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KID Konjunktur-Indikator-Deutschland

Quo vadis, Konjunktur und Märkte im August 2010?

von Thomas A. Spörer

KID August 2010

Chart grösser

Die Delle ist wieder ausgebügelt, der KID hat erneut aufwärts gedreht

Die 29. KW

... begann mit der erfreulichen Nachricht, dass der rasante Aufschwung mit kräftigen +2.75% für den ersten Zuwachs bei den deutschen Steuereinnahmen seit der Krise gesorgt hat. Weniger erfreuliches meldete DIHK, so sollen 50.000 Lehrstellen im neuen Ausbildungsjahr unbesetzt bleiben, weil keine geeigneten Bewerber zu finden waren. Zudem leisten 50% aller Ausbildungsbetriebe jetzt schon "Nachhilfe" wegen mangelnder Ausbildungsreife ihrer Azubi´s. Nach dem Auslaufen der Steuerbegünstigung sank die Stimmung beim US NAHB Housing Index erwartungsgemäß von revidiert 16 auf 14 Punkte. Der Index der deutschen Erzeugerpreise stieg von 109.2 auf 109.9 Punkte, die errechnete Jahresrate von +0.9% auf +1.7%, was überwiegend den Vorleistungsgütern zu verdanken war. Trotz Verbrauchervertrauens-Einbruch stiegen die Weekly Chain Store Sales von 505.3 auf 512.3 Indexpunkte. Der TCB Leading Index Germany wurde rückwirkend von 102.20 auf 103.- aufwärts revidiert und stieg für Mai weiter auf 103.50 Zähler. Kontroverse Signale gab der US Bau-Sektor: während die Baubeginne drastisch von 593.000 revidiert 578.000 auf 549.000 zurückfielen, überraschten die eher zukunftsorientierten Baugenehmigungen mit einem unerwarteten Anstieg von 574.000 auf 586.000 Einheiten. Die Turbulenzen aus dem Ende des staatlichen Anreizprogramms zusammen mit einem nur langsam schwindenden Angebotsüberhang gehen also noch munter weiter.

Erstaunlich positiv fielen die Vorabzahlen zur Stimmung der europäischen Einkaufsmanager für Juli aus. Der Gesamtindex kletterte vorläufig von 56.- auf 56.7 Punkte. Bei den Industrie- und Dienstleistungs-Indices wurden Rückgänge erwartet, stattdessen stiegen beide vorläufig weiter, der Industrie-Index von 55.6 auf 56.5 Zähler und der der Dienstleister von 55.5 auf 56.- Zähler. In Deutschland legten trotz negativer Erwartung ebenfalls beide Komponenten sogar erfreulich stark zu, die Industrie von 58.4 auf 61.2 und die Dienstleister von 54.8 auf 57.3 Punkte. Das Rauf und Runter bei den Unemployment Claims ging auch diese Woche weiter, auf revidierte 427.000 folgten wieder 464.000 Erstanträge. Der TCB US Leading Index gab geringfügig von zuvor hochrevidierten 110.- auf 109.80 nach. Die Existing Home Sales fielen mit -5.1% nur halb so viel wie erwartet, der FHFA Hauspreisindex legte dagegen +0.5% gegen Vormonat zu. Statt des für Juli teils erwarteten erneuten Rücksetzers ging der ifo-Index kräftig in den Steigflug über und zeigte dabei die größte Monatszunahme seit der Wiedervereinigung. Die Lage-Einschätzung sprang von 101.20 auf 106.80, das Klima machte einen Satz von 101.80 auf 106.20 und die Erwartungen verbesserten sich von 102.50 auf 105.50 Punkte. Der ECRI WLI zeigte sich nach Revision von 120.6 auf 120.7 erneut unverändert. BLS meldete bei den US Mass Layoffs einen kräftigen Anstieg bei der Zahl der Ereignisse und Betroffenen von angekündigten Massenentlassungen. Beim Baltic Dry gab es nach dem 1700er Tief eine stetige Erholung bis zuletzt 1826 Punkte. Im Fazit eine unerwartet stark erfreuliche Datenwoche, die auch beim KID dem kleinen Abwärtshaken am rechten Rand ein erneutes Aufwärtshäkchen hinzufügte. Die These von der Stagnation auf recht hohem Niveau scheint sich zu bestätigen.

Die 30. KW

... brachte US Hausverkäufe die mit annualisiert 330.000 über der Konsensschätzung von 310.000 und deutlich über dem Vormonat mit revidiert 267.000 lagen. Der US-Immobilienmarkt pendelt sich auf Normalniveau weiter aus, obwohl immer noch von früheren Übertreibungszeiten geträumt wird. Kräftig abwärts drehte der Chicago Fed National Activity Index mit -0.63 nach aufwärts revidiert +0.31 Punkten. Das deutsche GfK-Konsumklima verbesserte sich für August mit +3.9 nach +3.6 deutlich, Einkommens- und Konjunkturerwartungen stiegen kräftig, die Konsum- und Anschaffungsneigung gingen leicht zurück. Trotz zuletzt eingebrochener US-Verbraucherstimmungswerte kletterten die ICSC Weekly Chain Store Sales weiter auf 515.5 nach 512.3 Punkte - nun "droht" hier evtl. der mögliche Ausbruch nach oben über die Aprilwerte. Quasi zur Bestätigung des Nicht-Zusammenhangs von Verbraucherverhalten und Verbrauchervertrauen rutschte der TCB-Index für Juli weiter auf 50.4 Punkte, nachdem er zuvor von 52.9 auf 54.3 aufwärts revidiert wurde - hauptsächlich gaben die Erwartungen deutlich nach. Positiv überraschte dagegen der Case Shiller Hauspreisindex, er zog über Erwartung von +4.1% auf +4.6% gegen Vorjahr an. Ebenfalls überraschend kam der Richmond Fed Index mit +16 nach +23 statt der erwarteten nur +12 Punkte.

Entgleist der mit bahnüblicher Verspätung laufende Partyzug - oder schiebt er stattdessen die mut- und antriebslosen Märkte an ?

Ob sich die reichlich zeitverzögerte, aber doch plötzlich überall massiv verbreitete deutsche "Partystimmung und Feierlaune" als typischer Kontra-Indikator herausstellen oder ob sie das erreichte hohe Niveau auf längere Sicht erst noch weiter abstützen wird, bleibt angesichts der in den letzten Monaten entstandenen psychologischen Gesamtgemengelage recht schwer abzuschätzen. Nach den vergangenen Erfahrungen stimmt durchaus bedenklich, dass die stets ganz hinten führenden Wirtschaftsforschungsinstitute inzwischen radikal bis zu drei Prozent Wachstum erwarten. "Kiel Economics", ein SpinnOff des IfW Kiel, liegt dabei (wie schon oft) spontan sprunghaft an der Spitze derer, die konsequent vorhersagen, was in den Monaten davor passiert ist - bzw. die jetzt Ende Juli endlich auch entdecken, was bereits im Mai und davor im KID deutlich zu sehen und zu lesen war. Sentix sieht die "neue Partylaune" durchaus skeptisch, unterschätzt dabei aber möglicherweise die nach vielen Jahrzehnten erstmals realen Chancen einer wirtschaftlichen "Abkopplung". Wobei der Abkopplungsvorgang, anders als früher stets vergeblich erwartet, nicht in bewusst neuer europäischer Führungsrolle, sondern im einerseits soliden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wachstum der Schwellen- und Entwicklungsländer und andererseits im beschleunigten Durchreichen der müden US-Ex-Konjunkturlok ganz nach hinten begründet wäre. Anders als der Rest der Welt scheinen allein die USA als verantwortlicher Urheber der Krise daraus selbst nichts gelernt zu haben. Ob die aktuelle Partystimmung die Konjunktur weiter beflügeln oder schließlich beenden wird, zeigt sich sicher in den harten Daten der kommenden Wochen.

Die deutschen Juli-Verbraucherpreise wurden vorab mit +0.2% gegen Vormonat geschätzt, gegen Vorjahr errechnen sich daraus +1.1%. Die vorläufigen US-Auftragseingänge für langlebige Güter gaben im Juni um -1.0% gegen Vormonat nach, ex Transport betrug das Minus -0.6% und gegen Vorjahr errechnet sich weiterhin noch ein Plus von +15.9%. Ein winziges Plus von 7.5% auf 7.6% zeigte auch der deutsche Arbeitsmarkt, der mit +38.500 Arbeitslosen seine traditionelle Sommerpause (Werksferien) einlegte. Im Beige Book bestätigte die Fed das Nachlassen der US-Aufschwungsdynamik im zweiten Quartal. Der ESI-Gesamtindex (European Sentiment) kletterte mit 101.30 nach 99.- signifikant weiter auf den höchsten Stand seit März 2008. Industrie- und Verbrauchervertrauen stiegen besonders kräftig, auch der Bausektor erholte sich etwas und die deutlichsten Impulse kamen erneut aus Deutschland. Auch das BCI-Geschäftsklima in der Eurozone zog nach dem vormonatigen Rücksetzer von 0.40 auf 0.66 Punkte wieder deutlich an (Null Punkte entsprechen hierbei einem langfristigen Durchschnittswachstum von zwei Prozent im Euroland). Die US Weekly Unemployment Claims sanken von revidiert 468.000 auf 457.000 Erstanträge. Beim Kansas City Fed Index gab es nach zwei schwächeren Monaten wieder eine Erholung von 3 auf 14 Punkte. Die deutschen Einzelhandelsumsätze stiegen im Juni nominal um +3.8% und real um +3.1% gegen Vorjahr, der Halbjahresvergleich 2010 gegen 2009 fiel trotz dieser Steigerung mit nominal +0.5% und real -0.4% noch relativ dürftig aus, was den schwachen Monaten Januar und April zu verdanken war.

Beim US-BIP gab es eine längere Revision ab 2007, bei der die meisten Quartale der letzten Zeit abwärts korrigiert wurden und sich somit leichte Verschiebungen in Ablauf und Intensität der Krise ergaben. Die Medien bezogen sich in der Kommentierung fast nur noch auf die wenig aussagekräftig herumzappelnde annualisierte Jahresrate, bei "normaler" Berechnung ergab sich in der ersten Schätzung zum zweiten Quartal eine Jahresrate von +3.17% nach +2.38% bzw. +0.6% vom zweiten gegen das erste Quartal 2010, nach zuvor +0.9%. Kein Grund zum Jubeln, kein Grund zum Jammern, und eine Bestätigung der vorab im Beige Book erwarteten rückläufigen Wachstumsdynamik. Das endgültige Verbrauchervertrauen der Uni Michigan verbesserte sich gegen den Mittmonatswert von 66.50 mit zum Schluss 67.80 wieder etwas, bleibt aber weit unter dem Juni-Wert von 76.- Punkten. Beim Chicago Einkaufsmanagerindex gab es einen Sprung nach oben von 59.1 auf 62.3 Zähler, hier deutet sich wieder mehr Wachstum an. Auch der ECRI WLI stieg erneut von revidiert 120.6 auf 121.1 Punkte. Beim Baltic setzte sich die Erholung seit dem 1700er Tief mit einem Anstieg bis auf 1967 kontinuierlich und täglich weiter fort. Im Fazit eine reichhaltige, gut durchwachsene Datenwoche, der KID stabilisierte seine Häkchenbildung auf hohem Niveau am Monatsende etwas weiter Richtung aufwärts.

Die 31. KW

... zeigte den deutschen Maschinenbau mit einem Juni-Auftragsplus von +62% gegen Vorjahr lt. VDMA im mächtigen Aufwind - der, wie schon beim zuvor gesehenen Absturz nach dem Boom, natürlich beim Prozentvergleich von vorausgegangen Extremwerten geprägt ist. Im Zeitlauf sollte hier eine Beruhigung eintreten, denn der Juni 2009 war die Talsohle für den Jahresvergleichswert. Beruhigt zeigte sich bereits der Index der chinesischen Einkaufsmanager (lt. FLP) mit 51.2 nach 52.1 Punkten, bzw. von HSBC/Markit mit 49.4 nach 50.4 Punkten im Juni. Man erwartet nun eine Ende der Bremsmaßnahmen, da das gewünschte Ziel damit erreicht ist - siehe parallel dazu die Wende beim Baltic Dry. Der KID verlängerte mit dem Monatswechsel sein Aufwärtshäkchen weiter nach oben und bestätigt so in der aktuellen Momentaufnahme die hier vertretene These von zunächst nur einer Stabilisierung auf hohem Niveau - die für die Zukunft nun aber auch wieder alle Möglichkeiten offen läßt. Das Abwärtssignal aus dem Juli wurde damit egalisiert. Die endgültigen Werte bei den deutschen und europäischen Einkaufsmanagern im verarbeitenden Gewerbe bestätigten die Vorabschätzung, für Deutschland mit +2.8 im Juli auf erfreulich hohe 61.2 Punkte, damit seit 10 Monaten stetig in der Wachstumszone, für Euroland mit 56.7 nach 55.6 Zählern sogar noch um 0.2 über der Vorabschätzung. Leicht rückläufig zeigten sich dagegen die US-Einkaufsmanager, der ISM PMI gab von 56.2 auf 55.5 nach, blieb damit aber sehr deutlich über den erwarteten 53.5 Punkten. Auch die US-Bau-Ausgaben überraschten mit einem leichten Plus, wo ein kräftiges Minus erwartet worden war. Der DAX wagte sich kurz über 6300, Öl sprang mit Schwung über 80.- USD.

Bei den ICSC US Chain Store Sales gab es nach der Anstieg der letzten Woche zum Monatsende einen kleinen Rücksetzer von 515.5 auf 514.9 Punkte. Bei der US Sparquote fand wieder eine größere Revision statt, laut der sich seit 2007 die ausgewiesene prozentuale Sparrate des frei verfügbaren Einkommens teils um 50-100% über der zuvor ausgewiesenen bewegt, per Juni mit 6.4%. Der NAR-Index der schwebenden US-Hausverkäufe wurde im Konsens mit -5% erwartet, stattdessen fiel der Rückgang mit -2.6% nur halb so stark aus. Bei den US-Auftragseingängen ist das Top zunächst eindeutig überschritten, die endgültigen Juniwerte zeigten insgesamt einen Rückgang von -1.2% gegen den leicht abwärts revidierten Vormonat. Die europäischen Einkaufsmanager im Dienstleistungssektor blieben etwas unterhalb der Vorabschätzung, der Gesamtindex stieg dennoch wie vorhergesagt auf 56.7 nach 56.- Punkte. Für Deutschland wurde mit 56.5 bei den Dienstleistern der höchste Wert seit August 2007 erreicht. Die amerikanischen Kollegen konnten ihren Dienstleistungs-ISM-Index wieder von 53.8 auf 54.3 steigern, bis auf eine (Imports) liegen alle Komponenten incl. "Employment" wieder im grünen Bereich. Der Challenger-Report brachte, vorwiegend aus dem Bereich staatlicher und gemeinnütziger Unternehmen, erneut einen leichten Anstieg um +6% gegen Vormonat, im Jahresvergleich bleiben die angekündigten Entlassungen mit -57% aber trotzdem weiter im positiven Trend. Aus der deutschen Automobilindustrie wurde von einem (Zitat Handelsblatt) "wunderbaren Sommer" berichtet, Mercedes, Audi und BMW meldeten sensationelle Verkaufszahlen. Damit hat sich auch die pessimistische Prognose einer erneuten tiefen Krise nach Ablauf der Abwrackprämie als dummes Geschwätz herausgestellt.

Als wichtiger Schlüsselwert für die weitere Entwicklung meldeten sich die deutschen Juni-Auftragseingänge mit einem (lt. Pressezitat) "fulminanten Anstieg" weit oberhalb der Erwartungen zurück. Speziell der Volumenindex Ausland erreichte ein neues Nachkrisenhoch auf dem Niveau von Mai 2008 und einen hohen Anteil an Großaufträgen. Für eine weitere Fortsetzung der positiven Entwicklung spricht, neben dem Kommentar des Bundeswirtschaftsministeriums, auch die kräftige Zunahme bei Investitionsgütern. Selbst die EZB ging zufrieden und mit vorsichtigem Optimismus in die Sommerpause. Die US Unemployment Claims lagen zum Ende Juli mit 479.000 nach revidiert 460.000 wieder etwas schwächer. Leicht verbessert zeigte sich der japanische Leading Index mit 98.9 nach revidiert 98.6 Punkten. Der OECD Composite Leading Index gab USA-bedingt -0.1 Punkte ab, während für Deutschland weiter eine robuste Entwicklung konstatiert wurde. Trotz der starken Auftragseingänge wurde die deutsche Industrieproduktion für Juni mit erstaunlichen -0.6% bekannt gegeben - hier findet also sichtlich eine zeitliche Verlagerung ins dritte Quartal statt. Zum zweiten Mal wenig erfreulich zeigte sich der US-Arbeitsmarkt. Zwar zogen die Stundenlöhne im Juli an, aber wie schon den Vorlaufindikatoren zu entnehmen war, wies aufgrund des staatlichen Stellenabbaus die Zahl der Stellen außerhalb der Landwirtschaft ein Minus von -131.000 aus und die Arbeitslosenrate stagnierte bei gerundet 9.51%. Dem öffentlichen Stellenabbau stand ein privater Zuwachs von +71.000 Arbeitsplätzen gegenüber.

Im Gegensatz zu anderen Weltregionen ist es den USA trotzdem nicht gelungen, ihr vergleichsweise hoch ausgewiesenes Wachstum auch in eine deutliche Verbesserung der Lage am Arbeitsmarkt umzusetzen. Der ECRI WLI stieg erneut von revidiert 121.- auf 121.80 Punkte, erstmals drehte Ende Juli auch die daraus errechnete zukünftige Wachstumsrate wieder nach Norden - was eventuell ein erstes Zeichen für ein Ende der Delle bei der Wachstumsdynamik darstellen könnte und daher weiter beobachtet werden muss. Das monatliche ECRI-Inflationsbarometer USFIG wurde für Juni von 97.4 auf 96.4 abwärts revidiert und zeigte für Juli einen weiteren Rückgang auf 96.1 Punkte. Das parallel mit Nachlauf für Euroland veröffentlichte EZFIG stieg (für Juni) weiter auf 97.8 nach 96.8 Zählern. Beim Baltic Dry ging es in dieser Woche hin und her, er schloss am Ende erneut verbessert mit 2030 Punkten. Im Fazit war ein deutliches Auseinanderdriften der wackeligen US- mit den starken europäischen Daten unübersehbar.

Die 32. KW

... bestätigte mit dem Konjunktur-Sentix die wachsenden Divergenzen zwischen Welt, Euroland und USA. Der Euroland-Gesamtindex legte +9.8 Punkte von -1.3 auf +8.5 zu und zog damit über den Stand von Januar 2008 nach oben. Die Lage-Beurteilung schoss dabei +14.5 Punkte aufwärts, die Zukunfts-Erwartung legte ebenfalls deutlich um +5.25 Punkte zu. Dagegen fiel der US-Gesamtindex erneut um -1.3 auf -6.6 Punkte, die Lage gab sogar -4.75 ab, das Gesamtbild ähnelt damit dem trüben Japanischen. Der "Rest der Welt" (der längst auf >50% des Welt-BIP kommt) zeigt sich nach wie vor bullish, wie am Gesamtindexstand klar zu sehen ist: Asien +28.3 nach +21.4, Lateinamerika +23.9 nach +19.0 und Osteuropa +8.2 nach +2.6 Zähler. Auch in der globalen Sicht scheint die leichte Konsolidierung der letzten 3 Monate mit +10.5 nach +6.2 nun überwunden. Interessant ist dabei das mögliche Potential zwischen der soliden Lage (Stand +20.2) und den sehr stark gedämpften Erwartungen (Stand nur +1.2 Punkte) - hier könnte ein neuer "Stimmungsaufschwung" folgen, wenn die Lage sich stabiler fortentwickeln sollte als momentan angenommen. Das "globale Aggregat" zeigt damit auch das bereits vor dem Monatswechsel im KID entstandene erneute Aufwärtshäkchen, das wieder Anschluss an die April- bzw. Mai-Tops sucht. Der deutsche Außenhandel legte per Juni in jeder Hinsicht überaus kräftig zu, die Importe zogen um +31.7% (Rekordwert seit Anno 1950), die Exporte um +28.5% (höchster Wert seit der Krise) gegenüber dem Vorjahr an - im Fazit exakt der hier schon zu Zeiten des extremen Pessimismus frühzeitig vorhergesagte "Rebound der Extreme".

Die endgültigen deutschen Verbraucherpreise wurden für Juli mit +1.2% bestätigt, vorn lagen wie gewohnt Öl und Kraftstoffe mit zweistelligen Zuwächsen gegen 2009. Die Großhandelspreise gingen im Juli zwar -0.3% gegen Juni zurück, zeigen aber (noch) +5.3% gegen Vorjahr. Die US Chain Store Sales gaben minimal von 514.9 auf 514.1 nach. Der Fed-FOMC bestätigte die Fortsetzung der Niedrigstzinspolitik wegen der unübersehbaren Bremsspuren im US-Aufschwung und verschob den langsamen Rückzug der Stützungsmaßnahmen - ein vorläufiger Exit aus dem Exit. Das Handelsblatt begrüßte den deutschen (Zitat) "XXL-Aufschwung" mit bunten Luftballons auf der Titelseite - der Handelsblatt-Barclays-Indikator sagt inzwischen +2.4% Wachstum für 2010 voraus. Das IfW, kürzlich noch Schwarzseher, erwartet nun +11 Milliarden Steuermehreinnahmen in diesem Jahr. Beim US-Handelsbilanzdefizit gab es mit -49.9 nach -42.- im Juni einen ordentlichen Sprung. Bei den US Unemployment Claims wurde der Vorwochenwert von 479.000 auf 460.000 revidiert, der Juli-Schlusswert lag wieder bei 479.000 Erstanträgen. Das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan zog zur Monatsmitte mit 69.6 nach 67.8 stärker an als erwartet. Erfreulich erholen konnten sich außerdem die US-Einzelhandelsumsätze, die im Juli mit +0.4% gegen Vormonat und im Volumen wieder über den Stand vom Mai anziehen konnten. Auch die US-Verbraucherpreise meldeten sich nach einer Schwächephase mit +0.3% gegen Vormonat und +1.31% nach +1.11% gegen Vorjahr wieder zurück. Der ECRI WLI stieg erneut an, mit 122.4 nach revidiert 121.7 erreichte er ein Neun-Wochen-Hoch und deutet damit vorsichtig ein mögliches Ende der Konsolidierung der Wirtschaftsdynamik an. Auch die annualisierte ECRI-Wachstumsrate setzte ihre begonnene wende fort. Damit geht der ECRI konform mit allen US-Freitagsdaten und mit dem Baltic Dry, der seine Erholung seit dem 1700er Tief dynamisch fortsetzte und bis Wochenschluss 2468 Punkte erreichte.

XXL-Aufschwung mit bunten Luftballons ...

... wurde am Freitag mit den deutschen BIP-Zahlen zum bombenstarken zweiten Quartal in den Medien zelebriert. Die Wachstumsdynamik war mit +2.18% gegen das außerdem aufwärts revidierte Vorquartal die Höchste seit dem Frühjahr 1987 und legte die schon zuvor nach oben korrigierten Prognosen von +1.3% bis +1.4% ansatzlos flach. Kalenderbereinigt ergibt sich gegen Vorjahr eine Wachstumsrate von +3.72%, die neben dem starken Außenbeitrag in der Breite auch vom zunehmenden Konsum und den Ausrüstungs- und Bauinvestitionen getragen wird. Preisbereinigt errechnete sich sogar ein Wachstum von +4.1% - in der Tat ein Grund zum Feiern mit anschließender Aufwärts-Revision der bisherigen Gesamtjahresprognosen in den Bereich zwischen 2.5% und +3%. Auch Euroland profitierte vom "deutschen Sommermärchen", die vorläufigen BIP-Zahlen der EZB zeigen ein Plus von 1% gegen Vorquartal sowie +1.7% gegen Vorjahr. Einige nordosteuropäische Länder trugen mit Rekordzahlen ebenfalls kräftig zum Aufschwung bei. Vergnüglich kann man anhand dieser Daten auf den Mai 2010 zurückblicken, als die "führenden" Wirtschaftsforschungsinstitute Deutschland in gewohnt verläßlicher Präzision lediglich einen "laschen Aufschwung" vorhersagten. Zitat dazu aus dem nichtamtlichen "Frühjahrsgutachten" im Mai-KID: "Die monatliche KID-Momentaufnahme steht aktuell bereits über +4%, jedoch damit auch schon in verdächtiger Nähe zu einem zyklischen Allzeithoch." Wie es weiterging ist bekannt, die im BIP auf ein Quartal zusammenfließenden drei Monatszahlen im neuen BIP-justierten KID (siehe zusätzliche Grafik ganz unten bzw an gleicher Stelle im Mai) haben mit überraschender Präzision die vorherigen und jetzt veröffentlichten deutschen Wachstumsraten (rote Pfeile) im V-förmigen Aufschwung frühzeitig wie korrekt abgebildet. Erst jetzt hat der konjunkturprognostizierende Mainstream die bereits im Mai erwähnte "deutliche Zwei" bzw. sogar "eine Drei im Gesamtjahr" vor dem Komma ebenfalls entdeckt.

Fazit: Der KID im August 2010

Der Weltkonjunkturzug zeigt inzwischen eindeutig folgende Reihenfolge: vornweg Asien und Lateinamerika, gefolgt von Euroland und Osteuropa, ganz hinten streiten Japan und die USA im Bremserhäuschen um die rote Laterne. Kaum zufällig sitzt fast die gesamte "Elite der ultrapessimistischen Karusselbremser" ebenfalls in den USA, wie das Handelsblatt erst recht zufällig zeitgleich mit den deutschen und europäischen Rekordzahlen in einem mehrseitigen Artikel "Geschäftsmodell Schwarzsehen" zusammenfasste. Meredith Whitney, Nassim Taleb, Nouriel Roubini, Robert Shiller, u.a. bedienen trotz unübersehbar ausgebliebenem Weltuntergang im trivialen US-Business-Gruselshow-TV weiterhin mit düsteren Prophezeiungen finanziell überaus einträglich die krisenbedingt tiefliegenden Angstpotentiale und typischen Klischees der konjunkturgeistigen Unterschichten. Das "Geschäft mit der Angst" blüht fortgesetzt prächtig, dummerweise hört der Rest der Welt dabei aber auch noch mit zu und verliert darüber teils die globalen Realitäten etwas aus dem Blickfeld. Aus den Entwicklungs- und Schwellenländern werden längst wieder zweistellige Wachstumsraten gemeldet, das alte neue Europa packt seine Probleme halbwegs entschlossen an und scheint damit momentan auf einem guten Weg. Lediglich der schwindende US-Anteil am Welt-Bruttosozialprodukt und der US-Aufschwung sind ins Taumeln geraten - scheinen sich aber mit den letzten Daten schon wieder etwas zu fangen. Ausgerechnet der Ausgangspunkt und aktive Initiator der Weltfinanzkrise, der dem Rest der Welt Billiarden an giftigem Kreditdreck ausgewiesen höchster Bonität untergejubelt hat, kommt trotz dieser ohne sichtlichen Protest hingenommenen unfreiwilligen volkswirtschaftlichen "Blutspende" nicht wirklich wieder auf die Füße und setzt stur weiter auf Fortsetzung des alten, wahrlich nicht bewährten Kurses - während die Spender fast alle sichtlich erholt und mit neuer Dynamik aus der Krise hervorgekommen sind.

Es wäre also angebracht, die möglicherweise langfristig neue Waggonreihenfolge des Weltkonjunkturzugs entsprechend zu verinnerlichen - statt die Wallstreet weiter als uneingeschränkt führende Weltleit- statt zukünftiger Weltleidbörse zu sehen. Ihr Einfluss sollte zumindest im Zeitlauf langsam etwas zurückgehen - mit möglichen zwischenzeitlichen Turbulenzen. Turbulent ging es zuletzt auch im KID-Indikator zur Sache - die Delle des Vormonats wurde dabei erfreulich schnell ausgebügelt. Wie jedes Jahr im Sommer wurde die Grafik um ein Jahr verlängert, dadurch entstanden zwischen den bekannten drei Zonen durch auseinander laufende Linienkreuzungen zukünftig unterstützende "Pufferbereiche", die im Bild mit Grau unterlegt und durch Pfeile am Rand verdeutlicht wurden. Ein Linienkreuz, der ebenfalls schon gut bekannte "finale Entscheidungspunkt" wurde (unterbrochene Linien) absichtlich weggelassen, um den aktuellen Indikatorverlauf genau an dieser Stelle besser sichtbar zu machen. Der Kampf um diesen Entscheidungspunkt ist, nach jeweils kurzzeitigem Ausbruch und Einbruch, inzwischen in eine weitere Runde gegangen. Damit ist die Zukunft jetzt wieder in alle Richtungen offen. Das Abwärtssignal vom Juli ist verschwunden und durch einen "Seitwärtspfeil auf hohem Niveau" ersetzt worden - dies schafft ein sehr positives Vorzeichen für das dritte Quartal, hinsichtlich einer zwar sicher wieder nachlassender Dynamik, aber momentan ohne akutes Risiko eines deutlicheren Rückschlags.

Auf dem derzeitigen Stand bieten sich primär zwei Alternativen: von der guten Wirtschaftsstimmung und den starken Zahlen mit entsprechender Begeisterung getragen, ein neuer Anlauf "ins Blaue", oder vom heute gemeldeten Level ein stabiler Seitwärtstrend bzw. sanfter Rückgang in Richtung Mittelmaß, auf jeden Fall aber noch weiterhin klar im "grünen Bereich". Der KID-Oszillator bewegt sich in der Mitte seines langjährigen Normalbereichs und hat die grüne Pullbacklinie noch nicht wieder erreicht. Anders als bei der ECRI-Wachstumsrate ist hier noch kein Ansatz zur Wende erkennbar, allerdings liegt der KID-Oszillator auch noch deutlich viel höher als die bereits im Minus wieder nach oben drehende ECRI-Growthrate. Im Fazit darf man mehr als zufrieden sein und durchaus optimistisch ins dritte Quartal blicken, auch wenn die derzeitige Seitwärts-Momentaufnahme noch keine definitiv klare neue Trendrichtung anzeigt. Die Entscheidung zwischen "gut bis sehr gut" und "fantastisch" steht erneut zur Debatte.

Damit zu den Märkten, ...

... wo prinzipiell weiter stark USA-beeinflusste Deflations- und Neo-Rezessions-Szenarien gespielt werden. Dies gilt sowohl für den Rentenmarkt wie auch für die Aktienindices, in denen trotz knapp neuer DAX-Jahreshochs von ca. 45 Punkten über April-Top keinerlei Euphorie zu erkennen ist. Im Gegenteil, die allgemein mit positiver Überraschung aufgenommenen Bombenzahlen wurden am deutschen Aktienmarkt praktisch völlig ignoriert, ebenso die Serie stabilerer US-Daten, während der Rentenmarkt den eigentlich denkwürdigen Tag sogar noch mit plus 46 Ticks im Bund-Future quittierte. WTI Crude Oil rutschte ungebremst glatt durch bis auf 75.01 USD. Das Datum, Freitag der Dreizehnte, dürfte keine maßgebliche Rolle gespielt haben, vielmehr scheint sich hier hartnäckig ein neues furchterregendes Conundrum zu etablieren: lähmende Angst vor Amerika. Möglicherweise rächt sich jetzt die psychologische (Nicht)Reaktion auf das gesamte Phänomen "US-Subprime": statt mit wütendem Protestgeschrei und hartnäckigem Beharren auf Produkthaftung, Rücknahme oder Schadenersatz wurden Megamillardenverluste aus den Delaware-Companies schweigend erschrocken hingenommen und einfach weggesteckt, in Bilanzen, Abschreibungen und Badbank-Auslagerungsmodelle. Die Krise kannte und kennt weltweit nur Verlierer. Innerhalb eines in sich geschlossenen und aus dem Buch aktiv handelnden Systems steht aber jedem Euro Realverlust auf einer Seite zwangsläufig auch ein Euro realer Gewinn ex Spesen irgendwo auf anderer Seite gegenüber. Die Frage nach möglichen Krisengewinnlern und dem tatsächlichen Verbleib des verlorenen Kapitals wurde aber niemals ernsthaft gestellt. Die Krise blieb "unerklärliches Naturereignis" ohne konkrete Verursacher oder direkt Verantwortliche. Stattdessen folgten (ersatzweise?) öffentlich schein-heroische "Kavallerie-Attacken" gegen unbeteiligte Zwergstaaten, dubiose "Steueroasen" (natürlich mit Ausnahme von Delaware) und (zuvor sorgfältig zensiert) auf CD gebrannte "Sünder", sowie anschließend eine allgemeine Hexenjagd gegen Kapitalismus, menschliche Gier, Banken, Derivate, Spekulanten und sonstige Quellen sozialer Unmoral - die es nun verstärkt mit eben der Kontrolle im Zaum zu halten gilt, die zuvor so offensichtlich völlig versagt hat.

Man muss wahrlich kein Tiefenpsychologe sein, um wenigstens zu vermuten, dass aus einer solch konsequent devoten Verdrängung eines erlittenen gewaltigen Schadens einschließlich des tiefgreifenden Trauma´s und eines verstärkten Kontrollzwangs einerseits enthemmt aggressive Dynamik (der Wirtschaft) und andererseits so gleichzeitig wie absurd genau gegenläufig ängstlich gehemmte Passivität (der Märkte) resultieren können. Zumal sich in der Politik zeitgleich etwas sehr Ähnliches abspielt: Deutschland meistert die Krise nicht nur erfolgreich, sondern sogar absolut rekordverdächtig, dennoch bietet die amtierende Regierung und noch viel mehr ihr öffentliches Ansehen ein einziges Bild des Jammers. Wirkliche Freude am deutschen Sommermärchen sähe deutlich anders aus. Selbst die Medien offenbaren klar gespaltene Tendenzen, denn praktisch fast zeitgleich wird hier zwar der wirtschaftliche Boom des fantastischen "deutschen Sommermärchens" abgefeiert, aber keine fünf Minuten später fällt wieder und trotzdem noch der stereotype Standardsatz "angesichts der Wirtschaftskrise" - ja wat denn nu bitte? Am vernünftigsten verhält sich in diesem Sommertheater noch der normale Durchschnittsbürger, der sich zwar theoretisch mehr um die Zukunft sorgt, praktisch aber die sich im Krisenverlauf bietenden Vorteile und Chancen nutzt und genießt. In den USA sind inzwischen zwei Drittel der Bürger mehr oder weniger deutlich stark unzufrieden mit dem, was in ihrem Land geschieht - die Echowelle der Krise orientiert sich offenbar am Verursacherprinzip. Bei allen kollektiv absurd kontroversen Befindlichkeiten bleibt festzuhalten, dass DAX und MDAX wenigstens im Vergleich mit den anderen großen Aktienindices den deutschen Boom einigermaßen antizipieren. Trotzdem gibt es zum letzten und vorletzten Marktkommentar eigentlich kaum etwas Neues hinzuzufügen.

Der DAX hat zwischen den schon öfter genannten Marken ein großes ansteigendes Dreieck gebildet, das oben von den Jahrestops am 4-Jahres-Durchschnitt und unten vom ansteigenden 200-Tage-Schnitt begrenzt wird. Früher oder später ist ein Ausbruch unvermeidlich, dennoch dürfte dieser nicht im Alleingang ohne den Rest der Welt möglich sein. Hier wiederholt sich im Chart die allgemeine Verunsicherung, die im Sentiment durch hohe Neutralitätsraten ergänzt wird. Der S&P500 hat die 200-Tage-Linie dagegen weiter klar über sich, eben ist der zweite ernsthafte Ausbruchsversuch nach oben glorreich gescheitert. Der Bund-Future hat seit dem gelungenen Test der 127/128er-Zone per Kickdown die nächste Rallye gestartet und dabei ungebremst neue Höchststände erobert. Wie bei den US-T-Bonds ist hier mittlerweile die 50%-Linie des langfristigen Aufwärtstrends erreicht. Euro/Dollar reagierte charttechnisch bedingt ebenfalls leicht paradox auf das sich ankündigende deutsch/europäische Sommermärchen und startete am 200-Tage-Trendkanal die eigentlich unlogische aber fällige Gegenbewegung. Zeitgleich hat Gold (in USD) ziemlich präzise auf dem unteren Rand des parallel zur 200-Tage-Linie verlaufenden mittelfristigen Aufwärtstrend gedreht und einen Erholungsversuch gestartet, der in Euro fast die Hälfte der zuvor gesehenen Verluste wieder wettmachte. Im Fazit bleibt Investieren im Sommerloch 2010 weiterhin schwierig und mit hohen Unsicherheiten behaftet. Wenigstens die Partyszene hat die Zeichen der Zeit richtig erkannt, und den aus den 50ern stammenden "Americano" (Yolanda Be Cool) zum nervtötenden Retro-Dance-Sommerhit 2010 recycelt.

KID August 2010

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Thomas A. Spoerer
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