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KID Konjunktur-Indikator-Deutschland

Quo vadis, Konjunktur und Märkte im Dezember 2009?

von Thomas A. Spörer

KID Dezember 2009

Chart grösser

... und weiter aufwärts!

Die 47. KW

... begann gleich mit weiteren positiven harten Daten. Aus Japan wurde mit +2.1% revidiert für September der siebte Anstieg in Folge bei der Industrieproduktion gemeldet, auch die Kapazitätsauslastung legte zu. Die US-Einzelhandelsumsätze konnten sich mit +1.4% im Oktober gegen Vormonat deutlicher verbessern als im Konsens erwartet. Der S&P500 stieg intraday erstmals um knapp 11 Punkte über seinen 2jährigen Abwärtstrend vom Top 11.10.2007 über die Spitze vom 19.5.2008 und schloss über dieser Trendlinie. Das japanische BIP wuchs im dritten Quartal um 1.2% gegen Vorquartal, der stärkste Zuwachs seit über zwei Jahren, im Jahresvergleich blieb ein Rückgang von 4.4%. Bei den US-Produzentenpreisen für Oktober gab es den absehbaren ersten "statistischen Ruck", die Jahresrate stieg kräftig von -4.72 auf -1.91%. Die US Industrieproduktion blieb unter den Erwartungen mit einem Zuwachs von nur 0.1%, dafür konnte sich die Kapazitätsauslastung im Oktober weiter auf Jahreshoch verbessern, wobei die vorherigen 3 Monate ebenfalls nach oben revidiert wurden. Der Baltic Dry überwand am Dienstag mit 4381 Punkte das alte Jahreshoch (4291 im Juni 2009). Der NAHB Housing Market Index wurde unverändert gemeldet, erwartet worden war jedoch ein weiterer Anstieg.

Die US-Verbraucherpreise zogen kräftig an, der Index erreichte ein Jahreshoch von 215.791 auf 216.385 im Oktober, die prozentuale Jahresrate stieg dadurch von -1.32% auf nur noch -0.23%. Üblicherweise sind die Jahresvergleichswerte ("Inflationsrate") ein brauchbarer Indikator, bei Extrembewegungen führt das prozentuale Momentum jedoch sichtlich in die Irre. So entstand zunächst mit der Krise und dem Vergleich von Boom mit Absturz eine "Scheindeflation" bei in Wirklichkeit längst nur noch stagnierendem Preisindex. Demnächst droht uns bei weiter steigendem Preisindex die "statistische Gegenreaktion", aus der schnell neue Inflationsängste erwachsen könnten, obwohl der Preisanstieg selbst noch moderat bleibt, also eine mögliche "Scheindeflation". Hier macht es Sinn, nicht nur die Prozentraten, sondern stets auch den zugrunde liegenden Preisindex selbst genau zu beobachten, um Schein und Sein auseinander halten zu können. TCB veröffentlichte den "Leading Index Germany" (für September), der leider spät, dafür aber um so kräftiger weiter nach oben anzog. Schwach fielen die neuen Zahlen zum US-Immobilienmarkt aus, die Baubeginne schwächten sich saisonbereinigt annualisiert von 592.000 auf 529.000 ab, bei den Baugenehmigungen war im Oktober ein Rückgang auf 552.000 nach 575.000 zu verzeichnen. Nur bei der Fertigstellung von Einfamilienhäusern gab es erneut einen Anstieg von 528.000 im Oktober nach 477.000 zuvor. Bei allen Daten handelt es sich um annualisierte Jahresraten mit stärkerer Schwankungsintensität. Nach Boom und Bäng kann man sich hier auf eine länger andauernde Bodenbildung einstellen. Der Baltic Dry absolvierte einen weiteren Riesensatz auf 4643 Punkte.

Die US Unemployment Claims verharrten auch in dieser Woche mit 505.000 weiter über der 500.000-Marke. Die britischen Einzelhandelsumsätze legten auf +3.4% gegen Vorjahr und +0.4% gegen Vormonat weiter zu. Zum siebten Mal in Folge stieg der TCB US Leading Indicator, nach 103.5 im September nun auf 103.8 für Oktober. Die ganze Batterie der TCB Global Economy Indicators zeigt inzwischen nur noch grüne Aufwärtspfeile. Kräftig aufwärts sprang auch der "Phili-FED"-Index für die Wirtschaftstätigkeit in der Region Philadelphia, mit +16.7 lag er deutlich über den erwarten +12.0 nach +11.5 Punkten. Deutlich nach oben ging es auch bei der Revision der Wachstumsprognosen der OECD. Für die USA werden jetzt per 2010 und 2011 +2.5 und +2.8%, für die Eurozone +0.9 und +1.7% vorhergesagt - die erwartete späte Rückkehr zur Normalität auch bei den Prognostikern. Der Index der deutschen Erzeugerpreise stagnierte bei 106.50, die Jahresrate hängt nach wie vor im negativen Bereich mit -7.6%. Drei Viertel dieses Wertes werden jedoch vom Energiepreisgefüge verursacht, wo gegen Vorjahr im Schnitt immer noch ein Minus von 16.6% gegen Oktober 2008 zu Buche schlägt, angeführt vom Erdgas, das um satte 32.9% preisgünstiger ist als im Vorjahr. Ex Energie liegt die Jahresrate bei den Erzeugerpreisen bei -3.3%. Die Bank of Japan beließ die Leitzinsen erwartungsgemäß bei 0.10%, betonte aber die ersten sichtbaren Zeichen einer Erholung. Der ECRI Leading Index konsolidierte ganz leicht weiter, der Vorwochenwert wurde von 127.3 auf 127.8 heraufrevidiert, die aktuelle Woche ergab 127.4 Punkte. Der Baltic Dry explodierte auf ein neues Jahreshoch von 4661 Punkten bzw. auf pralle 50% über Vormonat und beschloss die Woche mit einem Stand von 4507.

Die 48. KW

... wurde von den Vorabschätzungen zu den Indices der europäischen und deutschen Einkaufsmanager eröffnet. Hier gab es im November den achten Anstieg in Folge. Der Gesamtindex in der Eurozone kletterte weiter von 53.- auf 53.7 Punkte, wobei das verarbeitende Gewerbe nur leicht von 50.7 auf 51.- und die Dienstleister von 52.6 auf 53.2 zulegen konnten. Für Deutschland ergaben sich Steigerungen von 51.7 auf 52.- im verarbeitenden Gewerbe und von 51.2 auf 51.5 bei den Dienstleistern. Frankreich verzeichnete einen Rückgang in den zuvor stark gestiegenen Werten des verarbeitenden Gewerbes von 55.6 auf 54.2, während die französischen Dienstleister ihren Höhenflug mit 60.4 nach 57.7 Punkten ungebremst steil fortsetzen konnten. Summa summarum stetig weiter aufwärts auch nach erfolgreichem Überwinden der Wachstumsschwelle, jedoch erwartungsgemäß nicht mehr mit der Dynamik der zuvor gesehenen V-förmigen Erholung. Die US-Hausverkäufe überraschten positiv mit einem Plus von 10.1% von revidiert 5.54 Mio auf 6.10 Mio Einheiten im Oktober und einer Konsenserwartung von 5.70 Mio. Dies ist gegenüber Oktober 2008 ein Zuwachs von 23.5% und der beste einzelne Monatswert seit Februar 2007. Eurostat meldete die Auftragseingänge in der Eurozone für September. Zwar wurde der Vormonat auf +0.6% herunter revidiert, der September brachte jedoch wieder einen kräftigen Zuwachs von +1.5%. Die OECD teilte mit, dass ihre 30 Mitgliedsstaaten im dritten Quartal im Durchschnitt +0.8% Wachstum gegen das Vorquartal zu verzeichnen hatten.

Der ifo-Index für November zeigte erneut eine deutliche Verbesserung in allen drei Komponenten. Das Geschäftsklima kletterte von 92.- auf 93.9, die Lage-Einschätzung verbesserte sich von 87.4 auf 89.1 und die Erwartungen stiegen von 96.8 auf 98.9 Punkte. Selbst der ifo-Kommentar kam nicht mehr umhin, dies zu akzeptieren: "Die deutsche Wirtschaft arbeitet sich weiter aus der Krise". Die zweite Schätzung zum US-BIP im dritten Quartal brachte die erwartete Abwärtsrevision, die saisonbereinigte Jahresrate sank auf +2.8 nach +3.5%. In üblicher Berechnungsweise ergab sich noch ein Minus von 2.5% gegen Vorjahresquartal. Zum fünften Mal in Folge verbesserte sich der Case Shiller Housing Price Index, gegenüber dem Vorjahres-November blieb noch ein Minus von 9.4%. Im Vergleich zum Oktober stiegen die Preise leicht um 0.3% und lagen damit etwas unter den Konsenserwartungen. Das TCB US-Verbrauchervertrauen im November wurde etwas schwächer erwartet, Der Mittwoch brachte das GfK-Konsumklima für den kommenden Dezember, hier gab es im Zug der allgemeinen Stimmungskonsolidierung erstmals nach sieben Monaten einen kleinen Rücksetzer von 4.0 auf 3.7 Punkte. Ursächlich war hauptsächlich die von Medien und einem Teil der "Experten" weiter geschürte Angst vor Arbeitslosigkeit. Die Anschaffungsneigung blieb stabil, leichte Dämpfer gab es aber bei Einkommens- und Konjunkturerwartungen. Die Konsumneigung hielt sich trotz steigender Energiepreise auf solidem Niveau, für das Weihnachtsgeschäft läßt sich daraus auf eine gut mögliche positive Überraschung schließen.

Das Paradox teils sinkender Sentimentwerte bei überwiegend solide weiter steigenden harten Daten der gesamten Weltwirtschaft läßt sich nur über Psychologie erklären. Ein gutes Beispiel dafür ist das jüngste Interview mit Norbert Walter, Chefvolkswirt der deutschen Bank, der es fertigbrachte, die logische und natürliche Erholung der Weltkonjunktur als "künstlich" und trügerisch zu bezeichnen. Er mahnte daher zu großer Vorsicht, denn das viele billige Geld sei schließlich allein in die Aktienmärkte geflossen - völliger Blödsinn, wie man mit einem Blick auf die Kapitalmarktstatistik der Bundesbank oder die Fundflow-Statistiken der amerikanischen ICI.org feststellen kann. Danach waren die Mittelzuflüsse in die Aktienmärkte nach wie vor auf sehr niedrigem Niveau, teils gab es immer noch Netto-Abflüsse in einzelnen Monaten, während besonders in den USA kontinuierlich überdimensional hohe Summen in die Rentenmärkte investiert wurden. Hier findet sich eine mögliche Erklärung für die im Vergleich eigentlich klar zu niedrigen Anleiherenditen und das parallel inzwischen lange Stagnieren anderer Märkte. Von der zitierten "Aktienblase" ist wenig zu erkennen, allenfalls kann man stattdessen längst schon wieder von einer kleinen (Niedrig-)Zins-Blase sprechen - deren Entladung in Richtung mehr Risiko und Ertrag noch von Ängsten und Zweifeln gebremst wird. Als neue Kreation brachte Norbert Walter noch die "Triple-U-Formation" bei der zukünftigen Konjunkturentwicklung ins Spiel, bei der das erste "U" gerade schon stattgefunden habe. Wie man aber problemlos in zahlreichen Charts erkennt, hatten wir 2009 eine steil V-förmige und keine breit U-förmige Erholung mit zäher Bodenbildung gesehen. Insofern sind Konsolidierungen und ein Auspendeln der Stimmungsextreme natürlich zu erwarten, Chancen und Risiken liegen aber eventuell deutlich anders verteilt, als es der Medienmainstream derzeit annimmt.

Überaus Erfreuliches gab es von den US Unemployment Claims zu berichten, erstmals durchbrachen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe die magische 500.000er-Marke und gaben mit entsprechendem Schwung gleich bis auf 466.000 nach. Damit ist endlich auch eine Wende am US-Arbeitsmarkt indiziert. Die Zeitreihe der US Sparquote wurde für 2009 kräftig nach oben revidiert, der Oktoberwert betrug 4.4 nach 4.6%. Positiv überraschten weiterhin die US Verkäufe neugebauter Eigenheime, hier wurden nach 402.000 im Oktober 405.000 erwartet, gemeldet werden konnte jedoch ein neues Jahreshoch von 430.000 Einheiten, das klar für die weitere Stabilisierung des US-Immobilienmarkts spricht. Auf den ersten Blick leichte Enttäuschung beim US Auftragseingang für langlebige Wirtschaftsgüter, wo für Oktober vorläufig ein Rückgang von -0.6% gegen Vormonat gemeldet wurde. Gleichzeitig wurde aber der Vormonat von +1.4 auf +2.0% kräftig heraufrevidiert, sodass insgesamt ein "Outlook stable" vergeben werden kann und der Basistrend weiter stetig aufwärts zeigt, besonders wenn man den geglätteten Vergleich zum Vorjahr heranzieht. Leichte Entwarnung auch beim Verbrauchervertrauen der Uni Michigan: Wie schon im letzten Monat, lag der festgestellte Monatsendwert mit 67.40 für November nach 70.60 Ende Oktober besser als noch zur Monatsmitte mit 66.- Punkten. Thanksgiving plus Truthahn plus Brückentag stimmten versöhnlich und sorgten für ebenfalls vorgezogene Veröffentlichung beim wöchentlichen ECRI Leading Index. Er wurde mit 128.80 wieder deutlich über den revidierten 127.20 der Vorwoche festgestellt.

Wer sich auf einen ruhigen Feiertag und frühen Wochenausklang eingestellt hatte, wurde im heimischen Sessel bei fehlendem oder dünnem Geschäft von kleineren Turbulenzen quer durch alle Assetklassen überrascht. Dies zeigt deutlich die kurzfristig "hohe Spannung im angesägten Brett" vor längerfristigen Richtungsentscheidungen, querbeet von Öl über Devisen bis Aktienindices. Bis diese Richtungsentscheidungen endgültig gefallen und allgemein bestätigt sind, dürften uns in den nächsten Wochen solche Turbulenzen zunehmend weiter und eventuell noch stärker beschäftigen, inclusive aller Möglichkeiten zu zeitweiligen Fehlsignalen. Der vorläufige Index der deutschen Verbraucherpreise für November ging zwar gegen Oktober um -0.2% zurück, wegen des statistischen Momentums-Effekts stieg die Inflationsrate erwartungsgemäß aber um +0.3%. Aus der Eurozone wurden die aktuellen "Vertrauenswerte" für den November gemeldet. Hier gab es überwiegend positive Überraschungen, alle Einzelwerte (Industrie-, Verbraucher-, Dienstleister-, Bauwirtschafts- und Einzelhandelsvertrauen) konnten sich um einen bis vier Punkte steigern, der ESI (European Sentiment Index) stieg entsprechend kräftig von 86.1 auf 88.8 Punkte. Insgesamt eine fast erstaunlich starke Datenwoche, die den KID im November schließlich vom "Ausbruch mit Fragezeichen" trotz Stimmungskonsolidierung zur klaren Fortsetzung des Aufwärtstrends oberhalb des damit in der Momentaufnahme überwundenen Abwärtstrendkanals C bewegte. Dennoch bleibt reichlich Spannung in allen Märkten, die zudem aus mehreren Quellen gespeist wird: hohe Zukunftserwartungen, dabei deutliche Unterschätzung der aktuellen Lage, entsprechend eigentlich klar zu niedriges Zins- bzw. Rendite-Niveau, starke Stimmungsschwankungen zwischen Schock, Erleichterung und Zweifel, dazu der in vielen Märkten andauernde Kampf mit den jeweiligen Zweijahres- und längeren gleitenden Durchschnitten plus charttechnischen Horizontalwiderständen im grundsätzlichen Richtungsstreit zwischen Bullen und Bären. Für fröhliche Stimmung scheint im Advent jedenfalls ausreichend gesorgt.

Die 49. KW

... brachte als erstes den Einkaufsmanagerindex der Region Chicago. Er stieg munter weiter von 54.2 auf 56.1 Punkte. Erfreuliches gab es auch aus dem Bundeswirtschaftsministerium, die Neuverschuldung des Bundes 2009 bleibt weit unterhalb der panischen Befürchtungen, nach neuer Schätzung des IfW liegt sie statt der vorher erwarteten 4% nun genau an der 3%-Grenze. Bundesbank-Präsident Weber sieht jetzt "Deutschland an der Schwelle zu einem selbsttragenden Aufschwung" und bestätigt damit u.a. den angekündigten "Entscheidungspunkt" aus dem September-KID. Der Baltic Dry konsolidierte über die letzte Novemberwoche kräftig und fiel nach dem neuen Jahreshoch von 4661 Punkten wieder bis auf 3887 per 30. November zurück, dennoch blieb am Monatsende ein deutliches Plus von 25% gegen den Oktober-Schlußstand. Einige Unverbesserliche sprechen ja bereits wieder von spekulativen Blasen an den Aktienmärkten - die monatlich veröffentlichte Kapitalmarktstatistik der Bundesbank oder für die USA z.B. die Monthly Trends in Fund Investing sprechen aber eine ganz andere Sprache. Hier gab es in US-Aktienbereich nach 10 Monaten 2009 im Jahresmittel immer noch Netto-Abflüsse, die lediglich nicht mehr so extrem stark ausfielen wie im Jahr 2008. Dagegen lagen die Nettozuflüsse in US-Rentenfonds 2009 extrem viel höher als in den Jahren zuvor. Die deutsche Kapitalmarktstatistik zeigt für die ersten 9 Monate 2009 zwar wieder schwarze Zahlen beim Nettozufluss in den Aktiensektor, dennoch liegt auch hier der durchschnittliche monatliche Nettozufluss in Rentenfonds noch immer über 50% höher als im Jahr 2008. Einer behaupteten "Aktienblase" fehlt also derzeit noch Inhalt ebenso wie Überdruck, Gefahr droht mittelfristig wahrscheinlich eher von der Zinsseite und an den Anleihemärkten.

Der deutsche Arbeitsmarkt entwickelte sich auch im November "unerwartet" weiter positiv. Die Arbeitslosenrate ging auf 7.6% zurück, auch die Zahl der Kurzarbeiter sank. "Die Auswirkungen (der Krise) auf Arbeitslosigkeit und Beschäftigung sind weit weniger dramatisch als zunächst von vielen befürchtet", lautete der offizielle Kommentar der BA. Die dramatische Panik-Riege der volkswirtschaftlichen "Experten" lag selbst bei diesem weit nachlaufenden Spätindikator der Wirtschaftsentwicklung erneut komplett falsch. Viele westliche Historiker haben sicherheitshalber ihren Wissensstand in den Grenzen von 1989 eingefroren (also noch vor Zugang zu den östlichen Archiven), bei den Ökonomen scheint es dagegen eine stille Festschreibung des Erkenntnisstands der "alten Schulen" in den geistigen Grenzen von 1929 zu geben - anders ist die seriell fortlaufende Fehlprognostik mitsamt ihrer realen Schadensbilanz durch permanent hochemotionalisierte Falschinformation von Wirtschaft, Politik und Bürgern nicht mehr zu erklären. Getoppt wird das derzeit allenfalls noch durch die pseudowissenschaftlich computersimulierte "Klimakatastrophenforschung" und ihre Mainstream-PR-Kampagnen. Kein Wunder, dass "Astro-TV" heute für viele zur zuverlässigsten Informationsquelle und quasi letzter Bastion praxisorientiert angewandter Geisteswissenschaften in unserem Kulturkreis geworden ist. Der indische Kulturkreis dagegen meldete für das dritte Quartal ein BIP-Wachstum von +7.9% gegen Vorjahr, man spekuliert bereits über eine bald mögliche Leitzinserhöhung.

Die endgültigen Werte der Einkaufsmanagerindices für Deutschland und die Eurozone kamen beide oberhalb der ersten Vorabschätzung. Für das verarbeitende Gewerbe in der Eurozone wurden 51.2 Punkte nach 50.7 (vorab 51.-) gemeldet, für Deutschland ergaben sich 52.4 nach 51.- (vorab 52.-). Selbst Italien schaffte den Sprung zurück in die Wachstumszone knapp mit 50.1 nach 49.2 Zählern. Bei den US-Einkäufer-Kollegen konsolidierte der Manufactoring ISM nach dem großen Sprung im letzten Monat etwas, wurde aber für November mit 53.60 nach 55.70 weiter komfortabel in der Wachstumszone festgestellt. Zwölf von achtzehn Industriesektoren meldeten dabei weiteres Wachstum. Für den Rückgang im Gesamtindex war hauptsächlich die Korrektur der Preiskomponente mit 55.- nach 65.- verantwortlich, New Orders konnten weiter auf 60.3 nach 58.5 zulegen. Die National Association of Realtors meldete einen Anstieg von +3.7% bei den anstehenden US-Hausverkäufen, Experten lagen mit der Konsensschätzung von -1% erneut kräftig daneben. Die wöchentlichen US Chain Store Sales beschlossen den November leicht abgeschwächt mit 489.6 nach 491.3 zum Oktoberschluss. Gegen November 2008 entspricht dies einem Plus von 3.1%. Der Einzelhandelsverband International Council of Shopping Centers (ICSC) erwartet zwar ein Anziehen im Dezember, da die Anzahl bereits getätigter Weihnachtseinkäufe in diesem Jahr saisonal deutlich zurückhängt, revidierte aber seine Gesamtprognose erneut auf nun 3-4% Umsatzplus, nachdem anfangs noch klar zu optimistische 5-6% Zuwachs vorhergesagt worden waren. In Deutschland stiegen die Einzelhandelsumsätze im Oktober mit den erwarteten +0.5% gegen Vormonat, gegen das Vorjahr blieb jedoch noch ein Minus von -1.7% nach -3.9% im September. Beides liegt aber ohne Zweifel inzwischen meilenweit weg von den Weltuntergangsprognosen zu Jahresanfang 2009 und somit längst wieder in der wirtschaftlichen Normalzone.

In diese Richtung lieferte auch der Challenger-Report neue Zahlen zu den US-Entlassungsankündigungen, sie gingen per November um -72.3% gegen Vorjahr zurück, im Oktober belief sich der Rückgang noch auf -50.7%. Ergo ein erneut sehr gutes Vorzeichen für die zukünftige US-Arbeitsmarktentwicklung. Dies bestätigte sich auch bei den gemeldeten Unemployment Claims der letzten Novemberwoche. Hier wurde nach dem lange erwarteten Durchbruch durch die 500.000 der Vorwochenwert auf 462.000 herunter revidiert, der Monat schloss auf neuem Jahres-Tiefstand von 457.000 Anträgen. Bei den Einkaufsmanagern im europäischen Dienstleistungsbereich blieben die Anstiege leicht unterhalb der Vorabschätzungen. Für Deutschland ergaben sich 51.4 statt 51.5 nach 50.7 Punkten, in der Eurozone wurden final 53.- Punkte erreicht, was vor allem Frankreich zu verdanken war. Hier stieg der Service-PMI von 57.7 auf 60.9 und übertraf damit sogar noch die Vorabschätzung von 60.4 Punkten. Für den Gesamtindex der Eurozone ergab sich mit einer Steigerung auf 53.7 nach 53.0 Zählern der bis dato beste Wert seit zwei Jahren. Einen deutlichen Rücksetzer gab es bei den Einkaufsmanagern der US-Dienstleister, der Gesamtindex gab von 50.6 auf 48.7 unerwartet kräftig nach und rutschte damit wieder unter die Wachstumsschwelle. Dies war vor allem der Teilkomponente "Business Activity" zu verdanken, die von 55.2 auf 49.6 stark zurückfiel. Der Auftragseingang blieb jedoch stabil, möglicherweise war die Preiskomponente mit einem kräftigen Anstieg von 53.- auf 57.8 im November mit für diesen Rückgang in der Geschäftstätigkeit ursächlich. Die EZB beließ auf ihrer Ratssitzung die Leitzinsen erwartungsgemäß unverändert, da ohne Inflationsdruck abgewartet werden kann, wie sich der Aufschwung weiter entwickelt.

Wie in den vorlaufenden Zeitreihen schon hinreichend frühzeitig angekündigt, setzte nun auch bei den US-Arbeitsmarktdaten endlich die lange erwartete Wende ein. Beim Nonfarm-Payroll-Employment wurden die letzten Monate kräftig positiv revidiert, der November brachte dann nur noch einen "Nettoverlust" von -11.000 Jobs außerhalb der Landwirtschaft - im Januar waren es noch -741.000 gewesen. Eindeutiger kann ein Erholungstrend kaum aussehen. Ökonomen hatten mit -125.000 Joblosses gerechnet, entsprechend erfreut reagierten die Märkte auf das vorläufige Ende des amerikanischen Jobschwunds und das "überraschende" Ankommen der weltwirtschaftlichen Erholung auch auf dem spätzyklischen US-Arbeitsmarkt. Die durchschnittlichen Stundenlöhne wurden ebenfalls rückwirkend aufwärts revidiert und stiegen zuletzt leicht weiter. Die Arbeitslosenrate verabschiedete sich entsprechend von der "Top Ten" des letzten Monats bei 10.1965% und sank mit ungerundet 9.9917% sogar wieder unter die "magische Zehn". Zwar bedeuten diese Zahlen noch keinen neuen Job-Boom in Amerika, wichtig ist aber, dass auch im US-Arbeitsmarkt der Abwärtstrend gestoppt ist und die trendfortschreibenden Katastrophenprognosen sich als falsch herausgestellt haben. Der Zeitpunkt hätte eigentlich nicht günstiger liegen können, denn eben wurde expertenseits schon wieder fleißig eine "neue Krise" herbeigeredet, nur weil in einem leicht überkandidelten Wüstenzwergstaat mit der ungefähren Gesamteinwohnerzahl der Freien und Hansestadt Hamburg eine ohnehin bereits algengeschädigte Palme umgefallen war. Dieses Ereignis führte expertenseits prompt zu einer ursächlichen Verwechselung, wegen zeitgleich leichter Gewinnmitnahmen nach einem der besten Börsenjahre der letzen Jahrzehnte, da für viele Mainstream-Experten mit ihrem 2009er-Erwartungs- und Prognose-Horizont eine realexistierende Möglichkeit zu Gewinnmitnahmen zumeist garnicht erst in Betracht kam.

Die endgültigen US-Auftragseingänge für Oktober brachten eine weitere positive Überraschung. Zwar gab es bei den langlebigen Wirtschaftsgütern den bereits vorab gemeldeten Rückgang, dafür legten die Nondurables mit +1.6% unerwartet kräftig zu. Insgesamt ergab sich daraus mit +0.6% auf 360.5 Mrd. US-$ im Oktober ein neuer Jahreshöchststand beim Auftragseingang. Der September wurde dazu von +0.9 auf +1.6% heraufrevidiert. Im prozentualen Jahresvergleich zeigt der Trend damit klar weiter aufwärts Richtung Normalität, aus insgesamt noch fast -23% im April wurden im Oktober noch -10.6% gegen Vorjahr. Bei den Durable Goods verbesserte sich der Jahresvergleich von -26.6% im März auf zuletzt noch -11.6%, bei den Nondurables fiel die Wende nach -23.5% im Juli auf -9.7% im Oktober noch schneller und kräftiger aus. Schriebe man den derzeitigen US-Auftragseingang unverändert auf November und Dezember fest, wäre zum Jahresende die schwarze Null beim Jahresvergleich insgesamt wieder erreicht - womit zu Jahresanfang wohl nur die Wenigsten gerechnet hatten. ECRI meldete neben dem Weekly Leading Index auch die monatlichen "Future Inflation Gauge´s". Für die USA wurde die USFIG im Oktober von 91.7 auf 93.- herauf revidiert, der November brachte mit 95.7 ein Vierzehnmonatshoch in den Inflationserwartungen. Für die Eurozone ergab sich beim Oktoberwert ein Zehnmonatshoch von 88.7 nach 87.- glatt. Somit taucht der zukünftig erwartete leicht zunehmende Inflationsdruck langsam aber sicher wieder am Horizont auf, von Deflation ist dagegen weit und breit längst nichts mehr zu sehen. Der ECRI Leading Index setzte mit 129.5 nach hochrevidiert 128.9 seine "V-Shaped Recovery" weiter fort. Der Baltic Dry hatte zuletzt eine achttägige kräftige Konsolidierung hingelegt, er erholte sich vom erreichten Zwischentief bei 3836 zuletzt wieder auf 4107 Punkte.

Die 50. KW

... brachte den neuen Konjunktur-Sentix. Hier setzte sich die Erholung der Lagekomponente mit +4.75 auf -19.5 Punkte kräftig fort, bei den Erwartungen gab es nach dem Sprung des Vormonats eine Korrektur von +12 auf +9.5 Zähler. Der Gesamtindex Euroland erreichte mit -5.5 seinen besten Monatswert seit Juni 2008. Ähnlich das Bild in globaler Sicht, verbesserte Lage, sinkende Erwartungen, insgesamt moderate Fortsetzung der Aufwärtsbewegung. Ebenfalls am Montag wurde die Auftragseingänge der deutschen Industrie für Oktober gemeldet. Hier gab es einen Rückgang von -2.1% gegen Vormonat, für den drei Faktoren ursächlich waren: Der ohnehin starke Vormonat wurde erneut aufwärts revidiert, der Oktober zeigte einen sehr unterdurchschnittlichen Anteil an Großaufträgen und die Bestellungen aus dem Ausland gingen nach dem kräftigen September-Anstieg im Oktober um 3.5% zurück. Auftragseingänge verhalten sich oftmals sprunghafter als erwartet, daher wird gern der glättende Zweimonatsvergleich herangezogen. Von Juli/August auf September/Oktober 2009 verbleibt und damit ein solides Plus von 1.2%. Vergleicht man mit dem vorjährigen Zweimonatszeitraum, ergibt sich noch ein Rückgang zwischen zehn und elf Prozent, was trotz Minuszeichen eine gewaltige Verbesserung gegenüber den katastrophalen ersten vier Monaten 2009 darstellt. Ähnlich verhielt es sich beim deutschen Maschinenbau, hier sind, nicht zuletzt durch den statistischen Basiseffekt eines rollenden Vergleichs von Boom mit Absturz, aus extremen -58% im April inzwischen wieder -29% im Oktober beim Jahresvergleich geworden - man arbeitet sich also langsam aber sicher aus der Grube nach oben in Richtung Normalität - weiterhin stets begleitet vom nutzlos destruktiven Plärren vieler Weltuntergangstheoretiker. Ähnlich wie in den USA nähert man sich Stück für Stück wieder der statistischen Null-Linie bzw. sinnbildlich dem "Grubenrand". Erst von dort aus wäre die Basis für eine neue Aufschwungbewegung nach der geglückten Erholung vom tiefen Sturz geschaffen - aber wir sind auf dem denkbar besten Weg. Die deutsche Rohstahl- und Roheisenproduktion verbuchte per November gegenüber Vorjahr schon wieder ein kräftiges Plus von 8.0 bzw. 8.1%.

Bei den US Chain Store Sales gab es zum Dezember-Auftakt den typischen Post-Thanksgiving-Rücksetzer, bevor es danach ins Weihnachtsgeschäft geht. Ebenfalls einen Rücksetzer zeigten die deutschen Industrieproduktionszahlen vom Oktober, gegen den Vormonat wurde ein Rückgang von -1.8% gemeldet. Lediglich die Vorleistungsgüterproduzenten steigerten ihren Umsatz erneut um +0.6%, was positiv auf zukünftige Produktionszahlen wirken sollte, da die Industrie offenbar mehr Aufträge erwartet und dafür Vorleistungsgüter einkauft. Die endgültigen deutschen Verbraucherpreise für November wurden mit +0.4% leicht oberhalb der Vorabschätzung gemeldet. Einen erfreulich kräftigen Anstieg verzeichneten die deutschen Exporte im Oktober, gegen Vormonat ergab sich ein Plus von 2.5%. Da die Importe parallel um -2.4% zurückgingen, ergab sich ein deutlicher Überschuss beim Außenhandelsbilanzsaldo. Die US Unemployment Claims zeigten einen kleinen Rücksetzer unterhalb der 500.000er Marke von 457.000 auf 474.000 in der ersten Dezemberwoche. Das US Handelsbilanzdefizit blieb im Oktober deutlich unter den Erwartungen, was vor allem auf ein höheres Exportvolumen zurückzuführen war, während die Importe nur leicht zulegten. Bombige Zahlen kamen erneut aus China, die Industrieproduktion schoss im November um +19.2% gegen Vorjahr nach oben, im Oktober waren es noch +16.1% gewesen. Die Investitionen legten von Januar bis November um +32.1% gegen den vorjährigen Elfmonatszeitraum zu. Erstmals machte sich auch wieder eine sehr moderate Inflationsrate von +0.6% nach -0.5% im Oktober im Reich der Mitte bemerkbar.

Der globale OECD-Frühindikator für Oktober kletterte +0.8% gegen Vormonat weiter, er bestätigt damit die Annahme eines stetig fortgesetzten Wachstums bei aber im Vergleich mit der zuvor gezeigten hohen Dynamik inzwischen wieder normalisiertem Tempo. Kräftig überraschten erneut die US-Einzelhandelsumsätze, bei aufwärts revidiertem Vormonat und abwärts revidiertem September gab es im November einen erneut deutlichen 1.3%-Anstieg in doppelter Höhe der Konsens-Erwartungen. Ex KFZ lag der Umsatz mit +1.2% sogar dreimal höher als der erwartete +0.4%ige Zuwachs. Der Dezember könnte wegen der hohen Zahl noch "unerledigter" Weihnachtskäufe und der kräftig verbesserten Verbraucherstimmung sogar noch besser ausfallen. Der Mittmonatswert beim Verbrauchervertrauen der Uni Michigan sprang mit einem großen Satz von 67.4 auf 73.4, erwartete worden waren nur 68.8 Punkte. Damit ist nach zwei etwas schwächeren Monaten das bisherige jahreshoch bis auf einen Zehntel Punkt wieder erreicht. Auch der ECRI Leading Index startete mit Schwung in den Dezember, er überwand mit 130.10 nach 129.50 wieder die 130er Marke und generierte damit ein neues Anderthalbjahreshoch. "The economic Outlook remains positive" lautete der Kommentar. Der Übergang zurück in die Normalität gelingt bis dato sogar weit besser als erwartet, könnte man dazu noch ergänzen. Einziges "Sorgenkind" der Woche blieb der Baltic Dry Index, der nach dem Zwischenhoch bei 4107 zum Wochenschluss wieder bis auf 3579 Punkte nachgab.

Die 51. KW

... brachte zunächst den japanischen Tankan-Bericht für das Schlussquartal 2009. Hier setzte sich der eingeschlagene Erholungskurs auch mit dem dritten Quartal in Folge weiter fort, die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage verbesserte sich bei den Industrieunternehmen kräftig von -33 auf -24, bei den Dienstleistern von -24 auf -22 Punkte. Der ZEW-Index gab im Dezember unspektakulär um minimale -0.7 von 51.1. auf 50.4 Punkte nach, der historische Mittelwert liegt aktuell bei 27 Punkten. Bei näherer Betrachtung geriet die Lage-Beurteilung mit +5.0 auf -60.6 Punkte immer noch deutlich zu pessimistisch aus, während die hohen Zukunftserwartungen erneut heruntergeschraubt wurden. Damit erklärt sich sehr schön die derzeitige "Solidität" der Aktienmärkte: Aufholjagd an der realwirtschaftlichen Unterseite, rückläufige Dynamik bei den Erwartungen oben, im Fazit die "Wall of Worry" als das genaue Gegenteil einer von vielen Experten behaupteten Blase. Lediglich die erreichte Höhe im Gesamtindex auf dem Niveau von Mai 2006 spricht für weiteren Korrektur- und Konsolidierungsbedarf in den Erwartungen und damit ggf. auch am Markt, der bekanntlich zuweilen dazu neigt, Zukunftserwartungen übertrieben einzupreisen und die Realität dafür zu gering einzuschätzen.

Die US Chain Store Sales zogen im Weihnachtsgeschäft erwartungsgemäß an und lagen gegenüber Vorjahreszeitraum mit 2.4% im Plus. Ebenfalls deutlich im Plus die US-Industrieproduktion im November, die mit +0.8% gegen Vormonat festgestellt wurde. Parallel verbesserte sich die Kapazitätsauslastung um +0.7 Punkte gegen Vormonat von 70.6 auf 71.3%. Einen Riesensatz legten die US-Produzentenpreise hin, ihr Index sprang von 174.20 auf 177.40 Punkte. Beim Jahresvergleich wurden somit aus noch -1.9% im Oktober jetzt +2.7% im November, der PPI läutete damit überraschend kräftig das erwartete abrupte Ende seiner einjährigen Minuszeichenphase ein. Einen sehr kräftigen Rücksetzer zeigte der Empire State Index für die voraussichtliche Geschäftsentwicklung im Staate New York. Statt der erwarteten stabil positiven Entwicklung (Konsens 24.-) sackte der Index von 23.50 auf 2.55 Punkte ab, blieb aber trotz stärkstem Rückgang seiner bisherigen Geschichte dennoch weiter in der Wachstumszone, die bei diesem Index an und oberhalb der Null-Linie verläuft. Einen unerwarteten Rücksetzer gab es auch beim aktuellen NAHB Housing Index, statt von 17 auf 18 zu steigen, ging er für Dezember auf 16 Punkte zurück. Auch bei den US-Verbraucherpreisen war schlagartig Schluss mit Lustig bzw. mit der roten Null vor dem Komma, die CPI-Jahresrate stieg, überwiegend basis-statistisch- und energiepreis-bedingt, per November von -0.2 auf +1.9% - go back to normal. Die FED deutete bei weiter stetiger Wirtschaftsentwicklung und wieder steigenden Inflationsraten erstmals vorsichtig ein zukünftig mögliches Ende der Niedrigstzinsphase an, zwar werde diese noch länger anhalten, doch sei es inzwischen auch an der Zeit, über eine Exitstrategie nachzudenken.

Bei den Einkaufsmanagern in der Eurozone setzte sich auch im Dezember die positive Grundstimmung moderat weiter fort. Der Gesamtindex kletterte in der Vorabschätzung von 53.7 auf 54.2 Punkte, im verarbeitenden Gewerbe von 51.2 auf 51.6 und bei den Dienstleistern von 53.0 auf 53.7 Zähler. Für Deutschland wurden kräftiger verbesserte Werte gemeldet, im verarbeitenden Gewerbe mit +0.7 und im Dienstleistungssektor sogar mit +1.7 Pluspunkten. In Frankreich stagnierte der Indikator für die Industrie, während der für die Dienstleister nach dem zuvor gesehenen gewaltigen Anstiegen über 60.- mit -1.6 auf 59.3 etwas nach rückwärts konsolidierte. Am US-Immobilienmarkt wurde der Rückgang beim NAHB-Index im Gesamtbild wieder wettgemacht, die Hausneubauten stagnierten im November bei 574.000, die Zahl der erteilten Baugenehmigungen legte jedoch unerwartet kräftig von revidiert 551.000 bei 570.000 in der Konsensschätzung auf gemeldete 584.000 zu. Die wöchentlichen Unemployment Claims konsolidierten weiter und wurden mit 480.000 nach revidiert 473.000 festgestellt. Kräftig zulegen konnte erneut der TCB US Leading Indicator, er stieg von 104.0 auf 104.9, wobei auch die Vormonate vom Conference Board mit nach oben revidiert wurden. Es war, immer brav hinter dem KID her, der achte Anstieg in Serie, mit 104.9 wurde im November das bisherige Hoch von März 2006 wieder erreicht. Auch der Philadelphia-FED-Index konnte im Dezember deutlich zulegen, erwartet worden war im Expertenkonsens statt des heutigen Anstiegs auf 20.4 ein Rückgang auf 16.4 Punkte.

Weiter verbessert präsentierte sich auch der ifo-Index im Dezember 2009, was im Kommentar nach dem Einbruch des vergangenen Winters als "Weihnachtsgeschenk" gewürdigt wurde. Das Geschäftsklima verbesserte sich von 93.9 auf 94.7, die Lage-Komponente deutlich von 89.1 auf 90.5 und die Zukunftserwartung ganz leicht von 98.9 auf 99.1 Punkte. Trotz inzwischen neun Anstiegen in Folge seit März mit 17-Monats-Hoch beim Geschäftsklima und zwölf Anstiegen mit 23-Monats-Hoch in den Erwartungen und neuem 12-Monats-Hoch bei der aktuellen Lage gelang es im Text trotzdem noch weiter, das (sonst üblicherweise schon nach drei Klima-Anstiegen angebrachte) Wort "Aufwärts-Trendwende" oder schlimme Unworte wie "Erholung" oder gar "Aufschwung" zu vermeiden: "Im Pessimismus liegt das Heil, am Kursgewinn nimmt man nicht teil." Auch die deutschen Erzeugerpreise für November verweigerten noch ihre Teilnahme am neuen Trend, zwar stieg der Index marginal um +0.1 Punkte, im Jahresvergleich ergab sich aber immer noch ein Rückgang von -5.9% (nach -7.6% im Oktober). Der aktuelle Durchschnittspreis für Energie (Mineralölerzeugnisse, Strom und Erdgas) lag dabei weiterhin um -13.6% unter dem von November 2008. Der ECRI Leading Index stieg auch in dieser Woche weiter auf 130.70 Punkte. Sorgenkind blieb wiederum der Baltic Dry Index, der weiter bis auf 3258 Zähler nachgab.

Fazit: Der KID im Dezember 2009

... weiter aufwärts!
Damit sind wir im Vergleich mit dem Vormonat einen entscheidenden Schritt weiter gekommen - der Ausbruch, im November noch vorsichtig mit einem Fragezeichen versehen, ist gelungen. Der große rote Kreis in der Grafik umzingelt den erfolgreichen Durchbruch nach oben durch ein Mehrfach-Linienkreuz, das sowohl den endgültig gebrochenen steilen Abwärtstrend C als auch die fast reibungslose Rückkehr in die wirtschaftliche Normalität einschließt. Die erwartete Korrektur oder Konsolidierung, der mühsame Ausbruch gegen zähen Widerstand, sie sind uns bislang erspart geblieben. Selbst die Aufwärts-Dynamik hat dabei nur eine ganz leichte, kaum sichtbare Abschwächung erfahren, die V-förmige Erholung setzte sich durch den Abwärtstrend komplikationslos fort wie durch Butter. Dies war hauptsächlich bedingt durch einen fortgesetzt überraschend starken Strom weiterer harter realwirtschaftlicher Daten, der die begonnene Eintrübung bei den Stimmungswerten bremste und dem nachlassenden Optimismus so weiteren Schwung verlieh. Der Mainstream von Experten und nachfolgenden Medien konnte nicht umhin, mit einiger Mühe die hier früh vorhergesagte 180-Grad-Kehrtwende zum Positiven hin zu vollführen und sämtliche Untergangsprognosen vom Jahresbeginn komplett zurückzuziehen. Der im November 2008 (!) erstmals gezeigte "grüne Wendebogen" im KID hat trotz zwischenzeitlich noch weiter beschleunigtem Absturz sein "früh-indikatives" Versprechen voll eingehalten und ab März 2009 mit einem fulminanten mehrmonatigen Dauer-Anstieg über alle Erwartungen erfüllt. Trotz der düsteren Prophezeiungen vieler Katastrophen-Apostel stellte sich 2009 damit als eines der besten Börsen- und Marktjahre der jüngeren Geschichte heraus - an dem jedoch eine Mehrheit der Marktteilnehmer kaum oder nur unterdurchschnittlich profitiert hat.

Die "Wall of Worry" hat dabei viel länger als erwartet zuverlässig getragen und trägt offensichtlich auch heute noch weiter. Die Realität der kraftvollen Erholung ist längst noch nicht im allgemeinen Bewusstsein angekommen. Selbst die im Frühsommer festzustellende "zweite Welle" der Untergangspropheten, die angstschürend die Double-Dip-Recession, zwangsläufige Massenentlassungen, daraus folgend den totalen Zusammenbruch des privaten Konsums und anschließend bürgerkriegsähnliche Zustände in Form "weltweiter sozialer Unruhen" ankündigte, verplätscherte inzwischen an der Realität in Lächerlichkeit. Natürlich macht es keinen Sinn, die zweifellos weiter vorhandenen Probleme zu verdrängen oder unrealistisch kleinzureden - noch weniger Sinn macht es allerdings, sie paralysierend ins Überdimensional Irrationale aufzublasen und z.B. ein paar randalierende Jugendliche in Griechenland zum Beginn eines weltweiten Bürgerkriegs hochzustilisieren. Wer sich ein beliebiges TV-Nachrichten-Abendjournal komplett zu Gemüte führt, findet sich mitten auf der Insel der Seeligen nach gepflegtem Weihnachtseinkauf im bequemen Fernsehsessel plötzlich in einer Welt von permanentem Terror, vielschichtigsten Bedrohungen, laufenden Klimakatastrophen, drohenden Staatsbankrotten und vor allem noch immer permanent fortgesetzter weltweiter Wirtschaftskrise wieder. Sofortige Spontan-Weltrettung in jeder denkbaren Hinsicht scheint einzig dringendes Gebot der verzweifelten halben Stunde zu sein. Die Realität der V-förmigen Erholung mitsamt erfolgreicher Rückkehr in die wirtschaftliche Normalität ist in dieses Angst-und-Schreckens-Szenario längst noch nicht angekommen. Das in dieser eigentlich befreienden Erkenntnis schlummernde zukünftige Potential sollte man keinesfalls unterschätzen.

Der KID wurde Anfang 2009 einmal kurz in der BILD-Zeitung erwähnt, als "Deutschlands optimistischster Wirtschafts-Frühindikator". Die Realität hat ihn dennoch längst eingeholt und klar überboten, das "(n)" vom zu Beginn 2009 vorhergesagten "Jahr der Wende(n)" fand bislang definitiv nicht statt und das letzte Viertel des Jahres wurde im Rückblick hier eindeutig zu skeptisch gesehen. Der "Entscheidungspunkt" mitsamt steilem Abwärtstrend konnte ohne größere Turbulenzen in aller Stille überwunden werden, von Euphorie darüber kann bis dato keine Rede sein. Der KID stieg im Dezember ohne Pause direkt weiter und überwand kurzzeitig bereits einmal die Pullbacklinie A (blauer Pfeil). Damit hat er sich bereits viel früher als gedacht zur Hälfte an den nächsten Entscheidungspunkt, den oberen Rand des mittelfristigen Abwärtstrends D (grüner Pfeil) herangearbeitet. Hier stünde bei Fortsetzung der positiven Entwicklung die Entscheidung über einen selbsttragenden, echten und möglicherweise sogar dynamischen neuen Aufschwung nach der geglückten Erholung vom tiefen Absturz direkt im Raum. Gleichzeitig droht dort aber erneut die Gefahr einer reichlich verzögerten "Echo-Welle", die die Möglichkeit einer Konsolidierung oder Korrektur bis auf die Ausbruchslinie C (roter Pfeil) oder maximal sogar bis auf die 50% Linie D offen läßt. Erst mit dem Erreichen der obersten Trendlinie D wird im Grunde eine sinnvolle Prognose für das Jahr 2010 möglich. Hier dürfte sich zeigen, wie gut oder schlecht der langsame Rückbau von Staatshilfen, die Konsolidierung der Haushalte nach der Krise und das absehbare Ende der Niedrigstzinspolitik insgesamt verkraftet werden, und ob sich daraus eine differenziert moderate resp. teils regional sogar schwächelnde Weltwirtschaftsentwicklung oder ein unerwartet kräftiger, allgemeiner neuer Boom in den nächsten Jahren entwickeln wird.

Ein wichtiger Entscheidungspunkt jagt also quasi momentan den nächsten - wie es nunmal im Wesen extremer Bewegungen liegt, wie wir sie seit 2001 gesehen und erlebt haben. Die bislang überaus glatte Entwicklung kann man sowohl positiv als auch skeptisch sehen. Leider liefert der nach realem krassen Absturz deutlich überschießende KID-Oszillator, ähnlich wie parallel in den USA die aus dem Leading Indicator errechnete ECRI-Wachstumsrate, keine klaren weiterführenden Erkenntnisse. Die Korrektur war hier erwartet und überfällig, sie muss keine zwangsläufige Trendwende bedeuten, sondern wird zunächst nur in den Normalbereich zurückführen. Erst auf der grünen Ausbruchslinie ungefähr in der Mitte dieses Normalbereichs wird sich zeigen, wie es 2010/2011 grundsätzlich weitergeht: positive Entwicklung beim Verbleib oberhalb dieser Mittelmarke, erneute mehr oder weniger starke Abschwächung darunter - entsprechend der in der oberen KID-Grafik eingefärbten grünen bzw rötlichen Bereiche. Wobei der "Joker", sprich das momentane Überraschungspotential, eindeutig weiterhin im Überwinden auch noch des Abwärtstrends D im Jahresverlauf 2010 liegt und sein möglicherweise dynamisches Potential darin besteht, dass die reale Lage momentan überwiegend noch immer viel zu schlecht eingeschätzt wird. Und sich daraus im Zeitlauf eine Annäherung des Klima´s und der Lage-Einschätzung in Richtung der aktuellen Erwartungswerte ergibt - anstatt genau umgekehrt, wie es sich die letzten verbliebenen Pessimisten erhoffen und ihren Mitmenschen gern gönnen möchten. Sei es nur um einfach Recht zu behalten, oder um mit klammheimlicher Freude die Moralkeule schwingen zu können. Bis ins nächste Frühjahr hinein wird uns also reichlich Spannung erhalten bleiben.

Damit zu den Märkten,

... wo von Kleinigkeiten abgesehen und je nach persönlichem Bedarf längst vorweihnachtliche Ruhe oder überaus gepflegte Langeweile eingekehrt ist. Nach den "2009er Goldgräberzeiten" bedeutete dies entweder gemütlichen Rückzug mit oder ohne Gewinnmitnahmen resp. Absicherung an die Seitenlinie, oder entschlossenen Teilnahme mit aufgekrempelten Ärmeln an der harten Arbeit am dicken Brett. Für den DAX bedeutete dies zähes Überwinden des 2-Jahres-Schnitts und gleichzeitig wochenlangen Kampf mit der 5800er Marke. Warum dieser Bereich so schwergewichtig erscheint, klärt ein Blick auf den unten angehängten 30-Jahres-Langfristchart. Danach befinden wir uns in historischer Betrachtung direkt an der 50%-Mittel-Linie dieses elementaren Basistrendkanals, also am Entscheidungspunkt zwischen zukünftig Gut und Böse. Der Rückblick zeigt, dass hier jedes Mal kräftige Schwankungen und Turbulenzen stattfanden, in deren Folge mit erheblicher Dynamik meist ein Viertel oder die Hälfte des Trendkanals relativ schnell aufwärts oder abwärts durchschritten wurden. Insofern wird hier gut die bereits mehrfach erwähnte übersichtliche Staffelung der zukünftigen Möglichkeiten ersichtlich. Bei 50% muss jeder tatsächlich für sich selbst entscheiden, ob das Glas ideologisch betrachtet für ihn halbvoll oder halbleer ist. Insofern sind die Grenzen abgesteckt, das Maximum an Pessimismus trifft sich unten, wo die 25% mit dem 20-Jahres-Trend (AM 5000) eine mächtige Unterstützung oberhalb 4000 Punkten bilden. Die inzwischen entstandenen stabilen 2009er Aufwärtstrendkanäle bieten aber bereits bei ca. 4900/5000/5200 und um 4400/4500 Punkten Grund zur Rast. 8000 oder gar über 9000 DAX-Punkte hat momentan kaum noch jemand im Angebot, möglicherweise entsteht grade deshalb hier irgendwann spontane Nachfrage fanatischer Minderheiten. Falls auch der letzte Pessimist plötzlich euphorisch wird, bestünde Anlass zu ernsthafter Nachdenklichkeit, aber bis dahin wird noch viel Zeit vergehen.

Eine kleine Hinterhältigkeit bietet der Chart dennoch an: etwas oberhalb der 50%-Linie verläuft der 4-Jahres-Schnitt (AM 1000) sowie ein starker Horizontalwiderstand aus den beiden früheren Spitzen zusammen zwischen 6100 und 6200 Punkten. Hier, quasi an der Oberkante des aktuell markttechnischen dicken Bretts, könnte ein versuchter Ausbruch nach oben jäh enden, falls er nicht von ausreichendem Volumen getragen werden sollte. Dann wäre grobe Richtung erstes Quartal, parallel mit dem oben schon zur Konjunkturstimmung und dem Abwärtstrend D gesagten, eine schnell einsetzende größere Korrektur denkbar, in Betrachtung der Vergangenheit sogar die rasche Folge einer kleinen Bullen- mit einer anschließenden großen Bärenfalle und entsprechend heftigen Stimmungs- wie Marktschwankungen. Weniger dramatisch ist das Bild beim MDAX und seiner langwierigen Auseinandersetzung mit den 7500 Punkten. Der TecDAX schließlich schwebt mehr oder weniger unbemerkt bereits längst mit deutlichem Abstand oberhalb seines dicken Bretts zwischen 630 und 735 Punkten herum und wartet auf die großen Brüder. Bei den ganz großen Brüdern fiel zuletzt der Nikkei positiv auf, der totgesagt mit kurzem Unterschreiten der 200-Tage-Linie blitzschnell die vorher gesehenen Bröckelverluste großteils wieder aufholte, ohne den unteren Rand des 2009er-Trendkanals überhaupt zu berühren. 10.500 bis 10.700 Punkte sind hier das nächste Maß der Dinge. Der S&P 500 wühlte sich wochenlang durch seinen 2-Jahresschnitt und den dazu parallelen Abwärtstrend, ohne dabei aber die 1100-Punkte-marke ausser Griffweite zu lassen. Sie liegt mitten im Brett, das unten von 950 und 1075, oben von knapp 1160 sowie 1240 Punkten bestimmt wird. Auch hier ist die 50%-Make-it-or-break-it-Situation gegeben, und abgesehen vom dreifachen Hexensabbat eher rückläufige Nachfragetätigkeit zu sehen, die bei hoher Liquidität an der Seitenlinie aber ebenfalls reichlich unentschlossen abwartendes Potential versteckt hält.

Vieles bewegt sich momentan in der schwierigen 50% Halbleer/Halbvoll-Zone. Crude Oil gelang es nicht, den Zweijahres-Schnitt und die Hälfte des parallel mittelfristigen Abwärtstrends bei ca. 80-82.- USD zu überwinden. Hier zeigte sich, wie schnell ein Turner, der lange genug erfolglos an der Stange den Klimmzug mit lahm werdenden Armen geübt hat, plötzlich gen Süden rauschen kann. Erst oberhalb des 200-Tage-Schnitts unter 70.- USD endete der kurze Fall. Der 2009er Aufwärtstrend verläuft momentan zwischen 62.- und 65.- USD aufwärts. Somit bildet sich hier ein Dreieck, dessen Verlassen den weiteren Richtungsverlauf bestimmen wird. Ein Ausbruch über 85.- USD würde erhebliches Potential freisetzen und dürfte sich längerfristig dazu kräftig auf Inflationsraten und Zinsen auswirken. Sehr direkter Gegenpart zu Öl, Rohstoffen und Edelmetallen ist einmal mehr wieder der Dollar, der eben mit überraschendem Schwung gegen sein Kreuz aus 200- und 500-Tage-Schnitt gedengelt ist und nun überlegen darf, wie es weiter geht. Die Edelmetallnotierungen in Euro zeigten sich bis dato eher kaum beeindruckt, Gold in Euro befindet sich zudem weiter am oberen Rand einer fast einjährigen "Fliegenden-Untertassen-Formation" (symmetrischer Rundbogen): Make it or break it. Gänzlich unbeeindruckt von Kontraktwechsel, wirtschaftlichen Realitäten und Zwergstaatsbankrott-Latrinenparolen drängte am Rentenmarkt die reichliche Liquidität, einer tiefen inneren Logik folgend, weiterhin in "sichere Staatspapiere". Wenn man, anhand von Renditen und Mittelzuflüssen, irgendwo eine Blase in Folge der reichlichen und billigen Geldversorgung vermutet, dürfte man langfristig hier noch am ehesten fündig werden. Noch nie hat es in der Börsengeschichte ein Jahr gegeben, in dem mit "rentenähnlichen" Papieren (Hybrid- und Tier-Kapital) derartige Gewinne möglich waren - im Zuge dieser Entwicklung haben zumindest Staatsanleihen inzwischen längst ein denkwürdiges Rendite-Niveau erreicht.

Zusammengefasst empfiehlt es sich, mit vorsichtigem Optimismus über den Jahreswechsel auf 2010 zu blicken, dabei aber im ersten Drittel des Neuen Jahres auf mögliche heftige Turbulenzen eingestellt zu sein. Solange sich der laufende positive Trend in der Weltkonjunktur dabei stetig fortsetzt und nach der ersten (C) auch noch die zweite Barriere (D) der Konjunktur sowie in Folge oder parallel die 50%-Bretter-Sperrzonen an vielen Märkten genommen werden können, besteht wenig Anlass, sich dem andauernden Gejammer der Pessimisten und Skeptiker oder der laufenden Massenflucht in sichere Staatsanleihen anzuschließen. Im chinesischen Horoskop steht uns das "Jahr des Tigers" bevor: sensibel, emotional und nachdenklich, aber auch zuweilen sprunghaft, zu lange zögernd und dann überhastet, zuweilen im Konflikt mit Autoritäten, letztendlich aber mutig, tapfer und erfolgsorientiert. Auch ein wirtschaftlich bedrohlicher "Domino-Effekt" ist weniger bei einzelnen fernen Zwergstaaten als vielmehr ganz nah durch übertriebenen Genuss von Dominosteinen im persönlichen Hüftgoldbereich zu befürchten. Also Vorsicht, damit der Tiger im rechten Moment auch dynamisch aus dem Sessel hochkommt. In diesem Sinne vergnügliche Feiertage und ein gesundes, glückliches und erfolgreiches Jahr 2010 - und, mit oder ohne Dominosteine, bleiben sie uns stets gewogen!

Thomas A. Spoerer
& Team

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