| Der
Composite-Index ist gewichtet und besteht aus zehn verschiedenen
Schlüsselindikatoren, das Basisjahr des Index ist 1996
(1996 = 100). Er soll die konjunkturellen Bedingungen in nächster
Zukunft voraussagen; die Vorlaufzeit soll 6-9 Monate betragen.
Grundsätzlich dreht der Index nach unten vor einer bevorstehenden
Rezession und dreht nach oben vor einer Phase der Expansion.
Bevor man aber von tatsächlichen Wendepunkten spricht,
müssen die Veränderungen von signifikantem Umfang
und Dauer sein.
Ihrer Bedeutung nach sind dies die einzelnen Komponenten;
(Gewichtung April 2007):
- Spanne zwischen
den 10-jährigen Anleihen und dem Zinssatz der Fed
Funds Rate (0,1037)
- Die Geldmenge M2,
inflationsbereinigt (0,3530)
- Die durchschnittliche
Wochenarbeitszeit im verarbeitenden Gewerbe (0,2565)
- Die Auftragseingänge
für Konsumgüter im verarbeitenden Gewerbe,
inflationsbereinigt (0,0763)
- Der S&P 500
(0,0384)
- Die durchschnittlichen
Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung
(0,0310)
- Die "Zulieferer"-Komponente
des nationalen Einkaufsmanagerindex (Unternehmen erhalten
langsamere Lieferungen der Zulieferer) (0,0672)
- Die Anzahl der privaten
Baugenehmigungen (0,0270)
- Die Komponente "Erwartungen
in die Zukunft" des Verbrauchervertrauens der Universität
Michigan (0,0283)
- Auftragseingänge
des verarbeitenden Gewerbes für nicht-militärische
Kapitalgüter (0,0186)
Eine einfache Faustregel
besagt, dass drei aufeinanderfolgende Monate, in denen der Index
rückläufig ist, ein Anzeichen sind, dass die Wirtschaft
in eine Rezession fällt. Das Conference Board selber billigt
eine so einfache, feste Regel nicht. In der Ausgabe vom Januar
1997 des Business Cycle Indicators wird als verlässliches,
aber nicht perfektes Rezessionsanzeichen ein 1%iger Rückgang
(2% auf Jahresbasis umgerechnet) gekoppelt mit Abschlägen
bei der Mehrzahl der 10 Komponenten diskutiert. Die
Veröffentlichung der Daten beinhaltet zudem noch die "coincident
indicators", die die momentane konjunkturelle Situation
beschreiben, und die "lagging indicators", die die
zurückliegenden wirtschaftlichen Bedingungen widerspiegeln.
Die "coincident indicators" bestehen aus vier
Serien wie die nichtlandwirtschaftliche Beschäftigung,
die Industrieproduktion, Umsätze im Handel und verarbeitenden
Gewerbe und zuletzt die persönlichen Einkommen abzüglich
"transfer payments", die die aktuelle, konjunkturelle
Situation wieder geben. Der Jahresvergleich dieses Indikators
bietet eine gute Annäherung an das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes.
Die "lagging indicators" bestehen aus sieben
Zeitreihen, wie den Veränderungen der Lohnkosten im verarbeitenden
Gewerbe, der Höhe der industriellen Darlehen, Änderungen
des CPI - Dienstleistungen, durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit,
Quotient Lagerbestände/Umsätze MTIS, Diskontsatz,
Quotient Verbraucherkredite/private Einkommen. Veränderungen
dort untermauern Wendepunkte und weisen auf mögliche strukturelle
Ungleichgewichte der Wirtschaft hin.
Die "coincident" und "lagging" Indikatoren
eignen sich zur Wendepunktvorhersage nicht besonders, aber sie
helfen das gesamtwirtschaftliche Bild zu vervollständigen.
Bis 1995 wurde der Index
fast 30 Jahre vom US-Handelministerium erstellt; seither wird
vom Conference Board, einem privaten Institut, ein Index der
Frühindikatoren errechnet, der eine grössere Ansammlung
von Daten enthält. Alle bereits erwähnten Indikatoren
werden unter dem Titel "Business Cycle Indicators"
veröffentlicht. |