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Forex - Tageskommentar

von Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank

15. Januar 2009

Der Kampf mit der 1,33 ging verloren

Guten Morgen,

der Euro eröffnet heute Morgen bei 1,3150, nachdem gestern erneut versucht wurde, die 1,33 zu verteidigen. Damit scheint sich nun der Markt auf einen Test des Unterstützungsbereichs 1,29-1,31 vorzubereiten. Je nachdem wie die Zinsentscheidung ausfällt – wir tippen auf 0,5% - sollte dieser Bereich aber halten.
EURJPY eröffnet bei 117 und damit im Zuge der Carry-Trade Aktien Korrelation weiter schwächer.
Wichtig ist die Unterstützung bei 113,60.

Leider haben die gestrigen Wirtschaftszahlen nichts positives zu bieten, daher Weiterlesen auf eigene Gefahr.

  • Das Deutsches BIP per Dezember stellte sich auf +1,3% und damit leicht schwächer als erwartet. Die Deutsche Wirtschaft hat in Q4 aller Voraussicht den stärksten Rückgang seit fast 2 Jahrzehnten zu verkraften.
  • Die Industrieproduktion der Eurozone per November verfehlte die Erwartungen von - 6,1% auf Jahresbasis deutlich und landete bei -7,7%. Der Vormonat wurde ebenfalls nach unten revidiert. Im Ganzen betrachtet handelt es sich damit um den stärksten Rückgang seit 18 Jahren. Ein Blick auf die Jahresveränderungen einzelner Länder offenbart, daß Spanien und Frankreich die rote Laterne bekommen mit einem Rückgang von -15,1% bzw. -10,7%.
    Deutschland gibt sich bescheiden mit -6,6%.

 

chart

© Reuters, rot = BIP (YoY) um ein Quartal in die Zukunft verschoben, schwarz =Jahresveränderung der Industrieproduktion

  • Die lange erwarteten Einzelhandelsumsätze für die USA per Dezember, also mit
    Weihnachtsgeschäft, boten eine böse Überraschung: mit einem aktuellen Rückgang von 3,1% zum Vormonat wurden die Umfragewerte (-1,4%) mehr als deutlich nach unten
    unterboten. Da Tankstellenumsätze ebenfalls zu den Einzelhandelsumsätzen zählen und diese seit 3 Monaten im 2stelligen Prozentbereich fallen, verwundert es nicht, daß ohne diese die Umsätze der Rückgang nur 1,4% betragen hätte.
    Fragwürdig ist ebenfalls, daß die Autoabsätze nach dieser Lesart seit September am fallen sind und wir dennoch einen gestiegen Gesamtwagenabsatz (auf die Halde) hatten, der Anfang Januar gemeldet wurde. In diesem verwirrenden Kontext lohnt noch ein Blick auf die Revisionen der zurückliegenden Monate.
  Ursprünglich revidiert Differenz
Dezember - 3,1%    
November -1,6% -2,5% - 0,9%
Oktober -2,2% -2,9% -0,7%
September -0,6% - 0,7% -0,1%

 

chart

 

Einzelhandelsumsätze total auf Monatsbasis im Vergleich zum Vorjahresmonat.
In Summe sind die gesamten Einzelhandelsumsätze um 0,1% zurückgegangen. Dies kam seit mindestens 1960ern nicht mehr vor.

  • Die Lagerbestände wurden per November mit -0,7% zum Vormonat weiter zurückgefahren. Damit sind weiter negative Auswirkungen auf das BIP zu befürchten.

Vor der Pressekonferenz der EZB halten wir uns mit Handelsempfehlungen zurück. Aktuelle Unterstützung bietet der Bereich um 1,31

 

Termine 15.1.2009:

  Daten zuletzt: Konsensus: Bewertung:
EU Verbraucherpreise, (MoM/YoY), Dez.
-0,5%/+2,1%
-0,1%/+1,6%
(11.00)
EU Zinsentscheid der EZB
2,50%
2,00%
(13.45)
USA Erzeugerpreise, Dez., (MoM/YoY)
-2,2%/+0,4%
-2,0%/-1,1%
(14.30)
USA Philadelphia-Fed-Index, Jan.
-36,1
-35,0
(16.00)

 

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