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Candlestick-Analysen

Quartalsanalyse: DAX - 5.200 Punkte

2. Juli 2008

Liebe Leserin, lieber Leser,


In der letzten Quartalsanalyse vom 02.04.08 bei einem DAX-Stand von 6.534 Punkten wurde eine Erholung bis max. 7.300 Punkten angenommen. Empfohlen wurde, dass der Anleger dann an diesem Niveau seine kurzfristigen Gewinne mitnehmen und/oder Longpositionen abbauen sollte. Dieses Szenario ist letztlich eingetreten. Im zweiten Quartal 2008 stieg der DAX bis an ein Top bei 7.231 Punkten - um seitdem wieder abzugeben. Das zweite Quartal 2008 beendete der DAX mit einem Schlußstand bei 6.418 Punkten. Die weiteren langfristigen Aussichten - besprochen werden Quartals-, Monats- und Wochenkerzen:

Log. Candlestickchart auf Quartalsbasis :
DAX :

DAX - quarterly

 

Rückblick:

Zum Jahresanfang erhielten kurzfristige Verkaufssignale eine erhöhte Aussagekraft, denn die zwei kleinen Quartalskerzen in 2007 beinhalteten die Möglichkeit einer Trendwende. Diese Trendwende trat ein - auch bildete sich mit der langen schwarzen Kerze ein tower top – eine Trendwendeformation. Das tower top stellt ein wesentliches Widerstandsniveau dar – eine Erholungsbewegung sollte in etwa in der Mitte der langen schwarzen Kerze gestopt werden (7.290, 47 Punkten). Empfohlen wurde, am diesem Niveau Verkäufe zu planen.
Favorisiert habe ich aus Sicht der Quartalskerzen im zweiten Quartal 08 eine Seitwärtsbewegung zwischen dem letzten Tief und maximal 7.300 Punkten – mit dem Risiko im zweiten Halbjahr 2008 auch neue Tiefs zu sehen.

Ausblick:

An dem favorisierten Szenario wird festgehalten. Das Risiko, im zweiten Halbjahr 08 neue Tiefs zu sehen und auch unter die 6.000er Marke zu fallen - bis an die Unterstützung bei ca. 5.247 Punkten - ist vorhanden. Denn das letzte Quartal zeigt eine kleine Kerze mit Docht. Diese Kerze signalisiert die Unentschlossenheit der Börsianer - entsprechende Phasen treten oftmals nach Trendwendesignalen auf und bestätigen lediglich die Trendwende nach einem ausgeprägten Aufwärtstrend. Die Marktteilnehmer wollen hier einfach noch nicht glauben, dass der Trend kippt. Diese Pattsituation zwischen Bären und Bullen verdeutlicht, dass sich der Markt erst auf die neue Situation einstellen muss und eine weitere Abwärtsbewegung bevorsteht. Neue Verkaufssignale erhalten daher in den kurzfristigeren Zeitebenen eine hohe Aussagekraft. Eine deutliche Verbesserung würde sich im Chart wider Erwarten erst bei einem Anstieg über die 7.300er Marke per Quartals-Close ergeben.

 

Log. Candlestickchart auf Quartalsbasis :
DAX :

DAX -- quarterly, lang

 

Die grobe Übersicht der Quartalskerzen der langfristigen Perspektive vom dritten Quartal 1959 bis heute für Sie zum Überblick. Das "Worst-Case-Szenario" der Untergangspropheten sieht hierin die Bildung eines aktuellen Doppel-Hochs mit anschließendem Fall unter das Tief im Jahre 2003 - mit anschließendem Blindflug des DAX auf das Ausbruchsniveau des ansteigenden Dreiecks im Jahre 1983 auf ein Niveau von ca. 600 bis 700 Punkten. Die Optimisten dagegen sehen den "neuen" langfristigen Aufwärtstrend im Vordergrund. Dessen Rückkehrlinie stellt das Kursziel dar - mithin darf der DAX in den nächsten Jahren auch über die 20.000er Marke klettern - bei einem Break des bisherigen Jahreshochs würde dieses Szenario auch Gültigkeit erlangen. Zwei "Extrem-Meinungen" - die sich derzeit aber nicht aus dem Chart ableiten lassen. Es gilt nur folgendes: handeln Sie Signale - der Markt hat immer Recht.

 

Log. Monatschart :

 

DAX - mtl.

 

Rückblick:
Nach Vollendung einer M-Formation und Ausbruch aus einem Abwärtstrendkanals wurden fallende Kurse an die nach unten parallel verschobene Schwankungsbreite des Trendkanals (Kursziellinie) erwartet - nach Abarbeitung dieses Kursziels und einem Hammer im März konnte dann eine kurzfristige Erholungsbewegung angenommen werden.

Ausblick:
Mit der letzten Monatskerze und einem Abprall an der Nackenlinie der M-Formation muss eine übergeordnete Trendwende weiterhin in Betracht gezogen werden, die Monatscandles sind negativ. Ein Test des Jahrestiefs ist wahrscheinlich - auch ein Breakversuch der 6.167. Da sich derzeit auch eine Range zwischen ca. 7.300 bis 6.167 ausbildet, ergeben sich für den langfristigen Investor Signale bei Ausbruch aus dieser Range. Ein nachhaltiger Break der 6.167 gibt Potential bis ca. 5.600/700 sowie bei Break dieser Zone auch bis ca. 5.260/40 Punkten frei.

 

Log. Wochenchart

DAX - wöchentlich

 

Ausblick:
Der dargestellte blaue Abwärtstrendkanal kann zwar als "Idee" konstruiert werden, würde aber erst bei einem neuen Tief unter 6.167 als solcher auch bestätigt werden (Trenddefinition noch nicht erfüllt). Damit existiert zwar eine Abwärtsbewegung im übergeordneten Bild - ein Abwärtstrend mit der Rückkehrlinie als Kursziel (dies entspricht dann einem Kursziel von derzeit ca. 5.300 bis 5.200 Punkten) wäre aber erst bei einem Break der 6.167 bestätigt.
Die Wochenkerzen mit sieben Tiefstkursen in Folge lassen eine Anspannung nach unten erkennen - eine kurzfristige Gegenbewegung ist daher möglich - sollte aber noch nicht überinterpretiert werden. Kurzfristige Verkaufssignale erhalten letztlich auf Grund der überwiegend schwarzen Wochenkerzen eine hohe Aussagekraft. Favorisiert wird ein Test und Breakversuch des Jahrestiefs.

Fazit:

Die übergeordneten Aussichten sind weiterhin negativ. Ein Fall unter das bisherige Jahrestief muss eingeplant werden, denn das tower top der Quartalskerzen mit nachfolgender kleiner Kerze im zweiten Quartal verspricht weiterhin fallende Kurse. Auch die Monats- und Wochenkerzen zeigen weiterhin Risiken auf - lediglich die angespannte bzw. überverkaufte Situation läßt eine kurzfristige Gegenbewegung zu. Verkaufssignale in den kurzfristigen Zeitebenen (Wochen-, Tages- und Stundenkerzen) erhalten eine hohe Aussagekraft. Denn ein Fall bis auf ca. 5.200 bis 5.300 Punkte im zweiten Halbjahr 2008 wird wahrscheinlicher. Nur eine klare Erholung über die 7.300er Marke hinaus würde das derzeit negative Szenario einer Trendwende im DAX negieren.

 

Ihr Stefan Salomon

candlestick.deDisclaimer

 

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