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April 2009
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von Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank
19. Oktober 2009
EUR/USD weiter in Schlagdistanz zu 1.50!
Der Euro eröffnet heute bei 1.4885, nachdem in Fernost Tiefstkurse der letzten 24 Handelsstunden bei 1.4830 markiert wurden. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 90.85.
In der Folge notiert EUR-JPY bei 135.25, während EUR-CHF bei 1.5170 oszilliert.
Der Euro befindet sich weiterhin in Schlagdistanz zu der psychologisch markanten Marke von 1.50. Technische Indikatoren auf Tagesbasis, beispielsweise der MACD, liefern in Teilen erste Ermüdungserscheinungen, ohne jedoch ein klares Verkaufssignal zu generieren. Der Wochenchart als auch der Monatschart konterkarieren dieses Bild in ansprechender Art und Weise.
Das realwirtschaftliche Bild als auch die Themen Defizite und wesentlicher Kapitalströme sprechen unverändert gegen eine dauerhafte und vor allen Dingen anhaltende Erholung des USD gegenüber dem Euro.
Vertreter der Eurozone, beispielsweise Herr Bini Smaghi, geben sich Mühe, einen Mangel an Attraktivität des Euros durch Verbalakrobatik zu thematisieren. Vertreter der USA, wie Herr Fisher (Fed) argumentieren oberflächlich pro USD. Wir nehmen diese Bemühungen zur Kenntnis.
Bemühungen sind gut, sie werden aber nicht immer wunschgemäß belohnt!
Deutlich wird, daß die „Politik“ kein Interesse an überbordender USD-Schwäche hat, Fundamentaldaten hin oder her. Fakt ist, daß das Thema freier Märkte eingeschränkt ist.
Entsprechend dürfen wir uns in den kommenden Monaten auf verstärkte Verbalinterventionen freuen. Verdeckte Zentralbankmaßnahmen mit dem Ziel, zu große Spielfreude der Marktteilnehmer zu kontingentieren, sind dabei grundsätzlich möglich.
Die Handelsbilanz der Eurozone enttäuschte per August mit einem Defizit in der Größenordnung von -4,0 Mrd. Euro. Analysten hatten einen Überschuß in Höhe von 9,7 Mrd., Euro unterstellt. Der Vormonatswert wurde von +12,6 auf +12,3 Mrd. Euro revidiert.
Damit stellte sich das erste Defizit seit Februar 2009 ein. Wir weisen dieser Entwicklung keine nachhaltige Bedeutung zu und interpretieren das aktuelle Ergebnis als temporäres Phänomen.

Die „TIC-Kapitalzuflüsse” in die USA stellten sich per August auf 28,6 Mrd. USD nach zuvor 15,3 Mrd. USD. Diese Datenreihe ist volatil, sie ist revisionsanfällig, sie stellt nur eine Teilmenge der Finanzflüsse dar. So weit zur Aussagekraft dieser Zahlen. Darüber hinaus fehlt die zeitliche Nähe dieser Daten. Mithin sind die Auswirkungen auf den Devisenmarkt bestenfalls transitorischer Natur.

Die US-Industrieproduktion setzte per September und August positive und vor allen Dingen überraschende Akzente. Per September stellte sich ein Anstieg im Monatsvergleich um 0,7% ein.
Die Prognose war bei +0,2% angesiedelt. Darüber hinaus wurde der Augustwert von +0,8% auf +1,2% angepaßt. Per September kam es zum dritten Anstieg in Folge. Ergo ist hier ein Trendwechsel zu konstatieren.
Die Kapazitätsauslastung legte per September von zuvor 69,9% (revidiert von 69,6%) auf 70,5% zu. Die Prognose war bei 69,7% angesiedelt. Der bisherige Tiefstwert der Auslastung wurde in der aktuellen Rezession per Juni 2009 bei 68,3% erreicht.

Das Verbrauchervertrauen nach Lesart der Uni Michigan lieferte per Oktober im vorläufigen Wert einen unerwarteten Rückgang von zuvor 73,5 auf 69,4 Punkte.
Die Bewertung der aktuellen Lage verlor von 73,4 auf 72,1 Zähler, während die Einschätzung der zukünftigen Erwartungen von 73,5 auf 67,6 Punkte absackte.
Das Ergebnis ist enttäuschend. Fakt ist, daß sich eine Fortsetzung der konjunkturellen Stabilisierung abzeichnet. Die Frage ist, ob diese Stabilisierung auch bei den privaten Haushalten ankommt. Die noch immer zunehmenden Arbeitsplatzverluste in den USA signalisieren, daß sich die Grundlage für eine tragfähige Wende bei den privaten Haushalten bisher nicht eingestellt hat.
Mithin darf dieses Ergebnis als Resultat dieses Umstands gewertet werden!

Heute steht die Veröffentlichung des „NAHB-Housing Market Index“ per Oktober auf der Agenda.
Analysten unterstellen einen weiteren Anstieg von zuvor 19 auf 20 Punkte. Das wäre fraglos positiv. Bei aller Freude über dieses potentielle Ergebnis bedarf es einer sachgemäßen Einordnung. Ein Indexstand bei 20 Punkten ist immer noch meilenweit von einem neutralen Ergebnis (50) entfernt. Die Dynamik der Rezession nimmt im Wohnimmobilienmarkt ab. Mehr läßt sich aus diesem Index nicht ablesen!

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den Euro favorisiert. Erst ein Unterschreiten der Unterstützung bei 1.4620 – 1.4650 neutralisiert den positiven Bias des Euros.
Ergänzung von Markt-Daten.de:
Termine am 19.10.2009:
| Daten | zuletzt: | Konsensus: | Bewertung: | |
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| USA | NAHB-Housing Market Index, Okt. | 19 |
20 |
(19.00) Fortsetzung der Erholung. |
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