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von Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank
20. April 2010
Euro in bekanntem Fahrwasser…
EUR/USD eröffnet heute bei 1.3470 (07.45 Uhr), nachdem gestern im europäischen Geschäft
Tiefstkurse der letzten 24 Handelsstunden bei 1.3417 markiert wurden. Der USD notiert gegenüber dem JPY bei 92.60, EUR-JPY stellt sich in der Folge auf 124.75, während EUR-CHF bei 1.4340 oszilliert.
Der japanische Finanzminister Kan erklärte, daß auf der anstehenden G-20 Sitzung die Bankenregulierung als auch das Problem „Goldman Sachs“ diskutiert würden.
Das aktuelle Problem Goldman Sachs reiht sich in eine Phalanx von Fehlverhalten aus der Bankenaristokratie ein. Regelmäßig wurden diesen Banken in den letzten Jahren Pönalen im Rahmen eines Vergleichs auferlegt, die eine weitere Rechtsverfolgung jedoch ausschlossen.
Es ist an der Zeit den Teilnehmern der globalen Bankenaristokratie ernsthaft Grenzen aufzuzeigen.
Es ist an der Zeit, daß für nachhaltiges Fehlverhalten nicht nur halbherzige Pönalen im Rahmen von Vergleichen auferlegt werden, die den Geschädigten die Klagemöglichkeit entziehen.
Es ist an der Zeit, der Hybris (Selbstüberschätzung) der Bankenaristokratie nachhaltig zu begegnen.
In meiner Bankausbildung als Azubi der Deutschen Bank lernten wir, daß der perfekte Markt ein Polypol erforderte.
Die globale Bankenaristokratie, die sich seit Anfang der 90er Jahre entwickelt hat, bietet jedoch Ansätze eines Oligopols und erfüllt diese Anforderung auch nicht ansatzweise. Mehr noch läßt sich feststellen, daß einzelne Banken, beispielsweise JP Morgan, eine absolut dominante Stellung in einigen Feldern (Derivate, Gold …) haben, die den Eindruck eines Oligopols mit monopolistischen Zügen aufweisen.
Darüber hinaus haben Banken für die nationalen Staaten/Wirtschaftsräume volkswirtschaftliche Funktionen zu erfüllen. Es stellt sich die Frage, welcher nationalen Volkswirtschaft ein „Global Player“ gegenüber loyal ist? Ist er vielleicht nur dem Aktionär gegenüber loyal? Aus solchen Beweggründen lassen sich dann auch unter Umständen Eigenkapitalrenditeziele bei 25% ableiten, die historisch aus der tugendhaften Wahrnehmung der Funktion einer Bank nicht ableitbar sind!
Fakt ist, daß EK-Renditen von mehr als 15% vor diesem Hintergrund als „sportlich“ zu bewerten sind.
EK-Renditen von 25% sind gut laufenden Hedge Funds zuzuordnen. Wer diese Rendite erzielen will, muß schlußendlich auch die Risiken eines Hedge Funds eingehen. Das verträgt sich jedoch nicht mit der Wahrnehmung der Funktion einer Bank!
Schlußendlich gilt es, die globale Bankenaristokratie zu zerschlagen. Ein granulares System liefert eine höhere Risikotragfähigkeit, da jedes Institut scheitern kann und diesbezüglich eine angemessene Risikopolitik implementiert wird.
Das Argument, daß große global tätige Unternehmen auch entsprechend große global agierende Banken benötigen, ist nicht stichhaltig. Für derartige Unternehmen bieten sich Lösungen in Form syndizierter Kredite an.
Erst 1998 wurde das Trennbankensystem in den USA, daß nach dem „Crash“ von 1929-32 im Rahmen des Glass-Steagall Acts eingeführt wurde (seinerzeit waren es die Trusts, die wie die Bankenaristokratie heute agierten), vollständig in den USA aufgehoben. Kaum 10 Jahre später war erneut zu viel „Spielfreude“ wesentlicher Katalysator der Krise.
Aus diesen Fehlern gilt es zu lernen. Selbstregulierung für „Global Player“ ist wie antiautoritäre Erziehung. Am Ende geht es schief!
Gestern standen lediglich die Frühindikatoren aus den USA auf der Agenda. Per März kam es zu einem unerwartet deutlichen Anstieg um 1,4% im Monatsvergleich. Darüber hinaus wurde der Vormonatswert von +0,1% auf +0,4% revidiert.
Der Index stellt sich nun auf 109,6 Punkte. Der Basiswert wurde 2004 auf 100 Punkte gesetzt. Vor Ausbruch der Krise lag dieser Index per Juli 2007 bei 138,7 Punkten. Der Tiefpunkt wurde per März 2009 bei 97,7 Punkten markiert.
Der aktuelle Wert impliziert eine Fortsetzung der Erholung der US-Wirtschaft mit leicht erhöhtem Tempo. Seit April 2009 ergeben sich durchgehend positive Werte im Monatsvergleich.

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den EUR gegenüber dem USD favorisiert. Ein nachhaltiges Unterschreiten der Unterstützungszone bei 1.3250-80 neutralisiert den positiven Bias des Euros.
Termine am 20.4.2010:
| Daten | zuletzt: | Konsensus: | Bewertung: | |
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| EU | Leistungsbilanz unbereinigt Feb. | -16,7 Mrd. |
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(10.00) Stabilisierung favorisiert. |
| D | ZEW-Index April | 44,5 |
45,1 |
(11.00) Leichter Anstieg unterstellt. |
| USA | ABC News Money Magazine Consumer Comfort Index 17.04. | -47 |
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(23.00) Keine Prognose erhältlich. |
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