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Juni 2009
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April 2009
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von Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank
20. Oktober 2009
EUR/USD markiert neue Jahreshöchstkurse bei 1.4994!
Der Euro eröffnet heute (06.45 Uhr) bei 1.4975, nachdem in Fernost Jahreshöchstkurse bei 1.4994 markiert wurden. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 90.25. In der Folge notiert EUR-JPY bei 135.15, während EUR-CHF bei 1.5135 oszilliert.
Bereits vor der Veröffentlichung des „NAHB-Index“ ergab sich breit angelegte USD-Schwäche. Die gestern an dieser Stelle kurz adressierten Katalysatoren entwickeln ihre Wirkung.
Die Verbalakrobatik seitens der Politik ist derzeit nicht das „scharfe Schwert“, das Marktwirkung entfaltet. Es ist schon interessant, seitens der Zentralbanker von einem starken USD zu reden, nachdem er seit März gegenüber dem Euro circa 20% an Wert verloren hat. Kreativität kennt bisweilen keine Grenzen. Gleichwohl darf die Politik nicht unterschätzt werden. Die „scharfen Schwerter“ der verdeckten oder offenen Intervention insbesondere in koordinierter Form lagern in den Arsenalen. Es geht der Politik voraussichtlich derzeit um Moderation der Abwärtsbewegung des USD. Erst in Gefilden im Dunstkreis der 1.60 nimmt unserer Ansicht nach das Risiko stärkerer „politischer Einmischung“ zu.
Der „NAHB Housing Market Index” ist per Oktober von 19 auf 18 Punkte gesunken und hat damit den Markt enttäuscht. Die Konsensusprognose war bei einem Anstieg auf 20 Punkte angesiedelt.

Der obige Chart belegt, daß in allen drei Komponenten des Index Rückgänge zu verzeichnen waren. Das Thema schnelle Erholung dieses Sektors steht definitiv nicht auf der Agenda.
Stabilisierung auf historisch mäßigem Niveau mit einem potentiellem leichten Bias in Richtung sukzessiver Besserung ist das Thema.
Wir haben bereits gestern darauf verwiesen, daß der aktuelle Indexstand bei 18 oder per September bei 19 Punkten deutlich von dem neutralen Niveau bei 50 Punkten entfernt ist. Für eine realistische Einwertung ist der Blick auf den langfristigen Chart hilfreich. Hier wird deutlich, daß ein Boden gefunden wurde. Hier wird noch deutlicher, daß das Indexniveau Ausdruck einer anhaltenden starken Rezession in diesem Sektor ist.

Heute stehen die US-Neubaubeginne per September im Fokus des Marktes. Analysten unterstellen einen Anstieg von zuvor 598.000 auf 610.000 Objekte auf annualisierter Basis. Seit den Tiefstwerten per April bei 479.000 hat sich eine Stabilisierung ergeben. Mithin greift das Thema Bodenbildung, mehr aber auch nicht! Gleiches gilt für die Baugenehmigungen. Hier wird ein Anstieg von annualisiert 580.000 auf 600.000 prognostiziert.
Die beigefügten Charts verdeutlichen eindrucksvoll einerseits den zunächst beruhigenden Aspekt der Bodenbildung und andererseits das historisch gesehen extrem niedrige Niveau des Bodens mit einer nur anämischen Veränderung.


Da das Thema Immobilienmarkt im Zentrum der US-Krise steht, läßt sich aus den aktuellen Daten (NAHB, Neubaubeginne, Baugenehmigungen) folgende These ableiten: „Die US-Konjunktur hinkt der Weltkonjunktur hinterher.“ Das ist so und das bleibt auf absehbare Zeit so. Der USD kann sich vor diesem Hintergrund zukünftig kurzfristig technischer Erholungen erfreuen, mehr ist jedoch nicht ohne exogene Hilfestellung erheblichen Ausmaßes drin! Interventionen gegen die Realität haben übrigens meistens „kurze“ Beine.
Die Erzeugerpreise sollen in den USA per September im Monatsvergleich unverändert ausfallen.
Im Jahresvergleich ergäbe sich dann ein Preisrückgang um -4,2% nach zuvor -4,3%.
Schlußendlich sind die Preisentwicklungen maßgeblich Ausdruck der Rohstoffpreisentwicklungen und den damit einhergehenden Basiseffekten. Wesentliche Marktwirkung sollte von dieser Veröffentlichung nicht ausgehen! Genießen wir die Preisdeflation, solange sie anhält. Sie wird ein vorübergehendes Phänomen sein!

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den Euro favorisiert. Erst ein Unterschreiten der Unterstützung bei 1.4620 – 1.4650 neutralisiert den positiven Bias des Euros.
Ergänzung vom Markt-Daten - Blog:
Termine am 20.10.2009:
| Daten | zuletzt: | Konsensus: | Bewertung: | |
|---|---|---|---|---|
| USA | Neubaubeginne, Sep. | 598.000 |
610.000 |
(14.30) Leichter Anstieg favorisiert. |
| USA | Baugenehmigungen, Sep. | 580.000 |
600.000 |
(14.30) Siehe Neubaubeginne! |
| USA | Erzeugerpreise (M/J), Sep. | 1,7%/-4,3% |
0,0%/-4,2% |
(14.30) Keine wesentliche Veränderung unterstellt! |
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