Elliott-Wellen Analysen
von André Tiedje, Charttechnischer Analyst
DOW Jones - Am Montag wurde es unheimlich
Liebe Bullen, das war ein sehr schwaches Wochenergebnis. Wahrscheinlich steckte die Angst noch in den Knien. Mit der Schlussglocke musste der DOW Jones Index einen Wochenverlust von -77,09 Punkten akzeptieren.
Dow Jones: 10325,26 Punkte / ISIN: XC0009694206
Die Handelswoche begann relativ unheimlich. Die Wochenendanalyse im Hinterkopf. Was stand dort noch drin? Ach ja, es ging um den Vergleich mit 1929 und 1987. Ähnlich wie 1987 entstand am Montag tatsächlich ein Doji, der war sogar planmäßig. Der Markt sollte nach der Wochenendanalyse also erst am Dienstag fallen. Was machte der DOW Jones Index am Dienstag? Er fiel. Oha, bis zu diesem Zeitpunkt lag alles im Plan. Es war bis zu einem gewissen Grad unheimlich und die Spannung stieg. Wir bezeichnen im US Index Trader diese Parallelität mittlerweile als Zufall.
Dann machte der DOW Jones Index einen "kleinen" Fehler, er entfernte sich vom Wochenfahrplan und folgte "schnurstracks" dem Stundenfahrplan. Er zwang uns erneut auf die Tanzfläche, sodass wir mit einigen Longtrades (Intraday und Overnight) aktiv werden mussten.Wir sind ja bereits sehr gut trainiert, was den Bullen ICE aus dem Jahr 2009 angeht. Bisher zeigt sich dieses Transportmittel aber eher in abgeschwächter Form, evtl. hat der Bullen ICE etwas Sand im Getriebe.
Im Jahr 2009 waren es die Bullen noch gewohnt einen Blick nach hinten zu richten und nachzusehen, ob Nachschub kommt, dieser wurde erkannt und da gaben Sie gemeinsam weiter Gas. Im Jahr 2010 bekommt man den Eindruck, dass die Bullen sich umsehen und ins Leere sehen, sie bekommen keinen Nachschub und rennen nur noch vereinzelnd nach vorne. Das ist aber kein Problem, es sind die Nachwirkungen der meinungsverändernden Welle. Ein ganz normaler Prozess. Prinzipiell wäre es sogar möglich, dass sich die Bullen im Zeitlupentempo noch bis 11245,00 Punkte hochquälen. Das würde aber nicht so sehr zum Jahr 1929 passen. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch "nur" das 50 % Retracement der vorgeschalteten Abwärtsbewegung leicht überschritten, wie auch heutzutage, auch das sollte man eher als Zufall einsortieren. Viel "besser" und vor allem einfacher ist es mit der Masse zu gehen. Das bringt am wenigsten Komplikationen und man fühlt sich in der Herde wohl (Herdentrieb).
Beschäftigen wir uns nicht mit den Nebensächlichkeiten und konzentrieren uns auf das Wesentliche.
Den Verlaufspfeil habe ich jetzt seit Wochen unverändert gelassen. Der DOW Jones folgt diesem Verlauf exakt, machen Sie sich aber nichts daraus, auch das ist nur Zufall. Das ist ein Satz aus der letzten Analyse und ich habe den Prognosepfeil tatsächlich nicht verändert. Sehen Sie bitte genau hin. Es lässt sich erkennen, dass der blaue Pfeil im Bereich zwischen 10466,00 - 10538,00 Punkten dreht, zumindest möchte ich das hoffen, um nicht in Schieflage zu geraten.
Hoffnung, oha, die Zweite. Ein falscher Berater an der Börse. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber bitte keine Schadenfreude, Sie wissen ja, ein angeschlagener Boxer ist am Gefährlichsten. Wissen Sie auch warum? Durch Frustration, Wut und Willenskraft werden ungeahnte Kräfte freigesetzt. An der Börse ist aber genau das Fatal. An der Börse sollte man emotionslos agieren. Lassen Sie den anderen Marktteilnehmern den Ceastus anziehen und den "Phantom Punch" einleiten, schwimmen Sie lieber auf der richtigen Welle mit der Strömung und wechseln Sie den Kurs, bevor es die anderen Marktteilnehmer tun.
Fazit:
Die Bullen haben im Jahr 2010 deutlich an Durchzugskraft verloren. Als Trader dürfte man bereits merken, dass auf der Shortseite das schnelle Geld verdient wird. Grundsätzlich sollte man aber für beide Seiten offen sein. Die Bullen könnten zum Wochenbeginn auftrumpfen, allerdings sollte sich zur Wochenmitte eine Wachablösung einstellen
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihren Entscheidungen und geraten Sie nicht in Schieflage, dass führt zwangsläufig zu Fehlentscheidungen.
André Tiedje - Technischer Analyst und Trader bei GodmodeTrader.de
Kursverlauf seit April 2009 (log. Kerzenchartdarstellung / 1 Kerze = 1 Tag)
