUR-USD favorisiert. Ein nachhaltiger Ausbruch aus der Bandbreite 1.2130 – 1.2480 eröffnet neue Opportunitäten.
Termine am 1.6.2010:
| Daten | zuletzt: | Konsensus: | Bewertung: | |
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| EU | Einkaufsmanagerindex Produktion Mai | 55,9 |
55,9 |
(10.00) Stabilität auferhöhtem expansivem Niveau |
| D | Arbeitslosenrate Mai | 8,8% |
8,9% |
(10.00) Leichte positive Überraschung möglich. |
| EU | Arbeitslosenrate April | 10,0% |
10,1% |
(11.00) Was für D gilt, gilt auch für die Eurozone. |
| USA | Bauausgaben April | 0,2% |
0,0% |
(16.00) Der „Blues“ wird wieder aufgenommen? |
| USA | ISM Index Mai | 60,4 |
59,0 |
(16.00) Voraussichtlich rückläufig, aber weiter sehr expansiv. |
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