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von Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank
30. Oktober 2009
Unterstützungsniveau bei 1.4670 – 1.4700 hält – Datenpotpourri insgesamt erfrischend!
Der Euro eröffnet heute (07.20 Uhr) bei 1.4825, nachdem im asiatischen-Handel Höchstkurse der letzten 24 Handelsstunden bei 1.4858 markiert wurden. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 90.90. In der Folge notiert EUR-JPY bei 134.80, während EUR-CHF bei 1.5105 oszilliert.
Der Markt zeichnet sich derzeit durch ein hohes Maß an Volatilität aus. War vorgestern noch steigende Risikoaversion bestimmendes Charaktermerkmal einer durchaus aggressiven Neupositionierung ergab sich gestern vor dem aktuellen Datenhintergrund der Zwang, diese Neuausrichtung zu konterkarieren.
Der Datenpotpourri, den wir aktuell erhalten, geht in Richtung einer konjunkturellen Verbesserung, die unverändert überraschende Merkmale aufweist. Diejenigen , die ihr konjunkturelles „Bärenfell“ nicht ablegen mögen, haben bisher nur kurze Erfolgsphasen aufzuweisen.
Hinsichtlich der für viele Marktteilnehmer überraschend stark ausfallenden konjunkturellen Belebung auf globaler Ebene können wir uns auf eine Vielzahl von Veröffentlichungen kaprizieren.
Wenden wir uns damit den gestrigen Veröffentlichungen zu:
Der deutsche Arbeitsmarktbericht setzte nachhaltige positive Akzente per September. Die Erwartungshaltung der Mehrheit der Experten, die eine Zunahme der Arbeitslosenzahl unterstellten, wurde den vierten Monat in Folge enttäuscht. Fakt ist, es ergibt sich seit vier Monaten eine Abnahme der Arbeitslosigkeit.
Saisonal bereinigt waren 26.000 Menschen weniger arbeitslos als im Vormonat. Eine Zunahme um 20.000 wurde vom Markt erwartet.
Die saisonal bereinigte Quote stellte sich auf 8,1% nach zuvor 8,2,% und einer Prognose bei 8,3%.
Die Stimmen, die nun weiterhin eine Zunahme der Arbeitslosigkeit in signifikanter Art und Weise erwarten, werden kaum weniger. Das Argument, daß sich die Kurzarbeit sukzessive in zunehmender Arbeitslosigkeit niederschlägt, hat auf ersten Blick Charme und Überzeugungskraft.
Der zweite Blick ist hier jedoch unverzichtbar! Derzeit fahren viele Unternehmen die Kurzarbeit zurück und verzichten auf Freistellungen. Ergo ergibt sich hier ein deutlich milderer Anpassungsprozeß, als vom Mainstream unterstellt. Das Thema „Mißbrauch“ der Kurzarbeit bedarf der Thematisierung. Wir erachten es, anders als bisher in der Öffentlichkeit dargestellt und diskutiert, für ein „heißes“ Eisen. Wir halten an der Ansicht fest, daß dank der Belebung der Weltwirtschaft die Folgen am Arbeitsmarkt nicht so markant ausfallen werden, als bisher antizipiert. Das Beispiel Japan weist in die identische Richtung.


Der „Business and Consumer Survey“ der Eurozone reüssierte per Oktober mit einem starken unerwarteten Anstieg von zuvor 82,8 auf nun 86,2 Punkte. Die Konsensusprognose lag bei 84,0 Zählern. Das aktuelle Niveau liefert den höchsten Wert seit September 2008 und damit den Vorabend des Lehmann-Debakels. Der Chart zeigt, daß der Index sich nun in Bereiche entwickelt, die ansatzweise den Begriff Norm erlauben.

Die erste Schätzung des US-BIP stand gestern im Mittelpunkt des Interesses und hat auch die höchste Marktwirkung zu verzeichnen. Losgelöst von unserer skeptischen Haltung bezüglich der Datenqualität, ergibt sich mit dem Anstieg um 3,5% per 3. Quartal 2009 ein Ergebnis, das einerseits besser als erwartet (Prognose 3,3%) ausfällt und andererseits signifikant bestätigt, daß damit die Rezession in den USA nach technischer Definition beendet ist.
Die Wachstumstreiber sind unter anderem in den Bereichen privater Verbrauch („Cash for Clunkers“), Export und Staatsausgaben angesiedelt.

Bezüglich der heute anstehenden Veröffentlichungen verweisen wir auf die unten angeführte Datenbox.
Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den Euro favorisiert. Erst ein Unterschreiten der Unterstützung bei 1.4670 – 1.4700 neutralisiert den positiven Bias des Euros.
Ergänzung vom Markt-Daten - Blog:
Termine am 30.10.2009:
| Daten | zuletzt: | Konsensus: | Bewertung: | |
|---|---|---|---|---|
| EU | Verbraucherpreise 1. Schätzung Okt. | -0,3% |
-0,1% |
(11.00) Ende der Preisdeflation erkennbar. |
| EU | Arbeitslosenrate Sep. | 9,6% |
9,7% |
(11.00) Positive Überraschung nicht unmöglich. |
| USA | Persönliche Einkommen/Ausgaben Sep. | 0,2%/0,9% |
0,0%/--- |
(13.30) Keine neuen Erkenntnisse. |
| USA | Einkaufsmanagerindex Chicago Okt. | 46,1 |
49,0 |
(14.45) Anstieg favorisiert. |
| USA | Verbrauchervertrauen Lesart Uni Michigan, finaler Wert Okt. | 69,4 (vorl.) |
70,0 |
(14.55) Verbesserung ggü. vorläufigem Wert, Rückgang ggü. Vormonatswert von 73,5 Punkten. |
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