von Thomas A. Spörer

Ampel auf Grün
Lange genug hat es diesmal gedauert:
Passend zum Frühlingserwachen liefert der KID endlich das seit Wochen erwartete, ausführlichst mit Details untermauerte und vom KID-Oszillator schon lange angekündigte positive Signal. Dem ist heute daher auch kaum noch etwas hinzuzufügen. In den vergangenen Monaten wurde an dieser Stelle im Text sehr weit vorgegriffen - was dem ursprünglichen Sinn einer prognostischen "Voraussage" entspricht. Sie ist nun eingetroffen, nach der Stimmungsaufhellung beginnen, wie angekündigt, auch die "harten Daten" mit ersten zaghaften Erholungsansätzen, sodass die Ampel auf Grün umspringen konnte. Die meisten treffenden Argumente wurden in den letzten Ausgaben alle schon mehrfach angeführt - sie heute erneut zu wiederholen, würde gebetsmühlenartig in eine Endlosschleife münden. Wer dennoch nachlesen möchte, was heute warum und wie abläuft, kann dies im KID-Archiv der letzten Monate hier auf markt-daten.de ausführlich studieren.
Die Farbe Grün dominierte den Datenkranz der letzten Wochen, er glich praktisch einem frischen Frühlingskranz mit einigen roten "Blüten", deren Farbe jedoch teils schon zu verblassen begann. Die unverbesserlich ewiggestrigen Pessimisten erlebten zuweilen regelrecht ihr (weiß)blaues Wunder - so dass sich das erfreuliche Gesamtbild bereits dem typisch bayrischen Maibaum anzunähern begonnen hat. Damit ist ab sofort hinreichend Anlass gegeben, in gepflegter Ruhe ein frisches Mai-Ur-Bock zu genießen: Bodenbildung und Ansätze zur Wende waren querbeet bei sonnig warmem Frühlingswetter überall weiterhin zu beobachten. Selbst an Stellen, wo niemand gedacht hatte, dass hier die Sonne jemals wieder hinscheint, sprießte für alle Schwarzseher und -Hörer völlig überraschend plötzlich helles frisches Frühlingsgrün. Sogar der totgeglaubte, totgesagte und totgeschriebene US-Immobiliensektor zeigte in etlichen Datenreihen regelrecht Frühlingserwachen. Die US-Auftragseingänge drehten kräftig aufwärts, bei den deutschen Aufträgen wurde eine starke Revision nach oben in den schwachen Vormonatszahlen durchgeführt. Die jüngsten Daten zeigten selbst danach nur noch eine marginale Abschwächung. Diesen Trend gilt es jetzt zu nutzen und fortzuschreiben.
Eine kritische Anmerkung ist jedoch unvermeidbar auch zu machen: Keine Osterglocke ist bekanntlich ohne Dornen - ausgerechnet die "Leader of the Pack", die als erste die nun einsetzende Wende zurück zur Normalität weit voraus anführten, neigten im März zu Stagnation bzw. sogar leichter Schwäche. Der Baltic Dry drehte unterhalb 2300 Punkten erstmal nach Süden ab, ging kurz bis unter 1500 und erholte sich davon erst zuletzt wieder in Richtung 1700. Damit bewegt er sich zwar weiter hoch oberhalb seiner Tiefstände um 600 Punkte, sollte aber in der nächsten Zeit scharf im Auge behalten werden. Auch der Ölpreis als konjunktureller Früh-Indikator verharrte nach dem Wiedererreichen von fast 55.- USD zunächst in einer Seitwärts-Bandbreite oberhalb von minimal gut 47.- USD. Der (WTI)Terminkurs per Jahreswechsel 2009/2010 verhielt sich dabei aber stabil plus weitere 20% um die 60-Dollar-Marke. Der ZEW-Index stieg zwar inzwischen schon zum fünften Mal in Folge, diesmal nach dem kräftigen Aufschwung zuvor jedoch nur noch ganz leicht von -5.8 auf -3.5 Punkte. Aus der Stimmungsaufhellung ist ohne jeden Zweifel inzwischen eine allgemeine Wende hin zum Besseren geworden, allem voran wiederum Asien.
Selbst das Handelsblatt sah sich gezwungen, unter der Überschrift "Der freie Fall ist gestoppt" endlich das erfolgreiche Erreichen der wirtschaftlichen Talsohle zu verkünden. Erlangt wurde diese hoffnungsfrohe Erkenntnis durch einfachen Fühltest nach dem bewährten "Häschen in der Grube"-Prinzip: Da sich plötzlich wieder ganz solide fester Grund statt zuvor nur die zischend heiße Luft des ungebremsten Freifalls unterm Popo spürbar erfühlen ließ, erkannte man sich folgerichtig nun auch als "wider Erwarten heil unten angekommen". Bestätigung fand diese Erkenntnis dadurch, dass alle drei ifo-Komponenten zuletzt praktisch fast an einem Punkt zusammentrafen - erste Vorbedingung einer danach möglichen Wende nach oben. Die ließ beim Handelsblatt gar nicht lange auf sich warten: Der jüngste Handelsblatt-Barclays-Indikator für das Quartal 2/2009 schoss von -2.7% auf +0.5% regelrecht raketenartig aus der Grube himmelwärts, wiederholte damit, was der KID-Oszillator bereits vorgeturnt hatte und ermutigte Dorit Hess sogar zu einem kleinen überraschten Juchzer: "Wirtschaft wächst wieder" - der aber in der Subheadline sofort wieder auf ein ungläubig untertrieben "zaghaftes Ende der Talfahrt" gedowngraded wurde, da die deutsche Wirtschaft im abgelaufenen ersten Quartal schließlich doch noch kräftig geschrumpft war.
Aber immerhin - die FTD dagegen nutzte die letzte sich bietende Gelegenheit, noch ein echtes Bravourstück zeitgenössisch moderner Wirtschaftsliteratur abzuliefern: "Talfahrt ohne Ende - Wirtschaft steht vor Katastrophenquartal" lautete die entsprechende Überschrift. Im Text wurde ein ausführliches Szenario aller schwachen harten Daten aus dem Januar und Februar 2009 beschrieben. Nur ein klitzekleiner Schönheitsfehler gelang dabei: Der Aufsatz datierte per 9. April 2009. Da war das gesamte beschriebene Quartal bereits 9 Tage lang zuende, abgelaufen und somit Vergangenheit. Die deutsche Wirtschaft hatte dieses Katastrophen-Quartal ergo zu diesem Zeitpunkt bereits längst HINTER statt noch VOR sich - es sei denn, man ist gedanklich und prognosetechnisch tatsächlich noch mitten im Dezember 2008 gefangen, anstatt journalistisch investigativ direkt hart am Puls der Zeit. Nicht verkaufte Restbestände an Tischkalendern des real existierenden 2009er Jahrgangs bietet der Schreibwarenhandel momentan noch extrem reduziert ab 29 Cents zum Kauf an, eventuell erbarmt sich jemand und schickt ein Exemplar an die FTD-Wirtschaftsredaktion.
Während in der Presse also nach der vorsichtigen "ersten Stimmungsaufhellung" inzwischen die reale "Erkenntnis der Talsohle" um sich greift, einige zaghafte Stimmchen sogar bereits wieder das Unwort vom möglicherweise antidepressiv klimagefährdenden "Wachstum" auszusprechen wagen, haben die führenden sachverständigen Wirtschaftsexperten und hauptamtlichen Konjunkturforscher leider ihr Wort von der versprochenen "schweigenden Prognose-Abstinenz" schnöde gebrochen und trampeln entsprechend weiter wie eine Horde Dinosaurier durch den aufblühenden Konjunkturfrühling im wirtschaftlichen Stadtpark. "Eine Konjunkturwende ist so schnell nicht in Sicht" verkünden sie unheilsschwanger und lassen (Zitat) "im Ausmaß fast unglaubliche Zahlen" drohend über die Köpfe von Unternehmern, Politikern, Bürgern und Konsumenten kreisen.
Schließlich hatten sie damals, als bereits überall dunkle Wolken aufzogen und der obere Wendepunkt der deutschen Konjunktur längst erreicht und durchschritten war, unisono euphorisch verkündet, "der wirkliche Aufschwungboom käme jetzt erst noch" - und damit Unternehmen, Anlegern und Politik klar grünes Licht signalisiert, um sie so äußerst erfolgreich mitten in den bereits rollenden Querverkehr hinter der schon dunkelroten Konjunktur-Ampel zu leiten. Höchste Zeit also jetzt, das gleiche Theaterstück im umgekehrten Sinn rückwärts erneut aufzuführen und mit der inzwischen zornroten Ampel publikumswirksam krakelend vor dem leuchtenden Frühlingsgrün herumzuspringen, um damit die aktuelle Chance auf eine tatsächlich baldige Erholung der Wirtschaft möglichst weitgehend zu bremsen oder sogar ganz zunichte zu machen - mit dem wiederum genau trend-entgegengesetzt drohenden Satz "... und das Schlimmste kommt nämlich jetzt erst noch!".
In der volkstümlichen "Hitparade des Grauens" reichen die sich wie gehabt marktschreierisch, diesmal aber in der Gegenrichtung wechselseitig überbietenden Prognosen bis in den quadrokakophonischen Minus-Sieben-Prozent Niederfrequenz-Tiefton-Bassreflexbereich. Allein die Bundesregierung hinkt als einsamer Hochtöner mit lediglich minus 2.25% bei der Jahreswachstumsprognose hoffnungslos hinterher. Sie hat damit nach dem bewährten Prinzip "Und die Letzten werden die Ersten sein" ernsthafte Außenseiter-Chancen, heuer beim abschließenden Wirklichkeits-Ähnlichkeits-Wettbewerb aller diesjährigen Prognosen tatsächlich einen hervorragenden vorderen Platz zu erreichen. Sofern es den Propheten des Untergangs nicht gelingt, mit ihren permanent gerufenen Geistern der "Großen Depression", mit ihren fiktiv bereits aufmarschierenden Millionenheeren von Massenarbeitslosen, mit im bis zuletzt trotzigen Widerstand schließlich doch noch elend zusammenbrechenden Konsumenten und mit fortgesetzt heraufbeschworenen Pleiten, Pech und Pannen in der Industrie und weltweit endloser Schwarzmalerei die jetzt vorhandene Chance auf Erholung erfolgreich kaputtzureden oder sie wenigstens in ein langes zähes und depressives Dahinkrauchen auf der erreichten Talsohle zu verwandeln. Voodoo funktioniert, wenn man nur dran glaubt - im Guten wie im Bösen.
Genau in diesem Sinn hängen sich vermehrt nun auch noch System-, Konsum- und Kapitalismuskritiker sowie Moralisten aller Coleur öffentlich an den zögerlich wieder anrollenden Zug unserer krisengefährdeten Wohlstandsgesellschaft. Zu schön ist offenbar die sich bietende Gelegenheit für viele institutionelle Weinsäufer und Hummerfresser, anläßlich der Krise endlich wieder Wasser und Brot für alle zu predigen. Zwar ist es nach wie vor lediglich das überwiegende Bestreben der allermeisten Bürger, friedlich und fleißig ihrer Arbeit nachzugehen, um einigermaßen zufrieden davon zu leben, dennoch darf die Chance nicht ungenutzt bleiben, das schlichte menschliche Streben nach Fortschritt, Sicherheit und Wohlstand als bös verderbte Gier und die aktuelle Krise als folgerichtig nur gerechte Strafe dafür zu brandmarken.
Auch Deflationisten haben derzeit noch kräftig Oberwasser, geschöpft aus den gleichen alten Quellen und längst verstaubten Theorien des letzten und vorletzten Jahrhunderts, denen der Redefluss der ewig zu spät trendfolgenden meinungsbildenden Wirtschaftstheoretiker entspringt. Allein die Idee, dass der Konsument in Erwartung weiter fallender Preise den Erwerb der Massengüter seines täglichen Lebensbedarfs etwa aufschieben würde, ist absurd. Zwar sehen wir weiterhin noch allenthalben fallende Preisindices - doch wer daraus auf fortgesetzte Deflation schließt, fällt prompt lediglich auf den statistischen Basiseffekt des prozentualen Jahr/Jahr-Vergleichs herein, der aktuell niedrigere Werte mit stark anziehenden aus der Vergangenheit vergleicht und ins schräge Verhältnis setzt. Rohöl steigt, Kupfer steigt, die meisten Rohstoff- und Weichwarenpreise fallen schon seit Jahresende 2008 real nicht mehr, sondern laufen maximal noch seitwärts. Der scheinbar noch konsumentenfreundlich laufende statistische Basiseffekt wird also ebenso bald abebben, wie die Rabatte und Abwrackprämien in absehbarer Zeit auslaufen werden. Dann kehrt der krisenbedingt kurz aber heftig unterbrochene langfristige Inflationszyklus in die Wirklichkeit zurück.
Noch im Januar lagen die US-10-Jahres-Renditen bei grade zwei, inzwischen sind es wieder knapp drei Prozent. Als Fazit bleibt: Die Chance auf eine nachhaltige Wende und zunächst einmal baldige Rückkehr zur Normalität ist da - sie muss allerdings jetzt auch genutzt und darf nicht noch weiter zerredet werden. Die Ampel zeigt Grün, zum ersten Mal seit langer Zeit und nach sehr mühsamer Bodenbildung. Der KID-Oszillator ist vorauslaufend bereits wieder am Rand der Normalität angekommen. Der rote Pfeil wurde seit dem letzten Mal nicht bewegt, der Indikator steht exakt wieder an seinem Durchbruchslevel, der waagrechten roten Linie zwischen "schwach" und "Normalbereich". Wohin er sich weiterentwickeln wird, liegt letztendlich an uns allen. Für den KID und die deutsche Konjunktur bleibt für 2009 ein langsamer Weg aufwärts möglich, maximal zunächst auch bis an den dort ebenso befindlichen roten Pfeil am oberen Rand des mittelfristigen Abwärtstrendkanals (C). Der viel zu späten "größten kollektiven Abwärtsrevision aller Zeiten" im Bereich der volkswirtschaftlichen Prognostik könnte dann bestensfalls prompt eine erneut viel zu späte große Aufwärtsrevision folgen - so ist alleweil für Unterhaltung gesorgt.
Entschlossene politische Schritte zur weltweiten Krisennutzung wurden inzwischen auch eingeleitet. Nach altbewährtem Muster der berühmten "siebten Kavallerie vor Yuma" wurde zwar nicht den eigentlichen Ursachen und Verursachern der weltweiten Krise zu Leibe gerückt, dafür gelangen aber ganz entscheidende kleine Schritte gegen berüchtigte Steueroasen - jedenfalls sofern diese nicht rein zufällig schon auf der "weißen Liste" mitten im britischen Kanal zu finden waren. Oder gar in Delaware, wo die meisten der bankeigenen Conduits und außerbilanziellen Zweckgesellschaften steuergünstig als "Delaware Limited Liability Companies" angesiedelt waren. Hier und in einigen anderen US-Regionen bleibt also auch zukünftig alles schön heimlich, still, leise und friedlich. Historisch ist zumindest fraglich, ob die "Seventh Cavalry" theoretisch passiv überhaupt je vor Yuma gelegen hat, unumstößlich Fakt ist jedoch, dass sie im Juni 1876 unter General George Armstrong Custer am Little Big Horn vollständig aufgerieben und vernichtet wurde. Custer hatte deutsche Vorfahren.
Ob es im Zuge substanzieller Arbeit des parlamentarischen Untersuchungsausschusses im Jahr 2009 zu einer neuerlichen Schlacht um Little Big Hypo Real Estate kommen wird, oder ob viele offene Fragen, Versäumnisse und Schlimmeres womöglich für immer unter einem keuschen Feigenblatt verborgen ungeklärt bleiben, wird die Entwicklung noch zeigen. Sehr offensichtlich ist nur, dass der Wahlkrampf bereits mit aller Macht begonnen hat. Da offensichtlich auch nach HRE noch reichlich überflüssiges Steuergeld übrig ist, kann man ergo allen, die grundsätzlich keine Steuern zahlen, pro Nase dreihundert Euro dafür zusagen, dass sie entsprechend auch keine Erklärung abgeben. So kauft man Wählerstimmen noch zusätzlich zur Abwrackprämie, und packt dazu noch den bewährten Instrumentenkasten der pseudosozialmoraltheologischen Hass- und Neid-Inquisition von Reichensteuer, Spitzensteuersätzen, Börsenumsatzsteuer und Vermögenssteuer in die demokratische Waagschale. Von Krise hier längst keine Spur mehr, das Füllhorn der gerechten Umverteilung quillt gradezu schier über vor neuen Schulden im real existierenden Sparhaushalt. Erstaunlich ist auch, wie offen inzwischen vielerorts von der "Neuen Ordnung" nach der Krise gesprochen wird - sie hat ihren Zweck also offensichtlich in vieler Hinsicht erfüllt. Selbst viele erst kürzlich freigeschwommene Entwicklungsländer hängen wieder abhängig fest am steten Kredit-Tropf des IWF.
Arme Tröpfe weltweit auch an den Börsen: "Börsianer ignorieren Konjunktur" lautete entrüstet die entsprechende Schlagzeile. In Wirklichkeit lief es natürlich anders herum - "Wirtschaftsexperten ignorieren Stimmungs- und mögliche Konjunkturwende" wie üblich. Der DAX überwand Ende März erst den steilen kurzfristigen Abwärtstrend, anschließend zum ersten Mal seit vielen Monaten wieder die 100-Tage-Linie, ganz zuletzt eine weitere Abwärtstrendlinie bei 4600 Punkten. Damit besteht nun die Möglichkeit, die 200-Tage-Linie knapp unter 5000 Punkten oder sogar die darüber liegende starke Widerstandszone mit dem alten Jahreshoch von 5111 Punkten mittendrin zu testen. Der Tec-DAX berührte seinen 200-Tage-Schnitt bereits am Freitag erstmals seit Mitte 2008 wieder ganz vorsichtig. Der Nikkei trifft nach sechsmonatiger breiter Bodenbildung an 9500 Punkten auf seinen 200-Tage-GD, ebenso wie der Kollege Hang Seng bei ca. 16250 Zählern, während der Hang Seng Enterprises aktuell bereits kanpp darüber notiert. Beim S&P 500 erscheint ein erster echter Härtetest in Reichweite, es fehlen hier nur noch etwas über fünfzig Punkte, um auf ein massives Kreuz aus fallender 200-Tage-Linie und dem minimal ansteigenden langen 20-Jahres-Durchschnitt zu treffen.
Das riecht förmlich schon nach kurzfristiger Konsolidierung und danach möglichen längeren Gefechten zwischen Bullen und Bären, sowie zwischen unschuldiger Konjunktur und erbitterten Experten. Wer einen rechtzeitigen Einstieg in Aktien/Indices gewagt hat, liegt längst komfortabel im Plus und darf in Ruhe über (Teil)Absicherung nachdenken. Sehr viele werden dies jedoch nicht sein. Denn in einem sind sich scheinbar heute fast alle einig: Es handelt sich doch jetzt allenfalls nur um eine Zwischenerholung innerhalb der laufenden Baisse - und das dicke Ende kommt erst noch, sodass der Gürtel dann absolut logisch zur Strafe doch noch enger geschnallt werden muss. Zwar hat der kurzfristige Optimismus im März deutlich zugenommen, langfristig herrscht jedoch weiterhin allgemein sehr hohe Skepsis der Anleger. Ergo läge auch hier wieder ein mittelfristiges Überraschungspotential auf der Positivseite. Darüber oder gar darauf spekulieren scheint aber deutlich zu früh. Manchem fehlt noch die "fünfte Welle" abwärts, anderen eine bereinigende "finale Kapitulation" vieler Anleger. Wobei da natürlich zu fragen ist, ob jemand, der den Kampf längst eingestellt und angesichts der Wucht der weltweiten Krise völlig resigniert hat, der sich also quasi widerstandslos lethargisch überrollen ließ, überhaupt noch regulär kapitulieren will, kann oder auch muss. Darüber läßt sich trefflich in der Frühsommersonne nachdenken und im Biergarten philosophieren - also genießen Sie die nächsten Wochen!
Thomas A. Spoerer
& Team