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Forex - Tageskommentar

von Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank

11. November 2009

Euro in Schlagdistanz zu Jahreshöchstkursen – Datencocktail überwiegend erfrischend!

Der Euro eröffnet heute (07.55Uhr) bei 1.4975, nachdem gestern im europäischen Handel Höchstkurse der letzten 24 Handelsstunden bei 1.5020 markiert wurden. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 89.85. In der Folge notiert EUR-JPY bei 134.50, während EUR-CHF bei 1.5105 oszilliert.

Der Blick auf den Datencocktail ist überwiegend erfrischend. Das gilt insbesondere für den Blick nach Asien.
Die Daten aus China sind schlicht weg und ergreifend ein Stück weit spektakulär. Wir verweisen auf die Rubrik „Letzte Nachrichten“. China mit einem Anteil von mehr als 11% (steigend) am Welt-BIP ist die Zugmaschine der Weltkonjunktur.

Einschub "Letzte Nachrichten":

Die chinesischen Verbraucherpreise sind per Oktober im Jahresvergleich um -0,5% nach zuvor -0,8% gesunken.
Die chinesischen Erzeugerpreise fielen per Oktober im Jahresvergleich um -5,8% nach zuvor -7,0% per September.
Die chinesische Industrieproduktion legte im Oktober im Jahresvergleich um 16,1% nach zuvor 13,9% zu.
„Fixed Asset Investment“ nahm per Oktober im Jahresvergleich um 33,1% nach zuvor 33,3% zu.
Die chinesischen Einzelhandelsumsätze wuchsen im Jahresvergleich um 15,3% nach zuvor 15,1%.
Die chinesische Handelsbilanz wies per Oktober einen Überschuß in Höhe von 23,98 Mrd. USD nach zuvor 12,93 Mrd. USD aus.
Die Geldmenge M2 legte in China per Oktober um 29,4% nach zuvor 29,3% im Jahresvergleich zu.

Die USA mit einem Welt-BIP-Anteil von circa 20% (sinkend) sind als Bestandsmarkt zu definieren und sind nicht geeignet, in der Wiederbelebung der Konjunktur als Frühindikator der Weltkonjunkturentwicklung herangezogen zu werden.
Für die Krise galt das sehr wohl. Hintergrund dieser Divergenz sind die strukturellen Defizite der USA, beispielsweise hohe Privatverschuldung, hohe öffentliche Verschuldung, hohe Auslandsverschuldung oder die Erosion des Produktionsstocks. Diese Asymmetrie ist übrigens ein Aspekt des Mangels an Attraktivität der Weltleitwährung USD gegenüber anderen Währungen.
Mithin ist die helotische Ausrichtung an den Weltfinanzmärkten in Richtung USA nachhaltig zu hinterfragen. Das gilt um so mehr, da insbesondere die US-Aktienmärkte sehr ambitioniert bewertet sind. Das Kurs-Buchwertverhältnis des DowJones liegt bei 251%, während der DAX bei 140% und der Nikkei 225 bei 129% liegt. Die Bilanzqualität der US-Unternehmen kann definitiv nicht als Grund herhalten, diese Divergenz der Bewertung zu begründen.

Der deutsche ZEW-Index enttäuschte gestern per November auf den ersten Blick. Der Stimmungsindikator sank von zuvor 56,0 auf 51,1 Punkte. Analysten hatten einen Rückgang auf 55,0 Zähler unterstellt. Damit kam es zum zweiten Rückgang in Folge ausgehend vom Septemberwert bei 57,7 Punkten.
Der Blick auf den Chart verdeutlicht eindrucksvoll, daß das aktuelle Niveau losgelöst von dem aktuellen Rückgang als hoch klassifiziert werden muß.

chart

Die Umfrage lieferte jedoch auch positive Aspekte. Die Bewertung der aktuellen Lage verbesserte sich von -72,2 auf -65,6 Zähler. Hier stellt sich seit mai 2009 ausgehend von -92,8 Punkten eine kontinuierliche Verbesserung ein. Der aktuelle Indexstand von -65,6 Punkten liegt im Dunstkreis des Dezemberwerts 2008 (-64,5).

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den EUR gegenüber dem USD favorisiert. Ein Unterschreiten der Unterstützung bei 1.4600 - 30 neutralisiert den positiven Bias des Euros.

 

Termine am 11.11.2009:

  Daten zuletzt: Konsensus: Bewertung:
  Es stehen keine wesentlichen Daten zur Veröffentlichung an.
 

 

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