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Elliott-Wellen Analysen

von André Tiedje, Charttechnischer Analyst

DOW Jones - Ein verschenktes Jahrzehnt

In der verkürzten Weihnachtswoche wurde grundsätzlich nicht viel Bewegung im DOW Jones Index erwartet. Er geht mit einem Punktestand bei 10.520,10 Punkten aus dem Handel.

Dow Jones: 10520,10 Punkte / ISIN: XC0009694206

Das Jahr 2009 neigt sich dem Ende entgegen. Der Pokal geht in diesem Jahr ziemlich eindeutig an die Bullen. Anfang 2009 dominierte noch der Bär das Kursgeschehen. Wir konnten einen direkten Kursverfall bis in den Bereich bei 6540,00 Punkten erkennen. In dem Bereich kam es dann bekanntlich im März 2009 zu der fulminanten Kursrally. Seit diesem Zeitpunkt stehen die Bären ohne Chancen an der Seitenlinie. Jeder Shortversuch wurde nahezu vernichtet.

Die Rallyansagen konnten auf den Tag genau getroffen werden. Aus den Crashansagen wurden lediglich zwischengeschaltete Korrekturphasen. Als Bestätigung der letzten Crashansage, die im Vorfeld genannt wurde, sollte zumindest ein Kursverfall bis unter 10235,00 Punkten stattfinden. Selbst diesen Rücksetzer ließen die bullischen Marktteilnehmer bisher nicht zu.

Was sagt Ihnen das in der Summe?

Mir sagt es, dass man mit der Elliott Wellen Theorie, oder auch mit der klassischen Charttechnik ein hervorragendes Timinginstrument besitzt. Versetzen Sie sich in die Lage eines Investors. Der konnte in dem letzen Jahrzehnt ein hochvolatiles Depot begutachten, in der Summe steht der DOW Jones Index aber auf dem stand auf dem Jahr 2000. Besitzt das Depot dann noch High Tech Werte, dann dürfte sogar ein negatives Gesamtergebnis vorliegen.

Auch wenn der Spruch "Hin und her macht Taschen leer" sicherlich seine Berechtigung besitzt, so kann man durchaus zu der Erkenntnis kommen, dass man mit überlegtem Timing und der richtigen Analysemethode die Gewinne optimieren kann.

Bedenken Sie bitte dabei auch, dass dieses Timing in der Regel nur 5-10 % der Marktteilnehmer gelingt. Es macht ebenso wenig Sinn sich einen Fond zu suchen, der in dem letzten Jahr eine gute Performance aufweisen kann, weil es keine Garantie dafür gibt, dass es auch im kommenden Börsenjahr gelingt. Sollte es dem Fondmanager tatsächlich gelingen, ein weiteres Jahr zu den besten 5 zu gehören, dann sinkt gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit, dass es ein weiteres Mal gelingt. Sie erkennen sicherlich worauf ich hinaus möchte. Ich möchte Ihnen vermitteln, dass der Markt immer Recht hat. Es kann also Sinn machen ein ungemangtes Indexzertifikat oder einen ETF auf den Index zu kaufen. In dem Fall bildet man IMMER exakt den Markt nach. Das Risiko, dass man einen Fond wählt, der schlechter als der Markt performt ist damit ausgeschlossen.

Ich denke jetzt sehen Sie die Rally- und Crashansagen bereits aus einem anderen Blickpunkt. Auf das Timing kommt es an. Es ist IMMER wichtig zu wissen, wann es zu einer Korrektur kommen könnte und wann eine Rally diese Korrekturphase beendet. Aus tradetechnischer Sicht denke ich, dass für sehr viele Privatanleger ein äußerst erfolgreiches Börsenjahr zu Ende geht. Bereits das Jahr 2008 lief hochvolatil und zeigte sehr schöne Kursbewegungen. Ich hoffe und vermute, dass das bevorstehende Börsenjahr 2010 ähnliche schöne Kursbewegungen mit sich bringt.

Aus wellentechnischer Sicht zeigt sich seit März 2009 ein hochkomplexes Wellenmuster in Form eines Dreifach ZigZags. Dieses wird aus den Wellen w-x-y-xx-z dargestellt. Die noch offene Welle z ist entweder bereits am Laufen, oder es bildet sich erst eine überschießende Teilwelle c der Welle b der Welle xx aus. Das hört sich unter Umständen etwas kompliziert an, ist es aber nicht. Die nächsten Handelswochen dürften nach beiden Szenarien exakt gleich ablaufen. Der Unterschied dieser beiden Szenarien wird sich dann erst im März 2010 zeigen. Sie sehen also, es gibt keine Zeit zum Ausruhen, es ist eine ständige engmaschige Beobachtung des Marktes erforderlich, um rechtzeitig auf mögliche Trendwenden einzugehen.

Es ist also davon auszugehen, dass der DOW Jones Index die nächsten Handelswochen mit der Ausarbeitung der Welle c der Welle b verbringt. Die daraus resultierenden Kursziele notieren bei 10710,00 Punkten und im Anschluss sind sogar 11004,00 Punkte denkbar und möglich. Die Bullen haben sich durch die zermürbende Seitwärtsphase (30 Handelstage) diese Möglichkeit erarbeitet.

In dieser Marktphase, gerade zum Jahreswechsel, oder kurz nach dem Jahreswechsel ist sehr viel möglich. Genau aus diesem Grund sollte man die Stopps für Longpositionen durchaus überdenken. Wellentechnisch läuft der DOW Jones Index in beiden Szenarien in einer c-Welle aufwärts. Ich habe in diesem Jahr denke ich oft genug auf die Zickigkeit dieser Welle hingewiesen. Sie endet in der Regel spontan und dennoch ist sie bemüht die Kursiele abzuarbeiten, verglichen mit einem Impuls zwar in unschöneren Mustern, aber immerhin.

Die MoB (Make or Break) Marke liegt bei 10235,00 Punkten. Sollte diese Marke nach unten gebrochen werden, dann liegt eine Bestätigung vor, dass die jetzt erwartete Welle c bereits beendet wäre. Sollte diese Marke also gebrochen werden, dann liegen keine wellentechnischen Argumente mehr vor, dass die Kursziele bei 10710,00 Punkten, oder sogar 11004,00 Punkte noch erreicht werden.

Ich wünsche Ihnen noch erholsame Feiertage und einen guten Rutsch in das Jahr 2010 und geraten Sie nicht in Schieflage, das führt zwangsläufig zu Fehlentscheidungen.

André Tiedje - Technischer Analyst und Trader bei GodmodeTrader.de

Kursverlauf seit Januar 2009 (log. Kerzenchartdarstellung / 1 Kerze = 1 Tag)

Tageschart

 

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