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KID Konjunktur-Indikator-Deutschland

Quo vadis, Konjunktur und Märkte im Dezember 2008?

von Thomas A. Spörer

KID 2008

Chart grösser

Krise ohne Ende ???

Diese Frage kann gleich am Anfang eindeutig beantwortet werden: das ganz sicher nicht! Subprime ist längst Geschichte, die Bankenkrise eingedämmt, die Realwirtschaft steht heute in weitaus besserer Lage da, als es die Stimmungsmache in den Medien vermuten lässt. Die Bundesbank geht z.B. von einem negativen Gesamtjahreswachstum 2009 von -0.80% für Deutschland aus. In Worten "Minus Null Komma Acht" - nicht etwa minus fünfundzwanzig oder minus fünfzig Prozent wie zu Zeiten der "Great Depression". Schon dieser Vergleich zeigt: Wir sind von Elend und Weltuntergang derzeit mehr als nur sehr weit entfernt, die oberflächlich dramatisierenden Schlagzeilen übertreiben hemmungslos und vergrößern damit allenfalls sogar noch den bisherigen Schaden.

Entscheidende, tiefergehende Fragen nach Ursachen und Zusammenhängen hingegen werden kaum oder gar nicht gestellt und bleiben damit auch mehr oder weniger unbeantwortet. Ein (hoffentlich) letztes Mal soll deshalb hier ausführlich auf Fehler und Versäumnisse, Chancen und Risiken, Gewinner und Verlierer, Retter und Gerettete sowie Betrüger und Betrogene dieser Krise eingegangen werden - bevor der Weg über die versuchte Feststellung des realwirtschaftlichen Status Quo zu einem ersten Ausblick auf 2009 weiterführt. Es ist und bleibt aber ein Jahresabschluss mit sehr vielen Fragezeichen:

Anonymer Systemfehler?

Hans Werner Sinn formulierte kürzlich (u.a.) diesen real nicht ungefährlichen und daher auch fragwürdigen Terminus zur Weltfinanzkrise. Sop enthält der Begriff "Anonymer Systemfehler" doch verschleiernde Elemente möglicher Undefinierbarkeit von Veranwortlichkeiten, sowie die Nichtexistenz bewusst handelnder Personen und Interessengruppen. Auch andernorts spricht man nur von "Fehlern" und zumindest sogar "Fehlentscheidungen" - ohne dabei ins Detail zu gehen. So kann man zwar vielleicht nach einem verlorenen Fußballmatch vor laufender Kamera noch "analysieren" - angesichts eines "Beinahe-Super-GAU" des gesamten Banksystems scheint dieses mehr als nur deutlich zu wenig. Insofern wäre für den irreführenden Begriff "Anonymer Systemfehler" eigentlich eine weitere öffentliche Entschuldigung fällig, denn dem letztendlich zahlenden Steuerbürger stünde hier mehr zu als nur eine oberflächliche Erklärung, nach der alles unter einen megamilliardenschweren Kapitalteppich aus feinsten Steuergeldern gekehrt wird. Schließlich wollen wir aus der Krise ja etwas für die Zukunft lernen, oder wenigstens wissen, wer den vielen sichtbaren Verlierern auf der anderen Seite vom großen Zaun als Gewinner gegenübersteht.

War es Anno 1636 vollkommen plausibel anzunehmen, dass die Tulpenzwiebelpreise nicht sinken werden?

Der Internationale Währungsfonds hat versucht, die Krise und ihre Ursachen zu analysieren und kommt zu dem amüsanten Schluss: "Es war vollkommen plausibel anzunehmen, dass die (US-)Häuserpreise nicht sinken werden!" Nein, selbstverständlich nicht, niemals, zumal bereits vor über fünf Jahren in den USA ganz offen von einer "Housing Bubble" gesprochen wurde. Dass so eine Bubble (=Übertreibung) selbstverständlich früher oder später sicher zum Platzen neigt, besonders wenn man den Druck auch noch mit Abermilliarden minderwertiger Hypokredite sowie Mortgage-Cashouts erhöht, konnte doch nur wenige Jahre nach dem Desaster der geplatzten Internet- und New-Economy-Bubble nun wirklich niemand ahnen. Erstaunlich konkrete, dazu amtliche Warnungen gab es sogar bereits noch viel früher: Das Protokoll des Federal Advisory Council (FAC) Meeting December 2002 (!) enthält die folgende, im Rückblick heute gradezu prophetische Passage: "... the Council does express concern that housing prices will not be able to rise at this pace forever. Levels of home equity have been supported by these increased housing values but should those values begin to fall, lenders will be faced with higher loan to value ratios and with little room for the problems created by a potential downturn in the economy." Weise Worte, fürwahr. Sechs Jahre später steht die Welt nun mit grossen Augen erstaunt vor der fleischgewordenen Realität des "potential downturn in the economy" - wie weiland Frau Antje Senior in Amsterdam Anno 1637 am Ende der Tulpenzwiebel-Hausse.

Transparenz?

Üblicherweise nimmt im Verlauf einer Katastrophe die Transparenz und Informationsdichte dynamisch zu. Bei Naturkatastrophen wird, parallel zur Soforthilfe, praktisch sofort nach Erklärungen, Ursachen und Zusammenhängen geforscht, um daraus Rückschlüsse für zukünftige Präventionsmaßnahmen ziehen zu können. Bei technischen Katastrophen passiert auf anderer Ebene genau das gleiche. Ein Flugzeugabsturz z.B. wird mit immensem Aufwand bis ins letzte aufgefundene Trümmerteil und bis ins letzte technische Detail des möglichen Ablaufs und der wahrscheinlichen Ursachen rekonstruiert. Zweck und Ziel ist es, sowohl bei natürlichen als auch technischen Katastrophen eine Wiederholung zukünftig nach Möglichkeit weitestgehend ausschließen zu können. Die mehr als nur oberflächliche Erklärung "Anonymer Systemfehler" ist möglicherweise beim relativ folgenlosen Absturz von "Windows XP Home Edition" gerade noch ausreichend, bei einer Weltfinanzkrise jedoch alles andere als zielführend. Im Gegenteil, sie versucht, bewusst oder unbewusst, unter einem intellektuellen "Rettungsschirm" das zu kaschieren, was "brutalstmöglichst" aufgeklärt und daraus folgend in der Zukunft tunlichst erneut vermieden oder präventiv verhindert werden soll.

Bei der "Finanzkrise" haben Transparenz und Informationsdichte im Verlauf des Geschehens deutlich abgenommen. Noch vor gut einem Jahr war es auch dem Privatinvestor möglich, sich mit etwas Research-Aufwand ein halbwegs realistisches Bild von fast jeder einzelnen Bank und ihrer aktuellen Risikostruktur zu verschaffen, um deren Aktien, Anleihen, Genußscheine, Derivate, u.a. einschätzen zu können, Von wenigen Ausnahmen abgesehen ließ sich ermitteln, wer wie viel Zweckgesellschaften betrieb, mit welchem Milliarden-Engagement, wie viel prozentualer Abschreibung, bei welcher eigenen Bilanzsumme, u.s.w. - davon ist heute wenig geblieben. Die eine Bank braucht dringend zwanzig Milliarden, die nächste zehn, die nächste dreißig. Wozu ? Warum ? Wofür ? Nur vorsorglich zur Stärkung der Kapitaldecke, zur Kompensation der Verluste von externen oder in die Bilanz genommenen Zweckgesellschaften, wegen Verlusten durch eigene Spekulation mit Kreditderivaten, zur Deckung von Aktienspekulationsverlusten, wegen Abschreibungen auf den Eigenbestand von Aktien und Anleihen, oder zur Finanzierung von Übernahmen?

Von Transparenz insgesamt oder beim einzelnen Institut ist wenig zu spüren. Die "Differenz" zwischen den jetzt genannten zweistelligen Milliardensummen und dem früher genannten "Abschreibungsbedarf in zwei- bis dreistelliger Millionenhöhe" auf ansonsten hochwerthaltige Portfolios ist dagegen zu riesengroß angewachsen, um ohne weitere Fragen und Antworten nichtÖffentlich unter den Tisch oder den nächsterreichbaren Risikoschirm gekehrt zu werden - zumal es sich, in letzter Konsequenz, immer um Steuergeld der Bürger handelt. Da besteht also durchaus einseitige Informationspflicht, in welchen megagenialen Conduit, in welche lukrative Fehlspekulation, durch welche wirtschaftlich misslungene Grundsatzentscheidung oder für welchen Endzweck die Rettungsmilliarden jetzt gleich im Dutzend fliessen. Und danach sollte ebenso öffentlich über mögliche Verantwortlichkeiten und Konsequenzen nachgedacht werden.

Betrogene oder Betrüger?
Denn "Subprime" war weder Naturereignis noch "Anonymer Systemfehler"

Siehe dazu auch die vorherigen KID-Kommentare zu möglichen Krisenursachen und Krisenprofiteuren. Etliche deutsche Banken besitzen sichtlich ausreichend eigene Erfahrungen im komplexen Verbriefen von Derivaten. Wie kann es da sein, dass sie auf verbriefte Derivate vom Kaliber "Triple-A-Senior-Subprime" in Multimilliardenhöhe ohne ausreichend eingehende Prüfung quasi "hereinfallen", wie es sonst zuweilen nurunbedarften Privatanlegern ohne einschlägige Erfahrung bei Graumarktangeboten dubioser Telefonvermittler passiert? Sollte die schlichte Antwort "verspekuliert" lauten, dann gehört die verantwortliche "Elite" der geldverwaltenden Zunft direkt bei der jeweils zuständigen Ortsgruppe der "Anonymen Spieler" angemeldet und von weiterer Teilnahme am Kapitalverkehr jenseits privater Girokonten in Zukunft ausgeschlossen. "Fatal Error" im heimischen PC geschieht üblicherweise rätselhaft und ohne jegliches aktives Handeln des Users, anders dagegen verhält es sich bei "außerbilanziellen Zweckgesellschaften" und komplex verbrieften Derivaten. Sie entstehen nicht von selbst oder auf rätselhafte Weise in den dunklen Tiefen eines undurchschaubaren "Betriebssystems der Weltfinanzwirtschaft".

Ebensowenig zielführend wie der "Anonyme Systemfehler" ist die teils gern zitierte "allgemeine Kapitalismus-Kritik" mit ihren Schlagworten von Spekulanten, Spielcasino oder der Grundverderbtheit menschlicher Gier. Wie bereits in einem früheren KID-Kommentar ausführlich beschrieben, entstand "die Krise" aus einem Übermaß billigen Geldes der US-Notenbank FED. Daraus folgte einer Immobilienpreisblase, überwiegend im US-Markt, sowie anschließend überreichliche Kreditschöpfung auf diese gar nicht oder lediglich rein virtuell vorhandenen "neuen Werte", und dem Abverkauf anständig verpackten und konsequent falschetikettierten Kreditgiftmülls in alle Welt. Anonym zwar bis heute, aber ansonsten alles andere als ein "Systemfehler".

Neben der Frage nach möglicher (per se eigentlich systemtypischer) US-Produkthaftung oder gar strikter Rückgabe "falschetikettierter Ware", statt friedlich-demütiger Sozialisierung entstandener Verluste, sowie der grundsätzlichen Rechtmäßigkeit außerbilanzieller Zweckgesellschaften oder etwa der Kontrolle derselben durch die dafür geschaffene Bankenaufsicht, bleibt die schon einmal gestellte "Cui-Bono-Frage" weiter offen. Allein im rauen Wind der investigativ-öffentlichen Medien stehen neben unbestreitbar weiteren, wahrscheinlich durchaus benennbaren Beteiligten, nur die US-Ratingagenturen. Zwar unfair, deshalb an ihnen allein ein Exempel zu statuieren, denn sie haben nur brav etikettiert und sind niemals als Produzent oder Verkäufer aufgetreten. Dennoch lohnt es sich, stellvertretend einen weiteren Seitenblick darauf zu werfen:

Mehr Kontrolle der Ratingagenturen?

Die amerikanischen Ratingagenturen sind weder deutscher TÜV noch "Stiftung Warentest", noch nicht einmal, wie unsere BILD-Zeitung, unabhängig und überparteilich. Sie vertreten stattdessen als privatwirtschaftliche Unternehmen ganz einseitig amerikanische Interessen:

  • Sie haben bewusst und wissentlich amerikanischen Kreditgiftmüll, sowie Finanzprodukte, in die dieser verdeckt hineingemischt wurde, mit Erster-Klasse-Bonitätsnoten und damit "Quasi-Unbedenklichkeitbescheinigung" ausgestattet. Dies ist direkt vergleichbar mit der Neu-Datierung bzw. Falsch-Etikettierung von Lebensmitteln, deren Verfallsdatum bereits abgelaufen war, oder genauso gut mit der bewußten Fehldeklarierung von Industrieabfällen mit gefährlichen Schadstoffen im Inhalt zwecks Export und damit billiger Entsorgung in Drittländer. Das Argument "Konnten wir doch nicht wissen" zählt in diesen Fällen weder für Lebensmittelkontrolleure, noch für Umweltbehörden und ebenfalls nicht für Ratingagenturen. Die Agenturen haben brav die Aufgaben erfüllt, für die sie bezahlt wurden. Ein "Systemfehler" ist nicht zu entdecken, das System hat seinen Zweck erfüllt.
  • Sie haben zusätzlich die Bonitäts-Ratings zahlreicher amerikanischer Banken und Finanzinstitute bewusst bis zum wirklich allerletzten Tag auf Staatsanleihen-Level (!) hochgehalten und damit Investoren weltweit massiv getäuscht. Lehman Brothers z.B. wurde quasi übers Wochenende von der A-Bonität auf C- resp. D-Ramschniveau herabgestuft - als die Investmentbank aber bereits längst pleite war. Extreme Abstufungen vom seriösen "Investment-Grade" ohne jede Vorwarnung und vorherige Abstufung direkt bis auf Junk-Status waren und sind ebenso an der Tagesordnung, wie fachlich absolut unerträglich. Grundsolide europäische Unternehmensanleihen dagegen bewegen sich seit Jahren nur am Randbereich des für große Publikumsfonds und institutionelle Investoren maßgeblichen Investment-Rankings, wurden und werden also meist nur irgendwo zwischen BBB+ und BB- bewertet. Von objektiver Bewertung kann keine Rede sein, die einseitige Verzerrung jedoch funktioniert systematisch einwandfrei.
  • Staatsanleihen aus Ländern, die den USA missliebig sind, erhalten ohne Zweifel im Vergleich übertrieben negative Bewertungen. Ein Beispiel dafür ist Venezuela. Über Staatsführung und politisches Selbstverständnis von "El Presidente Bolivar" Hugo Rafael Chávez Frías kann man absolut kontrovers geteilter Meinung sein. Das Land schwimmt trotz gesunkenem Ölpreisniveau und partieller Misswirtschaft weiter in Petrodollars und ist längst dabei, sich wie viele andere Schwellenländer, mit Milliardensummen international völlig zu entschulden, nicht zuletzt um die Abhängigkeit vom IWF loszuwerden. Beim Investment-Ranking geht es allein um die (zukünftige) wirtschaftliche Zahlungsfähigkeit eines Schuldners, nicht um seine individuell ideologische Wertschätzung. Zeitweise wurden sogar einzelne missliebige Staaten gar nicht geratet, um ihren Zugang zu den freien Weltfinanzmärkten und damit ihre direkte Kapitalzugriffsmöglichkeiten zu erschweren. Auch russische Staatsanleihen erfuhren im Zuge der Krise kürzlich ein Rating-Downgrade - amerikanische dagegen selbstverständlich nicht.

Dieses alles dient systematisch eindeutig allein machtpolitischen Zwecken und der Wahrung von US-Interessen - während die Aufgabe einer tatsächlich unabhängigen Ratingagentur stattdessen ausschließlich in rein objektiver Bewertung von weltweiten Investmentrisiken läge. Die drei großen US-Agenturen (Standard&Poors, Moody´s und Fitch) haben zudem eine weltweite Quasi-Monopolstellung. Hier (noch) "mehr politische Kontrolle" einzufordern, heißt (freilich mit öffentlich dabei noch schelmisch drohendem Zeigefinger) endgültig den dicksten Bock zum zukünftig alleinverantwortlichen Gärtner zu machen. Noch interessanter als das Herumhacken auf den Ratingagenturen wäre natürlich die Frage, wer eigentlich in wessen Auftrag als offizieller Verkäufer der gebündelten US-Ramsch-Hypotheken aufgetreten ist. Sie wurde und wird international nicht gestellt.

Mehr politische Kontrolle der Weltfinanzmärkte?

Die eigentlichen "freien Märkte" kontrollieren sich selbst. Marktteilnehmer, die grundsätzlich ungeeignet sind oder zu oft bzw. systematisch zu viele Fehler machen oder Fehleinschätzungen treffen, werden schlicht eliminiert, resp. eliminieren sich letztendlich selbst eliminieren. Dumm nur, wenn es sich dabei um private Banken, öffentlich-rechtliche Landesbanken, sogar Kommunen oder die schon erwähnte evangelische Landeskirche Oldenburg handelt, die mit Aktien, Aktienoptionen, Kreditderivaten oder Zinsspekulationsvehikeln das ihnen anvertraute Fremdkapital mit im Vergleich zur Eigenkapitalquote auch noch riesigem Hebel verzocken. Um dieses zu verhindern, gab und gibt es bereits eine Bankenaufsicht. Dass Banken zuhauf "ausserbilanzielle Zweckgesellschaften" betreiben, i.d.R. in Form von praktisch fast völlig eigenkapitallosen "Delaware Corp. LLC´s" (Limited Liability Company, ohne persönliche Haftung der Beteiligten, ergo quasi Kommanditgesellschaft ohne Komplementär), die mit hohem Volumen kurzfristig kreditfinanzierte langfristige Hochrisikospekulation durchführen, war seit Jahren ebenso bekannt wie die zunehmenden Probleme und spekulativen Übertreibungen der US-Immobilien- und Hypothekenmärkte. Die Aufsicht hat hier total versagt, intern wie extern - deshalb brauchen wir jetzt aber unbedingt noch mehr Aufsicht?

Banken sind bloß Dienstleister, schlichte "Geld-Institute", und müssten daher zukünftig einfach nur daran gehindert werden, mit Kundengeld, weit jenseits des wirtschaftlichen Eigenkapitals, im Großschadensfall auch noch zusätzlich gedeckt durch Steuergeld, "Traumrenditen" von zehn, zwanzig oder fünfundzwanzig Prozent p.A. "erwirtschaften" zu wollen. Hochrisikospekulation mit Fremd- oder außerbilanziell sogar ganz ohne Kapital ist weder ihre Aufgabe, noch entspricht sie mehr als offensichtlich erkennbar in irgendeiner Weise ihren praktischen Talenten oder Fähigkeiten. Am schwersten betroffen sind ohne Zweifel die bereits politisch ausgiebig kontrollierten Landesbanken und die KfW. Mit Kontrolle allein oder Noch-mehr-Kontrolle oder zusätzlicher Kontrolle der Kontrolleure ist auch dieses Problem nicht lösbar.

Dass die West-LB, "verlustbefreit", zum dritten Quartal einerseits hunderte Millionen (real fiktiver) "Gewinne" ausweist, andererseits bereits schon das nächste lukrative Großinvestment am US-Immobilienmarkt in Angriff genommen hat, zeigt, dass im gemütlichen Dunkel unterm großen Rettungsschirm eben noch keinerlei wirkliches Umdenken oder die notwendige Form von heilsamer Selbsterkenntnis stattgefunden hat. Wozu auch, solange dem Spieler alle Verluste mit Steuergeld ohne weitere ernsthafte Konsequenzen erstattet werden? Aus dem zunächst mahnenden Gebot "Du sollst nicht zocken." muss unter direkter strikter Kontrolle mindestens ein konsequentes "Du darfst und Du wirst auch nicht mehr zocken!" werden.

Fazit:

"Brutalstmögliche Aufklärung" (Zitat Peer Steinbrück im Zuge der Steuer-Affäre) unterbleibt noch immer, sowohl bei Betrügern als bei Betrogenen dieser weltweiten Krisenveranstaltung - diese ist offenbar allein kleinen Rentnern beim Grenzübertritt mit mehr als zehntausend Euro oder einzelnen Steuersündern im niedrigen Millionenbereich gewidmet und exclusiv vorbehalten, während der Transfer von Hunderten Millionen (KfW an Lehman noch am Morgen nach der Pleite) sichtlich ganz unkontrolliert vonstatten und ohne jede Konsequenz über die Grenzen ging, und bei Mega-Milliarden-Schäden lieber gar nicht erst tiefer oder gründlicher nachgeforscht wird. Stattdessen verschwinden Täter, Opfer, Ursachen, sowie alle Rückschlüsse zur zukünftigen Prävention als "Anonyme Systemfehler" unter milliardenschweren Teppichen und (Sicht)Schutzschirmen aus Steuergeld. Dem zahlenden Bürger bleibt neben Krisendepression, Mediendummgeschwätz und lobbygeforderten kleinen Rabatten plus ideologisch gemischten Goodwill-Geschenken am Ende maximal noch ein "Konsum-Gutschein", als auch noch von ihm selbst finanziertes Almosen einer neuen Bezugs-Schein-Wirtschaft. Schein-Wirtschaft auch insofern, als damit weniger zusätzlicher, sondern überwiegend lediglich zeitlich vorgezogener Konsum geschaffen würde.

Der Bürger braucht keine Almosen, Bezugsscheine oder lobbyzentrierte Vor-Wahlgeschenke, sondern vernünftige Politik, die die Gelegenheit und mehr denn je gegebene Notwendigkeit nutzt, verschärft wirtschaftliche Hemmnisse abzubauen statt neue zu errichten. Wirtschaft, Fortschritt und Leistung als einzige Quellen des allgemeinen Wohlstands müssen anstelle ideologischer Träumereien wieder in den Mittelpunkt der Politik gerückt werden. Auch Randgruppenthemen können dauerhaft nur dann erfolgreich bewältigt werden, wenn und solange die tragende "Mitte" stabil und gesund bleibt. Lkw-Maut-Erhöhung, Emissionsrechtehandel, Gesundheitsfonds, der auf Europa-Ebene gerade wieder geforderte "Klima-Soli" - zu tun gäbe es mehr als genug, zu lassen aber ebenfalls.

Der Bürger braucht auch keine regierungsamtlich jammernde Schwarzmalerei und Panikmache. Die eigentliche Krise ist längst "durch", der Rest ist und bleibt hauptsächlich Psychologie, eine noch immer mögliche mentale Depression und allgemeine Vertrauenskrise. Ergo muss vornehmlich Vertrauen anstelle von Zukunftsangst geschaffen und gefördert werden. Zu leicht wird der Vergleich zur Weltwirtschaftskrise der Dreißiger Jahre gezogen - ohne dabei das inzwischen völlig veränderte Umfeld zu berücksichtigen. Die Anzahl der verzweifelten Hungermärsche hält sich derzeit noch ebenso schwer in Grenzen wie die Anzahl von Industriearbeiterfamilien, die komplett arbeitslos wie unversorgt mitsamt Großfamilie in einem einzigen dürftig geheizten Raum im lichtarmen feuchten Hinterhaus vor sich hin vegetieren. Die tägliche "Krisenpropaganda" ist mehr als totale Übertreibung - sie spielt bewusst (und teils sogar lustvoll destruktiv?) mit der Gefahr, aus einer begrenzten Bankenkrise einen vermeintlichen Weltuntergang herbeizureden.

Eine schnelle Rücknahme der ohnehin unseeligen Mehrwertsteuererhöhung würde insbesondere hoch einkommesanteilig konsumierende Familien und sozial Schwächere entlasten, parallel zum laufenden Rückgang im Preisniveau beim unvermeidlichen Alltagskonsum. Die freien Märkte selbst schaffen damit selbstregulierend schon eine solide konjunkturelle Stützung. Darüber hinaus fehlen nicht Konjunkturprogramme sondern Strukturprogramme. Das lehren schon die Erfahrungen der japanischen Krise und ihrer diversen wenig erfolgreichen Lösungsversuche. Das Beispiel Japan wird derzeit auch gern angeführt, um einer tiefen Endlos-Depression das Wort zu reden. Völlig ignoriert wird dabei aber das direkt aus der Japankrise resultierende, jahrelang hochdynamische Wachstum der gesamten umgebenden Asia-Pazifik-Region.

Auch dies wäre nämlich ein mögliches Fazit aus der Krise:

Jeder "Fall eines alten Riesen" schafft stets in unmittelbarer Zukunft reichliche Nahrung für die bisherigen wirtschaftlichen "Zwerge" in der näheren Umgebung. Ein partieller Niedergang der Weltwirtschaftskrisenmacht USA bedeutet also keinesfalls nur allgemeinen weltweiten Niedergang als zwangsläufige Folge, sondern birgt stattdessen die gewaltige Chance neuen Wachstums für junge hungrige Wirtschaftsgebiete in der Restwelt drum herum, die freiwerdende Wirtschaftskapazitäten nutzen und somit konsequent in die Rolle neuer Wachstumsträger hineinwachsen. Dieser Prozess ist bereits seit Jahren in Gang und wird durch die Krise auch nicht aufgehalten, sondern eher noch beschleunigt werden. Die BRD unter Angela Merkel ist zwar wahrlich kein wirklich "junger Tigerstaat", dennoch braucht das wiedervereinigte Deutschland innerhalb eines noch jungen Europa nicht willig hinter der Ex-Konjunktur-Lokomotive USA her aufs wirtschaftliche Abstellgleis zockeln. Hier liegt eine noch weitgehend unerkannte und ungenutzte Aufgabe neuer selbstbewusster deutscher Politik in der internationalen und europäischen Staatengemeinschaft. Wie schon gesagt: Risiken liegen stets vor einer Krise, die Chancen aber entstehen erst durch sie und in ihr - sofern man sie nur erkennt und dann konsequent nutzt, anstatt ins Jammern zu verfallen.

 

Die Krise selbst ...

... als Patient kann einem inzwischen auch schon fast ernstlich leid tun. Noch nie haben wohl soviele Dottores mit so vielen so derartig großen Aufputschspritzen um das arme kleine Hinterteil eines einzelnen Probanden herumgestanden, mit der festen konzertierten Absicht, sämtliche Symptome möglichst ad hoc blitzartig verschwinden zu lassen, und ohne dabei auch nur einen Moment lang vorher ernsthaft systematisch auf tiefere Ursachen und Zusammenhänge zu untersuchen. Noch ist die kollektive quasi "Druckbetankung" des Systems mit immensen Kapitalsummen nicht ansatzweise im ermattenden Kreislauffluss des Patienten angekommen. Dieses wird aber früher oder später ohne jeden Zweifel entsprechend heftig passieren, und den wie üblich zuspätberufenen Krisengurus und Weltuntergangspropheten wohlmöglich ein tiefblaues Wunder bescheren. "Noch mehr Kredit heilt eben doch zuviel Kredit" dürfte das erleichterte mediale Fazit dann lauten, wenn der Patient so "überraschend" schnell wie steil vom Totenbett zurück ins (vermeintlich neue alte) Wirtschaftsleben zurückschiesst, wie ein plötzlich ausgeklinkter Rocket-Bungee-Jumper. Doch jeder Spaß fordert später seinen Preis: drastisch weiter ausufernde Staatsverschuldung der westlichen Industrieländer, vielfältig erweiterte Möglichkeiten zu neuen Spekulationsblasen, schließlich mit Zeitversatz vehement heftig wiederkehrende Inflation. Doch dies alles wird noch Jahre dauern. Genießen und nutzen wir also zunächst die Chancen der aktuellen Krise, anstatt uns schon heute Gedanken um die (dann erheblich vergrößerten) Risiken der zwangsläufig nächsten Systemkrise zu machen.

 

Konjunkturdatenkranz und KID

Wenig Neues auch in diesem Monat. Beim KID musste erneut "nach unten angebaut werden". Aus der kurzfristigen Abwärtstrendlinie C ist inzwischen ein ausgewachsener konjunktureller Abwärtstrendkanal geworden. Und es bleibt in diesem Kanal auch noch reichlich Platz nach unten. Die Stimmung zieht weiter die Realwirtschaft, in Form nachfolgend schwächer werdender harter Daten. Sind wir also steil abwärts direkt unterwegs auf dem wirtschaftlichen "Highway to Hell"? In die Krise ohne Ende?

Mitnichten, denn so wie noch vor einigen Monaten die Übertreibung eines immerwährenden Aufschwungs zelebriert wurde, befinden wir uns heute längst in der emotionalen Untertreibung. Wer das Schlimmste bereits angstvoll vorwegnimmt, kann am Ende eigentlich nur noch positiv überrascht werden. Erste Gelegenheit dazu bietet ein möglicherweise besser als erwartet ausfallendes viertes Quartal 2008, dessen Zahlen aber erst am symbolträchtigen Freitag, dem 13. Februar 2009, veröffentlicht werden sollen. Vorher droht uns am 14. Januar noch eine möglicherweise ganz versöhnliche Jahresabschlussrechnung für 2008, aus deren erster Schätzung wie gewohnt schon Rückschlüsse auf das vierte Quartal gezogen werden können.

Das erste Quartal 2009 mit Veröffentlichung im Wonnemonat Mai könnte in der Tat drastisch katastrophal ausfallen - aber was danach in den drei Folgequartalen des Jahres noch kommen wird, wissen derzeit ausschließlich nur die schon ganz genau, die zuvor bei der rechtzeitigen Prognose des laufenden Abschwungs total versagt haben. Die Stimmung ist weiterhin deutlich schlechter als die reale Lage. Schöner Satz, aber was genau ist momentan eigentlich diese "Stimmung"?

Das Weihnachtsgeschäft verläuft bislang prächtig, von schlechter Stimmung ist hier nichts zu spüren. Allgemeine Depression ist nirgends auszumachen, außer in den Medien, bei qualifizierten Sachverständigen und bei einem Teil der Politik. Ferner noch in Industrie- und Verbrauchervertrauensumfragen sowie bei den Einkaufsmangerindices - kaum jedoch in der täglichen Wirklichkeit. Offene Frage ist und bleibt außerdem, inwiefern die "Stimmung" auch tatsächlich zu entsprechenden Folgehandlungen führen wird. Man kennt dies ja von den Frauen: in guter Stimmung kaufen sie bekanntlich gern und viel ein - in einem ausgesprochenen Stimmungstief sogar häufig noch deutlich viel mehr.

Will sagen, auf die "Stimmung" ist derzeit nicht wirklich Verlass. Angst ist, neben ihrer Funktion als nachweislich "schlechter Berater", zumeist nur eine zeitweilige Erscheinung. Erstens hält niemand Angst dauerhaft als täglichen Lebenszustand aus, zweitens wird jede Angst irgendwann zwangsläufig von der Wirklichkeit eingeholt. Tritt die befürchtete Katastrophe tatsächlich ein, kann man aktiv mit ihr umgehen, statt wie gelähmt in Erwartung auszuharren. Tritt sie aber gar nicht oder nur viel weniger schlimm als erwartet und befürchtet ein, dann erledigt sich die Angst damit praktisch von selbst. In beiden Fällen folgt mehr oder weniger zwangsläufig ein baldiger Stimmungsumschwung zum Positiven, entweder durch die aktive Auseinandersetzung mit dem Geschehen, oder durch das teilweise bzw völlige Ausbleiben einer "GAK" (Größte Annehmbare Katastrophe). Insofern bleibt es dabei: Das Überraschungspotential liegt längst auf der Positivseite. Risiko ist vor der Krise, Chancen liegen in der Krise.

Beim KID ist noch keine Wende auszumachen, lediglich der Oszillator zeigt nach wie vor ein zuletzt mehr als dürftiges Hoffnungshäkchen. Die frühen Erholungsansätze des vergangenen Monats wurden von den Folgedaten und ihrer medialen (Über)Bewertung niedergewalzt. Dennoch zeigte unverdrossen der ECRI zum Monatswechsel wiederum erste kräftigere Erholungsversuche von den zuvor gesehenen Rekordtiefständen. Die beiden US-Frühindikatoren, TCB und ECRI Leading Indicator, sind jedoch derzeit mit Vorsicht zu genießen. Beide enthalten auch Aktienkurse. Damit war und ist eine quasi selbstverstärkende Wirkung gegeben: fallende Frühindikatoren bewirken vermehrte Abgaben am US-Aktienmarkt, diese wiederum verstärken die Abwärtstendenz der Leading Indicators. Es ist also durchaus schwierig, derzeit zuverlässige Prognosewerte zu finden, die nicht von der Psychologie der Krise mit beeinflusst sind. Der ZEW-Index zeigte bereits den zweiten Anstieg in Folge, dazu eine erkennbar deutliche Bodenbildung. Die allgemeine Annäherung von Lage- und Erwartungskomponenten steht überall direkt bevor (siehe z.B. vorlaufend im Konjunktur-Sentix) - erste Grundvoraussetzung einer kommenden Trendwende.

Fazit der real existierenden Gegenwart:

  • Die deutschen Unternehmen verhalten sich vernünftig. Selbst im November sank "überraschend" die Arbeitslosenzahl noch einmal leicht weiter, krisenpanische Massenentlassungen blieben in der Summe aus. Auch wenn die angegebenen Gesamtzahlenwerte der deutschen Arbeitsmarktstatistik aufgrund neuer Bewertungsgrundlagen mehr als fragwürdig sind, so bleiben inzwischen (nach der erfolgten "Bereinigung") die monatlichen Trendaussagen weiterhin absolut zuverlässig. Der deutsche Arbeitsmarkt ist intakt.
  • Die deutschen Konsumenten verhalten sich vernünftig. Der jüngste GfK-Konsumklima-Index stieg, wiederum sehr "überraschend", sogar auf niedrigem Niveau noch wieder an, der HDE (Hauptverband des Deutschen Einzelhandels) rechnet fürs laufende Weihnachtsgeschäft mit einem Plus von ein bis anderthalb Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Warum um alles in der Welt sollte denn die durchschnittliche deutsche Verbraucherfamilie mitsamt ihrer jahrelangen Sparquote und entsprechend reichlich Rücklagen ein kärgliches Weihnachtsfest feiern, nur weil die amerikanischen Konsumenten jahrelang ihre zahllosen Kreditkarten inzwischen bis übers absolute Limit ausgereizt haben? Die deutsche Binnenkonjunktur ist intakt.
  • Die deutschen Aktionäre verhalten sich vernünftig. Ein massiver panischer Totalausverkauf ist bislang, trotz der Baisse 2008, und dazu permanenter Panikmache in den Medien, ausgeblieben. An 4000 DAX-Punkten hat sich ein Doppelboden ausgebildet. Ob er mittelfristig tragfähig ist, muss sich noch zeigen. Bei vielen Werten ist inzwischen fast schon der wirtschaftliche GAU der jeweiligen Unternehmen eingepreist. Das wirtschaftliche und markttechnische Überraschungspotential liegt damit auch hier überwiegend längst auf der Positivseite, wenn es nicht ganz so heftig und langfristig "schlimm" kommen sollte wie allgemein befürchtet. So gesehen ist auch der deutsche Aktienmarkt auf dem derzeitigen Kursniveau absolut intakt.
  • Bleibt also noch der Export:

Hierzu eine kleine nachvollziehbare Daumenrechnung

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt besteht grob gerechnet aus 60% Binnenkonjunktur und 40% Export. Schaut man in die Statistiken der Deutschen Bundesbank (Saisonbereinigte Wirtschaftszahlen, dort "Ausfuhren nach Ländergruppen"), so lagen die deutschen September-Exporte insgesamt bei knapp 85 Mia Euro. Davon gingen 64 Mia ins europäische Ausland, gut 20 Mia in aussereuropäische Länder. Davon wiederum entfielen nur knappe 6 Mia auf die USA. Allein die Exporte nur in die Wirtschaftsräume Asien und OPEC-Staaten zusammen beliefen sich auf mehr als das Doppelte des deutschen USA-Geschäfts. Angenommen, die Amerikaner kürzen tatsächlich ihre Importe aus Deutschland krisenbedingt um zehn Prozent: Dann wären das zehn Prozent von sechs Fünfundachtzigstel der aktuellen deutschen Exportbilanz - die wiederum auch nur 40% des laufenden deutschen Bruttoinlandsprodukts ausmacht. Der grundsätzliche Einfluss des amerikanischen Konsums auf die deutsche Wirtschaft spielt sich also real in einem nur (verblüffend) niedrigen Nachkomma-Prozentsatz ab. Hinzu kommt hier aber noch die positive Wechselkursentwicklung, die europäische Exporte jetzt deutlich begünstigt, sowie der zuletzt wieder viel preiswerter mögliche Einkauf von Rohstoffen, Halbzeugen und Energie auf den Weltmärkten durch die deutsche Exportwirtschaft. Und warum um alles in der Welt sollte sich der Handel zwischen Frankreich und Deutschland oder Deutschland und Holland real stark rückläufig entwickeln, bloß weil die amerikanischen verbraucher nicht im Stande sind, ihren kreditfinanzierten Konsum im gewohnten Maß weiter fortzusetzen? Die deutsche Exportwirtschaft ist also ebenfalls intakt und arbeitet momentan dazu noch mit wirtschaftlichem Rückenwind. Die jüngsten Daten zeigten sogar wieder einen kräftigen Anstieg im Außenhandelsbilanzsaldo - aber wen interessierts?

Denn wenn doch jetzt alles überall nur den Bach runter ...

Bewusst wurde beim obigen Fazit auf das derzeit beliebte Wörtchen "noch" verzichtet. Die Krise zeigt uns eins deutlich: die Anfälligkeit jedes komplexen Systems gegenüber kollektiven Massenphänomenen. Wenn alle auf einmal zur Bank laufen und ihr Geld abheben, bricht diese Bank unweigerlich zusammen. Wollen alle gleichzeitig ihre Aktien oder Immobilienfonds verkaufen, brechen die Indices und Kurse ein. Die Fonds stellen die Anteilsrücknahme ein, um unnötige Schäden durch Zwangsverkäufe zu verhindern, obwohl es z.B. bei deutschen Immobilien zuvor keinerlei spekulative Übertreibungen gab. Stellen oder schränken die Konsumenten weltweit 2009 ihren Konsum drastisch ein, bricht die konsumorientierte Binnen- und Export-Konjunktur insgesamt zusammen. Verfallen alle zugleich in eine kollektive Depression, so ist bzw. wird daraus unvermeidlich eine "Great Depression". Insofern ist nach wie vor ALLES möglich, wenn wir uns infolge der Krise nur kollektiv dämlich genug verhalten. Und dazu ausreichend hemmungslos Krisenpropaganda verbreitet wird. Aber warum sollten die Konsumenten weltweit kollektiv und "solidarisch" so reagieren, bloß weil einem Teil der US-Konsumenten zukünftig die Möglichkeit ungehemmten Konsums auf Pump entzogen ist?

Abkopplung der Ex-Welt-Konjunktur-Lokomotive?

Bei allen möglichen und unmöglichen Gelegenheiten entstanden in den letzten Jahrzehnten (zumeist wegen einfachen Zeitversatzes in der Entwicklung) völlig unbegründete "Abkopplungs-Fantasien", sowohl was die Wirtschafts-, als auch Devisenkurs- oder Aktienmarktentwicklung betrifft. Hier und heute, wo erstmals eine "echte Realdifferenz" in der elementaren Ausgangssituation der europäischen, internationalen und amerikanischen Verbraucher und Unternehmen gegeben ist, spricht seltsamerweise niemand davon. Die amerikanische Volkswirtschaft, der sog. "ungehemmte Wallstreet-Kapitalismus" und die gesamte Weltmachtposition der USA haben in den letzten Jahren zunehmend schweren Schaden genommen. Dieser Prozess wird sich vermutlich auch Zukunft noch weiter fortsetzen, Obama hin oder her. Den übrigen, vor allem den hungrig aufstrebenden jungen Volkswirtschaften, wird dieser langsame Niedergang zwar zunächst auch einen Dämpfer versetzen, mittel- und langfristig gesehen aber um so mehr Chancen und ganz neue Möglichkeiten eröffnen, im Sinne der so oft zitierten Abkopplung, in Form einer ganz natürlich und un-manipuliert entstehenden "Neu-Ordnung" der Weltwirtschaft, die aber nicht wirklich kongruent ist mit den amerikanischen Plänen der "PNAC"-Doktrien ("Plan for the New American Century"). Das gerade mal acht Jahre alte neue Jahrhundert gehört möglicherweise ganz anderen als ausgerechnet den USA.

Transatlantisch internationale Solidarität?

Laut Umfragen wollen 2009 satte 47% Prozent der Deutschen auf Urlaub und Konsum verzichten und den "Gürtel enger schnallen". Dieses mitten in der Deflation, umgeben von einem fast schon paradiesischen Umfeld aus Rabatten, Schnäppchen und einmaligen Gelegenheiten in allen Lebensbereichen, von Autokauf oder anderen langlebigen Wirtschaftsgütern, über kurzfristig verbilligten Alltagskonsum, bis hin zu kurz-, mittel- und langfristigen Investmentchancen, bei einem dazu sogar wieder deutlich erhöhten(!) frei verfügbaren Einkommensanteil durch die drastisch sinkenden Benzin-, Energie- und sonstigen Lebenshaltungskosten.

Paradox - zum besseren Verständnis nOch mal im Klartext: Bei erstmals seit Jahren wieder deutlich steigenden Nettorealeinkommen und gleichzeitig dramatisch sinkenden Preisen und allgemeinen Lebenshaltungsgrundkosten will knapp die Hälfte der Bevölkerung ihr Leben "wegen der Krise" nunmehr dramatisch einschränken. Prozyklisch depressiv dümmer gehts wohl nimmer, und das mediale Dummgeschwätz der Angstmacher zeigt offenbar langsam eine bedrohliche Breitenwirkung: Die sich möglicherweise selbsterfüllende negative Prophezeihung einer herbeigeredeten Depression nach der Krise. Zum Glück haben die realen Aussagewerte solcher Trend-Umfragen oft lediglich die praktische Halbwertszeit von sog. "Guten Vorsätzen" aus der Neujahrsnacht. Und der prinzipiell gutsituierte deutsche und internationale Konsument wird wahrscheinlich und hoffentlich nicht wirklich dauerhaft in ein längeres "solidarisches Fasten und Darben" mit seinen hochverschuldeten "amerikanischen Freunden" verfallen oder seine Zukunft in einem staatlich sozialgerecht regulierten Bezugssscheinsystem suchen und erkennen.

 

Bleiben noch die Märkte, ...

... bei denen heute aus Pietätsgründen auf den üblichen gemütlich zufriedenen Jahresrückblick verzichtet wird und werden kann. Auch für einen Jahresausblick 2009 scheint es derzeit noch etwas verfrüht, zu viele psychologische Unsicherheiten scheinen hier noch zu belasten. Traditionell erfolgt dieser Ausblick beim KID zwar erst im Januar, trotzdem lässt sich schon heute Grundsätzliches sagen, dem vermutlich im Januar auch nur wenig hinzuzufügen sein wird. Für viele Märkte gilt zur Zeit:

Noch etwas zu früh für den langfristigen Trendwechsel

Erstes Augenmerk verdient hier der Rohölpreis, auch für all jene, die gar nicht beabsichtigen, direkt in Öl zu handeln. Die fünfzig Dollar per Barrel sind unter hörbarem Missmut der OPEC in wenigen Tagen gefallen, der Trend lief ungehindert strikt weiter abwärts. Die Erschließung neuer Ressourcen, die Gewinnung von Öl aus Schiefern und Ölsänden ist längst weit jenseits der Rentabilitätsgrenze gefallen. Es scheint, dass der vorherigen emotionalen Übertreibung (incl. "Peak Oil") mit Kursen an 150.- USD und Prognosen bis über 200 und 250 USD nun die emotionale Gegenuntertreibung auf 40 oder sogar 30 Dollar folgt. Der Ölpreis sollte ständig auf Bodenbildung oder gar auf Trendbruch/Trendwende-Anzeichen hin im Auge behalten werden. Möglicherweise ist er der momentan schnellste und beste Frühindikator für eine stimmungsbedingte oder gesamtwirtschaftliche Stabilisierung und folgende konjunkturelle Trendumkehr - die ggf. sogar sehr schnell, für viele völlig überraschend und daher drastisch V-förmig verlaufen könnte. Crude Oil könnte diesmal ausnahmsweise schneller als jeder herkömmliche Konjunkturindikator reagieren.

Eine ähnliche Funktion erfüllt eventuell auch die Familie der "Baltic"-Frachtraten-Indikatoren. Sie haben allesamt einen sensationell drastischen Absturz von teils weit über 12.000 Punkten auf nur noch wenige hundert Zähler hinter sich. Fast scheint es damit, dass der gesamte Welthandel demnächst mit absoluter Sicherheit gänzlich zum Erliegen kommen wird. Wer trotzdem noch etwas zu transportieren hat, bekommt eine Dankesprämie gezahlt, anstelle der sonst üblichen Frachtkostenabrechnung. Ein Trendwechsel oder wenigstens eine Bodenbildung ist bis dato nicht in Sicht, auch wenn sich das Tempo des Verfalls naturgegeben inzwischen erheblich reduziert hat, weil kaum noch etwas übrig ist. Eine Korrektur erscheint früher oder später fast schon zwingend, auch wenn man die Indices nur indirekt handeln kann. Die Beobachtung sollte daher in der momentanen Situation mit zum regelmäßigen Pflichtprogramm für Konjunkturinteressierte und Aktionäre gehören.

Beim DAX scheint zunächst "die Kuh vom vorweihnachtlichen Eis" zu sein

Oberhalb vom gleitenden Zwanzig-Jahres-Schnitt und der 4000er Marke hat sich der Markt stabilisiert. Zwar ist die Kopf-Schulter-Formation kein Thema mehr, dafür hat sich jedoch ein multiples "W" gebildet. Erfolgreich abgeschlossen wäre jedoch auch diese Formation erst bei einem von kräftigen Umsätzen begleiteten Überwinden der oberen Nackenlinie zwischen 5300 und 5400 Punkten. Dieses würde rein technisch gesehen erhebliches weiteres Potential bis in Richtung 6600/6800 Punkten freisetzen. Psychologisch betrachtet besteht jedoch weiterhin Gefahr bei fortgesetzter Zermürbung durch weiter schwächere Wirtschafts- und Stimmungsdaten mitsamt negativer Folgepropaganda. Je nach deren tatsächlichem Verlauf scheint ein neuer Test der 4000 dann nicht ausgeschlossen. Ein Konsens von extrem schwachen Zahlen und damit der Erwartungen für das erste Quartal 2009 könnte sogar nochmal ein deutliches Unterschreiten auslösen, bis auf 3000 Punkte oder tiefer, sofern es der Krisenhysterie gelingt, dieses Potential tatsächlich zu mobilisieren.

Damit bleiben, so unschön dieses auch ist, leider zwei Szenarien und damit verbundene Handlungsweisen: Entweder man ist bereits aus abgeltungssteuerlichen Gründen langfristig orientiert noch in 2008 eingestiegen und sichert ggf. im Falle eines Falles auf einige Monate ganz oder teilweise ab - oder man wartet in Ruhe auf grundsätzlich positiv zu wertende Signale für Stabilisierung und mögliche spätere Wende ab. Festzuhalten ist hier und heute auf jeden Fall: Die konjunkturelle Ampel für den Aktienmarkt zeigt nach wie vor tiefes Rot. (Siehe dazu auch der Chart im heutigen "Anhang" unten.) Auch von einer Abkopplung einzelner Aktienindices von der möglichen "Leid-Börse" Wallstreet ist weit und breit noch nichts zu sehen, geschweige denn zu lesen.

Ansonsten sind die "Zonen" für 2009 im DAX auch weiterhin recht gut abgesteckt: Unterster theoretischer Haltepunkt des tiefsten intakten Trendkanals derzeit um 2700, gleitender 20-Jahre-Schnitt knapp unterhalb 4000, Acht-Jahres-Schnitt in der Widerstandszone um 5100, Vier-Jahres-Schnitt eintausend Punkte höher an 6100, wo momentan auch die kräftig fallende 200-Tage-Linie unterhalb des oberen Rands des laufenden Baissetrends verläuft, darüber bei knapp 6900 der Zwei-Jahres-Schnitt, als derzeit vermutlich zunächst höchstes der optimistischen DAX-Gefühle. Beim S&P 500 dauert das Ringen mit dem Zwanzig-Jahres-Schnitt (ca. 915 Punkte) als mittelfristige Richtungsentscheidungsmarke aktuell weiter an.

Radikale Rentenmärkte

Beim Bund-Future erfolgte der Ausbruch nach oben praktisch schon fast parallel zum Schreiben des letzten KID-Textes. Es folgte sofort eine gewaltige Rallye bis knapp 125.- Punkte. Das gleiche Bild zeigte auch das lange Ende (BUXL-Future) und die langen dreißigjährigen US-T-Bond-Futures. Inflation ist (zunächst) kein Thema mehr, viele Preise sind längst unter ihr Niveau vom Jahrtausendwechsel zurückgefallen, selbst die EZB hat sich, viel zu spät aber Oho, zu einem erstaunlich kräftigen Zinssenkungsschritt entschlossen. Der Trend läuft mit der Psychologie des Abschwungs, aber dennoch trifft die deutsche Umlaufrendite an und unterhalb 3 Prozent auf kräftige technische Unterstützung. Eigentlich verwunderlich ist aber die panische Massenflucht ausgerechnet in vermeintlich sichere US-Staatsanleihen. Langfristig betrachtet unter dem Gesichtspunkt galoppierend anwachsender US-Staatsverschuldung ist dies sehr wahrscheinlich alles andere als eine wirklich gute Idee. Möglicherweise hat auch der plötzlich erwachte "Obama-Wunder-Glaube" sich hier fördernd ausgewirkt.

Die Staatsanleihen anderer, vergleichsweise grundsolide geführter Volkswirtschaften sind gleichzeitig immer noch preiswert, sprich mit deutlich höheren Renditen zu haben. Das gleiche gilt für zahlreiche Unternehmensanleihen solider Schuldner. Eine einheitliche Struktur und Trendrichtung der Bondmärkte existiert praktisch nicht mehr und wird vermutlich auch erst in ferner Zukunft nach erfolgtem grundsätzlichen Vorzeichenwechsel vielleicht wieder entstehen.

 

Der nächste Obama-Wunder-Kandidat ...

... scheint der US-Dollar zu sein. Eine realistische, fundamental gerechtfertigte Erklärung für die relative Dollarstärke ist kaum zu finden. Weder aktuelle Lage noch Zukunftsperspektive der USA und ihrer Wirtschaft, weder Zinskorrelation oder langfristig bewährte Intermarket Relations sprechen derzeit für eine dauerhaft nachhaltige Dollarstärke. Neben Obama treiben allenfalls allein die steil abstürzenden Rohstoffnotierungen noch invers korreliert den Dollarkurs. Dennoch gilt auch hier evtl. das oben Gesagte "Not yet, not yet!" bzw. "noch etwas zu früh für den langfristigen Trendwechsel", falls die EZB weiter mit großen Schritten den US-Leitzinsen hinterhersteigt. Aber man sollte die Sache mittel- bis langfristig im Auge behalten, und dazu vielleicht schon die eine oder andere Triggerlinie in den Chart einzeichnen.

Vice versa bieten auch hier der Ölpreis sowie dazu die bekannten breiten Rohstoff-Indices wichtige Signale, sowohl für den Devisen- wie auch den Rohstoff- und Edelmetallhandel selbst. Gold und Silber schienen in der Krise eigentlich zu enttäuschen - sofern man nicht auf die Idee kam, fiktive Euro-Verkaufspreise für nicht lieferbare Unzen am Bankschalter mit tatsächlichen Ebay-Handels- oder Sofortkaufpreisen zu vergleichen. Der Basis-Trend bei Gold ist grundsätzlich auch noch weiter intakt.

Damit ist nun endgültig Ende mit der mehr als ausführlichen "Krisen-Berichterstattung 2008" - die hoffentlich im Neuen Jahr wieder mit "normalem" Umfang und mit Schwerpunkt auf Konjunktur und Märkten und jenseits von Krisen und Katastrophen fortgesetzt werden kann. Der voraussichtliche Veröffentlichungs-Terminkalender 2009 findet sich schon am bekannten Ort auf markt-daten.de.

In diesem Sinne:

Allen Lesern ein friedliches und krisenfreies Weihnachtsfest,
für das Neue Jahr 2009 vor allem Gesundheit und Wohlergehen,
dazu Glück und Erfolg im privaten und geschäftlichen Bereich.

Und auch wenn das der möglichen Neujahrsansprache der Kanzlerin 2008 präventiv diametral entgegenläuft: 2009 wird garantiert kein alleiniges "Jahr schlechter Nachrichten" werden, sondern es birgt stattdessen, besonders wahrscheinlich im Lauf der ersten Jahreshälfte, mit Sicherheit auch eine Vielzahl krisenbedingt mittel- und langfristig fast einmalig lukrativer Chancen!

Thomas A. Spoerer
& Team

 

P.S.: Als vorweihnachtliches "Give-Away" (üblicherweise nie ganz ohne Hintergedanken) noch der folgende Chart, der den gerade in den letzten Jahren durch vermehrte Verbreitung und Beachtung konjunktureller Informationen noch deutlich verstärkten ganz klaren Zusammenhang zwischen Konjunktur (sprich BIP) und Aktienmärkten (hier der DAX) eindrucksvoll dokumentiert.

Kurzbeschreibung: Die eingezeichneten "Phasen" in der Mitte der Grafik zeigen dabei weniger "Long/Short" als vielmehr zunehmendes Risiko in Rot, bei Grün hingegen eher überwiegend "Chancen" - die Farbwechsel bedeuten also nicht sofortiges Handeln, sondern vielmehr erhöhte Aufmerksamkeit und entsprechend rechtzeitiges Risikomanagement: Einerseits das frühzeitige Erkennen wachsender Risiken, andererseits die rechtzeitige Suche nach entstehenden Chancen. Im Jahr 2000 blieb den Anlegern vergleichsweise relativ wenig Zeit, beim jetzigen Abschwung lagen aber viele Monate zwischen Konjunktur-Top und Aktienmarkt-Höhepunkt. Präventiv antizyklische Betrachtung des Gesamtbildes (Risiko oben, Chance unten) bietet dem Investor also stets einen großen Vorteil gegenüber rein prozyklischem Denken und Handeln.

In einer Hinsicht täuscht jedoch auch hier der schöne Chart: Leider wird das neueste BIP-Quartalsergebnis nicht schon rechtzeitig vor Beginn eines jeden Quartals bekannt gegeben, sondern, bedingt durch die natürlichen Umstände der umfangreichen Datenerhebung, erst einige Monate nach Ende des jeweiligen Quartals veröffentlicht. Insofern entsteht die hier sichtbare Fast-1:1-Richtungs-Korrelation auch leider regelmäßig erst im gepflegten Rückblick, vergleichsweise einem bekanntlich stets erfolgreichen Backtesting, und kann deshalb trotz ihrer unübersehbaren Relevanz leider nicht direkt in erfolgreiches Handeln umgesetzt werden. Was dem Unternehmer und Investor aber bleibt, ist die gegebene Möglichkeit einer frühzeitigen Prognose konjunktureller Wendepunkte und laufender Trends, die sich dann in der Folgezeit mehr oder weniger stark ausgeprägt im Bruttoinlandsprodukt und optisch parallel dazu auch in der Aktienmarktentwicklung manifestiert und für entsprechende Gewinn- oder Verlustmöglichkeiten in Depot oder Unternehmen sorgt.

 

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