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Forex - Tageskommentar

von Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank

26. August 2009

Wirtschaftsdaten aus USA überraschen positiv!

Der Euro eröffnet heute morgen (07.50 Uhr) bei 1.4315, nachdem in den letzten 24 Handelsstunden im europäischen Handel Höchstkurse bei 1.4362 markiert wurden. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 94.25. In der Folge notiert EUR-JPY bei 134.90, während EUR-CHF bei 1.5190 oszilliert.

Bevor wir uns mit den überraschend positiven Daten aus den USA beschäftigen, ist ein kurzer Schwenk auf die letzten Nachrichten unverzichtbar.
Ben Bernanke ist für eine zweite Amtszeit vorgeschlagen. Ja, er wird eine kritische Anhörung ertragen müssen. Gleichzeitig wird an der Wortwahl Obamas und auch Dodds deutlich, daß diesem „Wohltäter“ sehr viel Wohlwollen zukommt. Auch „Wohltäter“ sind schlußendlich Täter. Das gilt fraglos für Ben Bernanke. Er hat die Politik unter Alan Greenspan, die wesentlich Ursache der aktuellen Problematik darstellt, laut vorhandenen Protokollen weitestgehend kritiklos mitgetragen, so wie der Rest seiner Kollegen. Hier muß die Frage gestellt werden, wo die Konsequenz aus diesen Handlungen bleibt? Oder ist die Konsequenz die Belohnung mit einer zweiten Amtszeit?
Die Budgetdefizitprognose seitens des Weißen Hauses wurde für das kommende Jahr 2010 auf 1.500 Mrd. USD angehoben, da die Rezession nachhaltiger sei, als zuvor von den Prognostikern angenommen. Per 2009 wird eine Kontraktion der Wirtschaftsleistung um -2,8% unterstellt. Per 010 soll die US-Wirtschaft um 2% wachsen. Letztere Prognose nehmen wir zur Kenntnis.
Die Budgetdefizitprognose macht noch einmal deutlich, daß die Qualität der Wirtschaftsentwicklung in den USA auch nicht ansatzweise an die Standards der Eurozone oder anderen Regionen wie China und Lateinamerika heranreicht!

Der „S&P/Case-Shiller Home Price Index“ lieferte per Juni einen unerwarteten Anstieg auf Monatsbasis um 1,4% nach zuvor +0,5%. Die Prognose war bei +0,2% angesiedelt. Im Jahresvergleich übersetzte sich dieses Ergebnis in einen Preisrückgang um -15,40% nach zuvor -17,10%. Hier lag die Konsensusprognose bei -16,4%.
Insgesamt setzt sich damit die Stabilisierung am US-Wohnimmobilienmarkt in einem zügigeren Tempo durch, als von Marktbeobachtern erwartet wurde. Wir teilen die Meinung, daß eine Stabilisierung am US-Wohnimmobilienmarkt die Grundvoraussetzung für eine Bodenbildung der US-Konjunktur darstellt. Das beigefügte Chartbild liefert eine eindrucksvolle visuelle Darstellung der sich vollziehenden Bodenbildung.

chart

Das Verbrauchervertrauen nach Lesart des „Conference Board“ wurde seinem Ruf gerecht. Es kommt bisweilen zu erratischen Ausschlägen.
Per August ergab sich ein unerwarteter Anstieg von zuvor 47,4 (revidiert von 46,6) auf 54, 1 Punkte. Die Erwartungskomponente lieferte den maßgeblichen Antrieb der Zunahmen mit einem Anstieg um 10,1 Punkte. Die Bewertung der aktuellen Lage legte dagegen „nur“ um 1,6 Zähler zu.

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Der „Richmond Fed Manufacturing Survey“ per August verharrte stabil auf dem Vormonatsstand bei +14 Punkten. Damit wird der fulminante Anstieg seit Dezember 2008 bei -55 Punkten konsolidiert. Der Index bewegt sich auf dem höchsten Niveau seit Herbst 2007.
Die Subindices lieferten ein gemischtes Bild. Während der der Auslieferungsindex von 16 auf 21 Punkte zulegte, verlor der Auftragsindex von 24 auf 18 Punkte.

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88,9 Punkte unterstellt. Damit ergäbe sich der fünfte Anstieg in Folge ausgehend von dem Tiefstwert per März bei 82,2 Punkte.
Wir schließen positive Überraschungen bezüglich der Prognose nicht aus. Darüber hinaus sollte sich auch die Bewertung der aktuellen Lage deutlich verbessern.

chart

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den Euro favorisiert. Erst ein nachhaltiges Unterschreiten der Unterstützung bei 1.3970 – 1.4000 neutralisiert den positiven Bias.

 

Termine am 26.8.2009:

  Daten zuletzt: Konsensus: Bewertung:
D IFO-Index, Aug.
87,3
88,9
(10.00) Weiterer Anstieg favorisiert.
USA Auftragseingang langlebiger WG, Juli
-2,2%
3,0%
(14.30) Deutliche Zunahme unterstellt.
USA Absatz neuer Wohnimmobilien, Juli
384.000
390.000
(16.00) Wenig Veränderung prognostiziert.

 

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