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Forex - Tageskommentar

von Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank

3. November 2009

Veröffentlichte Wirtschaftsdaten überraschend gut – Korrektur verliert an Dynamik!

Der Euro eröffnet heute (07.40 Uhr) bei 1.4800, nachdem im europäischen Handel gestern Höchstkurse der letzten 24 Handelsstunden bei 1.4845 markiert wurden. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 90.15. In der Folge notiert EUR-JPY bei 133.45, während EUR-CHF bei 1.5105 oszilliert.

Die überraschend positiven Wirtschaftsdaten, die gestern veröffentlicht wurden, haben der Dynamik der gegenwärtigen Korrekturbewegung an den Finanzmärkten, die von verstärkter Risikoaversion getragen ist, entgegen gewirkt.
Im weiteren Tagesverlauf zeigte sich, daß die Korrekturkräfte jedoch noch nicht erlahmt sind. Nach deutlichen Aufwärtsbewegungen an den Aktienmärkten und Verlusten der „Carry“-Währungen USD und JPY im Zuge der Veröffentlichung der Daten setzte sich dann der Korrekturmodus in abgemilderter Form durch.
Die Marktideologie bleibt damit zunächst von Risikoaversion bestimmt. Das „Brett“ auf dem gebohrt wird, wird jedoch zunehmend dünner. Das sagen zumindest die aktuellen Fundamentaldaten, die in ihren Aussagen zu größten Teilen ignoriert werden.

Der Einkaufsmanagerindex der Eurozone für das produzierende Gewerbe lieferte per Oktober mit einem Anstieg von zuvor 49,3 auf nun 50,7 Zähler eine Punktlandung bezüglich der Konsensusprognose.
Der Indexstand impliziert oberhalb der kritischen Marke von 50 Punkten das erste Mal seit 17 Monaten Wachstum in diesem Segment der Wirtschaft der Eurozone.
Daraus Grundlagen für Korrekturmodi an den Finanzmärkten abzuleiten, überlassen wir anderen „Experten“.

Wenden wir uns den allesamt überraschend positiv ausgefallenen Daten aus den USA zu:

Die Bauausgaben verzeichneten per September einen unerwarteten Anstieg um 0,8% im Monatsvergleich. Erwartet war ein Rückgang um -0,2%.
Bei aller Freude über diese Entwicklung bleibt der Blick auf den Jahresvergleich ernüchternd. Hier steht ein Rückgang um 13% zu Buche.
Ebenso war die Revision des Vormonats wenig erbaulich. Hier wurde aus einem Anstieg um 0,8% ein Rückgang um -0,1%.
Deutlich wird an den Daten, daß in der Bauwirtschaft in den USA das Thema Stabilisierung auf ermäßigtem Niveau und nicht Erholung auf der Agenda steht. Die jüngste Ausrichtung ist dabei ein Stück weit ermutigend und mag Hoffnungswerte begründen.

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Die anhängigen Hausverkäufe legten vollkommen unerwartet im Monatsvergleich um +6,1% nach zuvor +6,4% zu. Die Prognose war bei einem unveränderten Ergebnis angesiedelt. Mit dem aktuellen Anstieg um 6,1% kam es zum achten Monatsanstieg in Folge. Im Jahresvergleich ergab sich eine Zunahme um +21,2% nach zuvor +12,4%.
Diese Daten deuten an, daß dem Thema Stabilisierung am Wohnimmobilienmarkt das Thema Erholung folgen kann. Der Boden der Stabilisierung hat zumindest ein mittlerweile gutes Fundament.

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Der „ISM Manufacturing Index“ per Oktober lieferte gestern die Krönung des positiv überraschenden US-Datenpotpourris. Hier kam es zu einem unerwarteten Anstieg von 52,6 auf 55,7 Punkte. Die Konsensusprognose war bei 53,0 Zählern angesiedelt.
Das aktuelle Ergebnis stellt den höchsten Indexstand seit April 2006 dar und impliziert ein solides Wachstum in diesem Sektor der US-Wirtschaft.
Die Subindices spiegelten diesen Anstieg umfänglich. So legte der Produktionsindex von 55,7 auf 63,3 Punkte zu. Der Beschäftigungsindex übersprang die kritische Marke von 50 Punkten erstmalig seit Juli 2008 mit einer Zunahme von 46,2 auf 53,1 Punkte. Der leichte Rückgang des Auftragsindex von 60,8 auf 58,5 Punkte fällt vor diesem Hintergrund kaum ins Gewicht, da der Indexstand deutliche Expansion impliziert.

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Bezüglich der heute anstehenden Veröffentlichungen verweisen wir auf die unten angeführte Datenbox. Wir gehen davon aus, daß die Daten keine negativen Überraschungen mit sich bringen werden.

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den Euro favorisiert. Erst ein Unterschreiten der Unterstützung bei 1.4670 – 1.4700 neutralisiert den positiven Bias des Euros.

 

Termine am 3.11.2009:

  Daten zuletzt: Konsensus: Bewertung:
USA Auftragseingang Industrie Sep.
-0,8%
0,8%
(16.00) Aufwärts geht’s …
USA Automobilabsatz Okt. 9,16 Mio.
9,80 Mio.
(---) Es geht auch ohne „Cash for Clunkers“ …

 

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