Sitemap  |  Feedback  |  RSS  |  Kontakt  |  Links

Markt-Daten.de    web

KID Konjunktur-Indikator-Deutschland

Quo vadis, Konjunktur und Märkte im August 2006?

von Thomas A. Spörer

kid chart

The Party is probably over ....

Nach längerer "Kreativpause" meldet sich der KID aus gegebenem Anlaß hier zurück und wird zukünftig in Kurzform wieder relativ regelmässig alle 4-6 Wochen erscheinen.

Der "gegebene Anlaß" ist sofort auf den ersten Blick erkennbar:
Nachdem bereits zu Anfang des Jahres 2006 der deutsche "Konjunkturtrendgipfel" erreicht und einige Wochen später mit Vorlauf ein klares Abwärtssignal im Indikator generiert wurde, stehen wir jetzt vor bzw. schon direkt am möglichen Bruch des gesamten Aufwärtstrends seit 2001.

Aus "Merkel-Miracle", Fußball-WM-Begeisterung und vorgezogenem kräftigem Konsum ,hauptsächlich aufgrund der anstehenden größten MwSt.-Erhöhung der deutschen Steuergeschichte, läßt sich irgendwie doch kein so richtig tragfähiger Aufschwung konstruieren.

Bis letzte Woche sah das Bild insgesamt sogar eher noch dürftiger aus, einschliesslich eines im Vergleich bereits leicht abgeschwächten ersten Quartals 2006. Mit der Bekanntgabe der neuen BIP-Zahlen zum zweiten Quartal wurden jedoch mehrere Vorjahreswerte ein gutes Stück nach unten revidiert, sodaß der aktuelle Aufschwung im üblichen Jahr/Jahr-Quartalsvergleich seitdem auf dem Papier optisch deutlich stabiler und besser dasteht.

Sollte der KID sich in den kommenden Wochen nachhaltig durch das Trendlinienkreuz hindurch weiter Richtung Süden bewegen, steht uns nicht nur eine schon sichere temporäre Korrektur im Aufschwung, sondern sehr wahrscheinlich auch ein möglicher zyklischer Trendwechsel hinein in den nächsten Abschwung bevor.

 

kid chart

Während andere Indikatoren noch hoffnungsfroh nach oben zeigen und in den Medien - die gebenenen Sonder-Effekte 2006 schlicht ignorierend - weiterhin "Hohe Drehzahlen der Konjunktur" und "Kein Ende des Aufschwungs in Sicht" gefeiert werden und die Politik sogar davon schwärmt, "der wirtschaftliche Knoten der vergangenen Jahre in Deutschland sei nun endlich geplatzt", zeigt sich im KID stattdessen frühzeitig die reale Gefahr eines Platzens der wirtschaftlichen Illusionen.

Sowohl die "harten" realwirtschaftlichen Daten als auch der KID incl. enthaltenener "weicher" Stimmungskomponenten laufen schon seit längerem parallel und ohne Zeitversatz abwärts und auf den jetzt akut möglichen Trendbruch zu. Viele US-Daten deuten zudem mindestens auf eine klare Abkühlung hin, was in den Medien wie üblich zu Spekulationen über eine "mögliche Abkopplung" der robust aussehenden Eurolandkonjunktur führt - wiederum den simplen meist mehrmonatigen Nachlauf Europas hinter der US-Entwicklung ignorierend.

 

kid chart

 

Der KID-Oszillator mit Vorlauf aktuell schon bis ins Jahr 2007 hinein zeigt nach einigem Hin-und-Her 2005 und einem kurzen kräftigen Aufschwung 2006 fürs Ende des dritten und für das vierte Quartal dieses Jahres eine sehr klare und gradlinige Abwärtsrichtung. Wie stark die tatsächliche Bewegung ausfallen wird, läßt sich zwar mittels eines Trendrichtungszeigers nicht bestimmen (siehe z.B. der kurze steile Zacken im Jahr 2002), aber falls sich im Oszillator nicht bald wieder ein tragfähiger Boden bildet (wie 1996, 1999 und 2002), stehen die Zeichen für 2007 endgültig auf "Sturm", und die Medien und Prognosen werden wohl oder übel dann sehr hastig ans Ufer der Wirklichkeit zurückrudern müssen.

Für die Märkte sollte das beschriebene Szenario eigentlich auch ganz einfache Rückschlüsse zulassen - doch so unkompliziert ist es diesmal leider nicht: Zu Anfang des Jahres herrschte völlig übertriebenener Optimismus beim Sentiment für Aktienmärkte und allg. Konjunkturstimmung, dann kam es zu eigentlich noch verfrühter und dazu relativ kräftiger Ernüchterung, der der plötzliche heftige Ausbruch des Libanonkriegs nochmal eins draufsetzte - Summa summarum sind die Schwingungen der Marktteilnehmer insgesamt ein wenig aus dem zyklischen Tritt.

Der Rentenmarkt setzt bereits klar auf Konjunkturwende, aber mit stark gebremstem Schaum wegen der Möglichkeit einer Stagflation. Der Aktienmarkt wurde erst durch den kürzlichen Waffenstillstand und rückläufige Ölpreise aus dem Patt und wieder etwas aufwärts beschleunigt. Für 2007 zumindest scheint unter Fortsetzung der aktuellen Entwicklung eher dem Rentenmarkt wieder die Sonne, während für Aktionäre die dunklen Wolken eines evtl. kräftigen Konjunktureinbruchs aufziehen - dazwischen liegt aber noch ein möglicherweise in jeder Hinsicht "heisser Herbst".

Kontakt

 

nach oben