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Forex - Tageskommentar

von Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank

3. Mai 2010

Das Griechenlandpaket steht!

EUR/USD eröffnet heute bei 1.3240 (07.35 Uhr), nachdem am Freitag im europäischen Geschäft
Höchstkurse der letzten 24 Handelsstunden bei 1.3342 markiert wurden. Der USD notiert gegenüber dem JPY bei 94.00. EUR-JPY stellt sich in der Folge auf 124.45, während EUR-CHF bei 1.4325 oszilliert.

Am Wochenende wurde das Griechenlandshilfspaket in einem Volumen von 110 Mrd. Euro geschnürt. Die Eurozone trägt 80 Mrd. Euro (D circa 22 Mrd. Euro), während der Anteil des IWF bei 30 Mrd. Euro liegt. Damit wird Griechenland für die nächsten drei Jahre in der Refinanzierung vom Kapitalmarkt genommen und der Spekulation gegen Griechenland ein gutes Stück weit die Basis entzogen.
Neben den Kreditzusagen für die kommenden drei Jahre inkludiert es ein massives Spar- und Restrukturierungsprogramm (circa 13% des BIP), das unter anderem eine weitere
Mehrwertsteuererhöhung um 2% auf dann 23% vorsieht. Der Ansatz über die Verbrauchssteuern ist massiv. Insgesamt stellt sich die Erhöhung der Umsatzsteuer seit Beginn des Jahres nun auf 4% neben Erhöhungen der Steuern für Luxusgüter, Tabak und Alkohol. Hier ergeben sich direkte kurzfristige Effekte. Darüber hinaus weisen die Einschnitte bei Pensionsalter, Pensionshöhe oder Streichung von Sonderzahlungen alle in die richtige Richtung.
Die Einschaltung des IWF und der EU ist gleichbedeutend mit einem Verlust der Exekutivgewalt der griechischen Regierung. Diesbezüglich darf man davon ausgehen, daß die levantinische Lebensart eine nordeuropäische Färbung annehmen wird!
Zurückblickend sind wir schlußendlich bei dem Problemfall Griechenland bei der teuersten Option gelandet, da die zögerliche und widerspenstige Haltung der deutschen Regierung in der Phase März bis Ende April die anderen Optionen verstellte.
In der Folge verlor Griechenland die Kapitalmarktfähigkeit und andere südeuropäische Länder sind durch erhöhte Risikoaufschläge belastet worden. Hier sind von Deutschland Rechnungen aufgemacht worden, die erst später durch Deutschland beglichen werden müssen …
Die jetzige Lösung ist auf ersten Blick teuer, aber sie ist auch die nachhaltigste Option, da sie Griechenland für die nächsten drei Jahre von dem Refinanzierungsdruck über den Markt befreit.
Fakt ist und bleibt, daß der Auftritt der deutschen Bundesregierung für Deutschland genau das Gegenteil dessen erbrachte, was gewünscht war. Am Anfang hätte der Schwur gereicht, dann wären 8,4 Mrd. Euro an Kreditzusagen ausreichend gewesen, nun können es etwa bis zu 22 Mrd. Euro an Krediten werden.
Wie heißt es so einleuchtend: Das Eine, das man will, das Andere, was man kriegt …

Die Daten aus der Eurozone entsprachen den Erwartungen und hatten keinen beachtenswerten Markteinfluß.
Die erste Schätzung der Verbraucherpreise per April lieferte einen Anstieg im Jahresvergleich um 1,5% nach zuvor 1,4%. Der Blick auf den Chart unterstreicht den markanten Anstieg um 2,2% im Verlauf von neun Monaten seit Juli 2009 von -0,7% auf nun +1,5%.

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Die Arbeitslosenrate der Eurozone verharrte per März unverändert bei 10,0% und bestätigte damit das höchste Niveau der Beschäftigungslosigkeit seit 1998. Spanien bleibt der Spitzenreiter mit 19,1%. Deutschland weist in dieser Statistik eine Quote in Höhe von 7,3% aus.

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Die Daten aus den USA lieferten ein ambivalentes Ergebnis:
Der Einkaufsmanagerindex aus Chicago legte deutlich von zuvor 58,8 auf 63,8 Punkte zu. Die Prognose war bei 60,0 Zählern angesiedelt.
Der Auftragsindex verbesserte sich von 61,8 auf 65,2 Punkte. Der Produktionsindex nahm von 60,5 auf 63,1 Zähler zu und der Beschäftigungsindex stieg von 53,1 auf 57,2 Punkte. Mithin ergab sich ein stimmiges Bild.
Es bleibt dabei, daß der produzierende Sektor in den USA nachhaltig reüssiert, da er mit der Weltwirtschaft eng verzahnt ist. Die binnenwirtschaftlichen Wachstumskräfte außerhalb diesen Bereichs bleiben unterproportional ausgeprägt.

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Das Verbrauchervertrauen nach Lesart der Uni Michigan sank per April laut finaler Berechnung im Monatsvergleich von 73,6 auf 72,2 Punkte. Gegenüber dem vorläufigen Wert bei 69,5 Punkten ergab sich ein besseres Ergebnis als erwartet (71,0 Punkte).

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Enttäuschend fiel die erste Schätzung des US-BIP per 1. Quartal 2010 aus. In der auf das Jahr hoch gerechneten Berechnungsweise (aktuelles Ergebnis multipliziert mit 4 = annualisierte Darstellung) kam es nur zu einem Wachstum um 3,2%. Erwartet war eine Zunahme um 3,4%.
Unsere kritische Sichtweise zur Datenqualität setzen wir als bekannt voraus.

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Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den EUR gegenüber dem USD favorisiert. Ein Unterschreiten der Unterstützungszone bei 1.3080 – 1.3110 neutralisiert den positiven Bias des Euros.

 

Termine am 3.5.2010:

  Daten zuletzt: Konsensus: Bewertung:
EU Einkaufsmanagerindex des produzierenden Gewerbes April
56,6
57,5
(10.00) Indikator impliziert nachhaltige Expansion.
USA Persönliche Einkommen März
0,0%
0,3%
(14.30) Leichter Anstieg unterstellt.
USA Bauausgaben März
-1,3%
0,3%
(16.00) Der „Blues“ setzt sich fort.
USA ISM-Index produzierendes Gewerbe April
59,6
60,0
(16.00) Internationale Nachfrage unterstützt den Produktionssektor.

 

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