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KID Konjunktur-Indikator-Deutschland

Quo vadis, Konjunktur und Märkte im Juni 2009?

von Thomas A. Spörer

KID Juni 2009

Chart grösser

V-förmige Erholung (?)

Auch die erste Woche des neuen Berichtsmonats begann sofort mit einem erneuten Knaller: Der ZEW-Index legte satte 18.1 Zähler auf 31.1 nach 13 Punkten zu. Er notiert dadurch jetzt sogar wieder deutlich über seinem historischen Mittelwert bei aktuell 26.2 und erreichte im Mai den höchsten Stand seit Juli 2006. Wer den direkten Chartvergleich wagt, sieht sofort, dass der ZEW-Index, von zwischenzeitlichen Schwankungen abgesehen, seine Hoch- und Tief-Punkte stets mit mehreren Monaten Vorlauf vor dem DAX aufs Parkett legt und damit ganz klar ein Trendsetter ist. Der DAX folgte sofort dieser Vorgabe und zeigte am 19. Mai zum ersten Mal seit Jahresanfang wieder die 5 vorn. Der V-DAX (neu) sank vice versa am nächsten Tag zum ersten Mal seit September 2008 wieder unter die 30er Vola-Marke. WTI Crude Oil nutzte parallel den anstehenden Kontraktwechsel von Juni auf Juli zu nahezu mühelosem Überwinden der 60-Dollar-Marke und erreichte mit 62.26 umgehend ein neues Halbjahreshoch. Dezember 2009 notierte über 65.-, Dezember 2010 bei runden 70.- US-Dollar, bei deutlich reduziertem Contango. Die Normalität kehrt mit großen Schritten zurück.

Einen kleinen Ausreißer nach unten zeigten diesmal die wöchentlichen US-Chain-Store-Sales. Schwächer fielen auch die Baugenehmigungen und Neubaubeginne am US-Immobilienmarkt für den April aus. Dagegen schoss, wie hier vorhergesagt und zeitlich ideal passend am Himmelfahrtstag der TCB US-Leading-Index gleich um einen vollen Prozentpunkunkt von revidierten 98.- auf 99.- in die Höhe und verdoppelte im Anstieg praktisch die vorherige Konsens-Erwartung. Er hat damit nun auch die vom KID zuvor angezeigte Bewegungsrichtung nachvollzogen. Der aus dem April noch fehlende deutsche Erzeugerpreis-Index brachte im Vergleich mit dem Vorjahresmonat einen optisch kräftigen Rückgang um -2.70%. Jedoch muss man dabei, wie auch noch in den nächsten Monaten, die relative Vergleichsgröße der überaus kräftigen Preissteigerungsraten des Vorjahres berücksichtigen. Das Fazit lautet also auch hier: zunächst nur Rückkehr zur Normalität, keinerlei erkennbare deflationäre Tendenzen. Für einen versöhnlichen Wochenausklang sorgten hoffnungsvolle Signale aus Japan, ein weit über den Erwartungen liegender Vorab-Wert bei den Euroland-Einkaufsmanagern, der Baltic Dry mit einem rasanten weiteren Anstieg bis auf 2707 Punkte, sowie ein mit 111.10 weiter freundlicher ECRI Weekly Leading Index, der in der im Trend steil anziehenden Wachstumsrate inzwischen wieder den Stand von Anfang September 2008 mit einem 35-Wochen-Hoch egalisierte. "It is increasingly obvious, that the 'Green Shoots' will blossom this Summer", lautete der blumig-freundliche Kommentar dazu. Wir nutzen diesen Vergleich für eine kurze Gedenkminute mit Rückblick auf die Einleitung vom Februar-KID und auf den Trampel, der ohne Verstand und Weitblick mit seinen alten konjunkturellen Winterstiefeln blindwütig durch die Frühlingsblumen stampft.

Den blühenden Auftakt zur folgenden letzten Maiwoche machte der ifo-Index. Die Erwartungskomponente stieg erneut kräftig von 83.90 auf 85.90, das Klima verbesserte sich von 83.70 auf 84.20, die aktuelle Lage-Einschätzung rutschte hingegen von 83.50 wieder auf 82.50 ab. Damit beträgt das positive Erwartungs-Gap zwischen Erwartung und Lage jetzt 3.40, das zwischen Erwartung und Klima 1.70 Punkte. Im begleitenden ifo-Kommentar überwogen erneut die verneinten Negativbegriffe (Zitat bzgl. der Industrieunternehmen: Sie rechnen mit einem "weniger schlechten" Geschäftsverlauf (statt einem "besseren") in den nächsten sechs Monaten). Erwartung und Klima haben nacheinander aufwärts gedreht, nun muss die Lage aber auch "liefern", wie Sentix zu Recht feststellte. Konjunktur ist aber nun mal ein arbeitsintensiv zäher Prozess. Entsprechend wird es dauern, bis eine vorn gedrehte Stimmung schließlich auch hinten bei den Produktionszahlen angekommen ist. Die zuletzt im Mai erstmals wieder deutlich erholten Auftragseingänge stammten noch aus dem März, die aktuellen Auftragszahlen des laufenden Monats Juni werden tatsächlich erst kurz vor Mitte August veröffentlicht werden.

Genau im Hier und Jetzt, an dem Punkt wo eine bessere Stimmung in direktes Handeln umgesetzt werden kann, soll und muss, liegt aber auch die in den letzten Monaten mehrfach ausführlich beschriebene akute psychologische Gefahr: Wir haben einen V-förmigen Stimmungsumschwung mit klarem Wendepunkt zum Besseren gesehen. Damit besteht reale Chance auf baldige Erholung von der Krise sowie auf einen möglichen neuen zyklischen Aufschwung, von welcher Intensität und Dauer auch immer. Dieser endlich wieder positiven Erwartungsgrundhaltung steht aber der weiter düster trendfortschreibende dumpfe Pessimismus der versammelten und meinungs-beeinflussenden Expertenriege diametral gegenüber. Industrie, Konsumenten und Investoren streben nach einem ersten Quartal des Schreckens mit minus 6.92% Wachstum tendenziell inzwischen längst wieder aufwärts. "Nix da, ihr bleibt mit minus 6% im Gesamtjahr auch auf Dauer schön weiter tief unten in der Talsohle!" lautet die negativistische therapeutische Botschaft der meisten weisen Sachverständigen. Nach schwerem traumatischen Schock erhebt sich also der Klient erstmals wieder zögernd von der konjunkturfreudianischen Behandlungs-Couch, schon schallt ihm ein vielstimmig entmutigendes "Das wird ja doch nichts werden!" ausgerechnet aus der Ecke entgegen, die ihn zuvor selbst per nicht rechtzeitig erkanntem Wendepunkt nach unten voll ins offene Messer des Abschwungs rennen ließ.

Im akademischen Konsens destruktiv nach den bewährten Uralt-Lehren aus dem vergangenen Jahrhundert weiterwurschteln, lautet, von wenigen Ausnahmen abgesehen, offenbar noch immer die Devise, anstatt einmal Charakter zu zeigen und das eigene fortgesetzte Versagen offen zuzugeben. Die Fachpresse setzt da gern noch einen drauf und titelt Hans Werner Sinn völlig sinnentstellt mit "Deutsche Banken im Durchschnitt pleite". Erst im laufenden Text erfährt man, dass dies theoretisch erst dann der Fall wäre, wenn sich die bisherigen Abschreibungen im Verhältnis zum Eigenkapital in Zukunft erneut prozentual vervierfachen würden. Freilich wären viele unter uns bereits längst schon wiedergeboren, wenn man ihr aktuelles Lebensalter plötzlich reißerisch mit Vier multipliziert hochrechnet.

Auch populistisches Dummgeschwätz von "toxischen Wertpapieren" und "Milliardenverlusten durch Spekulanten, für die allein der Steuerzahler blutet" hat weiter Hochkonjunktur. Dabei meldete der SOFFIN auch im Monat Mai das absolute Gegenteil: Man erzielte hier von Beginn Oktober 2008 an bis dato dreistellige Millionengewinne aus Zinsen und Gebühren und schrieb noch keinen einzigen realen Verlust in den Büchern. Weil staatliche Eigenkapitalhilfen, stille Beteiligungen, Bürgschaften und Garantien zwar eine Haftung im Schadensfall beinhalten bzw. gewähren, aber keinesfalls schon den tatsächlichen Eintritt eines Verlustes oder Schadens auch realisieren. Der kostenpflichtige Abschluß einer Feuerversicherung bedeutet schließlich auch nicht, dass dadurch sofort im Anschluss das Haus niederbrennt. Im Gegenteil, versichern ist i.d.R. ein überaus einträgliches Geschäft. In der Wirklichkeit bürgen Staat und Steuerzahler hier zwar, einen tatsächlichen Verlust haben sie aber über den "Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung" SOFFIN heute weder realisiert noch tragen müssen.

Langsam und zäh setzt sich auch die Erkenntnis durch, dass verbriefte Kreditderivate eben nicht "komplett wertlos" sind. Ein durchschnittliches "assetgebacktes" CDO besteht nur zu 6% aus Subprime bzw Non-Rated´s, ca. 15% aus B-Tranchen und im verbleibenden überwiegenden Anteil aus A-Bonitäten. Selbst wenn man den "toxischen" Subprime-Anteil komplett auf Nullwert setzt, die B-Tranche mit -50% und die A-Bonitäten mit -15% wertet, bleiben noch drei Viertel tragenden Substanzwerts erhalten. Problem ist hier der durch die betrügerische "Subprime-Idee" mit beigemischtem Kreditgiftmüll ausgelöste Vertrauensverlust, der den Markt für fragwürdige Kredite praktisch komplett zum Erliegen gebracht hat, sodass keinerlei Bewertungsgrundlagen aus realen Marktpreisen mehr existieren. Ein temporär nicht handelbares Asset ist natürlich nicht wertlos, sondern nur unverkäuflich und dazu extrem schwer "realistisch" zu bewerten. Die Anwesenheit von 6% zahlungsunfähigen und 15% problematischen Schuldnern sowie einem geringen Anteil krisenbedingtem "Schwund" bei den A-Bonitäten innerhalb eines Pools von gebündelten Forderungen vergiftet eben nicht das Gesamtkonstrukt, denn der durchschnittliche Hausbesitzer bleibt trotz allem weiter in seinem "buchwertreduzierten" Heim wohnen und stottert seine Raten schlecht und Recht weiter ab. Die Idee einer Abtrennung und gesammelt konsequenten Rückgabe toxischer Komponenten an den Absender, Verpacker oder Urheber ist anscheinend weiterhin völlig Tabu. Dennoch bleibt es dabei, dass hohe Abschreibungen stets mehr oder weniger Stille Reserven schaffen, die mit einer auf Dauer unvermeidlich folgenden Wiederbelebung der Märkte gehoben werden können und dann die Bilanzen so unerwartet verbessern, dass Verschwörungstheoretiker gleich wieder Betrug und Manipulation wittern, obwohl es sich um einen quasi ganz natürlichen wirtschaftlichen und bilanziellen Vorgang handelt.

Weiter ging es mit dem GfK-Konsumklima-Index für Juni: er blieb mit 2.5 Punkten unerschütterlich auf Mai-Niveau stabil. Nur Stunden später ereignete sich jedoch eine heftige konjunkturelle Explosion, das TCB-Verbrauchervertrauen schoss wie eine Rakete von aufwärtsrevidierten 40.80 nach 39.20 V-förmig direkt bis 54.90 in den Frühsommerhimmel. Die Lage-Komponente verbesserte sich dabei von 25.50 auf 28.90, die Erwartung um rekordverdächtige 21.30 Punkte von 51.- auf 72.30. Einige selbsterklärte "Reichsbedenkenträger" erlitten spontane Weinkrämpfe aufgrund dieses plötzlichen Urvertrauenszuwachses mitten in einer so grundverdorben toxischen Welt von Schulden, Schuldnern und Schuldigen und verpassten dadurch prompt die Erholung der in der Vorwoche schwachen US Chain Store Sales, sowie die stabile Entwicklung auf konsumentenfreundlichem "Ground Zero" bei den vorläufigen deutschen Verbraucherpreisen für Mai. Der marginale prozentuale Rückgang um -0.1% im Vergleich zum kräftig inflationären Vorjahr bedeutet maximal Stillstand der zuvor gesehenen hohen Inflationsraten statt einem deflationärem Rückgang. Der Preisindex selbst notiert nämlich weiter auf Höhe von Mai 2008. Das allgemeine "De-Leveraging" neigt sich sichtlich einem Ende zu. Hinzu kommt, dass bei scheinbar "stabilen" Preisen derzeit lt. Verbraucherzentralen die Menge der Mogelpackungen durch die Änderungen in der Verpackungsverordnung mit nicht direkt erkennbaren Preiserhöhungen bei Lebensmitteln bis teils über 30% sprunghaft angestiegen ist.

Eine weitere kraftvoll positive Überraschung lieferte der deutsche Arbeitsmarkt. Der Mai zeigte hier, zwar leicht verspätet, aber gegen alle Unkenrufe doch noch eine klare Frühjahrsbelebung. Bodenbildung mit deutlichen Hoffnungszeichen ließ sich somit nicht mehr leugnen, die Arbeitslosenrate sank von 8.6 auf 8.2 Prozent. Trotzdem lautete der allgemeine Tenor weiterhin, das "dicke Ende" käme später noch nach. Es muss ja wahnsinnig schwer sein, eine gute Nachricht tatsächlich auch als solche zu empfinden, wenn man sich mit pessimistischen Mantras zuvor konsequent selbst hypnotisiert hat. Die wöchentlichen US-Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung sanken auf 623000 nach 636000. Der Baltic Dry stieg zeitgleich mit 3164 Punkten erstmals wieder kräftig über die 3000er Marke. Ganz nebenbei lohnenswert ein Blick auf die US-Zinsstrukturkurve: Sie zeigt inzwischen eine rekordverdächtige Versteilung - mit der in den letzten 30 Jahren absolut zuverlässig noch jede Rezession ihr baldiges Ende fand.

Wie erwartet, meldete der deutsche Maschinenbau im Vergleich zum Rekord-Auftragseingang mit einer Überzahl an Großaufträgen und mehr Arbeitstagen im Vorjahresmonat für den April 2009 einen überaus kräftigen 58%-Einbruch in prozentualer Sichtweise - im direkten Extremvergleich von Rekord mit Krise. Der VDMA selbst ließ dazu aber verlauten, es bestünde absolut kein Grund zur Panik: „Es war absehbar, dass der April schlechter wird als der März“, sagte VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann, "wir haben weiter an Boden verloren, aber es ist nicht mehr ein Erdrutsch wie im November 2008". VDMA-Präsident Manfred Wittenstein geht weiter von einer Erholung bereits im Sommer 2009 aus und erwartet, dass der deutsche Maschinenbau insgesamt sogar gestärkt aus dem Abschwung hervorgeht. Öl kletterte erstmals wieder über 65.- USD. Gestärkt zeigten sich auch die US-Auftragseingänge der langlebigen "Durable Goods" mit einem Plus von drei Milliarden USD oder 1.9%. Die Lagerbestände fielen weiter kräftig, was auf mittelfristig weiter steigende Auftragseingänge hindeutet, damit keine Versorgungslücken entstehen.

Das US-BIP im ersten Quartal wurde bei der zweiten Schätzung leicht nach oben revidiert, blieb aber dabei mit -2.5 nach -2.6% (annualisiert -5.70 nach -6.10%) unter den inzwischen höheren Erwartungen. Das US-Verbrauchervertrauen der Uni Michigan stieg nach einem Mittmonatswert von 67.90 über Konsensschätzung um 68.- weiter auf 68.70 nach 65.10 Ende April. Das Industrievertrauen in der Eurozone kletterte zum ersten Mal seit Frühjahr 2007 wieder über seinen Halbjahresdurchschnitt. Auch der ECRI Weekly Leading Indicator legte erneut zu und erreichte 111.90 nach 111.10, die Wachstumsrate stieg inzwischen um 20 Prozentpunkte in den letzten 26 Wochen und nähert sich langsam aber stetig wieder dem Normalbereich. Insgesamt erfreuliches Fazit zum Monatsende: Der gesamte Mai war, wie hier frühzeitig angekündigt, mit nur ganz wenigen Ausnahmen von durchweg überaus positiven Überraschungen auf fast allen Ebenen der volkswirtschaftlichen Statistik gekennzeichnet. Die zeitlich nachlaufenden "harten Daten" müssen nach ersten positiven Ansätzen nun aber weiter aufwärts mitziehen.

Nach Monaten andauerndem Trommelfeuer aus "überraschend" positiven Wirtschaftsdaten war der Monat gegen Ende schließlich sogar vom langsamen Bröckeln der pessimistischen Einheitsfront aus "medialen Experten" geprägt. Die "WELT" entdeckte zur Melodie des Grand-Prix-Siegertitels von 1982 sogar drei Wochen vor Sommeranfang "Ein bisschen Frühling", zunächst am Arbeitsmarkt. Zusätzlich trug das Pfingstfest erheblich zu spontaner Erleuchtung bei, die allerdings bei plötzlichen verbalen Kehrtwenden noch zu teils arg verschraubten babylonischen Sprachregelungen führte: "Das Schlimmste auf dem Arbeitsmarkt steht noch bevor, aber das Schlimmste könnte weniger schlimm ausfallen als noch Anfang des Jahres befürchtet". Schlimm, schlimm. Stell dir vor, es ist Weltuntergang und keiner geht hin. Da bleibt praktisch nur noch Avanti Dilettanti: "Vorwärts Experten, wir rudern wieder zurück!".

Der Pfingstmontag lieferte den voraussehbar nächsten "überraschenden Knaller" mit diversen begleitenden Nebeneffekten: Die Indices der deutschen und europäischen Einkaufsmanager kletterten über Erwartung mit Rekord-Monatsanstiegen auf 40.70 nach 36.80 (Eurozone) und 39.60 nach 35.40 (Deutschland). Die britischen Einkaufsmanager (CIPS Institute) schafften mit 45.40 sogar einen 1-Jahres-Höchststand, und auch aus China wurden positive PMI-Zahlen mit dem dritten kräftigen Monatsanstieg in Folge gemeldet. Im internationalen Schnitt ist damit fast schon der halbe Weg zurück in Richtung Wachstums geschafft (oberhalb 50 Punkten) - bis dato also eine saubere V-förmige Erholung. Dies beflügelte zunächst die asiatischen Märkte, der Hang Seng legte 4% zu, im dünnen Feiertagshandel überwand der DAX fast mühelos die 5000er Marke und kletterte gleich zügig weiter bis 5110, also direkt an sein Jahresanfangshoch bei 5111. Damit stand erstmals wieder nur noch ein einziger Verlustpunkt auf der pfingstfestlich erholten Jahresbilanz vieler Aktionäre. Dem Baltic Dry gelang ein mächtiger 10%-Sprung bis auf 3500 Punkte. Juli-Öl näherte sich mit über 68.- USD wieder der 70er Marke, parallel dazu kletterten viele Industrierohstoffe und auch die Edelmetallnotierungen weiter.

Am Nachmittag überholten die US-Einkaufsmanager prompt wieder ihre europäischen Kollegen, der amerikanische ISM-Index als Pacemaker zog von 40.10 weiter auf 42.80 Zähler an. Kräftigen Anteil hatte u.a. die Preis-Komponente, die von 32.- im April auf 43.50 nach oben sprang. Der Teilindex "New Orders" (Auftragseingang) stieg erstmals seit langem von 47.20 im April wieder über die 50er Marke auf 51.10 an. Zuvor hatte die Nachricht für Klarheit gesorgt, dass GM sich endlich in die geordnete Insolvenz unter Gläubigerschutz (Chapter 11) begibt, um den Geschäftsbetrieb langfristig und grundsätzlich umzustrukturieren. Der DAX lieferte daraufhin ein mit 200 Pluspunkten feiertägliches neues Jahreshoch - an dem viele, besonders private Investoren mangels Einstieg aber nicht beteiligt sein dürften. So sahen wir zwischen vielen Zweifeln und Ängsten eine wochenlang konstant solide, allgemein völlig unterschätzte Rallye, der allein die Umsatzbreite fehlt, da sie von Anfang an im allgemeinen Konsens als unbedeutende Bearmarket-Zwischenerholung im zukünftig garantiert sicheren wirtschaftlichen Niedergang eingestuft wurde.

Mitte der ersten Juniwoche zogen nach einer langen, fast permanent sonnigen Phase erstmals einzelne kleine Quellwolken auf. Der ISM-Einkaufsmanagerindex der Dienstleister erfüllte die erhöhten Erwartungen nicht, er stieg "nur" von 43.70 auf 44.- weiter. Hier lagen mit 44.80 nach 43.80 die europäischen sowie mit sogar 45.20 nach ebenfalls 43.80 die deutschen Dienstleister vorn. Den britischen DL-Einkaufsmanagern gelang sogar der Sprung über die 50er-Wachstumsschwelle bis auf 51.70 - eine echte Überraschung. Der endgültige US-Auftragseingang "lieferte" im April leider noch nicht viel und blieb mit +0.70% unter den Konsens-Erwartungen von einem runden Prozent. Der Vormonat März wurde noch einmal abwärts revidiert, die zuvor mit +1.90% vorläufig genannten langlebigen Wirtschaftsgüter auf nun +1.70%. April-Daten wohlgemerkt und beide trotz Enttäuschung dennoch im Plus - Mai und Juni müssen nun aber bessere Zahlen liefern, sonst droht ein mögliches wieder Kippen der inzwischen kräftig erholten Stimmungswerte, und alle die aus ideologischen Gründen über 1500 DAX-Punkte sowie Öl- und Rohstoffpreisanstieg verpasst haben, bekommen erneut Oberwasser hinsichtlich ihrer defätistischen Lebensgrundhaltung. Der Baltic Dry Frachtratenindex explodierte zur Wochenmitte regelrecht auf 4106 Punkte, Juli-Öl toppte bei 68.95, Reuters/Jefferies-CRB um 260.-, Gold bei 989.95, Silber bei 16.23, bevor mit den US-Daten quer durch alle Märkte Gewinnmitnahmen einsetzten und der Bund-Future nach neuem Halbjahrestief bei 118.63 seinen dritten Pullback-Anlauf unter den Widerstand bei 120.- begann.

Der Baltic Dry marschierte stramm weiter durch bis auf ein 9-Monatshoch von 4291 Punkten. Einen weiteren Knaller präsentierte Halifax: Die britischen Immobilienpreise legten zur kompletten Überraschung aller Analysten im Mai den größten Anstieg seit 2002 ins statistische Grundbuch. Positiv überraschten auch die US-Mai-Arbeitsmarktdaten, das Nonfarm-Payroll-Employment verbesserte sich zum vierten Mal in Folge mit einem kräftigen Satz in Richtung Normalität und zurück auf die Werte vom Herbst 2008. Die Arbeitslosenrate stieg auf zwar 9.4 %, trotzdem wurden die Zahlen insgesamt als positives Zeichen einer beginnenden Erholung gesehen. Öl überschritt zum Wochenschluss erstmals wieder 70.- USD. Für ein sonniges Wochenende sorgte der ECRI WLI mit einem weiteren Aufwärtssprung bis 113.50 und einer entsprechend kräftigen Erholung in der zukünftigen Wachstumsrate, die nun drei Viertel ihres heftigen Absturzes unter Null seit Tief November 2008 schon wieder aufgeholt hat. Auch der ECRI Inflations-Frühindikator (USFIG) erholte sich weiter kräftig von seinem Rekordtief im März.

Den Auftakt zur vorigen Woche lieferte der Konjunktur-Sentix als Pacemaker für die nächsten ZEW- und ifo-Daten. Erstmals sprangen hier die Erwartungen für sämtliche Regionen ins Plus-Terrain, vornweg Asien und Lateinamerika, Euroland mit nur +1.25 zwar als globales Schlusslicht, aber dennoch mit einem 22-Monats-Hoch. Wichtiger jedoch, dass sich endlich auch überall die Lage-Einschätzung deutlich verbesserte, mit einer krassen Differenz zwischen einerseits Asien (nur noch -10) und Lateinamerika (-16.75), andererseits Euroland, Osteuropa, Japan und den USA mit Werten jeweils noch unter -50 Punkten. Dies bestätigt im Nachhinein die vor Monaten im KID getroffene Aussage zur kräftigen Erholungsdynamik insbesondere der Schwellenländer bzw. BRIC-Staaten. Mit Spannung erwartet folgten danach die deutschen Auftragseingänge für April, bei denen im Konsens ein leichter Rückgang angenommen wurde. Insofern war die Stabilisierung unter Aufwärtsrevision der Vormonatswerte positiv und wurde auch so bewertet. Die Aussichten haben sich spürbar verbessert, jedoch sind die Auftragseingänge im April noch nicht der kräftigen Stimmungswende nachgefolgt. Hier besteht ergo auf die kommenden Mai-Zahlen dringender Nachholbedarf.

Die Industrieproduktion April enttäuschte ebenfalls die spürbar erhöhten Erwartungen, dennoch kann man nach dem Absturz im November, Dezember und Januar inzwischen von einer Stabilisierung auf niedrigem Niveau im Februar, März und April ausgehen, wie sie als Bodenbildung auch in der Meldung des BMWi attestiert wurde. Hier besteht aber weiterer Nachholbedarf für Mai und Juni, wie sie der Bausektor bereits für März und April zeigte. Die Außenhandelszahlen brachten zum vierten Mal in Folge einen leicht verbesserten Handelsbilanzsaldo, jedoch gingen die Exporte dabei im April wieder zurück - was im direkten Vergleich mit dem absoluten Rekordmonat April 2008 natürlich stark verzerrte Prozentwerte liefert. Ein Phänomen, dem wir momentan mehr als nur häufig begegnen und das immer wieder gern zu vielerlei Fehlinterpretationen verleitet.

An Fronleichnam zeigte der Nikkei zum ersten Mal seit Anfang Oktober 2008 intraday wieder eine fünfstellige Kursnotiz oberhalb der 10.000er Marke. Der zweite Versuch beim WTI-Crude, die 70.- USD zu überwinden, verlief mit Kursen über 73.- glatt erfolgreich, hier wartet Widerstand um 75.- USD. Die US-Unemployment-Claims verbesserten sich von 625.000 in der Vorwoche auf 601.000 Erstanträge in der ersten Juni-Woche. Erfreulich fiel auch der sichtliche Erholungskurs bei den US-Einzelhandelsumsätzen für Mai aus, insbesondere durch die Aufwärtsrevision der beiden Vormonate. Einziger eindeutiger "Looser der Woche" war der Baltic Dry, der von fast 4300 wieder bis 3450 am Donnerstag zurückfiel. Hierbei können aber auch die im natürlich verzerrten Jahr/Jahr-Vergleich schwachen chinesischen Exportdaten eine treibende Rolle gespielt haben. Den freundlichen Wochenausklang besorgte erneut der ECRI WLI mit einem weiteren Anstieg auf 115.4 Punkte.

Fazit zur KID-Grafik und konjunktureller Ausblick

Die Erholung schreitet weiter voran. Der KID-Indikator hat inzwischen die 50%-Linie des laufenden Abwärtstrends überwunden (grüner Kreis), dabei jedoch im Juni bis dato etwas an Dynamik eingebüßt. Der "harte KID" (ohne Stimmungsdaten) hat inzwischen einen Boden gebildet unf beginnt eine leichte Erholung. Man sollte ihm und den zugrundeliegenden Daten, wie schon 2003, ruhig noch etwas Zeit lassen. Doch in den nächsten Wochen müssen die harten Daten der Stimmung "nachliefern" und folgen, sonst droht mittelfristig wieder eine Eintrübung der positiven Stimmungswerte durch beginnende Enttäuschung. Der KID-Oszillator ist Richtung Jahresende auf eine Spitzenwert angestiegen. Zwar könnte er nach dem starken Abwärtsschub durchaus auch weiter nach oben "überschießen" - so oder so hat sich jedoch erneut ein starkes Erwartungs-Gap gebildet, dass in den nächsten Wochen auch in anderen Indikatoren (ifo, ZEW, Uni Michigan u.a.) deutlicher sichtbar werden sollte. Eine Umkehr der Situation wie vor wenigen Monaten noch in der gewaltigen Abwärtserwartung.

Wir steuern damit langsam aber sicher auf eine "Make-it-or-break-it!"-Entscheidung zu. Erst ein tiefer Schock, dann große Erleichterung über den ausgebliebenen Weltuntergang, schließlich der Ansatz zu einer rapide V-förmigen Erholung durch ein mehrmonatiges Feuerwerk an überraschend positiven Daten - eine überaus spannende psychologische Situation. Hier wird sehr wahrscheinlich auf dem Weg zurück zur Normalität ein "Einpendeln" erforderlich, das sicher nicht ganz ohne Turbulenzen abgeht. Langjährige KID-Leser erinnern sich evtl. noch an die "Schockwellen des 11. September". Nach emotional starken Ereignissen, wie auch dieser Krise, könnten sie sich wiederholen. Es wäre also mittelfristig noch mit einem sich langsam abschwächenden "rollenden Echo" zu rechnen, in dem sich Ängste und Zweifel mit Hoffnung und Euphorie abwechseln, bis wieder ein neues "realistisches Level" gefunden ist. Möglicherweise (und leider) bleibt es dadurch weiter bei der bekannten "Wellen-Konjunktur", die die Rechenmodelle trendfolgender Experten mit schöner Regelmäßigkeit auch weiterhin ad Absurdum führen dürfte.

"Jahr der wende(n)" hieß es daher schon im Januar-KID. Das Gap für eine Fortsetzung der V-förmigen Erholung und die Chance auf einen neuen Aufschwung wird noch etliche Wochen offen bleiben. Noch ist hier aber ein Fragezeichen zu setzen - das seine Antwort darin finden wird, wie stark und schnell die harten Daten tatsächlich realwirtschaftliche Fakten in Fortsetzung liefern werden. Ein Blick auf den deutschen BIP-Verlauf von Anfang 2002 bis Anfang 2005 läßt natürlich auch die Möglichkeit offen, dass wir trotz eines weltweit deutlich verbesserten Umfelds erneut als trauriges Schlusslicht zunächst wieder einen elend langen "Flatliner" aufs wirtschaftliche Parkett legen. Dies wäre die Wiederholung der "Malaise Allemand" - für die diesmal die meinungsbildenden Medien und Experten mit ihrem viel zu tiefen und langanhaltenden Pessimismus eindeutig viel stärker als beim letzten Mal mit verantwortlich wären. Einen "Durchbruch" zum Positiven nach langer Depression brachten damals die überraschenden Neuwahlen zum deutschen Bundestag 2005 - zumindest in dieser Hinsicht haben wir 2009 bereits einen festen Termin im Kalender.

Der Juni bietet auch Gelegenheit zu Halbjahres-Marktfazit mit Ausblick.

Dies läßt sich in einen Satz fassen: Wer der konjunkturellen Zyklik, wie hier im KID angezeigt, gefolgt ist, konnte im Laufe des 1. Halbjahres 2009 bereits eine weit überdurchschnittliche Ernte einfahren und darf sich schon jetzt relativ entspannt und zufrieden zurücklehnen und die weitere Entwicklung in Ruhe beobachten. Gelohnt hat sich in jedem Fall auch die sehr ausführliche Beobachtung besonders vieler Einzelzeitreihen, aus der sehr frühzeitig ertragreiche Schlüsse auf die nun gesehene Erholung gezogen werden konnten. Der Rest der Welt, sofern er auf Mainstream-Medien, Experten, Pessimisten und Weltuntergangs-Propheten gehört hat, steht heute überwiegend noch ohne nennenswerten Ertrag da, weint leise Tränen in die Asche im Feuer verbrannter Puts oder bekommt 2009 zunehmende Probleme, der Party unter deutlich höherem Risiko überhaupt noch etwas abzugewinnen. Ergo ist Weiterjammern hier das wie üblich bevorzugte Mittel der Wahl.

Im Bund-Future lief die eigentliche Party schon von 126.50 auf 118.-, jetzt eben nach Kontraktwechsel findet sich breite Unterstützung von 115.- bis 117.- Punkten. Da ist zunächst nicht mehr viel zu holen und eine Gegenkorrektur entsprechend jederzeit möglich. Vice versa liegt über der deutschen Umlaufrendite erheblicher Widerstand zwischen 3.80 und 4.00 Prozent. Die 30-jährigen US-T-Bonds sind nach dem Krisen-Hype inzwischen wieder genau da angekommen, wo sie sich im Kurs die letzten acht Jahre die allermeiste Zeit aufgehalten haben - entsprechend an einem Zinsniveau von 4.50 bis 5.00 Prozent oben am langen Ende. Mehr Bewegung droht in Zukunft allenfalls noch in der Zinsstrukturkurve.

Die Aktienindices haben weltweit ihre fallenden 200-Tage-Schnitte mehr oder weniger stark überwunden. Der Nikkei hat dabei als Erster seinem mittelfristigen Abwärtstrendkanal ganz nach oben verlassen. Trotzdem wird die Luft nun überall kurzfristig deutlich dünner, obwohl sich die seit Wochen erwartete kräftige Korrektur durch nachrückende Liquidität bislang stets in nur kurzen kleinen Dips erschöpfte. Die Shorties mussten hier ihre "M&M´s" (mögliches Maximum) regelmäßig stufenweise höher hängen. Der S&P 500 eroberte seinen 20-Jahres-Schnitt bei aktuell 925.- Punkten zurück, konnte sich aber bis heute trotz überaus optimistischer Stimmung der US-Aktionäre nicht deutlich darüber in Richtung 1150/1200 absetzen.

Bei den deutschen Indices und Aktionären blieb es trotz der fortlaufend angststabilisierten Rallye bei hoher mittelfristiger Skepsis. Die gehandelten Umsätze lagen dabei zunehmend auf extrem kümmerlichem Niveau - ein auf den ersten Blick durchaus deflationäres Zeichen, das jedoch angesichts der am Rand des Geschehens zu Minizinsen geparkten riesigen Liquiditätsreserven ganz schnell ins Gegenteil umschlagen könnte, sofern wichtige Chartmarken überwunden werden. Der DAX pendelt inzwischen oberhalb und um seinen 8-Jahres-Schnitt bei 5045 herum, es bleibt weiter bei den bekannten Abstufungen, oben zwischen 6000 und 6100 Punkten das mächtige Kreuz aus gleitenden 2-Jahres- und 4-Jahres-Schnitten, unten bei ca. 4050 der stabile 20-Jahresschnitt. Misstrauisch wird weiter die 5000er Marke beobachtet, darüber liegt der inzwischen nur einmal um zwei Pünktchen überbotene Horizontalwiderstand um 5175 sowie die Zone zwischen 5300 und 5400. Es riecht weiter nach Korrektur, die von etlichen zu spät Berufenen zudem sehnlichst herbei gesehnt wird. Sollte aber der Anstieg mit kontinuierlich nachfließender Liquidität ohne größere Komplikationen einfach langsam aber sicher weitergehen, droht ab 5350 Richtung 6000 ein plötzliches massives Nachholen verpasster Chancen, das manchem braven Bären die Shorts schneller vom Hinterteil spült, als es der breiten Öffentlichkeiten eigentlich zuzumuten wäre. Die Formel dafür scheint einfach: liefern die harten Daten in den kommenden zwei Monaten, dann passierts. Liefern sie nicht, kommt gerechterweise sehr bald Enttäuschung unter den Enttäuschten auf.

Der inzwischen seitwärts laufende M-DAX scheint unter der 6000er Marke und darüber bis 6300 zunächst gedeckelt. Der TEC-DAX ist zwar dynamischer aufwärts gelaufen, hat aber ebenfalls an 650 und ggf später darüber noch an der Zone um 725 zu beißen. Öl hat sich in den letzten Monaten unter fleissigem Contango-Abbau praktisch verdoppelt, Widerstand liegt bei 75.- und verschärft ab ca. 90.-, Unterstützung bei 60.- USD. Auch Industrie- und Agrarrohstoffe bereiteten überwiegend helle Freude, den prozentrechnungs-getäuschten Deflationisten zum Trotz. Bei den Edelmetallen beschränkte sich das Vergnügen überwiegend auf die Dollar-Notierungen, Gold lieferte in Euro zuletzt einen regelrechten Flatliner und bildetet nur die US-Dollar-Bewegungen kreuzbrav spiegelbildlich nach. Die 1000er Marke konnte auch im vierten Anlauf innerhalb von gut 18 Monaten nicht geknackt werden.

EUR/USD fand an seinem 2-Jahresschnitt wie gehabt erneut Ende im Gelände. Das "Große Drei-Eck" aus den in Richtung gegenläufigen gleitenden 200- und 500-Tage-Schnitten bietet zwar innerhalb der Schwingungen weiter Trading-Möglichkeiten, wird aber so lange unaufgelöst bleiben, bis eine Grundsatzentscheidung gefallen ist, welche der beiden Wirtschaftsregionen schließlich schneller und besser aus der Krise hervorgegangen sein wird. Im Yen ist die 50%-Korrektur nahezu abgeschlossen, eine neue Richtungsentscheidung könnte aber noch dauern, da das "Mittelband" mit inzwischen allen langen GD´s darin versammelt, hohen Magnetismus zu besitzen pflegt. Erholt zeigte sich zuletzt das britische Pfund, da die Inseln wider Erwarten doch noch nicht komplett in der Krise versanken.

Zum Schluss noch eine traurige Nachricht: Horst Siebert, der Wirtschaftswissenschaftler mit der berühmten Fliege, langjähriger Leiter des IfW Kiel und früheres Mitglied des Sachverständigenrats und des wissenschaftlichen Beirats im Bundeswirtschaftsministerium, ist mit 71 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit in der Schweiz verstorben.

Thomas A. Spoerer
& Team

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