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VIII. Benzinpreis und Steuern

Mit der Produktion des Modells T, der "Tin Lizzy", ab 1908 trug Henry Ford massgeblich zur Mobilität der US-Amerikaner in der Zeit mit bei. Die "Tin Lizzy" liesst sich zur Not noch mit Alkohol statt Benzin betanken, nichtsdestotrotz entdeckten zunächst einzelne Bundesstaaten und dann später die US-Regierung die Benzinsteuer als Einnahmequelle.

Da es sich mit der Bundessteuer etwas einfacher verhält, wird diese zuerst abgehandelt. Um das Defizit des Bundeshaushaltes zu reduzieren, verabschiedete der Congress 1932 eine Steuer von 1 Cent pro Gallone auf Benzin. Bis auf minimale Erhöhungen blieb die Bundessteuer in den 30iger und 40iger Jahren stabil. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg und der Ausweitung des Haushaltsdefizites wurde die Benzinsteuer sukzessive erhöht. Bis in das späte Jahr 1982 verharrten die Steuern auf einem Niveau. Als Folge der Rezession 81/82 sollten mit zusätzlichen Benzinsteuern der föderale Highway-Bau finanziert werden. Die letzte massiven Steigerung erfuhren die Benzinsteuern zu Beginn der 90iger Jahre. Zunächst noch mit dem Ziel das Haushaltsdefizit zu senken, wurden die Steuern 1997 dem Highway-Bau zugeführt. Seit 1993 liegt die Bundessteuer nun konstant bei 18,4 Cents pro Gallone.

[Kommentar: da sich das Haushaltsdefizit unter der Regierung Bush erneut ausweitet und die USA zudem in einem Krieg stecken, ist eine Erhöhung der Benzinsteuer nur eine Frage der Zeit, deren Beantwortung aber erst nach den Präsidentschaftswahlen anstehen dürfte.]

Der zeitliche Ablauf im Überblick:

 
Komplizierter ist die Entwicklung der Benzinsteuer in den einzelnen Staaten. Oregon führte 1919 als erster Staat eine Steuer von 1 Cent/Gallone ein, um den Strassenbau damit zu finanzieren.

Seither haben nicht nur alle Bundesstaaten sondern z.T. auch Städte und Gemeinden eine Steuer eingeführt. Letztere ist in obigem Chart nicht enthalten, obwohl diese teilweise erheblich ausfällt.
1929 hatte jeder Bundesstaat eine Benzinsteuer erhoben, die zwischen 2 und 6 Cents/Gallone lag.

Als Folge des Ölschocks in den 70iger Jahren liess der Benzinverbrauch nach und die Steuereinnahmen sanken; so wurden die Benzinsteuern kontinuierlich erhöht, um die weg brechenden Einnahmen zu kompensieren. Auffallend ist aber die Steuerpolitik in Alaska, dort blieb der Steueranteil seit 1961 konstant bei 8 Cents/Gallone.

Die Spanne der Steuern in den einzelnen Staaten liegt heute bei 36,3 Cents/Gallone in Hawaii und 8 Cents/Gallone in Alaska; zusammen mit der Bundessteuer macht das 54,7 resp. 26,4 Cents/Gallone.
Die durchschnittliche Steuer der Staaten betrug Ende März 2004 24,3 Cents/Gallone.

Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht der Benzinsteuern (Bund + Staat):
Quelle: American Petroleum Institute
 
Mehrere Staaten (California, Georgia, Hawaii, Illinois, Indiana, Michigan und New York) erheben zusätzlich eine Verkaufssteuer, sodass letztendlich Steuern besteuert werden.

Zieht man die konstanten Preise für 2002 für den Benzinpreis im Einzelhandel wie auch die Benzinsteuer heran, so ergibt sich folgendes Bild:
 
Für die Jahre 1919 - Oktober 2002 lag der durchschnittliche Steueranteil bei 24,09%; im Oktober 2002 (die zuletzt verfügbaren API-Daten des inflationsbereinigten Benzinpreises) machten 28,38% des Benzinpreises den Steueranteil aus.

Da der Steueranteil pro Gallone Benzin letztendlich vom Benzinpreis abhängt, ergeben sich angesichts dessen minimale Steueranteile von 10,78% in 1981 und maximal 36,59% in 1998.

Das American Petroleum Institute (API) veröffentlicht noch nachstehendes Bild, das in Preisen von 2002 jeweils die Anteile des Rohöls, der Steuern und der Industrie (Herstellung, Marketing) im zeitlichen Verlauf zeigt:
 
Wie schaut es mit dem Steueranteil des Benzinpreises im internationalen Vergleich aus?

Die International Energy Agency (IEA) veröffentlicht regelmässig den Benzinpreis wie den Steuerbetrag in lokaler Währung. Für unverbleites Benzin ergibt sich für den noch Netto-Erdöl- exportierenden Staat den höchsten Prozentsatz von zuletzt 75,6% im März 2004.

Dicht folgen Deutschland und Frankreich mit 73,8% resp. 73,7%; Schlusslicht bilden in dieser Statistik die USA mit lediglich 22,5%. Der Prozentsatz differiert geringfügig von den Daten der US-amerikanischen Institute; die Grössenordnung bleibt aber erhalten.
 
Nachfolgend noch zwei Charts, die die wöchentlichen Einzelhandelspreise zum einen seit 1990 und seit 2000 darstellen; zuletzt wurde ein Rekordniveau erreicht:
 
 
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