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von Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank
3. März 2008
Aktienmärkte und „Carry-Trades“ deflationieren…
Der Euro eröffnet heute bei 1.5215 gegenüber dem USD. Der USD hat gegenüber dem JPY nachhaltig an Boden verloren und notiert aktuell bei 102.90. „Carry-Trades“ haben unter der Schwäche der internationalen Aktienmärkte nachhaltig gelitten. EUR-JPY stellt sich aktuell auf 156.60 und EUR-CHF oszilliert bei 1.5755.
Die globale Finanzkrise hat sich in der zurückliegenden Woche nachhaltig zurück gemeldet. In der Entwicklung der letzten Wochen wird deutlich, dass auch eine Krise in einem zyklischen Rhythmus atmet. Zwischenzeitliche Erholungen müssen nicht notwendig als Ende einer Krise interpretiert werden. Vielmehr ist es sinnvoll, eine nüchterne Betrachtungsweise zu forcieren.
Die Veröffentlichungen aus der Eurozone wirkten sich nicht wesentlich auf den Finanzmarkt aus, obwohl die Konsensusprognosen zum Teil leicht verfehlt wurden:
Insgesamt boten die Daten ein ambivalentes Bild, das nach vorne schauend Dynamikverluste der Wirtschaft andeutet, ohne jedoch ein krisenhaftes Szenario zu beschreiben.
Die Daten aus den USA unterstrichen die schwache Verfassung der US-Wirtschaft und damit auch die Virulenz der globalen Finanzkrise ausgehend von den USA:


Ingesamt lieferten die Veröffentlichungen aus den USA damit Molltöne, die USKonjunkturschwäche bestätigen.
Heute stehen aus der Eurozone der Einkaufsmanagerindex für das
verarbeitende Gewerbe als auch die erste Schätzung der Verbraucherpreise
auf der Agenda.
Der Einkaufsmanagerindex soll per Februar laut Konsensusprognose von
zuvor 52,8 auf 52,3 Punkte sinken. Mit Indexständen oberhalb der
kritischen Marke von 50 Punkten würde weiterhin ein Wachstumsszenario
signalisiert.
Die Verbraucherpreise per Februar sollen im Jahresvergleich unverändert
einen Anstieg von 3,2% ausweisen.
Aus den USA folgen Bauausgaben per Januar. Nach dem Rückgang per Januar um 1,10% erwarten Marktbeobachter ein Minus von 0,70%.

Der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe per Februar steht
im Mittelpunkt des Interesses.
Nach den Daten aus Chicago, Richmond oder auch Kansas bietet sich Raum
für eine signifikante Abschwächung. Analysten unterstellen
laut Konsensusprognose einen Rückgang von 50,7 auf 48,0 Punkte.
Damit signalisierte der Index Kontraktion in diesem Sektor der USWirtschaft.

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den Euro favorisiert. Das nächste Kursziel ist im Bereich von 1.5270 – 1.5300 ausgewiesen. Erst ein Unterschreiten der Unterstützungszone bei 1.4950 – 80 neutralisiert den positiven Bias des Euros.
Termine am 3.3.2008
| Daten | zuletzt: | Konsensus: | Bewertung: | |
|---|---|---|---|---|
| EU | Einkaufsmanagerindex verarbeitendes Gewerbe, Feb. |
52,8 |
52,3 |
(10.00) Schwächer, jedoch voraussichtlich noch immer Wachstum implizierend. |
| EU | Verbraucherpreise 1. Schätzung, Feb. | 3,2% |
3,2% |
(11.00) Keine Veränderung erwartet. |
| USA | Bauausgaben, Jan. | -1,1% |
-0,7% |
(16.00) Weiterer Rückgang antizipiert. |
| USA | ISM-Manufacturing Index, Feb. | 50,7 |
48,0 |
(16.00) Eintauchen in kontraktiven Bereich favorisiert. |
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