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April 2009
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von Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank
28. Oktober 2009
Die EUR-USD Korrektur setzt sich fort – schlechte Stimmung in den USA…
Der Euro eröffnet heute (07.40Uhr) bei 1.4820, nachdem im US-Handel Tiefstkurse der letzten 24 Handelsstunden bei 1.4771 markiert wurden. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 91.25.
In der Folge notiert EUR-JPY bei 135.25, während EUR-CHF bei 1.5125 oszilliert.
Wenden wir uns kurz Timothy Geithner zu. Mit leichter Zunge kritisiert er die Zinspolitik der Fed im Vorwege der Krise. Wir freuen uns über diese Erkenntnis, sie kommt aber viel zu spät.
Seinerzeit stand Geithner an der Spitze der NY-Fed. Mithin war er mitverantwortlich für das „Desaster“! Hier sind Fragen zu stellen.
Wir verzichten bewußt darauf, hier Antworten auf diese Fragen zu geben. Das überlassen wir Ihrer Phantasie.
Wir erlauben uns jedoch in subsummierender Form, Hoffnungen Ausdruck zu verleihen:
Dann ist uns nicht bange um eine prosperierende Zukunft, die auf Nachhaltigkeit basiert und damit Generationengerechtigkeit gewährleistet.
Bezüglich der weiteren Äußerungen von Timothy Geithner verweisen wir auf die „Box“ „Letzte Nachrichten“.
Einschub "Letzte Nachrichten":
Die Hälfte der Auswirkungen der getroffenen Stimulierungsmaßnahmen für die Wirtschaft liegt laut USFinanzminister Geithner noch vor uns.
Nach Ansicht von US-Finanzminister Geithner wird der USD noch lange die primäre Reservewährung sein.
Der Finanzsektor ist seiner Ansicht nach aktuell in einer sehr viel stärkeren Position als vorher, das Bild gelte aber nicht durchgehend.
Die Zinspolitik der Fed laut US-Finanzminister Geithner war vor der Krise zu lange zu locker ausgerichtet.
Die Geldmenge M-3 der Eurozone sank per September im Monatsvergleich um 0,2%. Im Jahresvergleich übersetzte sich das in eine Zunahme um 1,8% nach zuvor 2,6% (zuvor 2,5%). Die Prognose war bei 2,2% angesiedelt. Die Geldmenge M-3 lieferte damit das geringste Wachstum in der Historie dieser Datenreihe.
Die Kreditvergabe an den Privatsektor legten im Jahresvergleich nur noch um 0,1% nach zuvor 0,7% zu.
Der Chart belegt den Einbruch der Zuwachsraten der Geldmenge M-3 in eindrucksvoller Manier.
Diese Entwicklung ist ungeeignet, in der EZB im Hinblick auf endogene Inflationsgefahren Unruhe aufkommen zu lassen.

Aus den USA erreichten uns unterschiedliche konjunkturelle Signale. Wenden wir uns zunächst der positiv überraschenden Veröffentlichung zu.
Der „S&P Case/Shiller Home Price Index” lieferte im 20 Städtevergleich per Berichtsmonat August einen Anstieg im Monatsvergleich um 1,2%. Die Konsensusprognose war bei 0,7% angesiedelt.
Dieses Ergebnis übersetzt sich im Jahresvergleich in einen Rückgang um -11,3% nach zuvor -13,3%. Die Prognose lag bei -11,9%. Damit stellte sich der geringste Preisrückgang seit 19 Monaten ein.

Ernüchternd stellt sich das Verbrauchervertrauen in den USA dar. Das gilt nicht nur für den „ABC News Money Magazine Consumer Comfort Index“ der aktuell den tiefsten Stand seit Juli 2009 markiert, sondern auch für die Lesart des „Conference Boards“. Per Oktober kam es hier zu einem Einbruch von zuvor 53,4 (revidiert von 53,1) auf 47,7 Punkte. Die Prognose lag bei einem unveränderten Wert von 53,1 Zählern.
Mit dem aktuellen Einbruch wurde der vorhergehende Anstieg von 47,4 Punkten nahezu vollständig neutralisiert. Das nach wie vor marode Bild am US-Arbeitsmarkt mit fortgesetzten Arbeitsplatzverlusten (auf ermäßigtem Niveau, dennoch markant) dürfte ein wesentlicher Katalysator der unverändert schwachen Stimmungsausprägung sein.

Der „Richmond Fed Manufacturing Survey“ enttäuschte mit einem Rückgang des Composite Index von zuvor 14 auf 7 Punkte. In den Subindices war diese Schwäche deutlich erkennbar. Der Auftragsindex sank von 13 auf 7 Zähler. Der Auslieferungsindex verlor von 22 auf 11 Punkte.

Zusammenfassend läßt sich sagen, daß die US-Wirtschaft der Weltwirtschaft deutlich hinterherhinkt.
Dieser Umstand sollte die Finanzmarktteilnehmer nachdenklich stimmen. Wenn die US-Wirtschaft nicht der Frühindikator der Weltwirtschaft ist, sondern ein offensichtlicher nachlaufender Indikator, ist es nicht sinnvoll, diese Entwicklungen in den USA als maßgebliche Katalysatoren der Diskontierung der Zukunft an den Märkten zu leben. Das findet derzeit aber statt. Die aktuelle Korrekturbewegung an den Märkten ist dem im Vergleich zum Rest der Welt (China, Asien, Lateinamerika, Europa) eher ernüchternden Bild aus den USA zuzuschreiben. „Food for thought!“
Bezüglich der heute anstehenden Veröffentlichungen verweisen wir auf die unten angeführte Datenbox.
Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den Euro favorisiert. Erst ein Unterschreiten der Unterstützung bei 1.4670 – 1.4700 neutralisiert den positiven Bias des Euros.
Termine am 28.10.2009:
| Daten | zuletzt: | Konsensus: | Bewertung: | |
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| USA | Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter Sep. | -2,6% |
1,0% |
(13.30) Nach dem Einbruch des Vormonats soll ein moderater Anstieg folgen. |
| USA | Absatz neuer Immobilien Sep. | 429.000 |
440.000 |
(15.00) Leichter Anstieg favorisiert. |
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