Elliott-Wellen Analysen
von André Tiedje, Charttechnischer Analyst
DOW Jones - Die Bullen bekommen auf die Mütze
Der DOW Jones kreierte in der vergangenen Handelswoche keine unerwarteten Bewegungen. Es fiel innerhalb des neuen Abwärtstrends um weitere 105,65 Punkte und geht mit der Schlussglocke bei 10067,33 Punkten aus dem Handel.
Dow Jones: 10067,33 Punkte / ISIN: XC0009694206
Der DOW Jones Index zieht wieder seine Bahnen. In der zurück liegenden Handelswoche kam es dabei zu keine Überraschung. Überraschungen entstehen in der Regel nur in Korrekturphasen, wie wir sie seit März 2009 vorliegen haben. Ein sehr wichtiges Kursziel bei 10050,00 Punkten konnte dann sogar noch am Freitag erreicht werden. In der Summe zeigt sich eine weitere schwache Handelswoche.
Ich möchte diese unspektakuläre Börsenphase nutzen, um einen analytischen Rückblick zu riskieren. Ich möchte dieses Thema mit dieser Analyse ein für allemal aus der Welt schaffen. Bitte sehen Sie auch davon ab mir beschimpfende eMails zukommen zu lassen. Ich werte den DOW Jones Index nach der Elliott Wellen Theorie aus. Es sollte klar sein, dass es auch mit der Elliott Wellen Theorie mindestens zwei Varianten gibt. Ich lege mich nur sehr gerne provokativ für eine favorisierte Variante fest.
Ich möchte es auf keinen Fall rechthaberisch rüberkommen lassen. Ich wiederhole mich erneut. Ich werte den Markt nach dem besten Gewissen nach der Elliott Wellen Theorie aus und nenne die Ergebnisse, die ich für vertretbar halte. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Wenn der Markt dann im März 2009 steigen sollte, dann ist es eine Auswertung nach der Analysemethode der Elliott Wellen Theorie und selbstverständlich auch die Sichtweise des Chartanalysten. Sie kennen den Spruch " 1 Chart 10 Analysten und 11 Meinungen). Selbstverständlich gibt es IMMER Alternativen. Wer die Elliott Wellen Theorie verstanden hat, der wird feststellen, dass es auch Marktphasen gibt, in denen zwei Szenarien über eine gewisse Zeit ein identisches Ergebnis liefern.
Es wurden ja bereits einige Crashansagen getätigt. Den Vorwurf muss ich mir wohl noch Jahre anhören und wissen Sie was, obwohl ich 4 Crashansagen getätigt habe, stehe ich dazu. Jedes Mal bestand zumindest die Gefahr auf eine Korrektur. Bitte achten Sie auf die Zeitpunkte, an denen die kostenlosen Crashansagen getätigt wurden. Schauen Sie sich die anschließende Verlustphasen an, es waren genau 2. Wie heißt es an der Börse so schön? Verluste begrenzen. Jetzt richten Sie den Blick bitte noch einmal auf die kostenlosen Ansagen der Rallyphasen. Es waren genau 3. Wie heißt es an der Börse so schön? Gewinne laufen lassen.
Mir ist bewusst, dass ein Analyseergebnis bei weitem noch kein Tradingergebnis ist. Wenn man allerdings bedenkt, dass der DOW Jones Index ausgehend vom Tiefpunkt im März 2009, bis zum heutigen Tag 3500,00 Punkte höher steht, dann halte ich einen Gewinn von ca. 3000,00 Punkten nicht für so uninteressant. Ich habe die Gewinnphase aus der massiven Abwärtsbewegung gleich zum Beginn des Jahres 2009 (2500,00 Punkte) nicht mit einbezogen, weil es zu diesem Zeitpunkt noch keinen US Index Trader gab und ich diese Performance nicht nachweisen könnte, auch wenn es das Ergebnis deutlich nach oben anhebt.
Jetzt spielen selbstverständlich bei jedem Trader auch MoneyManagement und die eigene Marktmeinung eine große Rolle. Hier gibt es viele Faktoren, die das Ergebnis verschlechtern können, oder evtl. auch verbessern.
Ich bin demzufolge ein sehr großer Fan der Elliott Wellen Theorie und möchte nicht ausschließen, dass ich vielleicht aus diesem Grund mit Scheuklappen agiere. Es ist wahrscheinlich so, dass man dann für andere Methoden gar nicht so offen ist, die unter Umständen ähnliche, oder bessere Ergebnisse erzielen. Da gibt es eine Reihe an Black Box Systemen, Signale, die nur der Ersteller selber kennt. Kann man darauf ein Vertrauen aufbauen? Ich spiele da mit offenen Karten und halte es für fair. Ich muss allerdings zugeben, dass ich auch ein kleiner Systemfreak bin. Die Ergebnisse, bzw. die daraus resultierenden Signale können Sie in den täglich erscheinenden Momentumlisten und den TA Ratings nachsehen.
In den letzten zwei Handelswochen haben zwei Wochen Bärenarbeit gleich 10 Wochen Bullenarbeit negiert. Ich habe folgenden Spruch "aufgeschnappt" und finde ihn amüsant. Die Bullen gehen die Treppe hoch und die Bären springen aus dem Fenster. Meines Erachtens passt er sehr gut zu der aktuellen Marktlage.
Fazit:
Ich möchte nicht erneut zum Angriffspunkt werden und halte mich mit forcierten Aussagen zurück. Ich hoffe das ist mir an dieser Stelle erlaubt. Eines möchte ich Ihnen aber doch mitteilen. Es gibt eine Alternative für neue Höchststände in den Indizes, auch wenn ich die Wahrscheinlichkeit nur bei 35 % oder niedriger einschätze. Es ist selbstverständlich eine enorm hohe Herausforderung diesen möglichen unteren Wendepunkt zu ermitteln. Ich denke aber auch, dass wir im Jahr 2009 genügend Trainingsmöglichkeiten bekommen haben, um uns auf diese Möglichkeit vorzubereiten.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihren Entscheidungen und geraten Sie nicht in Schieflage, dass führt zwangsläufig zu Fehlentscheidungen.
André Tiedje - Technischer Analyst und Trader bei GodmodeTrader.de
Kursverlauf seit Dezember 2008 (log. Kerzenchartdarstellung / 1 Kerze = 1 Tag)
