von Thomas A. Spörer

Keine Wunder in Sicht ...
Die im Januar-KID sichtbare (emotionale) Wunderkerze zum Jahresanfang ist inzwischen wieder auf "neues deutsches Normalmaß" heruntergebrannt. Die harten Daten haben sich dabei zwar teils verbessert, der jüngste Auftragseingang war endlich auch bei Bundesbank und Destatis wieder im Konsens ansteigend. Die positive Stimmung wurde jedoch durch deutlich schlechter ausgefallene Einzelhandelsumsätze im Weihnachtsgeschäft, schwächere Produktionszahlen sowie die Meldungen zum deutschen Arbeitsmarkt verhagelt.
Am letzten Dienstag zeigte dennoch der ZEW-Index einen weiteren erfreulichen
Anstieg, ebenso wie zuvor ifo-Konjunkturerwartungen und Reuters-Einkaufsmanager-Index.
Es bleibt hier jedoch abzuwarten, ob es sich immernoch nur um eine
Gegenreaktion auf die vorherigen Einbrüche inform einer "nachrangigen
Erholung" zum Jahreswechsel handelt. Dafür spricht u.a. der
Einkaufmanager-Index (EU und D), der oft mit Nachlauf dem US-ISM (NAPM)
folgt und momentan die kurze Konsolidierung beim ISM zeitversetzt nachholen
könnte.
Das BIP im 4. Quartal 2004
Mit den am 15.2. veröffentlichten Zahlen zum deutschen BIP im 4. Quartal 2004 und einem Wachstum von noch +0.63 % in diesem sowie abwärtsrevidierten +1.18 % im dritten bleibt unterm Strich noch ein "Jahresaufschwung" von realen +1.026 % für 2004 in saison- und kalenderbereinigter Berechnung übrig. Gegenüber dem 3. Quartal ergab sich ein Rückgang von -0.23 %. Das Wachstum war also, von den meisten Experten unerwartet, wieder rückläufig (siehe auch Januar-KID). Damit ging zwar die im Februar 2004 geschlossene Wette auf eine "schwarze Null" vor dem Komma verloren, mit nur wenigen Promille Differenz jedoch denkbar knapp.
Für 2005 erscheint eine Jahres-BIP-Prognose leider um einiges schwieriger. "Expect the unexpected" gilt weiterhin, ebenso die hier schon genannten "Wildcards". Je nach weiterer Entwicklung von Ölpreis und Weltlage wird die Weltkonjunktur entweder im Jahresverlauf davon profitieren oder darunter leiden. Wir wiederum werden an dieser wie auch immer gearteten Entwicklung erneut nur marginal und passiv partizipieren, da wir in der sowohl europäischen als auch weltweiten (Lohnneben-)Kostenfalle und unserer weiter zähen Reformdiskussion verharren. Ein sehr konkretes Bild dazu:

Konjunkturdaten und Arbeitslosigkeit
Die deutschen Arbeitslosenzahlen wurden hinreichend öffentlich diskutiert. Der dürftige Verweis auf "statistische und saisonale Effekte" ändert jedoch nichts daran, daß incl. der in Fortbildungs-, ABM- oder anderen "zwischenparkenden" Maßnahmen befindlichen und der "stillen Reserve" rund 7 Millionen real Arbeitslose in den Büchern bzw. auf der Straße stehen, mit allen Konsequenzen für die Sozialsysteme. Eine weit offene Schere, einerseits fehlende Einnahmen aus Steuern und Sozialabgaben, andererseits deutlich höhere Ausgaben für die Sozialkassen.
Der Stoiber-Vergleich zur Situation von 1932 ist zwar als Wahlpropagandamittel klar kontraproduktiv zweckentfremdet, die entschärfenden Einwände von Ökonomen dagegen stehen jedoch erst recht auf sehr dünnem Eis. Es ist zwar richtig, daß im Vergleich zu 1932 heute umfangreiche Sozialsysteme zur Verfügung stehen. Da diese aber trotz Weltwirtschaftsaufschwung nur auf Pump und mit zusätzlicher Nettoneuverschuldung finanzierbar sind, wird das Problem dadurch eben nicht gelöst, sondern nur (verschärft) um ein Stück in die Zukunft verlagert. Was bleibt, ist die in den letzten Jahren hinreichend breitgeredete blanke Hoffnung auf den rettenden Aufschwung, nachdem die Weltkonjunktur wahrscheinlich bereits über den zyklischen Höhepunkt hinweg ist. Und der genau darum eben noch wahrscheinlicher nicht stattfinden wird. Plus sieben Millionen Menschen, die als Steuer- und Sozialabgabenzahler dauerhaft ausfallen und stattdessen auf staatliche Unterstützung mit weiter anwachsendem Steuer- und Verschuldungsanteil angewiesen sind.
Dazu ein Zitat von Hans-Werner Sinn vom ifo-Institut:
"Das wahre Ausmaß der Gefahren für die Arbeitsplätze
in Deutschland ist den Menschen noch nicht klar." sowie der Verweis
auf www.ifo.de, z.B. die "ifo-Standpunkte" zum Thema:
http://www.ifo.de/servlet/page?_pageid=56&_dad=portal30&_schema=PORTAL30&pa_id=70698
Wobei den Menschen selbst vermutlich die Gefahren durchaus bewußt
sind (siehe Konsumzurückhaltung und "Angst-Sparen" beim
Verbraucher, geringe Investitionsbereitschaft und Abwanderung oft um
des rein unternehmerischen Überlebens willen), während die
Politik weiter gern nur vom "Schlechtreden" der Zukunftsperspektiven
spricht und von 1.8 % Wachstum 2005 ausgeht. Die Forderung nach einem "klügeren
(weil motivierenden) Sozialstaat" und nach "energischerer
Politik" angesichts der lähmend klaffenden Schere scheint
damit sinnvoll. Die Uhr läuft 2005 weiter, trotz anstehender Landtagswahlen
und näherrückender Bundestagswahl.
KID, Konjunktur und Märkte
Der sonstige Datenkranz der vergangenen vier Wochen pendelte zwischen etwas Licht und etwas Schatten. Das Prinzip "ein Schrittchen zurück, eins vor, wieder eins zurück und erneut eins vor" nervt weiterhin und begrenzt auch den möglichen Handlungsspielraum an Aktien- und Rentenmärkten. Zuletzt überwogen, speziell in den US-Wirtschaftsdaten, wieder die Vorwärtsschrittchen. Der Aufwärtshaken zum Jahreswechsel gibt zwar Hoffnung, könnte aber ebenso geeignet sein, die soeben stark abwärtskorrigierten Prognosen erneut in die Irre zu führen, denn KID und KID-Oszillator weisen lediglich auf ein Hin-und-Her-Schwanken im ersten Halbjahr 2005 hin. Wie die Quartale real ausfallen werden, hängt einmal mehr von der Verteilung zum jeweiligen Stichtag ab. Das kleine Abwärtshäkchen am Ende deutet an, daß es sich zunächst nur um temporäre Aufhellung handelt.
Der Blick auf die KID-Grafik insgesamt macht deutlich, daß anstelle
einer über Jahrzehnte verlässlich auf und ab trendenden Konjunktur-Zyklik
nun seit rund 15 Monaten ein unentschieden auf der Stelle schwankendes "Gebilde" entstanden
ist. Deutlich zu hoch für eine Bodenbildung, aber auch etwas zu
tief für einen echten "Gipfel". Diese "Konsolidierung
in der Mitte" mit den permanenten Mikropendelbewegungen macht
sowohl die Konjunkturvoraussagen als auch die eindeutige Marktpräferenz
schwer. Dementsprechend floss Liquidität zugleich in Aktien- und
Rentenmärkte, letzteres trotz steigender Zinsen am kurzen Ende
in den USA. Der Fehlstart der Aktienmärkte zum Jahresanfang wirkte
zusätzlich bremsend, so neigen Anleger dazu, immer mehr kurzfristig
auch kleine Gewinne mitzunehmen und nach einem kurzen Rücksetzer
gleich wieder in den Markt zu gehen. Der Aktienmarkt bildet damit die
bei der Konjunktur sichtbare Pendelei nach, zumindest was den DAX angeht.
Bei Small Caps war hingegen noch gutes Geld zu verdienen.
Bubble oder nicht Bubble?
Unser Wirtschaftsbild eines durch Zögern und spätes ungeschicktes Handeln abgewürgten Aufschwungs mit in Folge vergleichsweise mehr Bürgermißtrauen als Verbrauchervertrauen liefert deshalb keine eindeutige Aussage. Unser "Konjunkturgipfel" gleicht optisch dem Kegelstumpf eines längst erloschenen Vulkans. Die Weltkonjunktur scheint jedoch eindeutig nach einer kräftigen Wachstumsphase in den Boomregionen und einem zwar fragilen, weil durch Niedrigstzinspolitik mit Nebenwirkungen angeschobenen, trotzdem aber vorhandenen US-Aufschwung in eine zyklische Spätphase überzugehen. Eventuell, wie es z.B. der Baltic Dry Index andeutet, in Form einer Doppelspitze. Die Zinsschritte der US-Notenbank haben inzwischen wieder das "Normalniveau" erreicht, während die Renditen am langen Ende zunächst weiterfielen.
Die Annahme "One of us cannot be wrong" trifft leider auch
nicht zu. Weder Aktien- noch Rentenmärkte lagen komplett falsch.
Hier treffen wir wieder auf Nachwirkungen der "Zyklenverschiebung" (Schockwellen),
noch verstärkt durch die vorsichtig sehr lang hingezogene Niedrigstphase
in US-Kurzfristzinsen. Die häufig zitierte "Bond-Bubble" ist
zwar angesichts der dürftigen "Restrenditen" bei vielen
spekulativen und High-Yield-Anleihen nicht von der Hand zu weisen,
dennoch bietet das abkühlende Weltkonjunkturszenario keine Grundlage
für eine übertrieben krasse Fehlbewertung. Eine kräftige
Korrektur ist gerade angelaufen, mehr wäre aber auch schon fast
wieder Übertreibung nach unten. Speziell beim Bund-Future sollte
man momentan verstärkt auf die weitere Euro/Dollar-Parität
achten, während die gewohnt klassischen Einflußgrößen
wie Rohstoffpreise oder Erzeuger- und verbraucherpreise seit einiger
Zeit deutlich weniger Gewicht hatten. Ein Schub in PPI und/oder CPI
könnte dies allerdings erneut verändern, siehe US- und deutsche
Erzeugerpreise vom Freitag.
Expect the Unexpected
Über allem schweben zusätzlich die geopolitischen Unsicherheiten.
Die USA drängen hier offensichtlich auf baldige Lösungen,
zumindet aber deutlichere Fortschritte. Das zeigt einerseits die diplomatische
Offensive, andererseits der schärfere Ton gegenüber dem Iran,
der mit entsprechend noch schärferen Tönen beantwortet wurde.
Die daraus resultierenden Risiken, aber auch mögliche Chancen
werden Ölpreise und Konjunktur ohne Zweifel ganz entscheidend
beeinflussen, ebenso die Stimmung an den Märkten und in der Wirtschaft.
Damit ist hier je nach Abfolge von Geschehnissen alles möglich,
im positiven Fall eine neuerliche Belebung der Weltwirtschaft im zweiten
Halbjahr mit steigenden Aktienkursen und nachgebenden Bondmärkten,
bei krisenhaft bedrohlichen Vorfällen zuvor aber auch das genaue
Gegenteil. Eine verläßliche Prognose dazu ist schlicht ziemlich
unmöglich.
Geopolitische (Ver)Schiebungen?
Zwar ist das Hauptaugenmerk weiter auf die USA und ihren Präsidenten gerichtet, nicht ausser Acht lassen sollte man aber auch das Geschehen im Hintergrund der Weltbühne. Speziell die deutsche Rolle dabei ist nicht unbedingt klar definiert. Unsere Energiepolitik hat sich in deutliche Abhängigkeit von russischen Erdgas- und Öllieferungen begeben, darüber hinaus gibt es kaum ein wirklich realisierbares Zukunftskonzept und den durch politische Unsicherheit verursachten Rückstau an Kraftwerksneubauten für die zukünftige Grundlast. Parallel zu dieser neuen Abhängigkeit sägt die EU aber munter weiter am "Vorhof" des russischen Machtbereichs (Ukraine u.a.), während sich im Energiesektor in Planung, Finanzierung und Bau eine zukünftig intensivere Kooperation von Rußland und China in die entgegengesetzte Richtung anbahnt. Neben dem Pipelinebau nach Osten hat sich auch die militärische Kooperation deutlich verstärkt, erstmals wurden nach sehr langer Zeit wieder gemeinsame russisch-chinesische Manöver abgehalten.
Ebenfalls leicht zeitversetzt prallen zwei weitere Initiativen von Kanzler und Aussenminister aufeinander und haben weltweit wechselseitig nirgends so rechte Begeisterung ausgelöst. Zuerst der China-Besuch mit der Anbahnung intensiverer Wirtschaftsbeziehungen für deutsche Exporte. Da China aber vielerlei Konsumgüter ganz ohne Zweifel selbst und weitaus billiger als Deutschland produzieren kann, kam sehr schnell das eigentliche Thema, die Aufhebung des westlichen Waffenembargos gegen China aufs diplomatische Tablett. Andererseits die jüngste zwischen Kanzler, Verteidigungs- und Außenminister durchaus mißverständliche Initiative zu Reform und Stärkung der Nato mit eventuell intensiverem Einsatz militärischer Gewalt zur Lösung regionaler Konflikte und der Forderung nach einem stärkerem US-Engagement im Iran-Atomstreit..
Minister Struck denkt (ausgerechnet jetzt) öffentlich über die Präsenz evtl. auch deutscher Truppen in Nahost aus historischer Verpflichtung nach, gleichzeitig sind ausserdem deutsche Kampfpanzerlieferungen an einige arabische Staaten im Gespräch, sowie etwas mehr dezent im Hintergrund weiter die Lieferung von U-Booten als potentielle Träger von Nuklearsprengköpfen an Israel und der fortgesetzte Wunsch nach Waffenexporten an China. Selbstverständlich ist das grundsätzlich erfreulich, wenn man sich mit seinen amerikanischen, russischen, chinesischen, arabischen, israelischen und allen sonstigen Freunden gleichzeitig prima versteht und mit allen so gute Geschäfte macht. Falls die sich aber intern in die Haare kriegen und man noch dazu Waffen in alle Himmelrichtungen exportiert, kann das wechselseitig durchaus unangenehme Konsequenzen entwickeln. Wer mit allen handelt, sich dazu in Abhängigkeiten begibt und moralische Reden schwingt, wird am Ende vielleicht von niemandem mehr als zuverlässiger Partner empfunden, falls es in näherer Zukunft zu einer neuen wie auch immer gearteten Blockbildung kommt.
Ausser moralischen Aspekten hat dies in jeder Hinsicht auch wirtschaftliche
Konsequenzen. Europa ist für die Rolle einer eigenständigen
dritten Kraft heute weder einig noch stark genug, zudem mit dem eigenen
Entwicklungsprozeß und seinen vielfältigen Problemen hinreichend
und noch auf lange Sicht gefordert. Wie sich die Welt-Machtverhältnisse
in Zukunft entwickeln ist schwer absehbar, klar scheint nur, daß der
politische Brennpunkt sich ausgerechnet auf die Region konzentriert,
in der sich ein Großteil der verbleibenden Ölreserven befindet.
Von denen Europa bis zur technologisch ausgereiften Entwicklung neuer
Energieversorgungsträger in Zukunft ebenso anhängig sein
wird wie alle anderen Mitbewerber um zukünftigen Wohlstand. Um
so vorsichtiger, vor allem aber in einer gemeinsamen klaren Linie ohne
Informationsdesaster sollte man agieren. "Wenn wir zusammenarbeiten,
ist nichts unmöglich", sagte US-Verteidungungsminister Rumsfeld
auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Auch hier also "Expect
the Unexpected", mit allen denkbaren Konsequenzen für Wirtschaft
und Märkte.
Markterwartungen und Marktmöglichkeiten
Die Kippelei der Konjunkturdaten und das 2004 gesehene parallele Ansteigen verschiedener Anlagemärkte kann man durchaus als gespannte "Ruhe vor dem Sturm" betrachten. Der Sturm selbst könnte im günstigsten Fall ohne Schäden vorbeiziehen, genausogut jedoch beträchtliche Spuren in Weltgeschehen, Konjunktur und Märkten verursachen. Wachstum oder Rezession, Energiepreise, Inflationsraten, alles hängt 2005 direkt an der weiteren Entwicklung des Problemfeldes Naher und Mittlerer Osten. Kurzfristig hat sich seit Jahresbeginn der Wind etwas gedreht, den Aktienmärkten den Rücken gestärkt und dem Bondmarkt zuletzt kräftig ins Gesicht geblasen. Die weiterhin unsichere und schwer kalkulierbare Gemengelage schränkt den Spielraum für kräftige längerfristige Trends aber dennoch erheblich ein.
Beim Bund-Future war der Hinweis auf die 121.- und mögliche Divergenzen (Upside/Downside-Volume oder Demand) sowie Euro/Dollar beim letzten KID zutreffend. Mit 120.98 haben wir das Top am 10.2. wohl für längere Zeit gesehen. Seitdem geht es mit zunehmender Dynamik Richtung Süden, hinzu kommt der anstehende Kontraktwechsel, bis zu dem sich die Bewegung aber tendenziell weiter fortsetzen sollte. Unterstützungen liegen hier bei 118.- bis 118.50 sowie darunter gut verteilt um 117.- und zwischen 115.- und 116.-. Letzter Handelstag der März-Kontrakte ist Dienstag der 8.3.
Die Devisenmärkte
präsentierten sich zuletzt ausgesprochen spannend. Dollar, Pfund
und Yen liefen parallel stärker gegen Euro und erreichten nahezu
gleichzeitig knapp sowohl die Ränder der jeweiligen mittelfristigen
Trendkanäle als auch jeweils ein eigenes hartes Unterstützungsband.
Euro/Dollar tauchte in gestaffelte Horizontalwiderstände, verfehlte aber den Rand seines mittelfristigen Trendkanals und die 200-Tage-Linie um ein gutes Stück. Solange die Gegenbewegung 1.3170 nicht überschreitet, bleibt das Szenario damit neutral. Die jüngsten etwas besser ausgefallenen Handelsbilanzzahlen hatten wiederum keinen ernsthaften Einluß auf die Kursentwicklung.
Beim brit. Pfund lag bzw. liegt die harte Zone zwischen 0.6800 und 0.6890, u.a. mit der 200-Tage-Linie sowie dem 2-Jahres- und dem 20-Jahres-Durchschnitt und einigen Horizontalwiderständen. Das Intraday-Tief erreichte 0.6848.
Euro/Yen schließlich blieb in dem "Balken" zwischen 1.3300 und knapp 1.3500 hängen, auch hier mit Trendkanalrand, 200-Tage-Linie, 2- und 20-Jahres-Schnitt sowie etlichen Horizontalwiderständen.
Da die Durchbrüche aller drei Währungen gegen den Euro schließlich scheiterten, dürfte aus dem Thema längerfristige Euro-Schwäche kurzfristig erstmal die Luft raus sein.
Da Euro/Dollar die am wenigsten geschlossene Unterstützung aufwies und der Yen mit Intraday-Tief von 1.3302 sein Widerstandsband fast bewältigt hatte, bestand in der Dollar/Yen-Crossrate kurzfristig beinah die Möglichkeit einer Überraschung, falls der Trendkanal zwischen 1.00-1.01 durchbrochen worden wäre. Dieses Szenario scheint aber ebenfalls erstmal wieder entschärft.
Positive Dynamik gab es auch in den Konvergenzwährungen wie ungar. Forint, tschech. Koruna und poln. Zloty, ausserdem (zwar mit der Währungsnotierungs-Umstellung eigentlich zu erwarten, trotzdem von den wenigsten im Dezember oder Anfang Januar tatsächlich z.B. via Tagesgeld realisiert) bei der neuen türkischen Lira. Nach der schnellen kräftigen Bewegung ist hier momentan aber trotz hoher Zinsrendite Vorsicht angesagt.
Der DAX hat in Fortsetzung der Aufwärtsbewegung mit Ausbruch über die 4280 zwar erneut knapp den oberen Rand des mittelfristigen Aufwärtstrendkanals über 4400 erreicht, richtige Freude oder weitere Dynamik kamen aber trotzdem nicht auf. Zumal die "kleinen Brüder" (mit Ausnahme des TecDAX) ihm zuletzt erneut den Rang abliefen. Der MDAX überschritt dabei erstmals die 5800 Punkte. Neu zur Familie stieß im Januar ohne großes Hallo der GEX (elegant ausgeschrieben "German Entrepreneurial Index") für (überwiegend) familiengeführte Mittelstandsunternehmen mit Wachstumspotential.
Beim S&P 500 hat sich der Kreuzwiderstand bei 1220 inzwischen zu einem Band zwischen 1215 und 1225 erweitert. Auch hier fehlte es zuletzt deutlich an Dynamik. Damit wachsen an den Aktienmärkten allgemein die Chancen einer erneuten Korrektur, die je nach geopolitischer Entwicklung (siehe oben) mindestens auf die jeweiligen 100- oder 200-Tage-Linien zurückführen sollten.
Vorsichtiges Agieren und Diversifizieren ist momentan wohl in jeder
Hinsicht empfehlenswert. Schon seit längerem bieten weniger beachtete
Nebenmärkte ein manchmal klar besseres Chance/Risiko-Verhältnis
(und mehr Trend-Aussagekraft) als der gewohnte Mainstream. Ein höherer
Cash-Anteil als "Reaktions-Reserve" für überraschende
Wendungen kann zur Zeit jedenfalls nicht schaden.
