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Elliott-Wellen Analysen

von André Tiedje, Charttechnischer Analyst

DOW Jones - Die Elliott Wellen lügen nie!

Der DOW Jones Index kletterte in der vergangenen Handelswoche um weitere 47,69 Punkte in die Höhe. Eine kleine Pause der Bullen, die sie sich redlich verdient haben.

Dow Jones: 10318,16 Punkte / ISIN: XC0009694206

Ich möchte Sie nicht lange mit Zitaten aufhalten aber einen kurzen Satz aus der letzten Elliott Wellen Analyse möchte ich doch erwähnen:

"Dieses Ergebnis dürfen Sie gerne als Crashansage werten, auch wenn der Crash erst in einigen Tagen eintreten sollte."

Na, das wird ja immer verrückter, jetzt sagen Sie die Crashansagen nicht nur direkt an, sondern sogar im Vorfeld?

Bereits zum vergangenen Wochenausklang war es in den Intradaymustern abzulesen, dass noch einiges nach oben kommen dürfte, somit war mit einem freundlichen Wochenauftakt zu rechnen, der sich gegen Wochenmitte drehen sollte. Es kam dann tatsächlich zu dieser erwarteten Wende. Der Crashansagepfeil wurde unverändert gelassen und war genau aus diesem Grund etwas höher angesetzt.

Sind Ihre Ziele denn jetzt so erreicht, wie Sie sich das vorstellen?

Sehen Sie sich den Kursverlauf doch einmal an. Es gibt sicherlich schönere Muster und wenn der DOW Jones so weitermacht, dann kann er mit der Serie an höheren Hochs und höheren Tiefs auch noch deutlich höhere Kursziele erreichen. Die Kursbewegung sieht danach aus, als würde sie nie enden.

Hat Sie etwas die meinungsverändernde Welle erwischt?

Nein, ich kommuniziere nur mit dem emotionalen Trend, damit kann man 95 % der Leser glücklich stellen und nur 5 % der Leser sind böse oder enttäuscht.

Aber Sie haben sich doch sonst mit ihren Analysen auch sehr oft gegen die Masse gestellt. Wollen Sie ihre Taktik ändern?Das verstehen Sie falsch. Ich werte den Markt mit Hilfe der Elliott Wellen Analysemethode aus. Es spielt dann keine Rolle, ob ich mich gegen die Masse stelle oder auch nicht. Es ist ein Analyseergebnis, nicht mehr aber auch nicht weniger. Die Masse achtet eher auf die Nachrichten, denken Sie wirklich, dass man damit zum Ziel kommt? Es gibt aber eine kleine Randgruppe an klassischen Charttechnikern und eine noch kleinere Gruppe an Elliott Wellen Analysten, die häufig zu einem anderen Ergebnis kommen, als es die Auswertungen der Fundamentaldaten anzeigen.

Na,ja, aber Sie können sich doch ruhig zugeben, dass sich das wirtschaftliche Umfeld verbessert, oder?Welche Statistik behauptet das? Sind Sie sich sicher? Ganz ehrlich, es findet keine Bewertung in meinem Analyseansatz. Die Kursentwicklung ist entscheidend. Die Börse besteht zu 100 % aus Psychologie. Darf ich kur eine Gegenfrage stellen? Wie war denn das fundamentale Umfeld im März 2009? Warum sah es zu dem Zeitpunkt denn Düster aus? Hat sich das fundamentale Umfeld evtl. nur verbessert, weil der DOW Jones, bzw. die Aktienmärkte gestiegen sind? Sie können mich leider nicht überzeugen, jetzt wo der DOW Jones Index knapp 4000,00 Punkte höher steht ist alles wieder im Lot? Sie brauchen mir nicht zu antworten, wir drehen uns hier im Kreis, kommen Sie bitte auf den Punkt.

Ok, was halten Sie von der aktuellen Wochenkerze?

Sie sieht nicht schön aus, das sahen aber viele weitere Kerzen im Vorfeld auch nicht. Diese steht etwas nach oben und besitzt dadurch einen negativen Charakter. Viel mehr möchte ich daraus aber nicht ableiten. Wollen Sie darauf hinaus, dass dort ein Evening Star auf Wochenbasis entstehen könnte? Dann sehen Sie sich die Kerzenkonstellation einige Wochen vorher an. Dort ist ebenfalls ein Evening Star entstanden. Ein Puzzlestück, welches evtl. einen kleinen Teil zur Meinungsfindung beiträgt.

Was halten Sie von Ihrer letzten Crashansage? Stehen Sie da noch zu?

Fragen Sie mich das bitte in einigen Monaten erneut. Bisher sieht es gut aus. Verstehen Sie aber bitte, dass die Entwicklung der kommenden Handelstage bereits das Ergebnis negieren kann. Es ist erforderlich, dass JETZT die Intradaymuster diese Ansage bestätigen. Viele oberflächliche Beobachter erkennen den Sinn nicht hinter so einer Ansage. IMMER wenn es zu einer dieser Ansagen kommt, unabhängig davon, ob es eine Rally- oder Crashansage ist, läuft auf Tagesbasis und auch im Intradaybereich eine Welle aus. Genau dann kommt es zu einer Gegenbewegung. Genau dann kommt es zu einer Schwächeerscheinung einer Teilnehmergruppe (bulle oder Bär). Das heißt, man kann nach so einer Crashansage einfach einmal Longgewinne sichern, falls welche vorliegen. Aus der Sicht der Multitimeframe Analyse wird nämlich genau dann ein Kursniveau erreicht, wo es zu einem Wendepunkt kommen könnte. Ich denke das aktuelle Kursverhalten zeigt es sehr eindrucksvoll.

Was machen Sie denn, wenn Sie mit der Abwärtsbewegung, bzw. mit der Struktur der Abwärtsbewegung nicht zufrieden sind?

Sollte die Abwärtsbewegung nicht meinen Vorstellungen entsprechen, dann sehe ich mich evtl. in einigen Wochen dazu gezwungen die nächste Rallyansage zu tätigen. Wo liegt das Problem? Das ist Trading! Immer flexibel bleiben und am Puls der Märkte entlang hangeln. Ich sehe da kein Problem, eine getätigte Crashansage im Premiumbereich wieder aufzuheben (siehe auch vorletzte Crashansage). Es macht doch auch sehr viel Spaß zwischengeschaltete Rallybewegungen zu erleben, zumindest dann, wenn sie nicht unvorbereitet kommen.

Wie schätzen Sie den Markt denn aus zeitlicher Sicht ein? Wann könnte es dort zu einem Wendepunkt kommen?

Den zeitlichen Faktor habe ich bereits berücksichtigt. Der Bärenmarkt lief von Oktober 2007 bis März 2009. Die laufende Aufwärtskorrektur lief in der vergangenen Handelswoche exakt in das 50 % Fibonacci Time Level hinein. Das heißt, dass die Bären jetzt bereits über 50 % der Zeit in Anspruch genommen haben, die die Bullen für die Abwärtswelle benötigt hatten.

Ich habe gehört, dass das 61,8 % aus zeitlicher Sicht auch einen potenziellen Wendepunkt einleiten kann. Ist das richtig und wenn ja, wann wäre es dann soweit?

Ich sehe, Sie haben sich informiert, dann möchte ich Sie nicht enttäuschen und werde jetzt einen Chart anfertigen. Ich denke, wenn ich es Ihnen visuell demonstriere, dann ist es einfacher zu verstehen.

Achten Sie bitte auf die roten vertikalen und horizontalen Linien. Sie sehen dort einen Schnittpunkt. Der DOW Jones hat also aus zeitlicher Sicht und aus preislicher Sicht den kompletten Bärenmarkt, mit Ursprung Oktober 2007 korrigiert. Zeitgleich zeigte sich, dass in der vergangenen Handelswoche unter Multitimeframe- Aspekten eine Welle auslief. Verstehen Sie jetzt meine Crashansage aus der letzten Woche? Verstehen Sie jetzt warum ich davon ausgegangen bin, warum es in Mitte der vergangenen Handelswoche zu einem Rücksetzer kommen musste? Verstehen Sie jetzt, warum ich die kommenden Muster intensiv auswerten muss? Verstehen Sie jetzt, warum ich es nicht einmal ausschließen kann, dass der DOW Jones Index sogar bis zum Januar 2010 noch die 11245,94 Punkte erreichen könnte? Verstehen Sie jetzt, warum ich mich nicht konsequent festlegen möchte? Ich möchte flexibel bleiben, gerade beim Trading. Ich möchte auch an Rallybewegungen verdienen, wenn Sie sich andeuten. Verstehen Sie jetzt, warum da auch 10 Mal Crashansage stehen kann? Wenn die Intradaymuster mich dazu zwingen diese aufzuheben, dann ist es so. Bedenken Sie bitte, dass der Markt IMMER Recht hat, wenn er es nicht zulässt, dass es zu einem Crash kommt, dann ist es so! Und jetzt wiederhole ich mich ein letztes Mal. Es ist wichtig, trotz Crashansage, dieses rechtzeitig zu erkennen, amen.

Kursverlauf seit Januar 2009 (log. Kerzenchartdarstellung / 1 Kerze = 1 Tag)

Tageschart

Sie haben mich überzeugt, es ist IMMER wichtig was man daraus macht. Vielen Dank.

Schöne Grüße und viel Erfolg an der Börse, Geraten Sie nicht in Schieflage, das führt zwangsläufig zu Fehlentscheidungen.

André Tiedje - Technischer Analyst und Trader bei GodmodeTrader.de

Kursverlauf seit Januar 2009 (log. Kerzenchartdarstellung / 1 Kerze = 1 Tag)

 

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