Oktober
| Mo | Di | Mi | Do | Fr |
|---|---|---|---|---|
| 1 | 2 | 3 | ||
| 6 | 7 | 8 | 9 | 10 |
| 13 | 14 | 15 | 16 | 17 |
| 20 | 21 | 22 | 23 | 24 |
| 27 | 28 | 29 | 30 | 31 |
September
| Mo | Di | Mi | Do | Fr |
|---|---|---|---|---|
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 |
| 8 | 9 | 10 | 11 | 12 |
| 15 | 16 | 17 | 18 | 19 |
| 22 | 23 | 24 | 25 | 26 |
| 29 | 30 |
August
| Mo | Di | Mi | Do | Fr |
|---|---|---|---|---|
| 1 | ||||
| 4 | 5 | 6 | 7 | 8 |
| 11 | 12 | 13 | 14 | 15 |
| 18 | 19 | 20 | 21 | 22 |
| 25 | 26 | 27 | 28 | 29 |
Juli
| Mo | Di | Mi | Do | Fr |
|---|---|---|---|---|
| 1 | 2 | 3 | 4 | |
| 7 | 8 | 9 | 10 | 11 |
| 14 | 15 | 16 | 17 | 18 |
| 21 | 22 | 23 | 24 | 25 |
| 28 | 29 | 30 | 31 |
Juni
| Mo | Di | Mi | Do | Fr |
|---|---|---|---|---|
| 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
| 9 | 10 | 11 | 12 | 13 |
| 16 | 17 | 18 | 19 | 20 |
| 23 | 24 | 25 | 26 | 27 |
| 30 |
Mai
| Mo | Di | Mi | Do | Fr |
|---|---|---|---|---|
| 1 | 2 | |||
| 5 | 6 | 7 | 8 | 9 |
| 12 | 13 | 14 | 15 | 16 |
| 19 | 20 | 21 | 22 | 23 |
| 26 | 27 | 28 | 29 | 30 |
April
| Mo | Di | Mi | Do | Fr |
|---|---|---|---|---|
| 1 | 2 | 3 | 4 | |
| 7 | 8 | 9 | 10 | 11 |
| 14 | 15 | 16 | 17 | 18 |
| 21 | 22 | 23 | 24 | 25 |
| 28 | 29 | 30 |
von Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank
2. Oktober 2008
USD bleibt fest – US-Rettungsplan nimmt 1. Hürde – US-Verschuldungssituation ein Drama!
EU
Der Euro eröffnet heute bei 1.3940 im Dunstkreis der Tiefstkurse des asiatischen Handels bei 1.3932. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY derzeit auf 105.75. „Carry-Trades“ stehen unter Druck. EUR-JPY notiert bei 147.40, während EUR-CHF bei 1.5730 oszilliert.
Der US-Rettungsplan wurde gestern vom US-Senat (74 Ja-, 25 Nein-Stimmen)
genehmigt. Der Rettungsplan wurde zuvor mit Steuergeschenken und einer
Erhöhung der Einlagensicherung von 100.000 auf 250.000 USD angereichert
und damit von 700 Mrd. USD auf ein Volumen von 810 Mrd. USD aufgebläht.
Der Plan wartet nun auf die „Hürde“ Repräsentantenhaus,
wo die erste Fassung dieses Plan diese Woche durchgefallen war.
Dieser Plan hilft fraglos ein Segment des US-Finanzmarkts, den Sektor
für hypothekenbesicherte Anlagestrukturen, partiell wiederzubeleben.
Der Ankauf dieser derzeit ansonsten nicht vermarktbaren Papiere ermöglicht
es Finanzinstitutionen sich von diesen Titeln zu trennen und damit
Verluste festzuschreiben. Ergo haben Finanzinstitutionen dann klarere
Planungsgrundlagen.
Durch die Verluste, die dann festgeschrieben sind, ergibt sich zwangsläufig
eine festgeschriebene verminderte Kreditvergabefähigkeit. Mithin
ist mit diesen Maßnahmen keine qualitative Verbesserung der Kreditvergabefähigkeit
verbunden. Lediglich Planungssicherheit wird forciert.
Darüber hinaus stellt sich die Frage, wie dieses Programm im Volumen
von 810 Mrd. USD, oder knapp 6% des US-BIP finanziert werden soll.
Will der US-Staat als Konkurrent am Kapitalmarkt, der ohnehin ausgetrocknet
ist, auftreten? Würde damit die Gesamtsituation am Kapitalmarkt
nicht massiv belastet? Oder entscheidet man sich direkt über die
Zentralbank zu monetarisieren (Gesetzesänderung hin oder her…)?
Das würde dann ja auch der Fed wieder mehr Raum für Wertpapiertauschoperationen
geben. Die US-Treasury und Fed übernehmen faktisch immer größere
Teile der „wertlosen“ oder „wertverminderten“ Anlagen.
Was sagt das schlussendlich über die Qualität der Fed und
des Finanzministeriums aus? Diese Frage wird derzeit laut überhört!
Dabei ist diese Frage auch vor dem Hintergrund der Dynamik der Neuverschuldung
in den USA zwingend geboten. Der Staat ist ultimativ nichts anderes
als die Summe der Wirtschaftssubjekte in einer durch Grenzen festgelegten
Region. Die privaten Haushalte sind finanziell erschöpft, die
Banken sind finanziell erschöpft, die Automobilbauer sind finanziell
erschöpft, die Baubranche ist finanziell erschöpft, die Konsumbranche
schwächelt und die Immobilienbranche strauchelt. Diese Gesamtheit
der Wirtschaftssubjekte baut jetzt individuell Leverage ab und der
Staat als Gesamtheit dieser Wirtschaftssubjekte baut Leverage auf.
Kennen Sie den Spruch linke Tasche – rechte Tasche!
Die verfassungskonforme Staatsverschuldung für das per 30.09.2008
abgelaufene Fiskaljahr stellte sich auf 10.024 Mrd. USD, nach 9.007
Mrd. USD per 30.09.2007. Mithin lag die Neuverschuldung der USA im
abgelaufenen Fiskaljahr bei einem historischen Höchstwert von
1.017 Mrd. USD. Das entspricht einer Zunahme um gut 7% des US-BIP.
Werfen wir einen kurzen, aber prägnanten Blick auf die auslaufende
Präsidentschaft von George Walker Bush. Von 1776 bis zum Jahr
2000 benötigten diverse US-Präsidenten um ein öffentliches
Defizit in der Größenordnung von 5.662 Mrd. USD aufzubauen.
Mithin reden wir hier von nicht zu verachtenden 224 Jahren. In weniger
als 8 Jahren Präsidentschaft von George Walker Bush wurde diese
Verschuldung auf 10.024 Mrd. USD katapultiert. Wir reden hier über
eine Zunahme um 77%. Diese 77% sind nichts anderes als eine Zukunftsverweigerung
für die nachkommenden Generationen der USA.
Die Tatsache, dass der USD vor diesem Hintergrund freundlich tendiert
ist nicht auf fundamentale Stärke zurückzuführen, denn
die ist nicht gegeben. Vielmehr ist es der USD-Liquiditätsmangel,
der eine treibende Kraft darstellt.
Wenden wir uns damit den gestrigen US-Wirtschaftsdaten zu:


Die Daten der Eurozone konnten gleichfalls nicht überzeugen:

Heute steht die EZB-Ratssitzung im Fokus. Wir erwarten heute keine
Veränderung des Leitzinses.
Sehr wohl bietet sich jedoch sachlich, ob Geldmengenentwicklung, Preisentwicklung,
Rohstoffbaisse, Krisendramaturgie oder Konjunkturentwicklung, Raum
für die Verantwortlichen der EZB, das Thema Disinflationsgefahren
in Betracht zu ziehen.
Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den USD favorisiert. Erst ein Überwinden des Widerstandsniveaus bei 1.4220 - 50 neutralisiert den negativen Bias des Euros.
Ergänzungen aus dem Markt-Daten Blog:
Termine am 2.10.2008
| Daten | zuletzt: | Konsensus: | Bewertung: | |
|---|---|---|---|---|
| EU | Erzeugerpreise (M/J), Aug. | 1,1%/9,0% |
-0,5%/8,5% |
(11.00) Rückwärtsgang eingelegt! |
| EU | EZB-Ratssitzung Okt. | 4,25% |
4,25% |
(13.45) Keine Veränderung auf der Agenda. |
| USA | Erstanträge Arbeitslosenhilfe 27.9. | 493.000 |
475.000 |
(14.30) Analysten zu optimistisch? |
| USA | Auftragseingang, Aug. | 1,3% |
-2,5% |
(16.00) Starker Mollton unterstellt. |
| vorheriger Tag | nächster Tag |
|---|