von Thomas A. Spörer

Abgeprallt am Mittelmaß
Die 7. KW
... erfreute mit der Nachricht, dass neben kräftig sinkenden Kurzarbeiterzahlen im zweiten Halbjahr 2009 zukünftig 28% der deutschen Großunternehmen 2010 wieder Arbeitskräfte zusätzlich einstellen wollen. Dazu wurde eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags unter 28.000 Unternehmen veröffentlicht, nach der die gewachsene Investitionsnachfrage der deutschen Industrie in diesem Jahr einen zusätzlichen Wachstumsimpuls setzen werde. Für zusätzliche Freude sorgte das japanische BIP von vierten Quartal, das gegenüber dem dritten überraschende +1.1%, gegen das Vorjahresquartal sogar +4.6% zulegen konnte. Insgesamt liegt Japan damit bei der volkswirtschaftlichen Größe und Bedeutung noch immer knapp vor China, das trotz Krise im vergangenen Jahr mit einem Wachstum von +8.7% glänzen konnte. In beiden Ländern wird, im Gegensatz zu Europa und insbesondere Deutschland, die angemessene finanzielle Ausstattung für den sozialen Abstieg allgemein weit weniger stark diskutiert als ein durch Optimismus, Fortbildung und Leistung angestrebter sozialer Aufstieg. Einen weiteren leichten Abstieg vollführte der ZEW-Index, der leicht von 47.2 auf 45.1 Punkte abgab. Dabei legte die Lage-Beurteilung erneut zu, während die Erwartungen rückläufig ausfielen. Insgesamt spricht dies für eine konsolidierende Verlangsamung auf dem erreichten hohen Niveau, jedoch (noch) nicht für eine Wende. Alles andere als eine Wende zeigte auch der regionale US Empire State Manufactoring Index, er zog bei erwarteten 18.- nach 15.92 Punkten im Februar richtig stark bis auf 24.91 Punkte an.
Die britische Hauspreise legten im Februar einen Preissprung von satten +5% aufs Parkett. Ebenfalls unerwartet sprang der US NAHB-Index (Homebuilder Confidence) von 15 auf 17 Punkte und ein Dreimonatshoch.
Beim US-Immobiliensektor fielen für Januar sowohl die Baubeginne am US-Häusermarkt mit 591.000 als auch die Baugenehmigungen mit 621.000 leicht über Erwartung aus. Die US Weekly Chain Store Sales gaben in dieser Woche den Zuwachs der Vorwoche wieder ab. Die US-Industrieproduktion im Januar lag mit +0.9% ebenfalls über der Konsenserwartung, die Kapazitätsauslastung absolvierte dazu einen Sprung nach oben und liegt im Jahresvergleich nun nach langer, teils intensiv roter Phase erstmals prozentual wieder im Plus. Der FOMC (Offenmarktausschuss der FED) revidierte seine US-Jahreswachstumsprognose für 2010 von +2.5 bis +3.5% auf +2.8 bis 3.5% nach oben. Einen Rücksetzer gab es bei den Weekly Unemployment Claims, die von revidiert 442.000 wieder auf 473.000 anzogen. Ebenfalls revidiert ergab sich in der Zeitreihe der US-Produzentenpreise ein erneut kräftiger Anstieg im Januar, der +1.41% gegen Vormonat und +5.02% gegen das Vorjahr ausmachte. Den zehnten Anstieg in Folge absolvierte der TCB US-Leading Economic Index (LEI), der erst für die Vormonate sehr deutlich nach oben revidiert wurde und zuletzt trotz der Wetterbedingungen einen weiteren kleinen Anstieg um +0.3 auf 107.4 beim Januarwert draufsetzte. "This signals continued economic Recovery at least through the Spring." lautete der TCB-Kommentar von Ken Goldstein. Der Chart spricht hier inzwischen eine deutliche Sprache: Mitte 2009 endete ein fünfjähriger Abwärtstrend im US Leading Indicator, er notiert heute auf Allzeithoch und in der prozentualen Veränderung gegen Vorjahr mit aktuell +8.70% nahe dem 2004er Top beim Anstieg mit max. +9.73%. Auch der US-Philly-FED-Index überraschte mit einem satten Sprung von 15.2 bis auf 17.6 Punkte.
Woher die deutsche Presse, die momentan wieder recht häufig von "allgemein schlechten Konjunkturdaten" berichtet, ihre aktuellen Zahlen bezieht, bleibt leider im redaktionellen Dunkel. So sah z.B. das Handelsblatt, anders als zeitgleich der Öl-, Rohstoff-, Aktien- und Rentenhandel, anhand der oben aufgezählten Wochendaten "die US-Konjunktur ins Stottern geraten". Die passende Überraschung dazu lieferte prompt die FED noch am gleichen Abend, mit der ersten Erhöhung des Diskontsatzes von 0.50% auf 0.75% aufgrund der verbesserten Lage an den Finanzmärkten. Scheinbare Stagnation herrschte bei den Vorabzahlen zu den Indices der europäischen Einkaufsmanager. Der Gesamtindex wurde unverändert mit 53.7 festgestellt, beim verarbeitenden Gewerbe gab es jedoch einen kräftigen Anstieg von 52.4 auf 54.1 Punkten, der von den Dienstleistern mit einem Rückgang von 52.5 auf 52.- kompensiert wurde. Auch in Deutschland konnte sich der Industrie-Index deutlich verbessern, während sich die Einkaufslaune der Dienstleister eintrübte. Bei den US-Verbraucherpreisen fiel der Januar-Anstieg mit +0.2% etwas geringer aus als erwartet, gegen Vorjahr ergab sich eine Inflationsrate von 2.66%. Die deutschen Erzeugerpreise zogen im Index per Januar von 106.50 auf 107.80 an, den höchsten Wert des letzten halben Jahres. Gegen Vorjahr verblieb noch ein Minus von -3.42% übrig. Der Index der deutschen Großhandelsverkaufspreise war zuvor schon kräftig von 105.8 auf 107.2 gestiegen. Kräftig angezogen hatte auch die britische Inflationsrate mit +3.5% im Januar nach 2.9% im Dezember. Der wöchentliche ECRI Leading Index gab erneut leicht von 130.- auf 128.40 Punkte nach. Beim Baltic folgte auf das Wochentief von 2566 wieder eine Erholung bis 2714 Zähler.
Die 8. KW
... brachte den neuen ifo-Index, der ein etwas seltsames Bild abgab. Beim Klima folgte auf zehn Anstiege erstmals ein marginaler Rückgang von 95.8 auf 95.2 Punkte. Anders als zu erwarten, gab es aber bei der Lage-Einschätzung einen deutlicheren Rücksetzer von 91.2 auf 89.8, während die Erwartungen dagegen weiter von 100.6 auf 100.9 zulegen konnten. Die Deutung ist daher schwierig, üblicherweise lösen Ängste und Zweifel einen stärkeren Rückgang der Zukunftserwartungen aus - hier ist es die aktuelle Lage-Einschätzung, die zuerst leidet, während die Zukunft sogar noch weiter leicht verbessert gesehen wird: ein atypisches Stimmungs-Muster. Auch tiefergehende Details bringen keine Klarheit, so hat sich z.B. das Klima im Bauhauptgewerbe verbessert - trotz des kalten, schneereichen Winters. Die Lage-Abkühlung resultiert überwiegend aus dem Einzelhandel, beim verarbeitende Gewerbe herrschte Stagnation, aber mit verbesserten Zukunftsperspektiven. Summa summarum stellt der aktuelle ifo ein deutliches Warnzeichen dar, dennoch muss die Entwicklung im kommenden Monat abgewartet werden, um vernünftig beurteilen zu können, ob wir vor einer erneuten Stimmungswende stehen. Oder ob der Winter, die derzeit dürftige Regierungsarbeit oder diffuse Ängste und Zweifel um Gesamtlage, Euro und Griechenland hier nur einen temporären Dämpfer verursacht haben, der mit der Frühjahrsbelebung wieder kompensiert wird. Hans Werner Sinn kommentierte durchaus un-skeptisch, dass sich "die wirtschaftliche Erholung nach dem Winter fortsetzen werde". Erstmals ist jedenfalls beim KID die reale Lage (harte Daten) insgesamt besser als die derzeit gefühlte Stimmung - bei gleichzeitig aber noch mit weiterhin positiven Zukunftserwartungen.
Die momentan extrem schwankungsanfälligen US Chain Store Sales legten nach dem 1.6%igen Rückgang der letzten Woche diesmal wieder ein 2.3%iges Plus vor. Eine weitere Stabilisierung am US-Häusermarkt dokumentierte der Case-Shiller-Index, der per Dezember mit nur noch -3.1% nach zuvor -5.3% gegen Vorjahr ermittelt wurde. Gegen Vormonat ergab sich das siebte Preis-Plus in Folge mit diesmal +0.3%. Passend zur allgemeinen Stimmungseintrübung ergab sich beim US Verbrauchervertrauen des TCB ein unerwartet kräftiger Einbruch von aufwärts revidiert 56.50 auf nun noch 46.- Punkte. Sowohl Lage-Einschätzung als auch Zukunftserwartungen fielen deutlich zurück, erwartet worden waren im Konsens 55.- Punkte: "Eben noch dem Untergang entronnen, verfielen sie direkt in Zweifel, Angst und Unzufriedenheit." Die Brüsseler EU-Denkfabrik "CEPS" (Centre for European Policy Studies) veröffentlichte dazu eine Studie, nach der Deutschland bis 2040 in Bildungsstand und Wirtschaftsleistung noch hinter Polen und andere dynamisch aufstrebende osteuropäische Staaten zurückfallen werde - wenn wir mit verbreitetem Pessimismus, allgemeiner Volksverblödung und fortlaufendem Gejammer so weitermachen: "Deutschland ist alt, satt und behäbig geworden." lautete das Fazit. Zu viele Schulabbrecher, zu wenig qualifizierte Aus- und Fortbildung, zu wenig Hochschulabsolventen und damit in der kommenden Generation "unterwegs zu einem Land der unqualifizierten Hilfsarbeiter". Der US Richmond FED Manufactoring Index kletterte völlig unbeeindruckt davon weiter von -2 auf +2 Punkte und wieder über die Null-Linie. Bei den US Mass Layoffs (angekündigten Massenentlassungen) gab es im Januar wetterbedingt einen kleinen Rücksetzer nach der kontinuierlich laufenden Verbesserung seit dem Sommer 2009.
Der GfK-Konsumklima-Index für den März stagnierte, es war mit -0.1 Punkten ein minimaler Rückgang von revidiert 3.3 auf 3.2 Zähler zu verzeichnen. Der Rückgang war durch stagnierende bzw. leicht gesunkene Konjunktur- und Einkommenserwartungen sowie etwas geringere Anschaffungsneigung bedingt. Zu den tiefer gegliederten Ergebnissen zum deutschen BIP gesellte sich die Erkenntnis, dass Deutschland in 2009 mit revidiert 3.3% die Maastricht-Verschuldungsgrenze knapp überschritten hat, im Gesamtvergleich der Krise damit aber noch akzeptabel gut dasteht. Der eigentlich excellente, leider stets viel zu spät veröffentlichte TCB "Leading Index Germany" wurde mit 99.- nach 98.3 erneut und zum neunten Mal höher berechnet, allerdings wurde jetzt erst der Dezember-2009-Wert publiziert. Einen kräftigen Rückschlag gab es bei den US New Home Sales, die annualisiert mit nur 309.000 nach revidiert 348.000 im Dezember gemeldet wurden. Gegen Vorjahr ist dies ein Minus von -6.1%, gegen Vormonat sogar von -11.2% bei den Neubauverkäufen. Die Vertrauenswerte in der Eurozone stagnierten trendgemäß erstmals seit zehn Monaten. Der Euroland-Sammelindex gab einen Zehntelpunkt von 96.0 auf 95.9 ab, der deutsche Anteil stieg jedoch um +0.9 auf 97.- Zähler. Das Industrievertrauen kletterte weiter, das Verbrauchervertrauen gab dafür etwas nach, der Einzelhandel sah die Zukunft deutlich weniger rosig, die Dienstleister kompensierten dies mit einem Anstieg. Insgesamt sehen wir überall zunehmende Stagnation bis erste leichte Rückgänge in den Stimmungswerten. Ob dies nur eine temporär winterliche Unterkühlung oder schon den Beginn einer echten Wende darstellt, wird sich erst im weiteren Zeitlauf mit dem Frühlingsanfang erweisen. Die Gefahr nimmt aber momentan zu, dass die gelungene Mischung aus politischer Kakofonie, Solvenzdiskussion und neuen Krisenängsten zum ernsthaften Bremsklotz im stetigen Fluss positiver realwirtschaftlicher Daten werden könnte.
Erfreulich stabil kam der deutsche Arbeitsmarkt durch den kalten Februar, insgesamt gab es nur eine leichte Zunahme der Arbeitslosenzahl um knapp 26.000, die zu einem Anstieg der Arbeitslosenrate von 8.6% auf 8.7% führte. Im Westen ging die Zahl der gemeldeten Arbeitssuchenden etwas zurück, der kleine Anstieg insgesamt kam diesmal allein aus dem Osten. Experten hatten deutlich schlechtere Zahlen erwartet, im Februar 2009 war der Anstieg der Arbeitslosigkeit noch mehr als doppelt so hoch gewesen. Einen weiteren Rücksetzer gab es bei den US Unemployment Claims, die in dieser Woche von revidierten 474.000 bis auf 496.000 anstiegen und damit wieder in die Nähe der 500.000er Marke rückten. Die harten US-Daten zeigten sich dagegen weiter von ihrer besten Seite, die Auftragseingänge der langlebigen Güter wurden für Dezember auf +1.9% aufwärts revidiert und zogen per Januar unerwartet stark um weitere volle +3.0% nach oben - doppelt so stark wie in der Konsenserwartung. Neben der Investitionsgüternachfrage waren vor allem neue Flugzeug-Großaufträge hier ursächlich. Capital Goods brachten es auf ein Plus von +4.7%. Ex Transport ergab sich ein leichter Rückgang von -0.6% gegen Vormonat. Summa summarum liegt der US-Auftragseingang in allen Bereichen beim Vergleich mit dem Vorjahr inzwischen wieder zweistellig im Plus. Auch das deutsche Bauhauptgewerbe glänzte mit beeindruckenden Zahlen, so zogen die Auftragseingänge per Dezember preisbereinigt um +6.1%, im Tiefbau sogar um +13.3% nach oben. Sogar die Beschäftigtenzahlen legten hier gegen Vorjahr und trotz Wetterlage um +0.6% zu. Eurostat meldete dazu einen Anstieg des Auftragseingangs in der Eurozone von +0.8% per Dezember, was einem zweistelligen Plus gegen Vorjahr entsprach. Der Kansas City FED Manufactoring Index stieg unerwartet kräftig von 13 auf 19 Punkte und lag damit im Januar den fünften Monat deutlich in der Wachstumszone.
Das US-BIP wurde in der zweiten Schätzung zum vierten Quartal 2009 marginal nach oben revidiert, dadurch ergab sich in der saisonbereinigt annualisierten Jahresrate ein Anstieg von +5.7% auf nun 5.9%, in der europäischen Berechnungsweise von +0.10% auf +0.15% im Jahresvergleich. Beim Soffin wurde nach bis dato ordentlichen Gewinnen nun doch ein Verlust bis max. 4 Milliarden für 2009 vermutet, der auf das Konto der "Staatsbank" HRE sowie der ebenfalls politisch geführten und beaufsichtigten Landesbanken gehen dürfte - während die privaten Banken weiter eifrig sanieren und teils Soffin-Zinsen- und -Gebühren zahlen, in 2010 voraussichtlich allein fast 1 Milliarde. Der Chicago PMI, viel beachteter Vorläufer des nationalen Einkaufsmanagerindex, wurde für Februar mit einem Rückgang auf 59.- von 61.5 erwartet, er kletterte jedoch stattdessen weiter 62.6 Punkte. Es war der fünfte Anstieg in Folge, was als ähnlich starker Trend zuletzt im Jahr 2002 vorgekommen ist, die Dreimonats-Schnitte sämtlicher Subindices drehten kräftig ins Positive. Das US-Verbrauchervertrauen der Uni Michigan schloss sich dem Trend beim TCB-Verbrauchervertrauen überraschend nicht an, der Index wurde mit 73.6 nach 73.7 zur Monatsmitte und 74.4 Punkten Ende Januar nur ganz leicht schwächer festgestellt. Ohnehin gilt grundsätzlich, dass Verbraucherstimmung und tatsächliches Konsumverhalten nur selten konform gehen und oft genug gegenläufig ausfallen.
Die US Existing Home Sales gingen für Januar parallel zu den übrigen US-Immobiliendaten von 5.45 Mio auf 5.05 zurück. Aber auch hier gilt, selbst wenn vermeintlich objektive Geister dies anders sehen: schwache Daten sind eher normal und gesund. Völlig unnormal und überaus ungesund waren die jahrelang extremen Übertreibungen zuvor, ohne die die gesamte Finanz- und Bankenkrise garnicht erst stattgefunden hätte. Es wird wohl noch etwas dauern, bis sich diese Erkenntnis in den Köpfen ausbreitet, eine Frühjahrserholung ist durch die Verlängerung der Steuervorteile zumindest im Ansatz schon vorprogrammiert. Der Weekly ECRI Leading Index blieb mit 128.4 unverändert, so hatte die zukünftige Wachstumsrate weitere Gelegenheit, in normales Terrain zurückzukehren. ECRI erwartet nun ein abklingen der hohen Wachstumsdynamik in der zweiten Jahreshälfte. Beim Baltic Dry gab es in dieser Woche kaum nennenswerte Bewegung, zum Wochen- und Monatsschluss notierte der Index mit 2738 Punkten praktisch auf dem Stand vom Monatsanfang. Der KID büßte in dieser Woche insgesamt etwas an Höhe ein und bildete erstmals seit Wochen wieder einen kleinen "Regenschirm-Griff" in Abwärtsrichtung aus. Dies ging jedoch eindeutig auf das Konto der sentimentalen Werte, die harten Daten kletterten bis dato unbeirrt weiter aufwärts.
Die 9. KW
... und der März zeigten zunächst einen Anstieg der deutschen vorläufigen Verbraucherpreise im Februar um +0.2 gegen Vormonat, woraus sich eine Inflationsrate von +0.4% errechnete. Bei den Einkaufsmanagern in der Eurozone lag im verarbeitenden Gewerbe der endgültige Wert mit 54.2 noch ein Zehntel über Vorabschätzung und deutlich über dem Januarwert von 52.4 Punkten. Bei den chinesischen Einkaufsmanager zeigte sich dagegen ein deutlicher Rückgang von 55.8 auf 52.- Zähler. EuroStat meldete statt der erwarteten 10.1% bei der Arbeitslosenrate in der Eurozone trotz des kalten Winters einen erfreulichen ersten Rückgang auf 9.9% im Januar. Bei den US Einkaufsmanagern folgte nach dem Januar-Sprung von +3.5 Punkten eine Konsolidierung von 58.4 auf 56.5 im ISM-Index für Februar. Vor allem die zuvor sehr stark angezogenen Komponenten gaben nach, so die Auftragseingänge von 65.9 auf immer noch komfortable 59.5 Punkte, die Produktion von 66.2 auf 58.4 und die Preise von 70.- auf 67.-. Verbesserungen zeigten sich in der Beschäftigungssituation sowie bei den Lagerbeständen. Ausgehend von der 50er-Wachstumsschwelle läßt sich damit eine solide weitere Fortsetzung des Wachstumspfads mit zukünftig aber etwas moderaterem Tempo konstatieren. Die US-Bau-Ausgaben fielen genau mit der Konsens-Erwartung um -0.6% gegen Vormonat. Die US Chain Store Sales zeigten auch in dieser Woche das beliebte drei Schritte vor, einen zurück. Auf das 2.3%-Plus der letzten Woche folgte zum Februarschluss wieder ein -0.8%-Rücksetzer.
Nach dem Euroland-Einkaufsmanager-Index der Industrie kamen jetzt die Indices der Dienstleister und der Gesamtindex. Bei den Dienstleistern gab es einen leichten Rückgang von 52.5 auf 51.8, der Gesamtindex für die Eurozone stagnierte daher bei 53.7 trotz des zuvor gestiegenen Industrie-Index. Der Teilindex für Deutschland legte dagegen deutlich zu, die Industrie-Komponente zog hier kräftig an, die Dienstleister gaben etwas ab. Insgesamt kletterte der deutsche Index um +3.5 Punkte von 53.7 auf 57.2, das ist der höchste Stand seit Juni 2007. Stärker als erwartet konnte auch der amerikanische ISM-Index für die Dienstleister zulegen, er sprang mit 53.- nach 50.5 deutlich nach oben in die Wachstumszone. Erwartet worden waren hier nur 51.- Punkte, erfreulich fiel besonders die Steigerung bei der Beschäftigungskomponente aus. Bei den deutschen Einzelhandelsumsätzen war im Konsens für Januar ein stärkerer Rücksetzer erwartet worden, stattdessen zeigten sich die Daten jedoch stabil mit einem preis-, kalender- und saisonbereinigten kleinen Minus von nur -0.2%, es gab also keine nennenswerte Korrektur auf das Weihnachtsgeschäft. Nominal ergab sich ein Plus von 0.1% gegen Vormonat und noch -3% gegen das Vorjahr. Der US Challenger Report (geplante Entlassungen) fiel überaus günstig aus: "February Job Cuts lowest since 2006" konnte Challenger, Gray & Christmas melden. Die Zahl der angekündigten Entlassungen lag nur noch bei 42.000 nach zuvor 71.000 und fast 242.000 im Januar vor einem Jahr - ein weiteres gutes Omen für den US-Arbeitsmarkt. Das Beige Book der FED bestätigte, dass sich die US-Wirtschaft weiter erholt und aus der Krise herausarbeitet. Neun von zwölf FED-District berichteten im Februar trotz der Wetterlage von einer Verbesserung der wirtschaftlichen Aktivitäten.
Die EZB-Sitzung brachte wie erwartet keine Änderung bei den Leitzinsen, jedoch die Ankündigung einer Verlängerung der reichlichen Geldversorgung via Tender bis ins vierte Quartal 2010. Die versuchte Konsolidierung der griechischen Schuldensituation wurde als "glaubwürdig" bezeichnet. Bei den Initial Unemployment Claims gab es (zum Glück) diese woche wieder eine Verbesserung von revidiert 498.000 auf noch 469.000 - ergo lag wohl ein mehr wetterbedingter "Pullback" an die 500.000er Schwelle vor. Die endgültigen US-Auftragseingänge für Januar bestätigten das positive Bld der Vorabdaten, bei den Durables lag das Monatsplus bei +2.60%, bei den Nondurable Goods bei +0.85%, woraus sich insgesamt ein Zuwachs von +1.65% gegen Vormonat und +9.52% gegen Vorjahr ergab. Die schwebenden US-Hausverkäufe (NAR Index) gaben nach Aufwärtsrevision des Dezembers im Januar wieder -7.6% nach, lagen aber weiterhin gegen Vorjahr noch mit +12.3% im Plus. Ebenfalls über Erwartung deutlich im Plus lagen die deutschen Auftragseingänge im Januar. Insgesamt ergab sich ein vorläufiges Plus von +4.3% gegen Dezember, der ebenfalls nach oben revidiert wurde. Der Anteil an Großaufträgen lag über dem Durchschnitt, insbesondere aus dem Inland. Der Auftrags-Zuwachs gegen das Vorjahr ist inzwischen in allen Bereichen wieder zweistellig. Die harten Daten liefern also momentan sichtlich unbeeindruckt weiter.
Die US-Arbeitsmarktdaten schürten, wie hier seit langem angekündigt und mit Vorlaufdaten begründet, neue Hoffnungen auf eine Erholung des Arbeitsmarktes. Trotz des harten Winters blieb die Arbeitslosenrate mit 9.68% praktisch unverändert, ebenso das Nonfarm Payroll Employment. Der ECRI Leading Index verbesserte sich in dieser Woche von 128.4 auf 129.8 Punkte. Wie immer zu Monatsbeginn veröffentlichte ECRI auch das USFIG, das Barometer der zukünftigen Inflationserwartungen. Nach zehn Monatsanstiegen in Serie gab es hier mit 101.40 Punkten nach revidiert 102.10 erstmals wieder eine kleine Korrektur im Februar. Das verzögert publizierte EZFIG (Euro Zone Future Inflation Gauge) für Januar kletterte dagegen noch weiter von 87.9 auf 89.2 und damit ein Dreizehn-Monats-Hoch. Nach längerer fast bewegungsloser Dümpelei absolvierte der Baltic Dry in dieser Woche einen überaus kräftigen Schub nach oben und schloss mit 3242 deutlich über dem Februar-Schlußstand von 2738 Punkten. Selbst der schwer gebeutelte HARPEX-Container-Index zeigte zuletzt ein erstes Anrucken zu einem möglichen erneuten Bodenbildungs- und Trendwende-Versuch. Hier stehen aber weiterhin erhebliche Überkapazitäten im Weg, dennoch würde so ein Erholungsansatz zeitlich typisch gut zu der in den Medien in den letzten Wochen massiv prozyklisch verbreiteten absoluten Weltuntergangsstimmung für die (Container-)Schifffahrt passen. Im Fazit also eine durchaus spannende Woche, in der trotz der zuvor deutlich winterlich unterkühlten Mißstimmung die harten Daten überraschend "nachhaltig" überzeugen konnten - was die Aktien- und Öl-Märkte mit Anstiegen entsprechend honorierten. Der Datenkranz sprach zudem für die These, dass wir momentan keine Trendwende, sondern zunächst nur ein Abflachen der bisherigen V-förmigen Erholung zu einem flacher ansteigenden oder in der erreichten Wachstumszone mehr oder weniger seitwärts schwankend verlaufenden Trend sehen werden.
Die 10 KW
... eröffnete der Konjunktur-Sentix. Auch hier spricht das Bild bislang nicht für eine Wende, sondern zunächst für ein Verweilen auf hohem Niveau bzw. eine moderate Fortsetzung des Aufwärtstrends mit gemäßigterem Tempo. Beide Komponenten des Euroland-Index konnten parallel wieder +0.75 zulegen, der Gesamtindex stieg von -8.2 auf -7.5 Punkte. Für die USA wurde ein kräftiger Anstieg von 6 Punkten gemeldet, selbst Japan kletterte kräftig auf ein 21-Monats-Hoch und das globale Aggregat legte weiter zu. Einen interessanten Beitrag zum "deutschen Sentiment" lieferte außerdem das Medienforschungsinstitut "Media Tenor" mit einer Studie, für die 13.000 Wirtschaftsnachrichten des vergangenen Jahres analysiert und ausgewertet wurden. Danach berichteten die deutschen Massenmedien tendenziell einseitig stark negativ verzerrt über Wirtschaft und Unternehmen. Die hier im KID des öfteren kritisierte "pessimistische Schwarzmalerei" ist ergo keine subjektive Einschätzung, sondern anhand von ausgezählten Daten objektiv nachweisbar. In direkter Folge geben heute nur 15% der Deutschen an, es ginge ihnen persönlich schlecht, über zwei Drittel jedoch zweifeln mehr oder weniger stark an Sinn und Nutzen der Marktwirtschaft. Dass dahinter neben purer persönlicher Angst im internet-bedingt stetig schrumpfenden Printmediensektor auch massiv "volkspädagogische Aufklärung" zu grundsätzlich destruktiven oder rein ideologisch motivierten Zwecken steckt, dürfe ebenso außer Zweifel stehen, wie die auf diese Weise verursachten unnötigen zusätzlichen Schäden für Land, Menschen, Wirtschaft und Unternehmen. Die deutsche Industrieproduktion überraschte für Januar trotzdem und trotz der Wetterverhältnisse mit einem Plus von 0.6%, der Dezember wurde dazu sehr kräftig nach oben revidiert. Der starke Auftragseingang plus erheblicher Nachholbedarf im Baugewerbe wird hier für weiter stetige Zahlen sorgen.
Der Kontraktwechsel im Bund- und BObl-Future brachte die schon lange im Forward angezeigte Differenz vom März zum Juni real aufs Parkett. Der Frühindikator der OECD bestätigte die Idee einer Dynamik-Abschwächung ohne Wende, ergänzt durch kräftiges Wachstum in den Schwellenländern und bremsende Krisenspätfolgen in den westlichen Industriestaaten. Frühlingsgefühle beflügelten auch den Handelsblatt-Barclays-Frühindikator, er sagt für das zweite Quartal 2010 einen Wachstumsschub voraus. Der japanische Leading Index zeigte für Januar mit +2.5 Punkten seinen 10. Anstieg in Folge. Die US Chain Store Sales absolvierten in der ersten Märzwoche einen gewaltigen Sprung nach oben und erreichten mit +3.4% gegen Vorjahr und +2.9% gegen Vorwoche ein lange nicht mehr gesehenes Ausmaß. ICSC rechnet mit einem insgesamt sehr starken März, es zeigt sich einmal mehr, dass Verbraucherstimmung und reales Konsumverhalten wahrlich nicht immer parallel verlaufen. Die endgültigen deutschen Verbraucherpreise für Februar wurden mit +0.4 Punkten im Index und +0.6% gegen Vorjahr über der Vorabschätzung festgestellt. Der insgesamt unterkühlte Januar brachte auch einen Rückgang bei den deutschen Exporten, der aber produktions- und auftragsbedingt nicht von Dauer bleiben sollte. Die Importe legten dagegen zu, im Saldo ergab sich daraus ein deutlicher Rückgang beim Außenhandels-Überschuss. Passend dazu ging das US-Handelsbilanzdefizit im Januar etwas stärker zurück als erwartet.
Die US Unemployment Claims verbesserten sich in der ersten Märzwoche leicht weiter auf noch 462.000 Erstanträge. Das von der Uni Michigan ermittelte Verbrauchervertrauen zeigte sich Mitte März erneut ganz leicht abgeschwächt mit aktuell 72.50 Punkten nach 73.60 Ende Februar. Erneut differierten hier geäußerte Stimmung und praktisch gezeigtes Kaufverhalten, denn die US-Einzelhandelsumsätze, für die im Konsens wegen der Februar-Schneestürme an der Ostküste ein Rückgang um -0.3% erwartet worden war, legten stattdessen um genau diesen Prozentsatz gegen Vormonat zu. Der Zuwachs fand quer durch alle Bereiche statt. Das Plus gegen 2009 betrug dabei +4.19% und blieb schon den dritten Monat in Folge über 4% - was zuletzt im Vorweihnachtsgeschäft 2007 zu sehen gewesen war. Der ECRI Leading Index kletterte diese Woche etwas weiter von 129.80 auf 130.60 Punkte, die daraus errechnete zukünftige Wachstumsrate korrigiert weiter von hoch oben in Richtung Normalbereich. Beim Baltic Dry setzte sich die Aufwärtstendenz ebenfalls dynamisch fort, er wurde zum Wochenschluss mit 3506 Zählern festgestellt, ein Anstieg von 768 Punkten in zwei Wochen. Aufschlussreich in dieser Woche war ein TV-Statement vom IfW Kiel - danach war die Finanz- und Wirtschaftskrise ein in den Daten quasi "unvorhersehbares Naturereignis", vergleichbar mit plötzlich hereinbrechenden Erdbeben, Tsunamis oder schweren Unwettern. Anscheinend konnte sich das IfW trotz Millionenetats jahrelang keine kostenlosen Datenreihen des US-Housingmarkts und seines dazugehörigen Umfelds leisten. Oder man hatte bei der konsequenten Analyse dieser Daten die trendfolgende Eselsmütze schlicht viel zu tief über die Augen gezogen. Jedenfalls ist damit die etablierte Serie krasser Fehlprognosen ausreichend erklärt und gerechtfertigt. Die wirklichen Ursachen, Hintergründe und heimlichen Gewinner der Krise bleiben geheimnisvoll im Dunkeln und natürlich fehlte auch nicht der volkspädagogisch wertvolle Hinweis auf die universell verantwortliche Gier und Spekulation.
Fazit: Der KID im März 2010
... zeigt erstmals seit Monaten eine im Oszillator schon seit langem angekündigte erstmalige Schwäche nach der permanent steilen V-förmigen Erholung. Der Oszillator ist wieder in den Normalbereich zurückgekehrt - nun kommt es darauf an, wie er sich an der grünen Ausbruchslinie (blauer Pfeil) verhalten wird. Der KID selbst zeigt nach dem im letzten Monat gelungenen Ausbruch nach oben einen "Abpraller" an dem Bereich, den wir früher schon einmal, von oben kommend, als ungefähres wirtschaftliches "Mittelmaß" definiert hatten (rote Linie "M"). Damit droht faktisch ein mögliches Wendesignal, das angesichts des oben im Detail beschriebenen Datenflusses aber keineswegs schon als gesichert betrachtet werden sollte. Bislang ist es weder dem schneereichen Winter noch der zeitweilig ausgeprägten Mißstimmung gelungen, die positive Fortentwicklung der harten realwirtschaftlichen Daten zu bremsen. Die Lage ist ergo besser als die zuletzt wenigstens wieder etwas erholten Stimmungswerte. Wir befinden uns, siehe KID-Grafik, weiterhin mitten im "grünen Bereich", der sich zudem mit den zuvor überwunden Widerständen jetzt relativ gut unterfüttert zeigt. Somit steht im März-Fazit aktuell ein neutraler Seitwärtspfeil, der zunächst offen lassen muss, ob der Übergang von hoher Aufwärts-Dynamik in normales Arbeitstempo ohne ein ausgeprägteres Durchsacken in neue Angst und Lethargie gelingt. Den Amerikanern steht dabei ihr praktisch orientierter Pioniergeist, den asiatischen und südamerikanischen Schwellenländern, der russischen Föderation und den osteuropäischen Staaten ihr Hunger nach Wohlstand mitsamt ungebremster Leistungsbereitschaft zur Seite. Eine Gefahr liegt ergo in der "Malaise Allemand" und in emotionaler Wiederholung des deutschen 2004er Befindlichkeits-Jahrgangs: Weltuntergang ausgefallen, akute Krise überstanden, Null-Linie erfolgreich überwunden, unteres Mittelmaß fast wie von selbst und überraschend schnell wieder erreicht - dann also erstmal Gas wegnehmen, verwirrt und verunsichert zurücklehnen, auf Problembewusstseinsmodus umschalten und evtl. ganz langsam wieder ins gewohnte Jammern auf hohem Niveau verfallen. Die Gelegenheit dazu scheint günstig, die Krisenbewältigung ist durch einfaches Abwälzen auf beliebige Sündenböcke abgeschlossen, weder aus der Politik noch aus der Kirche droht derzeit eine neue Erweckungsbewegung und die nächsten belebenden Fußball-Großereignisse sind schon für Südafrika 2010 und Brasilien 2014 reserviert. Woher sollte also jetzt eine Euphorie kommen, die uns durch das Mittelmaß weiter nach oben "ins Blaue" führt ?
Damit zu den Märkten,
... wo es im Grunde wenig Neues, geschweige denn Aufregendes gibt. Wir bewegen uns nach wie vor in bestens bekanntem Terrain und mit der eher langweiligen "Arbeit im harten Brett". Die jüngste Korrektur entwickelte sich nach klassischem Muster direkt auf dem zuvor hier genannten Mehrfachkreuz aus 2-Jahres- und 200-Tage-Linie plus Horizontalunterstützungen und bot damit eine gute Tradingchance. Der mittelfristige Trendkanal wurde dabei am unteren Rand nicht ansatzweise ausgereizt oder angetestet. Somit verblieb das Marktgeschehen in der relativ engen Range zwischen 5400 bis 6200 Punkten, wie gehabt von langen gleitenden Durchschnitten begrenzt. Erst ein Ausbruch würde weiteres Potential auf- oder abwärts freisetzen. Der mit schnell enttäuschten Erwartungen vermasselt begonnene Jahresauftakt hat noch mehr Verunsicherung und passives Abwarten insbesondere der Privaten verursacht - das macht die momentane Lage einerseits relativ öde, andererseits droht jederzeit eine schwer kalkulierbare mögliche Reaktion, vom Spielfeldrand ausgehend, die auf einen beliebigen Trigger eventuell sogar erhebliche Dynamik entfalten kann. Unter leisem Knistern erneut verbrennender Puts haben sich die Indices ohne Euphorie und ohne große Publikumsbeteiligung fast unmerklich längst wieder den Jahreshochs angenähert, bzw. sie wie der S&P500 knapp überboten. Er liegt jetzt grade noch 6 Punkte unterhalb seines 8-Jahres-Schnitts, wo vermutlich die nächste grundsätzliche Richtungsentscheidung bevorsteht - Make or Break.
Vice versa gilt dies auch für den Bund-Future, der über den Kontraktwechsel einen Teil aufgestauter Erwartungen abgebaut hat. Sobald aber die Aktienmärkte intraday stornieren oder eine schwächere Konjunkturzahl gemeldet wird, setzt erneut eine kleine Flucht in den (vermeintlich) sicheren Hafen ein. Im Gleichschritt mit den Aktienmärkten korrigierte der Ölpreis bis knapp unter 70.- und sägt nun erneut am Brett unterhalb 83.- bis 85.- USD. Mit dem Abebben der Griechenland-Diskussionen endete zunächst auch die Euro-Schwäche, eine Korrektur dürfte aber wegen der nun ebenfalls im Weg stehenden langen gleitenden Durchschnitt wahrscheinlich mühsam ausfallen und nicht von langer Dauer sein. Bei den Edelmetallen stahlen Platin und Palladium sowohl Gold wie Silber eher heimlich still und leise die Show. Im erst leicht winterlich unterkühlten, anschließend allgemein verunsichert übergangslos frühjahrsmüden Fazit droht Langeweile, die aber jederzeit in spontane Dynamik mit der Möglichkeit von False Breaks umschlagen kann. Nach dem leicht zu handelnden "Verwöhnjahr 2009" somit heute eine deutlich kompliziertere Situation, die durch die hohe Verunsicherung am Spielfeldrand nicht eben einfacher wird. Dennoch erwartet uns eine durch den ungewöhnlich kalten Winter noch zusätzlich verstärkte Frühjahrbelebung, die mitsamt den stetig positiven harten Daten die Stimmung zumindest wieder stabilisieren sollte. Wie die zweite Jahreshälfte ausfallen wird, hängt in hohem Maße davon ab, ob sich der Aufschwung tatsächlich mit gemäßigtem Tempo fortsetzt oder, speziell im ängstlich-depressiven Europa, in ein langsames Verkümmern oder schließlich doch in eine Wende übergeht. Die Frühlingssonne genießen ohne dabei schläfrig und unaufmerksam zu werden, scheint also das optimale Gebot der Stunde in einer sentimental etwas vertrackten Situation.
Thomas A. Spoerer
& Team
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