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von Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank
17. März 2010
EUR-USD freundlicher – FOMC erfüllt Erwartungshaltung!
EUR/USD eröffnet heute bei 1.3790 (07.55 Uhr), nachdem am Freitag im europäischen Handel Höchstkurse der letzten 24 Handelsstunden bei 1.3795 markiert wurden. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 90.55. In der Folge notiert EUR/JPY bei 124.90, während EUR/CHF bei 1.4525 oszilliert.
Die US-Zentralbank hat den Erwartungen entsprechend den Leitzins in der Bandbreite zwischen 0,00% - 0,25% belassen. Herr Hoenig stimmt als einziger gegen eine Fortsetzung der aktuellen Niedrigstzinspolitik. So viel zu Stabilitätspolitik (CPI 2,7%, PPI 4,6%).
Der Offenmarktausschuß wird die Zinsen für einen längeren Zeitraum außergewöhnlich niedrig halten. Das Thema, daß die USA zuerst die Zinspolitik verändern, dürfte damit abgeschlossen sein.
Nach Einschätzung der Fed wird die Erholung der US-Wirtschaft moderat verlaufen. Dem stimmen wir zu. Unsere favorisierte Metapher bleibt das Bild eines soliden 3,2 Liter Sechszylinders, der nur auf 2 Zylindern läuft. Das sind die „Zylinder“, die direkt mit der Weltwirtschaft verlinkt sind. Binnenwirtschaftlich läßt sich die Belebung nicht in ansprechender Art und Weise belegen.
Man werde die Instrumente der Zentralbank gemäß der Notwendigkeiten der Erholung und stabiler Preise einsetzen. Nun denn, wir hoffen, daß die Vergangenheit (Trackrecord Greenspan/Bernanke) nicht Prolog ist. Es ist immer problematisch, wenn die „Täter“ von gestern die „Wohltäter“ von heute und morgen sein wollen!

Der deutsche ZEW-Index sank per März von zuvor 45,1 auf 44,5 Punkte weniger stark als von Analysten im Vorwege unterstellt. Die Prognose lag bei 43,7 Zählern.
Damit sank der Index auf den niedrigsten Stand seit Juli 2009. Der Blick auf den Chart verdeutlicht, daß diese Abschwächung in den letzten Monaten nicht als dramatisch einzustufen ist.
Auch das aktuelle Niveau dieses Index impliziert mindestens Stabilität, eher jedoch solides Wachstum.

Die Verbraucherpreise der Eurozone lieferten per Februar laut finaler Berechnung einen Anstieg im Jahresvergleich um 0,9% nach zuvor 1,0%. Das entsprach exakt den Erwartungen. Die Kernrate (Verbraucherpreise ohne Spaß, exklusive Tabak, Alkohol, Energie und Lebensmittel) stellte sich auf 0,8% nach zuvor 0,9%.
Der Blick auf den Chart verdeutlicht, daß losgelöst von der Kernrate ein Trendwechsel eingesetzt hat.

Aus den USA standen gestern die Neubaubeginne per Februar um Fokus. Auf annualisierter Basis kam es zu einem Rückgang von 611.000 (revidiert von 591.000) auf 575.000 Objekte. Die aktuellen Schwankungen fallen stochastisch aus. Der Blick auf den langfristigen Chart impliziert eine Bodenbildung ohne eine tragende Aufwärtsdynamik anzudeuten.

Zwecks Arrondierung des Bildes am US-Wohnimmobilienmarkt macht es Sinn, sich auf den „NAHB-Housing Market Index“ zu kaprizieren, der am Montag abend veröffentlicht wurde. Dieser Index, der als Frühindikator interpretiert wird, sank unerwartet von zuvor 17 auf 15 Punkte. Erst ein Indexwert bei 50 Punkten wird als neutral eingestuft. Der Blick auf den Chart mach unmißverständlich klar, daß dieser Sektor der US-Wirtschaft unverändert den tiefsten „Blues“ von sich gibt.

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das nach wie vor den Euro gegenüber dem USD favorisiert. Ein Unterschreiten der Unterstützung bei 1.3430-1.3450 neutralisiert den positiven Bias des Euros.
Termine am 17.3.2010:
| Daten | zuletzt: | Konsensus: | Bewertung: | |
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| USA | Erzeugerpreise (M/J) Feb. | +1,4%/+4,6% |
-0,2%/+4,9% |
(13.30) Keine wesentlichen neuen Erkenntnisse. |
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