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Forex - Tageskommentar

von Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank

27. Mai 2010

EUR/USD aktuell in einer Seitwärtsbewegung – Bereich um 1.2150 hat heute Nacht erneut gehalten

EUR/USD eröffnet heute bei 1.2260 (07.35 Uhr) – über Nacht wurden Tiefstkurse von 1.2155 gehandelt. EUR/JPY liegt aktuell bei 110.50, USD/JPY bei 90.20.

Aussagen von Frau Merkel („Wir werden uns mit aller Kraft für einen starken Euro einsetzen, wir müssen die Wettbewerbsfähigkeit aller EU-Staaten angleichen“) haben EUR/USD gestern Morgen zaghaft unterstützt. Der Euro stabilisierte sich über 1,2300, bekam aber keinen nachhaltig positiven Antrieb und gab die Gewinne ebenso schnell wieder ab. Dies verdeutlicht die aktuelle Situation. Die Marktteilnehmer sind bei steigenden Kursen sehr schnell bereit Long-Positionen wieder abzugeben. Man freut sich über „kleine Gewinne“ in diesen Gegenbewegungen – eine etwas größer ausfallende Aufwärtsbewegung von EUR/USD konnte noch nicht eingeleitet werden.
Dementsprechend muss damit gerechnet werden, dass sich noch einmal Druck auf die 1,2000 aufbauen wird. 1.2130 (als Tiefstkurs der vergangenen vier Jahre) ist ein sinnvoller Stop.

Die OECD schwenkt um und erwartet für Deutschland nun auch ein höheres BIP-Wachstum für die nächsten beiden Jahre. In 2010 wird nun ein Wachstum von 2,0 prognostiziert – gegenüber der Vorhersage aus dem vergangenen November hat sich dieser Prognosewert nahezu verdoppelt. Für 2011 liegt die Prognose sogar bei 2,1%.

Die Bestellungen langlebiger Wirtschaftsgüter in den USA legten im April deutlich zu (+2,9% gegenüber dem Vormonat). Diese Datenreihe ist naturgemäß sehr volatil. Bei kritischer Hinterfragung lässt sich feststellen, dass der Zuwachs insbesondere durch Gr0ßorders im Flugzeugbereich zustande kam (Boing hatte im April 34 Aufträge für das 777-Modell erhalten).
Ohne diesen Sektor wären die Auftragseingänge um 1% zurückgegangen. Es ist also nicht alles Gold was glänzt……

Zu den Zahlen von heute. Wir erwarten ausschließlich aus den USA wichtige Wirtschaftsdaten.
Der Trend bei den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe sollte sich fortsetzen. Das vergangene Jahr ist in der untenstehenden Graphik veranschaulicht.

chart

Die Daten zum Bruttoinlandsprodukt sollten nicht überraschen – es handelt sich hier auch nur um eine Revision der 1. Schätzung. Am späten Nachmittag folgen noch Daten aus Kansas, für die keine Prognose erhältlich sind.

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das nach wie vor eine neutrale Haltung in der Parität EUR-USD favorisiert. Ein nachhaltiger Ausbruch aus der Bandbreite 1.2130 – 1.2670 eröffnet neue Opportunitäten.

 

 

Termine am 27.5.2010:

  Daten zuletzt: Konsensus: Bewertung:
USA Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe 22.5.
471.000
455.000
(14.30) Der Trend zeigt weiter abwärts
USA GDP Q1
3,2%
annual.
3,4%
(14.30) Leichte Erhöhung prognostiziert
USA Kansas City Fed Manufacturing Index Mai
24
---
(17.00) Keine Prognose erhältlich

 

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