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Januar 2009
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von Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank
8. Juli 2009
Am Devisenmarkt bekanntes Fahrwasser – Deutscher Auftragseingang dynamisch gut!
Der Euro eröffnet heute (06.55 Uhr) bei 1.3925, nachdem im asiatischen Handel Tiefstkurse der letzten 24 Handelsstunden bei 1.3882 markiert wurden. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 94.25. In der Folge notiert EUR-JPY bei 131.20, während EUR-CHF bei 1.5155 oszilliert.
Herr Zoellick (Weltbank) sagte, daß jeder erkennt, daß der USD die maßgebliche Reservewährung bleiben werde. Die USA sollten die Kommentare zum USD ernst nehmen und ihre Fiskalposition in Ordnung bringen, sofern die Krise vorbei sei.
Ja, die Kommentare sollten ernst genommen werden, da sie von den Gläubigern der USA stammen und die sollte man nicht allzu stark verprellen.
Ja, noch sitzen alle in einem Boot. Die Betonung liegt jedoch auf „noch“. Herrn Zoellicks Aussage liefert keine klare zeitliche Determination und ist diesbezüglich dann auch nicht grundsätzlich falsch. Sie ist unter langfristigen Aspekten jedoch nicht haltbar:
Ein hoffentlich evolutionärer Wandel des US-zentrischen Finanzsystems bleibt wesentliches Thema auf der internationalen Agenda!
Der deutsche Auftragseingang lieferte gestern per Berichtsmonat Mai für viele Analysten eine handfeste Überraschung mit einem nicht erwarteten Anstieg im Monatsvergleich um 4,4%. Die Experten hatten eine Zunahme um 0,5% unterstellt. Darüber hinaus wurde der Vormonatswert von 0,0% auf +0,1% angepaßt. Ergo kam es damit den dritten Monat in Folge zu einem Anstieg.
Im Jahresvergleich ergab sich ein Rückgang um -28,8% nach zuvor -38,3%. Seit dem Tiefstwert in dieser Datenreihe per Februar bei -41,5% kommt es hier zu einer Entspannung.
Im Jahresvergleich ist es wesentlich, zu berücksichtigen, daß wir uns mit einer Zeitphase absolut überdurchschnittlichen und nicht haltbaren Wachstums per 1. Halbjahr 2008 (Anomalie) vergleichen.

Heute erwarten wir die Revision des BIP der Eurozone per 1. Quartal 2009. Analysten gehen vonm einer Bestätigung der vorläufigen Werte aus. Entsprechend ergäbe sich ein Rückgang auf Quartalsbasis um -2,5% und im Jahresvergleich um -4,8%. Ergo stehen hier voraussichtlich „Old News“ ohne wesentliche Marktwirkung auf der Agenda.

Die deutsche Industrieproduktion per Mai trägt das Potential für positive Überraschungen in sich.
Nach dem Rückgang per April um -1,9% wird nun eine Zunahme um 0,5% durch Experten prognostiziert. Hinsichtlich der veränderten Auftragslage als auch „Anecdotal Evidence“ sind sowohl für die Revision per April als auch für den Maiwert Überraschungen ansatzweise vorprogrammiert.

Die US-Verbraucherkredite werden per Berichtsmonat Mai voraussichtlich erneut Ausdruck einer neu entdeckten Sparfreude der US-Verbraucher sein. Das mag nicht nur Kür, sondern eher Pflicht sein, da die Kreditvergabestandards unverändert durch Banken und Kreditkartengesellschaften verschärft werden. Ultimativ ist das gut, denn nur solide private Haushalt können schlußendlich nachhaltig konsumieren, oder? Also freuen wir uns über die Tendenz in Richtung Nachhaltigkeit, die sich hier ansatzweise etabliert!
Per Mai soll es zu einem Rückgang des Kreditvolumens um -9,5 Mrd. USD nach zuvor -15,7 Mrd. USD kommen.

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das zunächst eine neutrale Haltung in der Parität EUR-USD favorisiert.
Ergänzung aus dem Markt-Daten Blog:
Termine am 8.7.2009:
| Daten | zuletzt: | Konsensus: | Bewertung: | |
|---|---|---|---|---|
| EU | BIP Revision (Q/J) 1.Q. | -1,8%/-1,7% |
-2,5%/-4,8% |
(11.00) Im Rahmen der Erwartungen ... |
| D | Industrieproduktion, Mai | -1,9% |
+0,5% |
(12.00) Positive Überraschungen möglich. |
| USA | Verbraucherkredite, Mai | -15,7 Mrd. |
-9,5 Mrd. |
(21.00) Die neue Sparsamkeit der USVerbraucher greift Raum. |
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