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April 2009
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von Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank
5. November 2009
FOMC wie erwartet - Finanzmärkte volatil– Daten eindeutig … EZB im Fokus!
Der Euro eröffnet heute (07.55Uhr) bei 1.4825, nachdem im US-Handel Höchstkurse der letzten 24 Handelsstunden bei 1.4908 markiert wurden. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 90.30. In der Folge notiert EUR-JPY bei 133.80, während EUR-CHF bei 1.5095 oszilliert.
Die Finanzmärkte zeigen sich in unsteter Verfassung. Erst steigende Risikoaversion bei positiv überraschenden Daten und dann plötzlich wieder geringere Risikoaversion mit freundlichen Aktienmärkten, belasteten Rentenmärkten, freundlichen Rohstoffmärkten und schwächeren „Carry“-Währungen USD und JPY markieren eine „launenhafte“ Verfassung des Marktes, die sich in hoher Volatilität niederschlägt.
Hinsichtlich der gegebenen Datenlage halten wir an der Sichtweise fest, daß die zunehmende Risikoaversion als temporäres Phänomen im Rahmen einer technischen Korrektur zu klassifizieren war und im Zweifelsfall ist.
Konkreter heißt das, das unsere Jahresprognose 2009 mit einer Zielzone für EUR-USD bei 1.55 – 1.60 unverändert Bestand hat.
Der Offenmarktausschuß der US-Zentralbank hat die Leitzinsen erwartungsgemäß unverändert bei 0,00% - 0,25% belassen.
Die US-Zentralbank betonte, daß sie die Leitzinsen für einen längeren Zeitraum auf einem außergewöhnlich niedrigen Niveau beibehalten wird. Genau diese Einlassung hat den USD gestern belastet. Im Markt kursierten im Vorwege Erwartungen, daß das Thema „Exit“ aus der Zinspolitik in dem Kommunique auftauchen könnte. Dieses Statement ist klar und eindeutig. Aus einer „Exitstrategie“ der Fed wird der USD auf absehbare Zeit keine Kraft saugen können. Im Gegenteil spricht die Aufgabenstellung der EZB solitär in Richtung Stabilitätspolitik dafür, daß das Thema Zinsdifferenz eine erschwerte Hypothek für den USD werden wird.
Die Inflation werde sich weiter auf sehr niedrigem Niveau bewegen. Die Wirtschaft werde weiterhin schwach bleiben. Die konjunkturelle Lage hätte sich jedoch gebessert. Hier trägt der Offenmarktausschuß der Tatsache Rechnung, daß die USA der Weltwirtschaft hinterherhinken.
Dieser Realitätssinn ist erfrischend.
Bevor wir uns mit den gestrigen Veröffentlichungen aus den USA beschäftigen, werfen wir einen Blick auf die Konjunkturkarte der USA.
Die Konjunkturkarte liefert zwei Erkenntnisse. Einerseits ist das Bild ermutigend, da es gegenüber den Vormonaten eine deutliche Verbesserung belegt.
Andererseits zeigt es aber auch, daß die USA konjunkturell der Weltwirtschaft hinterherlaufen.
Genau das ist Ausdruck der strukturellen und eben nicht nur zyklischen Probleme in den USA.
Von daher sind die Einlassungen des Offenmarktausschusses absolut stringent und verständlich!

Wenden wir uns damit den Veröffentlichungen der Eurozone zu, die das Thema zunehmender Risikoaversion umfassend konterkarieren.
Der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor überraschte positiv mit einem Anstieg per Oktober von zuvor 50,9 auf 52,6 Punkte. Die Konsensusprognose war bei 52,3 Zählern angesiedelt. Das aktuelle Niveau spiegelt nicht nur ein solides, sondern ein zunehmendes Wachstum im Dienstleistungssektor der Eurozone.
Die Erzeugerpreise der Eurozone sanken den Erwartungen entsprechend um -0,4% per September im Monatsvergleich. Im Jahresvergleich übersetzte sich dieses Ergebnis in einen Rückgang um -7,7%.

Der US-Datenkalender lieferte uns gestern zunächst neue Erkenntnisse über die Entwicklung des US-Arbeitsmarkts per Oktober. Beide Daten fügen sich in das Bild einer abnehmenden Dynamik bei den Arbeitsplatzverlusten ein. Fakt ist jedoch, daß die Arbeitsplatzverluste unverändert einen nicht unerheblichen Aderlaß für die US-Wirtschaft darstellen.
Laut dem „Challenger Report“, der Aufschluß über angekündigte Massenentlassungen gibt, sind per Oktober 55.679 nach zuvor 66.404 Jobs betroffen. Gegenüber dem Vormonat ist das ein Rückgang um -16,2%. Im Jahresvergleich fällt der Rückgang mit -50,7% nach zuvor -30,2% signifikant aus. Per Januar wurden hier Höchstwerte bei 240.000 betroffenen Jobs markiert. Der beigefügte Chart zeigt eindrucksvoll die Zunahme, aber auch die dann folgende Normalisierung.

Die Signale des „ADP Employment Report” per Oktober, der uns nach den Berechnungen von ADP Aufschluß über die Entwicklung des Arbeitsmarkts im privaten Sektor (ohne öffentlichen Sektor) gibt oder geben soll, waren erst auf zweiten Blick positiv.
Per Oktober sollen 203.000 Jobs verloren worden sein. Die Prognose war bei -190.000 Jobs angesiedelt. Von daher war das Ergebnis enttäuschend.
Durch die Revision des Vormonatswerts von -254.000 auf -227.000 ergibt sich bezüglich der Zweimonatsperiode jedoch ein besseres Ergebnis, als es erwartet wurde. Die Tendenz der fallenden Dynamik der Jobverluste ist ein ermutigendes Signal in eine bessere Zukunft des Arbeitsmarkts.
Der Chart zeigt die Entwicklung der privaten Beschäftigung. Das aktuelle Niveau ist mit dem Tiefpunkt per 2003 vergleichbar. Der Fall war signifikant. Die Dynamik der Verluste ist rückläufig.
Das Thema Bodenbildung darf diskutiert werden, mehr jedoch nicht!

Der ISM-Dienstleistungsindex per Oktober konnte im Gegensatz zu dem europäischen Pendant nicht positiv überraschen. Es stellte sich wider Erwarten ein Rückgang von 50,9 auf 50,6 Punkte ein (Prognose 51,5).
Die Subindices lieferten ein durchwachsenes Bild. Der Geschäftsaktivitätsindex legte unwesentlich von 55,1 auf 55,2 Punkte zu. der Auftragsindex legte von 54,2 auf 55,6 Punkte zu. dagegen sank der Beschäftigungsindex von 44,3 auf 41,1 Zähler.
Fakt ist jedoch, daß der Indexstand über 50 Punkte Expansion in diesem Sektor der US-Wirtschaft impliziert.

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den EUR gegenüber dem USD nach dem Überwinden des Widerstands bei 1.4860 favorisiert. Ein Unterschreiten der Unterstützung bei 1.4600 - 30 neutralisiert den Bias.
Termine am 5.11.2009:
| Daten | zuletzt: | Konsensus: | Bewertung: | |
|---|---|---|---|---|
| EU | Einzelhandelsumsätze (M/J) Sep. | -0,2%/-2,6% |
+0,2%/-2,4% |
(11.00) Unwesentlicher Anstieg erwartet. |
| EU | EZB-Sitzung Nov. | 1,00% |
1,00% |
(13.45) Fokus auf der Verbalakrobatik! |
| USA | Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe 31.10. | 530.000 |
523.000 |
(14.30) Keine wesentliche Veränderung. |
| USA | Produktivität 3.Q. | 6,6% |
6,4% |
(14.30) In der Taktung des BIP und des Arbeitsmarkts … |
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