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von Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank
5. Januar 2010
EUR-USD liefert erste Anzeichen einer Erholung!
Der Euro eröffnet (07.40 Uhr) bei 1.4455, nachdem gestern im späten asiatischen Handel Höchstkurse der letzten 24 Handelsstunden bei 1.4471 markiert wurden. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 91.75. In der Folge notiert EUR-JPY bei 132.65, während EUR-CHF bei 1.4855 oszilliert.
Der Einkaufsmanagerindex der Eurozone für das produzierende und verarbeitende Gewerbe legte den Erwartungen entsprechend von zuvor 51,2 auf 51,6 Punkte zu.
Der deutsche Subindex markierte mit einem Anstieg von 52,4 auf 52,7 Punkte den höchsten Wert seit Mai 2008. Dieser Wert wirft übrigens Fragen bezüglich des Mißbrauchs der Kurzarbeiterregelung auf. Aber auch in Frankreich (von 54,4 auf 54,7) und Italien (von 50,1 auf 50,8) kam es zu weiteren Anstiegen. Spanien lieferte dagegen eine Enttäuschung mit einem Rückgang von 45,3 auf 45,2 Punkte.
Der britische Einkaufsmanagerindex legte per Dezember von zuvor 51,8 auf 54,1 Punkte zu und markierte damit den höchsten Wert seit 25 Monaten. Der Auftragsindex erreichte das höchste Niveau seit Juli 2007.
Der chinesische Einkaufsmanagerindex (HSBC) markierte per Dezember mit 56,1 Punkten einen historischen Höchstwert in dieser seit 2004 erhobenen Datenreihe. Das Gesamtbild aus Asien bleibt bezüglich der Einkaufsmanagerindices weiterhin nachhaltig auf Expansion ausgerichtet.
Der ISM-Index aus den USA überraschte positiv mit einer Zunahme von zuvor 53,6 auf 55,9 Punkte. Damit markierte der Index den höchsten Wert seit April 2006! Die Konsensusprognose war bei 54,0 Punkten angesiedelt. Der Durchschnitt per 4. Quartal stellt sich auf 55,1 nach 51,5 Punkten per 3. Quartal 2009. Der Bereich Produktion liefert damit Wachstumsbeiträge. Er hat einen Anteil von gut 10% am US-BIP (international unterproportional).
Der Produktionsindex verbesserte sich von 59,9 auf 61,8 Zähler. Der Auftragsindex legte von 60,3 auf 65,5 Punkte zu. Hier wurde das höchste Niveau seit Dezember 2006 erreicht. Der Beschäftigungsindex verzeichnete eine Anstieg von 50,8 auf 52,0 Punkte und bewegt sich damit den dritten Monat in Folge oberhalb der kritischen Marke von 50 Punkten, die zwischen Kontraktion und Expansion unterscheidet.
Der Blick auf den langfristigen Chart verdeutlicht, daß die Erholung in diesem Sektor prägnant ausfällt.

Die Einkaufsmanagerindices aus den unterschiedlichen Regionen, ob USA, Europa oder Asien belegen, daß sich die Weltwirtschaft homogen beschleunigt. Das ist die positive Nachricht, die zu Jahresbeginn dominiert.
Für die USA gab es gestern aber auch Wasser in den Wein. Die Bauausgaben sanken per November unerwartet stark um -0,6% im Monatsvergleich. Die Prognose lag bei -0,4%. Der Vormonatswert wurde darüber hinaus von 0,0% auf -0,5% revidiert. Damit ergeben sich durchgehend seit Mai 2009 Kontraktionen im Monatsvergleich. Martin Feldstein (Ex-Chef NBER)sagte zu Jahresbeginn treffend, daß eine nachhaltige Konjunkturerholung in den USA ohne die Bau- und Immobilienmärkte nicht möglich sei. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Heute fokussiert sich der Finanzmarkt zunächst auf den deutschen Arbeitsmarktbericht per Dezember. Die saisonal bereinigte Quote soll bei 8,1% verharren. Unverändert erwarten viele Kollegen eine deutliche Eintrübung am deutschen Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten. Die Erfahrungen der letzten Monate deuten jedoch genau in die entgegengesetzte Richtung. Ergo schließen wir auch heute keine positiven Überraschungen aus.

© Moody’s Economy.com
Bezüglich der weiteren Veröffentlichungen verweisen wir auf die unten angeführte Datenbox. Wir werden uns morgen dezidiert mit den Resultaten auseinandersetzen.
Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das zunächst eine neutrale Haltung in der Parität EUR-USD favorisiert. Ein nachhaltiges Überwinden des Widerstandsniveaus bei 1.4450-80 dreht den Bias des Euros auf „Positiv“.
Termine am 5.1.2010:
| Daten | zuletzt: | Konsensus: | Bewertung: | |
|---|---|---|---|---|
| D | Arbeitslosenrate saisonal bereinigt Dez. | 8,1% |
8,1% |
(10.00) Stabilität unterstellt. |
| EU | Verbraucherpreise 1. Schätzung Dez. | +0,5% |
+0,9% |
(16.00) Aufwärts geht's! |
| USA | Auftragseingang Industrie Nov. | +0,6% |
+0,5% |
(10.00) Erholung setzt sich fort. |
| USA | Anhängige Hausverkäufe Nov. | +3,7% |
-2,0% |
(16.00) Nüchterne Erwartungshaltung dominiert. |
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